Shabbat 300

Kapitel 300

א ושל מה בכך מותר לחושבן
1 solche aber von [welchen man sagt:] ‘Was geht dies dich an?’, oder ‘Was ist dabei?’
ב ורמינהו חושבין חשבונות שאינן צריכין ואין מחשבין חשבונות שצריכין בשבת כיצד אומר אדם לחבירו כך וכך פועלים הוצאתי על שדה זו כך וכך דינרין הוצאתי על דירה זו אבל לא יאמר לו כך וכך הוצאתי וכך וכך אני עתיד להוציא
2 sind erlaubt. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf am Šabbath unnötige Kalkulationen machen, jedoch keine nötigen. Zum Beispiel: Man darf zu seinem Nächsten sagen: ‘So und so viele Arbeiter habe ich für dieses Feld gemietet’, ‘So und so viele Denarien habe ich auf diese Wohnung gewendet’, man darf aber nicht sagen: ’So und so viel habe ich bereits auf gewendet und so und so viel muß ich noch zuwenden’!?
ג ולטעמיך קשיא לך היא גופא אלא הא דאיכא אגרא דאגירא גביה הא דליכא אגרא דאגירא גביה:
3 – Auch nach deiner Auffassung widerspricht sich ja jene Lehre selbst; vielmehr gilt das eine, wenn der Lohn des Arbeiters noch bei ihm ist, und das andere, wenn der Lohn des Arbeiters nicht mehr bei ihm ist.
ד אין מחשיכין: תנו רבנן מעשה בחסיד אחד שנפרצה לו פרץ בתוך שדהו ונמלך עליה לגודרה ונזכר ששבת הוא ונמנע אותו חסיד ולא גדרה ונעשה לו נס ועלתה בו צלף וממנה היתה פרנסתו ופרנסת אנשי ביתו
4 M<small>AN DARF NICHT DIE</small> D<small>UNKELHEIT</small> [<small>AN DER</small> G<small>RENZE</small>] <small>ABWARTEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Einst passierte es einem Frommen, daß [der Zaun] seines Feldes einen Riß bekam, und nachdem er ihn auszubessern beschlossen hatte, erinnerte er sich, daß es Šabbath war. Da unterließ er es und besserte ihn nicht aus. Da geschah ihm ein Wunder, daß [an dieser Stelle] ein Kaperngesträuch hervorsproß, aus dem er den Unterhalt für sich und für seine Familienangehörigen zog.
ה א"ר יהודה אמר שמואל מותר לאדם לומר לחבירו לכרך פלוני אני הולך למחר שאם יש בורגנין הולך
5 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf zu seinem Nächsten sagen: ‘Morgen gehe ich nach jener Stadt’, denn, wenn sich [auf dem Wege] Hütten befinden, darf man sogar [am Šabbath] gehen. –
ו תנן אין מחשיכין על התחום לשכור פועלים ולהביא פירות בשלמא לשכור פועלים דבשבת לא מצי אגר אלא להביא פירות לימא שאם יש שם מחיצות מביא משכחת לה בפירות המחוברים
6 Wir haben gelernt: Man darf nicht die Dunkelheit an der Grenze abwarten, um Arbeiter zu mieten oder Früchte zu holen. Allerdings nicht, um Arbeiter zu mieten, da man dies am Šabbath nicht darf, bezüglich des Holens von Früchten aber sollte man doch sagen: ist da eine Umzäunung, so darf man dies [auch am Šabbath]!? – Dies kommt bei Früchten vor, die noch [am Boden] haften. –
ז והתני ר' אושעיא אין מחשיכין על התחום להביא תבן וקש בשלמא קש משכחת לה במחובר אלא תבן היכי משכחת לה בתיבנא סריא
7 R. Oša͑ja lehrte ja aber, man dürfe nicht die Dunkelheit an der Grenze abwarten, um Stoppeln und Stroh zu holen. Allerdings Stoppeln, wenn sie noch am Boden haften, wie kann dies aber bei Stroh vorkommen? – Wenn das Stroh verfault ist. –
ח ת"ש מחשיכין על התחום לפקח על עסקי כלה ועל עסקי המת על עסקי כלה ומת אין על עסקי אחר לא
8 Komm und höre: Man darf die Dunkelheit an der Grenze abwarten, um für die Interessen einer Braut oder eines Leichnams zu sorgen. Nur wegen der Interessen einer Braut oder eines Leichnams, nicht aber wegen anderer Angelegenheiten.
ט בשלמא אחר דומיא דכלה משכחת לה למיגזא ליה אסא אלא מת מאי ניהו להביא לו ארון ותכריכין וקתני מת אין אבל אחר לא
9 Einleuchtend ist dies bezüglich einer anderen Angelegenheit, ähnlich der einer Braut, zum Beispiel eine Myrte abschneiden; eine Angelegenheit aber ähnlich der eines Leichnams ist ja das Herbeiholen von Sarg und Totengewand, und er lehrt, nur für einen Leichnam, sonst aber nicht.
י ואמאי לימא שאם יש שם מחיצו' מביא מת נמי משכחת לה למיגזא ליה גלימא:
10 Weshalb denn, man sollte doch sagen: ist da eine Umzäunung, so darf man dies [auch am Šabbath]!? – Beim Leichnam gilt dies vom Zuschneiden eines Totengewandes.
יא אבל מחשיכין: ואע"ג דלא אבדיל והאמר רבי אלעזר בן אנטיגנוס משום רבי אליעזר בן יעקב אסור לו לאדם שיעשה חפציו קודם שיבדיל וכי תימא דאבדיל בתפלה והאמר רב יהודה אמר שמואל המבדיל בתפלה צריך שיבדיל על הכוס וכי תימא דאבדיל על הכוס כוס בשדה מי איכא תרגמא רבי נתן בר אמי קמיה דרבא בין הגיתות שנו
11 M<small>AN DARF DIE</small> D<small>UNKELHEIT ABWARTEN</small>. Obgleich man den Unterscheidungssegen noch nicht gesprochen hat; aber R. Elea͑zar b. Antigonos sagte ja im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, es sei verboten, seine Geschäfte zu verrichten, bevor man den Unterscheidungssegen gesprochen hat!? Wolltest du sagen, wenn man bereits den Unterscheidungssegen im Gebete gesprochen hat, so sagte ja R. Jehuda im Namen Šemuéls, wer den Unterscheidungssegen im Gebete gesprochen hat, müsse ihn auch über den Becher sprechen!? Wolltest du sagen, wenn man ihn über den Becher gesprochen hat: wo gibt es denn einen Becher auf dem Felde!? R. Nathan b. Ami erklärte es vor Raba: Dies gilt von dem Falle, wenn man sich zwischen den Keltern befindet.
יב א"ל ר' אבא לרב אשי במערבא אמרינן הכי המבדיל בין קודש לחול ועבדינן צורכין אמר רב אשי כי הוינא בי רב כהנא הוה אמר המבדיל בין קודש לחול ומסלתינן סילתי:
12 R. Abba sprach zu R. Aši: Im Westen sprachen wir nur: ‘Der zwischen Heilig und Profan unterscheidet’, dann verrichteten wir unsere Geschäfte. R. Aši erzählte: Als wir im Hause R. Kahanas waren, sprach er: ‘Der zwischen Heilig und Profan unterscheidet’, dann spalteten wir Holz.
יג כלל אמר אבא שאול כל שאני וכו': (איבעיא להו) אבא שאול אהייא אילימא ארישא קאי אין מחשיכין על התחום לשכור פועלים להביא פירות
13 A<small>BBA</small> Š<small>AÚL SAGTE EINE</small> R<small>EGEL</small>: W<small>EGEN</small> &amp;<small>C</small>. Sie fragten: Worauf bezieht sich Abba Šaúl? Wollte man sagen, auf den Anfangssatz, man dürfe die Dunkelheit nicht an der Grenze abwarten, um Arbeiter zu mieten oder Früchte zu holen,