Shabbat 302

Kapitel 302

א שימתין קושרין את הלחי לא שיעלה אלא שלא יוסיף וכן קורה שנשברה סומכין אותה בספסל או בארוכות המטה לא שתעלה אלא שלא תוסיף:
1 UNVERSEHRT BLEIBE; FERNER DARF <small>MAN IHM DAS</small> K<small>INN FESTBINDEN, NICHT UM ES ZU HEBEN, SONDERN DAMIT ES NICHT WEITER</small> [<small>SINKE</small>]. E<small>BENSO DARF MAN EINEN GEBROCHENEN</small> B<small>ALKEN MIT EINER</small> B<small>ANK ODER EINEM</small> S<small>EITENBRETTE EINES</small> B<small>ETTES STÜTZEN, NICHT UM IHN ZU HEBEN, SONDERN DAMIT ER NICHT WEITER</small> [<small>BRECHE</small>].
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> והאמר רב יהודה אמר שמואל מעשה בתלמידו של רבי מאיר שנכנס אחריו לבית המרחץ ביקש להדיח קרקע אמר לו אין מדיחין לסוך קרקע אמר לו אין סכין קרקע בקרקע מחלפא מת בקרקע לא מיחלף
2 GEMARA. R. Jehuda erzählte ja aber im Namen Šemuéls: Einst folgte ein Schüler R. Meírs ihm in die Badestube und wollte für ihn [den Boden] abspülen; da sprach dieser: Man darf nicht abspülen. Als jener den Boden [mit Öl] bestreichen wollte, sprach dieser: Man darf nicht bestreichen!? – Ein Boden mit einem Boden ist zu verwechseln, ein Leichnam mit einem Boden ist nicht zu verwechseln. –
ג כל לאתויי מאי לאתויי הא דת"ר מביאין כלי מיקר וכלי מתכות ומניחין על כריסו כדי שלא תפוח ופוקקין את נקביו כדי שלא תיכנס בהן הרוח
3 Was schließt [das Wort] ‘alle’ ein? – Dies schließt folgendes ein, was die Rabbanan gelehrt haben: Man darf kühlende Geräte und Metallgeräte holen und ihm auf den Bauch legen, damit er nicht aufdunse; ferner darf man ihm die Öffnungen verstopfen, damit keine Luft eindringe.
ד ואף שלמה אמר בחכמתו (קהלת יב, ו) עד שלא ירתק חבל הכסף זה חוט השדרה ותרוץ גולת הזהב זה אמה ותשבר כד על המבוע זה הכרס ונרוץ הגלגל אל הבור זה פרש
4 Auch Šelomo sprach in seiner Weisheit: <i>Ehe noch der silberne Strick zerreißt</i>: das ist das Rückenmark. <i>Und die goldene Schale zerbricht</i>: das ist das Zeugungsglied. <i>Und der Eimer am Born zertrümmert</i>: das ist der Bauch. <i>Und das Rad am Brunnen zerbricht</i>: das ist der Mist, wie es heißt:
ה וכן הוא אומר (מלאכי ב, ג) וזריתי פרש על פניכם פרש חגיכם אמר רב הונא ואמרי לה אמר רב חגא אלו בני אדם שמניחין דברי תורה ועושין כל ימיהם כחגים אמר רבי לוי אמר רב פפי א"ר יהושע לאחר שלשה ימים כריסו נבקעת ונופלת לו על פניו ואומרת לו טול מה שנתת בי:
5 <i>und ich werde euch den Mist ins Gesicht streuen, den Mist euerer Feste</i>. Hierzu sagte R. Hona, manche sagen, R. Ḥaga: Das sind die Leute, die die Tora lassen und ihre Tage zu Festen machen. R. Levi sagte im Namen R. Papis im Namen R. Jehošua͑s: Nach drei Tagen platzt ihm der Bauch und wirft ihm [den Mist] aufs Gesicht, indem er spricht: Nimm, was du in mich hineingetan hast.
ו <big><strong>מתני׳</strong></big> אין מעצמין את המת בשבת ולא בחול עם יציאת נפש והמעצים עם יציאת הנפש הרי זה שופך דמים:
6 <b>M</b><small>AN DARF AM</small> Š<small>ABBATH NICHT EINEM</small> T<small>OTEN DIE</small> A<small>UGEN ZUDRÜCKEN; EINEM</small> S<small>TERBENDEN AUCH NICHT AM</small> W<small>OCHENTAGE</small>. W<small>ER EINEM</small> S<small>TERBENDEN DIE</small> A<small>UGEN ZUDRÜCKT, IST EIN</small> B<small>LUTVERGIESSER</small>.
ז <big><strong>גמ׳</strong></big> תנו רבנן המעצמו עם יציאת הנפש הרי זה שופך דמים משל לנר שכבה והולכת אדם מניח אצבעו עליה מיד כבתה תניא רשב"ג אומר הרוצה שיתעצמו עיניו של מת נופח לו יין בחוטמו ונותן שמן בין ריסי עיניו ואוחז בשני גודלי רגליו והן מתעצמין מאליהן
7 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer einem Sterbenden die Augen zudrückt, ist ein Blutvergießer. Dies ist ebenso, wie wenn jemand seinen Finger auf ein ausgehendes Licht legt, wodurch es sofort erlischt. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wünscht jemand, daß die Augen des Toten sich schließen, so blase er ihm Wein in die Nase, tue etwas Öl zwischen seine Wimpern und fasse seine großen Zehen an, sodann schliessen sie sich von selbst.
ח תניא רשב"ג אומר תינוק בן יומו חי מחללין עליו את השבת דוד מלך ישראל מת אין מחללין עליו את השבת תינוק בן יומו חי מחללין עליו את השבת אמרה תורה חלל עליו שבת אחד כדי שישמור שבתות הרבה דוד מלך ישראל מת אין מחללין עליו כיון שמת אדם בטל מן המצות והיינו דא"ר יוחנן (תהלים פח, ו) במתים חפשי כיון שמת אדם נעשה חפשי מן המצות
8 Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Man entweihe den Šabbath wegen eines einen Tag alten lebenden Kindes, man entweihe aber den Šabbath nicht wegen des toten David, des Königs Jisraéls. Man entweihe den Šabbath wegen eines einen Tag alten lebenden Kindes, denn die Tora sagt, daß man seinethalben einen Šabbath entweihe, damit es viele Šabbathe halte. Man entweihe den Šabbath nicht wegen des toten David, des Königs Jisraéls, denn sobald der Mensch tot ist, ist er von den Geboten frei. Das ist es, was R. Joḥanan gesagt hat: <i>Mit den Toten frei</i>; sobald der Mensch gestorben ist, ist er von den Geboten frei.
ט ותניא ר' שמעון בן אלעזר אומר תינוק בן יומו חי אין צריך לשומרו מן החולדה ומן העכברים אבל עוג מלך הבשן מת צריך לשומרו מן החולדה ומן העכברים שנאמר (בראשית ט, ב) ומוראכם וחתכם יהיה כל זמן שאדם חי אימתו מוטלת על הבריות כיון שמת בטלה אימתו
9 Ferner wird gelehrt: R.Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Ein einen Tag altes lebendes Kind braucht man vor Maulwürfen und Mäusen nicht zu bewachen, den toten O͑g, König von Bašan, müßte man vor Maulwürfen und Mäusen bewachen, denn es heißt: <i>euere Furcht und euer Schrecken sei über alle &amp;c</i>. Solange der Mensch lebt, fürchten ihn die Tiere, sobald er stirbt, hört die Furcht auf.
י אמר רב פפא נקיטינן אריה אבי תרי לא נפיל הא קא חזינן דנפיל ההוא כדרמי בר אבא דאמר רמי בר אבא אין חיה שולטת באדם עד שנדמה לו כבהמה שנאמר (תהלים מט, יג) אדם ביקר בל ילין נמשל כבהמות נדמו אמר רבי חנינא אסור לישן בבית יחידי וכל הישן בבית יחידי אחזתו לילית
10 R. Papa sagte: Es ist uns überliefert, daß ein Löwe zwei Personen nicht anfällt. – Wir sehen ja aber, daß er wohl anfällt!? – Dies nach Rami b. Abba, denn Rami b. Abba sagte: Ein Tier gewinnt nur dann Macht über einen Menschen, wenn er ihm wie ein Vieh erscheint, denn es heißt: <i>und der Mensch in Herrlichkeit hat nicht Bestand; er wird beherrscht, wenn er wie ein Vieh erscheint</i>. R. Ḥanina sagte: Man darf nicht in einem Hause allein schlafen, und wer in einem vereinzelt stehenden Hause schläft, wird von der Lilith überfallen.
יא ותניא רשב"א אומר עשה עד שאתה מוצא ומצוי לך ועודך בידך ואף שלמה אמר בחכמתו (קהלת יב, א) וזכור את בוראיך בימי בחורותיך עד [אשר] (ש) לא יבואו ימי הרעה אלו ימי הזקנה והגיעו שנים אשר תאמר אין לי בהם חפץ אלו ימי המשיח שאין בהם לא זכות ולא חובה
11 Ferner wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Übe [Wohltat], so lange du Gelegenheit und Mittel hast und es noch in deiner Macht steht. Auch Šelomo spricht in seiner Weisheit: <i>Und gedenke deines Schöpfers in deiner Jugend, ehe denn die bösen Tage kommen</i>, das sind die Tage des Greisenalters; <i>und die Jahre herannahen, von denen du sagen wirst: sie gefallen mir nicht</i>, das sind die messianischen Tage, in denen es weder Verdienst noch Verschuldung gibt.
יב ופליגא דשמואל דאמר שמואל אין בין העולם הזה לימות המשיח אלא שיעבוד מלכיות בלבד שנא' (דברים טו, יא) כי לא יחדל אביון מקרב הארץ
12 Er streitet somit gegen Šemuél, denn Šemuél sagte: Es gibt keinen anderen Unterschied zwischen dieser Welt und den messianischen Tagen, als die Knechtschaft der Regierungen, denn es heißt: <i>nie wird der Dürftige im Lande aufhören</i>.
יג תניא ר' אלעזר הקפר אומר לעולם יבקש אדם רחמים על מדה זו שאם הוא לא בא בא בנו ואם בנו לא בא בן בנו בא שנאמר (דברים טו, י) כי בגלל הדבר הזה תנא דבי ר' ישמעאל גלגל הוא שחוזר בעולם א"ר יוסף נקיטינן האי צורבא מרבנן לא מיעני והא קא חזינן דמיעני אם איתא דמיעני אהדורי אפתחא לא מיהדר
13 Es wird gelehrt: R. Elea͑zar ha-Qappar sagte: Stets flehe der Mensch wegen dieser Sache um Erbarmen; ist er selbst nicht [in diese Lage] gekommen, so kann sein Sohn kommen, ist sein Sohn nicht gekommen, so kann sein Sohnessohn kommen, denn es heißt: <i>wegen dieser Tat</i>, und hierzu wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Es ist ein um die Welt sich drehendes Rad. R. Joseph sagte: Es ist uns überliefert, daß ein Gelehrter nicht verarmt. – Wir sehen ja aber, daß er wohl verarmt!? – Wenn er auch verarmt, betteln geht er aber nicht.
יד אמר לה רבי חייא לדביתהו כי אתי עניא אקדימי ליה ריפתא כי היכי דלקדמו לבניך אמרה ליה מילט קא לייטת להו אמר לה קרא קא כתיב כי בגלל הדבר הזה ותנא דבי ר' ישמעאל גלגל הוא שחוזר בעולם תניא ר' גמליאל ברבי אומר (דברים יג, יח) ונתן לך רחמים ורחמך והרבך כל המרחם על הבריות מרחמין עליו מן השמים וכל שאינו מרחם על הבריות אין מרחמין עליו מן השמים
14 R. Ḥija sprach zu seiner Frau: Wenn ein Armer kommt, bringe ihm Brot entgegen, damit man auch deinen Kindern Brot entgegenbringe. Da sprach sie zu ihm: Du verfluchest sie! Er erwiderte: Es ist ein Schriftvers: <i>wegen dieser Tat</i>, und hierzu wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Es ist ein um die Welt sich drehendes Rad. Es wird gelehrt: R. Gamliél Berabbi sagte: <i>Und er wird dir Erbarmen geben und sich deiner erbarmen</i>; wer sich seiner Mitmenschen erbarmt, dessen erbarmt man sich im Himmel, und wer sich seiner Mitmenschen nicht erbarmt, dessen erbarmt man sich auch nicht im Himmel.
טו (קהלת יב, ב) עד אשר לא תחשך השמש והאור זו פדחת והחוטם והירח זו נשמה והכוכבים אלו הלסתות ושבו העבים אחר הגשם זו מאור עיניו של אדם שהולך אחר הבכי אמר שמואל האי דמעתא עד ארבעין שנין הדרא מכאן ואילך לא הדרא
15 <i>Ehe sich noch die Sonne verfinstert und das Licht</i>, das sind die Stirn und die Nase; <i>und der Mond</i>, das ist die Seele; <i>und die Sterne</i>, das sind die Wangen; <i>und die Wolken nach dem Regen wiederkehren</i>, das ist das Augenlicht des Menschen, das nach dem Weinen schwindet. Šemuél sagte: Bis zu vierzig Jahren kommt die Träne wieder, später nicht mehr.
טז ואמר רב נחמן האי כוחלא עד ארבעין שנין מרווח מכאן ואילך אפילו מליא כאביסנא דגירדאי אוקומי מוקים ארווחי לא מרווח מאי קא משמע לן דכמה דאלים מכוחלא טפי מעלי
16 R. Naḥman sagte: Bis zu vierzig Jahren schärft das Stibium [das Augenlicht], später erhält es dasselbe nur, erweitert es aber nicht, selbst wenn [der Spritzenkolben] dick wie ein Weberrohr ist. – Was lehrt er uns damit? – Je dicker der Spritzenkolben ist, desto wirksamer ist es.
יז ר' חנינא שכיבא ליה ברתיה לא הוה קא בכי עלה אמרה ליה דביתהו תרנגולתא אפיקת מביתך אמר לה תרתי תכלא ועיורא סבר לה כי הא דאמר רבי יוחנן משום רבי יוסי בן קצרתה שש דמעות הן שלש יפות ושלש רעות של עשן ושל בכי
17 Dem R. Ḥanina starb eine Tochter, und er weinte über sie nicht. Da sprach seine Frau zu ihm: Du scheinst eine Henne aus deinem Hause fortgebracht zu haben!? Er erwiderte: Beides noch, Kinderlosigkeit und Blindheit!? Er hält also mit dem, was R. Joḥanan im Namen des R. Jose b. Qeçarta gesagt hat: Es gibt sechs Arten Tränen, von denen drei zuträglich und drei schädlich sind: vom Rauch, vom Weinen