Shabbat 297

Kapitel 297

א <big><strong>גמ׳</strong></big> מ"ט רב ביבי אמר גזירה שמא ימחוק אביי אמר גזירה שמא יקרא בשטרי הדיוטות
1 GEMARA. Aus welchem Grunde? R. Bebaj erklärte: Mit Rücksicht darauf, man könnte Streichungen vornehmen. Abajje erklärte: Mit Rücksicht darauf, man könnte profane Urkunden lesen. –
ב מאי בינייהו א"ב דכתב אכותל ומידלי למ"ד שמא ימחוק לא חיישינן ולמ"ד שמא יקרא חיישינן
2 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn es hoch an der Wand geschrieben ist; hierbei ist nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf Streichungen, nichts zu befürchten, und nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf das Lesen [profaner Urkunden], wohl zu befürchten. –
ג ולמ"ד שמא ימחוק ניחוש שמא יקרא ותו לשמא ימחוק לא חיישינן והתניא לא יקרא לאור הנר ואמר רבה אפי' גבוה שתי קומות אפי' גבוה שתי מרדעות אפי' עשרה בתים זה ע"ג זה לא יקרא
3 Aber auch nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf Streichungen, sollte man doch auch das Lesen [profaner Urkunden] berücksichtigen!? Und ist ferner [in diesem Falle]Streichung nicht zu befürchten, wir haben ja gelernt, man dürfe bei Lampenlicht nicht lesen, und hierzu sagte Rabba, selbst wenn es sich zwei Mann hoch befindet, selbst zwei Ochsenstecken hoch und selbst zehn Stockwerke übereinander, dürfe man nicht lesen!? –
ד אלא איכא בינייהו דכתב אכותל ומיתתי למאן דאמר שמא ימחוק חיישינן למ"ד שמא יקרא לא חיישינן גודא בשטרא לא מיחלף
4 Vielmehr, einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn es niedrig an der Wand geschrieben ist; hierbei ist nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf Streichungen, wohl zu befürchten, und nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf das Lesen [profaner Urkunden], ist hierbei nichts zu befürchten, weil man eine Wand mit einer Urkunde nicht verwechselt. –
ה ולמ"ד שמא יקרא ליחוש שמא ימחוק אלא איכא בינייהו דחייק אטבלא ואפינקס למ"ד שמא ימחוק לא חיישינן למ"ד שמא יקרא חיישינן
5 Aber auch nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf das Lesen [profaner Urkunden], sollte man doch auch Streichungen berücksichtigen!? – Vielmehr, einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn es in eine Platte oder in eine Schreibtafel eingegraben ist; hierbei ist nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf Streichungen, nichts zu befürchten, und nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf das Lesen [profaner Urkunden], wohl zu befürchten. –
ו ולמ"ד שמא ימחוק ליחוש שמא יקרא וכ"ת טבלא ופינקס בשטרא לא מיחלף והתניא מונה אדם כמה מבפנים וכמה מבחוץ וכמה מנות עתיד להניח לפניהם מכתב שעל גבי הכותל אבל לא מכתב שעל גבי טבלא ופינקס
6 Aber auch nach demjenigen, welcher sagt, mit Rücksicht auf Streichungen, ist ja auch das Lesen [profaner Urkunden] zu berücksichtigen!? Wolltest du erwidern, man verwechsle nicht eine Platte oder Schreibtafel mit einer Urkunde, so wird ja gelehrt: Man darf von einem Verzeichnis an der Wand zusammenzählen, wieviel [Gäste] man innerhalb und wieviel man außerhalb zu setzen, und wieviel Portionen man ihnen vorzusetzen hat, nicht aber von einem Verzeichnis auf einer Platte oder Schreibtafel.
ז היכי דמי אילימא דכתיב מיכתב מ"ש הכא ומ"ש הכא אלא לאו דחייק וקתני מכתב שעל גבי הכותל אבל לא מכתב שע"ג טבלא ופינקס
7 In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es geschrieben ist, so ist ja das eine nicht anders als das andere; doch wohl, wenn es eingegraben ist, und er lehrt, von einem Verzeichnis an der Wand, nicht aber von einem Verzeichnis auf einer Platte oder einer Schreibtafel!? –
ח אלא לעולם דכתב אכותל ומידלי ודקא קשיא לך דרבה דרבה תנאי היא דתניא מונה אדם את אורחיו ואת פרפרותיו מפיו אבל לא מן הכתב ר' אחא מתיר מכתב שעל גבי הכותל
8 Vielmehr, tatsächlich, wenn es hoch an der Wand geschrieben ist, jedoch ist von der Lehre Rabbas nichts einzuwenden, denn über die Lehre Rabbas streiten Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Man darf seine Gäste und seine Leckergerichte mündlich zählen, nicht aber von Geschriebenem; R. Aḥa erlaubt es von einer Schrift an der Wand.
ט היכי דמי אילימא דכתיב מתתא ליחוש שמא ימחוק אלא לאו דכתב ומידלי וש"מ דרבה תנאי היא ש"מ
9 In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es niedrig geschrieben ist, so sind ja Streichungen zu berücksichtigen; doch wohl, wenn es hoch geschrieben ist. Hieraus, daß über die Lehre Rabbas Tannaím streiten. Schließe hieraus.
י והני תנאי כהני תנאי דתניא אין רואין במראה בשבת רבי מאיר מתיר במראה הקבוע בכותל
10 Diese Tannaím führen denselben Streit, wie die folgenden Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Man darf am Šabbath nicht in einen Spiegel schauen; R. Meír erlaubt es, wenn der Spiegel an der Wand befestigt ist.
יא מ"ש הקבוע בכותל דאדהכי והכי מדכר שאינו קבוע נמי אדהכי והכי מדכר
11 An der Wand befestigt ist es wohl deshalb anders, weil man sich währenddessen erinnert, und auch wenn er nicht befestigt ist, erinnert man sich ja währenddessen!? –
יב הכא במראה של מתכת עסקינן וכדרב נחמן אמר רבה בר אבוה דא"ר נחמן אמר רבה בר אבוה מפני מה אמרו מראה של מתכת אסורה מפני שאדם עשוי להשיר בה נימין המדולדלין
12 Hier handelt es sich um einen Spiegel aus Metall, und nach [einer Lehre] R. Naḥmans im Namen des Rabba b. Abuha. R. Naḥman sagte nämlich im Namen des Rabba b. Abuha: Sie sagten deshalb, [die Benutzung] eines Metallspiegels sei verboten, weil man mit einem solchen die losen Haare zu entfernen pflegt.
יג תנו רבנן כתב המהלך תחת הצורה ותחת הדיוקנאות אסור לקרותו בשבת ודיוקנא עצמה אף בחול אסור להסתכל בה משום שנאמר (ויקרא יט, ד) אל תפנו אל האלילים מאי תלמודא אמר רבי חנין אל תפנו אל מדעתכם:
13 Die Rabbanan lehrten: Man darf die Aufschriften unter Figuren und Gemälden am Šabbath nicht lesen; das Gemälde selbst darf man auch am Wochentage nicht betrachten, denn es heißt: <i>ihr sollt euch nicht den Götzen zuwenden</i>. – Wieso geht dies daraus hervor? R. Ḥanina erklärte: Ihr sollt euch nicht dem, was ihr selber gefertigt, zuwenden.
יד מפיס אדם עם בניו וכו': עם בניו ועם בני ביתו אין ועם אחר לא מאי טעמא כדרב יהודה אמר שמואל דאמר רב יהודה אמר שמואל בני חבורה המקפידין זה על זה עוברין משום מדה ומשום משקל ומשום מנין ומשום לווין ופורעין ביו"ט
14 M<small>AN DARF UNTER SEINE</small> K<small>INDER</small> &amp;<small>C. DURCH DAS</small> L<small>OS VERTEILEN</small>. Nur unter seine Kinder und seine Familienangehörigen, nicht aber unter Fremde. Aus welchem Grunde? – Nach einer Lehre R. Jehudas im Namen Šemuéls, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Tischgenossen, die es miteinander genau nehmen, übertreten das Verbot des Messens, des Wiegens, des Zählens, des Leihens und des Bezahlens am Feste,