Shabbat 295

Kapitel 295

א הלכה מחזירין את השבר רבה בר בר חנה איקלע לפומבדיתא לא על לפירקיה דרב יהודה שדריה לאדא דיילא א"ל זיל גרביה אזיל גרביה אתא אשכחיה דקא דריש אין מחזירין את השבר א"ל הכי אמר רב חנא בגדתאה אמר שמואל הלכה מחזירין את השבר א"ל הא חנא דידן והא שמואל דידן ולא שמיע לי ולאו בדינא גרבתיך:
1 Die Halakha ist, man darf einen Bruch in die richtige Lage bringen. Rabba b. Bar Ḥana traf in Pumbeditha ein und besuchte nicht den Vortrag des R. Jehuda. Da schickte dieser den Amtsdiener Ada zu ihm und beauftragte ihn, ihn zu pfänden. Dieser ging hin und pfändete ihn. Hierauf kam jener und hörte ihn vortragen: Man darf nicht einen Bruch in die richtige Lage bringen. Da sprach er: So sagte R. Ḥana aus Bagdad im Namen Šemuéls: Die Halakha ist, man darf einen Bruch in die richtige Lage bringen. Dieser erwiderte: Ḥana ist unser und Šemuél ist unser, und doch habe ich dies nicht gehört. Habe ich nicht Recht, daß ich dich pfänden ließ!?
ב מי שנפרקה ידו כו': רב אויא הוה יתיב קמיה דרב יוסף שניא ליה ידיה א"ל הכי מאי אסור והכי מאי א"ל אסור אדהכי איתפח ידיה
2 W<small>ER SICH DIE</small> H<small>AND</small> &amp;<small>C. VERRENKT HAT</small>. R. Ivja saß vor R. Joseph, und er verrenkte sich die Hand. Da sprach er zu ihm: Ist es so erlaubt? – Es ist verboten. – Ist es so erlaubt? Dieser erwiderte: Es ist verboten. [Auf diese Weise] ward ihm die Hand eingerenkt.
ג א"ל מאי תיבעי לך הא תנן מי שנפרקה ידו או רגלו לא יטרפם בצונן אבל רוחץ כדרכו ואם נתרפא נתרפא א"ל ולא תנן אין מחזירין את השבר ואמר רב חנא בגדתאה אמר שמואל הלכה מחזירין את השבר אמר ליה כולהו בחדא מחיתא מחיתנהו היכא דאיתמר איתמר היכא דלא איתמר לא איתמר:
3 Hierauf sprach dieser: Was fragst du da, wir haben ja gelernt: Wer sich die Hand oder den Fuß verrenkt hat, darf sie nicht in kaltem Wasser schwenken, wohl aber darf er sie wie gewöhnlich waschen, und wenn dies heilend wirkt, so ist nichts dabei. Jener erwiderte: Haben wir etwa nicht gelernt, man dürfe nicht einen Bruch in die richtige Lage bringen, dennoch sagte R. Ḥana aus Bagdad im Namen Šemuéls, die Halakha sei, man dürfe einen Bruch in die richtige Lage bringen!? Dieser entgegnete: Willst du etwa alles in ein Gewebe zusammenweben!? Wo dies gelehrt worden ist, ist es gelehrt worden, und wo dies nicht gelehrt worden ist, ist es nicht gelehrt worden.
ד <br><br><big><strong>הדרן עלך חבית</strong></big><br><br>
4 
ה מתני׳ <big><strong>שואל</strong></big> אדם מחבירו כדי יין וכדי שמן ובלבד שלא יאמר לו הלויני וכן האשה מחבירתה ככרות ואם אינו מאמינו מניח טליתו אצלו ועושה עמו חשבון לאחר שבת וכן ערב פסח בירושלים שחל להיות בשבת מניח טליתו אצלו ונוטל את פסחו ועושה עמו חשבון לאחר יום טוב:
5 <b>M</b>AN <small>DARF VON SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN</small> K<small>RÜGE</small> W<small>EIN, ODER</small> K<small>RÜGE</small> Ö<small>L LEIHEN, NUR DARF MAN NICHT SAGEN</small>: ‘B<small>ORGE MIR</small>’; <small>EBENSO EINE</small> F<small>RAU VON IHRER</small> F<small>REUNDIN</small> B<small>ROTE</small>. W<small>ENN ER IHM NICHT TRAUT, SO LASSE IHM DIESER SEINEN</small> M<small>ANTEL UND RECHNE MIT IHM NACH</small> Š<small>ABBATH AB</small>. E<small>BENSO VERFAHRE MAN IN</small> J<small>ERUŠALEM AM</small> V<small>ORABEND DES</small> P<small>ESAḤFESTES, DER AUF EINEN</small> Š<small>ABBATH FÄLLT: MAN LASSE SEINEN</small> M<small>ANTEL</small> [<small>BEIM</small> V<small>IEHHÄNDLER</small>] <small>UND HOLE SICH EIN</small> P<small>ESAḤLAMM, UND NACH DEM</small> F<small>ESTE RECHNE MAN MIT IHM AB</small>.
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> א"ל רבא בר רב חנן לאביי מאי שנא השאילני ומאי שנא הלויני אמר ליה השאילני לא אתי למיכתב הלויני אתי למיכתב
6 GEMARA. Raba b. R. Ḥanan sprach zu Abajje: Womit ist das Leihen anders als das Borgen? Dieser erwiderte: Beim Leihen wird man nicht zum Anschreiben verleitet, beim Borgen wird man zum Anschreiben verleitet. –
ז והא כיון דבחול זימנין דבעי למימר ליה הלויני וא"ל השאילני ולא קפיד עילויה ואתי למיכתב בשבת נמי אתי למיכתב א"ל (בחול דלא שנא כי א"ל הלויני ל"ש כי א"ל השאילני לא קפדינן עילויה אתי למיכתב דהשאילני הוא דשרו ליה רבנן הלויני לא שרו ליה מינכרא מילתא ולא אתי למיכתב
7 Aber auch am Wochentage sagt man ja oft ‘Leihe mir’ statt ‘Borge mir’, ohne darauf zu achten, wobei man zum Anschreiben veranlaßt wird, somit könnte man ja am Šabbath ebenfalls zum Anschreiben verleitet werden!? Dieser erwiderte: Allerdings kann man am Wochentage, da es einerlei ist, ob man ‘Borge mir’ oder ‘Leihe mir’ sagt, ohne darauf achten zu müssen, zum Anschreiben veranlaßt werden, am Šabbath aber, wo die Rabbanan das Leihen erlaubt haben, das Borgen aber nicht, unterscheidet man es genau, und man wird zum Anschreiben nicht verleitet.
ח א"ל רבא בר רב חנן לאביי מכדי אמרו רבנן כל מילי דיום טוב כמה דאפשר לשנויי משנינן הני נשי דמליין חצבייהו מיא מ"ט לא משנין משום דלא אפשר היכי לעבדי דמליין בחצבא רבא לימלו בחצבא זוטא הא קא מפשו בהילוכא דמליין בחצבא זוטא לימלו בחצבא רבא קא מפשו במשוי
8 Raba b. R. Ḥanan sprach ferner zu Abajje: Merke, die Rabbanan sagten ja, daß man am Feste jede Arbeit, soweit dies möglich ist, auf ungewöhnliche Weise verrichte, weshalb befolgen es die Frauen nicht, wenn sie mit ihren Krügen Wasser schöpfen? – Weil es nicht möglich ist. Wie sollten sie es denn anders machen: sollten etwa, die gewöhnlich mit einem großen Kruge schöpfen, es mit einem kleinen tun, so würden sie ja mehr zu gehen haben; sollten etwa, die gewöhnlich mit einem kleinen Kruge schöpfen, es mit einem großen tun, so würden sie ja eine schwerere Last zu tragen haben;