Shabbat 290

Kapitel 290

א אלא לעדות אשה בלבד
1 nur bei [der Bekundung für] eine Frau.
ב איבעיא להו עד מפי עד לעדות בכור מהו רב אמי אסיר ורב אסי שרי
2 Sie fragten: Wie verhält es sich mit einem Zeugen nach dem Munde eines Zeugen bei der Erstgeburt? — Nach R. Ithaj ist es unzulässig, nach R. Aši ist es zulässig.
ג א"ל רב אמי לרב אסי והא תנא דבי מנשיא אין עד מפי עד כשר אלא לעדות אשה בלבד אימא לעדות שהאשה כשרה לה בלבד רב יימר אכשר עד מפי עד לבכור קרי עליה מרימר יימר שרי בוכרא והלכתא עד מפי עד כשר לבכור:
3 R. Ithaj sprach zu R. Asi: In der Schule R. Menasjas lehrte man ja, ein Zeuge nach dem Munde eines Zeugen sei zulässig nur bei der Bekundung für eine Frau!? — Lies wie folgt: bei einer Bekundung, bei der eine Frau zulässig ist. R. Jemar ließ einen Zeugen nach dem Munde eines Zeugen bei einer Erstgeburt zu, und Meremar nannte ihn: Jemar, der die Erstgeburt erlaubt. Die Halakha ist, ein Zeuge nach dem Munde eines Zeugen ist bei der Erstgeburt zulässig,
ד חלות דבש: כי אתא רב הושעיא מנהרדעא אתא ואייתי מתניתא בידיה זיתים וענבים שריסקן מע"ש ויצאו מעצמן אסורין ור"א ור"ש מתירין
4 H<small>ONIGWABEN</small>. Als R. Hoša͑ja aus Nehardea͑ kam, brachte er folgende Lehre mit: Wenn man Oliven und Weintrauben am Vorabend des Šabbaths zerdrückt und der Saft [am Šabbath] von selber ausfließt, so ist er verboten, und nach R. Elie͑zer und R. Šimo͑n erlaubt.
ה אמר רב יוסף גברא יתירא אתא לאשמעינן א"ל אביי טובא קמ"ל דאי ממתניתין הוה אמינא התם הוא דמעיקרא אוכלא ולבסוף אוכלא אבל הכא דמעיקרא אוכלא ולבסוף משקה אימא לא קמ"ל:
5 R. Joseph sprach: Lehrt er uns etwa weitere Personennamen!? Da sprach Abajje zu ihm; Vieles lehrt er uns: aus der Mišna ist es nur hinsichtlich des Falles zu entnehmen, wenn es zuerst eine Speise war und auch eine Speise bleibt, nicht aber hinsichtlich des Falles, wenn es zuerst eine Speise war und ein Getränk wird, so lehrt er uns.
ו <big><strong>מתני׳</strong></big> כל שבא בחמין מערב שבת שורין אותו בחמין בשבת וכל שלא בא בחמין מערב שבת מדיחין אותו בחמין בשבת חוץ מן המליח הישן (ודגים מלוחין קטנים) וקולייס האיספנין שהדחתן זו היא גמר מלאכתן:
6 <b>W</b><small>AS VOR</small> Š<small>ABBATH IN HEISSEM [</small>W<small>ASSER</small>] <small>WAR, DARF MAN AM</small> Š<small>ABBATH IN HEISSES [</small>W<small>ASSER</small>] <small>TUN, UND WAS NICHT VOR</small> Š<small>ABBATH IN HEISSEM [</small>W<small>ASSER</small>] <small>WAR, DARF MAN AM</small> Š<small>ABBATH MIT WARMEM</small> W<small>ASSER ABSPÜLEN, AUSGENOMMEN EIN ALTER</small> S<small>ALZFISCH, (KLEINE GESALZENE</small> F<small>ISCHE) UND DER SPANISCHE</small> T<small>HUNFISCH, DENN BEI DIESEN IST DAS</small> S<small>PÜLEN VOLLENDETE</small> Z<small>UBEREITUNG</small>.
ז <big><strong>גמ׳</strong></big> כגון מאי אמר רב ספרא כגון תרנגולתא דר' אבא ואמר רב ספרא זימנא חדא איקלעית להתם ואוכלן מיניה ואי לא רבי אבא דאשקיין חמרא בר תלתא טרפי איתנסי
7 GEMARA. Was zum Beispiel? R. Saphra erwiderte: Zum Beispiel Huhn nach R. Abba. Ferner erzählte R. Saphra: Einst war ich dort, und man gab mir davon zum Essen, und wenn mir R. Abba nicht dreijährigen Wein zu trinken gegeben hätte, würde ich mich übergeben haben.
ח רבי יוחנן רייק מכותח דבבלאי אמר רב יוסף ולירוק אנן מתרנגולתא דרבי אבא ועוד אמר רב גזא זימנא חדא איקלעית להתם ועבדית כותח דבבלאי שאילו מיניה כל בריחי מערבא:
8 R. Joḥanan pflegte bei [der Erwähnung des] babylonischen Quarkes auszuspucken, da sprach R. Joseph zu ihm: Wir sollten bei [Erwähnung von] Huhn nach R. Abba ausspucken. Auch erzählte R. Gaza: Als ich einst dort war und babylonischen Quark bereitete, verlangten alle Kranken des Westens davon.
ט כל שלא בא בחמין וכו': הדיח מאי אמר רב יוסף הדיח חייב חטאת אמר מר בריה דרבינא אף אנן נמי תנינא חוץ ממליח ישן וקולייס האיספנין שהדחתן זו היא גמר מלאכתן שמע מינה
9 W<small>AS NICHT IN HEISSEM [</small>W<small>ASSER</small>] <small>WAR &amp;C</small>. Was geschieht, wenn man sie abgespült hat? R. Joseph erwiderte: Hat man sie abgespült, so ist man ein Sündopfer schuldig. Mar, Sohn des Rabana, sprach: Auch wir haben demgemäß gelernt: ausgenommen Salzfische und der spanische Thunfisch, denn bei diesen ist das Spülen vollendete Zubereitung. Schließe hieraus.
י יתיב רבי חייא בר אבא ורבי אסי קמיה דרבי יוחנן ויתיב רבי יוחנן וקא מנמנם אמר ליה רבי חייא בר אבא לרבי אסי מפני מה עופות שבבבל שמנים א"ל כלך למדבר עזה ואראך שמנים מהן מפני מה מועדים שבבבל שמחים מפני שהן עניים מפני מה ת"ח שבבבל מצויינין לפי שאינן בני תורה מפני מה עובדי כוכבים מזוהמי' מפני שאוכלין שקצי' ורמשי'
10 R. Ḥija b. Abba und R. Asi saßen vor R. Joḥanan, und R. Joḥanan saß und schlummerte. Da sprach R. Ḥija b. Abba zu R. Asi: Weshalb ist das Geflügel in Babylonien so fett? Dieser erwiderte: Komm nach den Steppen von Aza, dort will ich dir noch fetteres zeigen. — Weshalb werden die Feste in Babylonien so fröhlich gefeiert? — Weil sie da arm sind. — Weshalb sind die Gelehrten in Babylonien [durch ihre Kleidung] ausgezeichnet? — Weil sie nicht gesetzeskundig sind. — Weshalb sind die Nichtjuden flätig? — Weil sie Ekel- und Kriechtiere essen.
יא איתער בהו רבי יוחנן אמר להו דרדקי לא כך אמרתי לכם (משלי ז, ד) אמור לחכמה אחותי את אם ברור לך הדבר כאחותך שהיא אסורה לך אומרהו ואם לאו לא תאמרהו אמרו ליה ולימא לן מר איזה מהן מפני מה עופות שבבבל שמנים מפני שלא גלו שנאמר (ירמיהו מח, יא) שאנן מואב מנעוריו ושקט הוא אל שמריו ובגולה לא הלך
11 Währenddessen erwachte R. Joḥanan und sprach zu ihnen: Kinder, habe ich euch etwa nicht gesagt: <i>Sprich zur Weisheit: Du bist meine Schwester</i>. Sage etwas nur dann, wenn es dir so sicher ist, wie es sicher ist, daß deine Schwester dir verboten ist, sonst aber sage es nicht. Darauf sprachen sie: So möge uns doch der Meister erklären, weshalb das Geflügel in Babylonien so fett ist? — Weil es nicht in das Exil gewandert ist, denn es heißt: <i>von Jugend auf hatte Moab Ruhe und lag ungestört auf seinen Hefen &amp;c.; ins Exil ist er nicht gewandert</i>. —
יב והכא מנלן דגלו דתניא רבי יהודה אומר נ"ב שנה לא עבר איש ביהודה שנאמר (ירמיהו ט, ט) על ההרים אשא בכי ונהי וגו' מעוף השמים ועד בהמה נדדו הלכו בהמ"ה בגימטריא חמשין ותרתין הוו
12 Woher, daß jenes ins Exil gewandert ist? — Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Zweiundfünfzig Jahre hat kein Mensch Judäa betreten, denn es heißt: <i>auf den Bergen will ich Weinen und Klagen erheben &amp;c., die Vögel unter dem Himmel und das Vieh sind ausgewandert, fortgezogen</i>. [Der Zahlenwert des Wortes] Behema [Vieh] beträgt zweiundfünfzig.
יג א"ר יעקב א"ר יוחנן כולן חזרו חוץ מקולייס האיספנין דאמר רב הני מדרי דבבל מהדרי מיא לעין עיטם והאי כיון דלא שריר שדריה לא מצי סליק
13 R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: Mit Ausnahme des spanischen Thunfisches kehrten sie alle zurück. Rabh sagte nämlich: Die Abhänge Babyloniens leiten das Wasser nach der Quelle E͑ṭam, und da dieser [Fisch] kein festes Rückgrat hat, kann er nicht aufsteigen. —
יד מפני מה מועדים שבבבל שמחים מפני שלא היו באותה קללה דכתיב (הושע ב, יג) והשבתי כל משושה חגה חדשה ושבתה וכל מועדה וכתיב (ישעיהו א, יד) חדשיכם ומועדיכם שנאה נפשי היו עלי לטורח מאי היו עלי לטורח א"ר אלעזר אמר הקב"ה לא דיין לישראל שחוטאין לפני אלא שמטריחין אותי לידע איזו גזירה קשה אביא עליהן א"ר יצחק אין לך כל רגל ורגל שלא באתה בולשת לציפורי ואמר רבי חנינא אין לך כל רגל ורגל שלא בא לטבריה אגמון וקמטון ובעל זמורה
14 Weshalb werden die Feste in Babylonien so fröhlich gefeiert? — Weil da [die Leute] nicht einbegriffen waren im Fluche: <i>Und ich will all ihrer Fröhlichkeit ein Ende machen, ihren Festen, ihren Neumonden, ihren Šabbathen und all ihren Festlichkeiten</i>. Ferner heißt es: <i>euere Neumonde und Feste mag ich nicht; sie sind mir zur Last geworden</i>. — Was heißt: <i>sie sind mir zur Last geworden</i>? R. Elea͑zar erwiderte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Nicht genug, daß die Jisraéliten gegen mich sündigen, sie belästigen mich auch, indem sie erfahren wollen, welches schwere Verhängnis ich über sie bringen werde. R. Jiçḥaq sagte: Du hast kein einziges Fest, an dem nicht [plündernde] Truppen nach Sepphoris kämen. Ferner sagte auch R. Ḥanina: Du hast kein einziges Fest, an dem nicht ein Hegemon oder ein Comes oder ein Rebenträger nach Ṭiberjas käme. —
טו מפני מה ת"ח שבבבל מצויינין לפי שאינן בני מקומן דאמרי אינשי במתא שמאי בלא מתא תותבאי (ישעיהו כז, ו) הבאים ישרש יעקב יציץ ופרח ישראל תני רב יוסף אלו תלמידי חכמים שבבבל שעושין ציצין ופרחים לתורה
15 Weshalb sind die Schriftgelehrten in Babylonien [durch ihre Kleidung] ausgezeichnet? — Weil sie keine Ortsangehörige sind. So pflegen auch die Leute zu sagen: In der Heimat meinen Namen, in der Fremde meine Kleidung. <i>Die aus Jáqob kommen, werden Wurzel schlagen, Jisraél wird hervorsprossen und blühen</i>. Hierzu lehrte R. Joseph: Das sind die Schriftgelehrten in Babylonien, die Sprossen und Blüten für die Tora tragen. —
טז מפני מה עובדי כוכבים מזוהמין שלא עמדו על הר סיני שבשעה
16 Weshalb sind die Nichtjuden flätig? Weil sie am Berge Sinaj nicht gestanden haben.