Shabbat 303

Kapitel 303

א ושל בית הכסא רעות של סם ושל שחוק ושל פירות יפות
1 und vom [schmerzhaften] Stuhlgang sind sie schädlich; vom Gewürze, vom Lachen und von [scharfen] Früchten sind sie zuträglich.
ב (קהלת יב, ג) ביום שיזועו שומרי הבית והתעותו וגו' ביום שיזועו שומרי הבית אלו הכסלים והצלעות והתעותו אנשי החיל אלו שוקים ובטלו הטוחנות אלו שינים וחשכו הרואות בארובות אלו עינים
2 <i>Zur Zeit, wo die Hüter des Hauses zittern, und &amp;c. krümmen. Zur Zeit, wo die Hüter des Hauses zittern</i>, das sind die Flanken und die Rippen; <i>und die starken Männer sich krümmen</i>, das sind die Schenkel; <i>und die Müllerinnen müßig stehen</i>, das sind die Zähne; <i>und finster werden, die durch die Fenster sehen</i>, das sind die Augen.
ג א"ל קיסר לר' יהושע בן חנניה מ"ט לא אתית לבי אבידן א"ל טור תלג סחרוני גלידין כלבוהי לא נבחין טחנוהי לא טוחנין בי רב אמרי אדלא אבידנא בחישנא
3 Der Kaiser sprach zu R. Jehošua͑ b. Ḥananja: Weshalb bist du nicht in das Abidanhaus gekommen? Dieser erwiderte: Der Berg ist mit Schnee bedeckt, seine Umgebung voll Reif, seine Hunde bellen nicht, und seine Müller mahlen nicht mehr. In der Schule Rabhs sagten sie: Ich suche bereits, was ich nicht verloren habe.
ד תניא רבי יוסי בר קיסמא אומר טבא תרי מתלת ווי לה לחדא דאזלא ולא אתיא מאי היא א"ר חסדא ינקותא כי אתא רב דימי אמר ינקותא כלילא דוורדא סבותא כלילא דחילפא תנא משמיה דרבי מאיר דוק בככי ותשכח בניגרי שנאמר (ירמיהו מד, יז) ונשבע לחם ונהיה טובים ורעה לא ראינו א"ל שמואל לרב יהודה שיננא שרי שקיך ועייל לחמך עד ארבעין שנין מיכלא מעלי מכאן ואילך משתי מעלי
4 Es wird gelehrt: R. Jose b. Qisma sagte: Besser sind zwei als drei; wehe, daß das eine fortgeht und nie wiederkehrt. – Was ist das? R. Ḥisda erwiderte: die Jugend. Als R. Dimi kam, sagte er: Die Jugend ist ein Rosenkranz, das Alter ist ein Weidenkranz. Im Namen R. Meírs wurde gelehrt: Mahle mit den Zähnen, so findest du es in den Schritten, denn es heißt: <i>da hatten wir Brot genug, und befanden uns wohl und erlebten kein Unheil</i>. Šemuél sprach zu R. Jehuda: Scharfsinniger, öffne deinen Sack und tue Brot hinein. Bis vierzig Jahren ist das Essen zuträglich, von da ab ist das Trinken zuträglich.
ה א"ל ההוא גוזאה לר' יהושע בן קרחה מהכא לקרחינא כמה הוי א"ל כמהכא לגוזניא א"ל צדוקי ברחא קרחא בארבעה אמר ליה עיקרא שליפא בתמניא
5 Einst sprach ein Eunuch zu R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Wie weit ist es von hier nach Qorḥina? Dieser erwiderte: Wie von hier bis Gozneja. Der Minäer sprach ferner: Einen kahlen Bock um vier [Geldstücke], Dieser erwiderte: Ein kastrierter Hammel um acht.
ו חזייה דלא סיים מסאניה א"ל דעל סוס מלך דעל חמור בן חורין ודמנעלי בריגלוהי בר איניש דלא הא ולא הא דחפיר וקביר טב מיניה א"ל גוזא גוזא תלת אמרת לי תלת שמעת הדרת פנים זקן שמחת לב אשה (תהלים קכז, ג) נחלת ה' בנים ברוך המקום שמנעך מכולם א"ל קרחא מצויינא אמר ליה עיקרא שליפא תוכחה
6 Als jener bemerkte, daß er keine Schuhe anhatte, sprach er: Zu Pferd der König, auf einem Esel der Edelherr, mit Schuhen an den Füßen der gewöhnliche Mann; besser als einer, der weder dies noch jenes hat, ist derjenige, der verscharrt und begraben ist. Dieser erwiderte: Eunuch, Eunuch, dreierlei sagtest du mir und dreierlei sollst du hören: die Zierde des Antlitzes ist der Bart, die Freude des Herzens ist die Frau, <i>ein vom Herrn verliehener Besitz sind Kinder</i>; gepriesen sei Gott, der diesem Manne dies alles vorenthalten hat. Jener sprach: Zänkischer Glatzkopf! – Dieser erwiderte: Kastrierter Hammel, es ist eine Zurechtweisung.
ז א"ל רבי לר' שמעון בן חלפתא מפני מה לא הקבלנו פניך ברגל כדרך שהקבילו אבותי לאבותיך א"ל סלעים נעשו גבוהים קרובים נעשו רחוקים משתים נעשו שלש משים שלום בבית בטל:
7 Rabbi sprach zu R. Šimo͑n b. Ḥalaphta: Weshalb konnten wir dich am Feste nicht begrüßen, wie deine Vorfahren von meinen Vorfahren begrüßt zu werden pflegten? Dieser erwiderte: Die [kleinen] Felsen sind hoch geworden, die naheliegenden sind von einander entfernt worden, aus zweien sind drei geworden, und der Friedensstifter des Hauses hat seine Tätigkeit eingestellt.
ח (קהלת יב, ד) וסגרו דלתים בשוק וגו' אלו נקביו של אדם בשפל קול הטחנה בשביל קורקבן שאינו טוחן ויקום לקול הצפור שאפילו צפור מנערתו משנתו וישחו כל בנות השיר שאפילו (קול שירים ושירות) דומות עליו כשוחה
8 <i>Und die Tür nach der Straße verschlossen wird &amp;c.</i>, das sind die Öffnungen am [Körper des] Menschen; <i>indem das Geräusch der Mühle abnimmt</i>, wo der Magen nicht mehr verdaut; <i>und man aufsteht beim Laute eines Vogels</i>, wo selbst ein Vögelchen ihn aus dem Schlafe weckt; <i>und alle Sängerinnen niedergebeugt sind</i>, wo selbst die Laute der Sänger und Sängerinnen ihn niederdrücken.
ט ואף ברזילי הגלעדי אמר לדוד (שמואל ב יט, לו) בן שמנים שנה אנכי היום האדע בין טוב לרע מכאן שדעותן של זקנים משתנות אם יטעם עבדך את אשר אוכל ואת אשר אשתה מכאן ששפתותיהן של זקנים מתרפטות אם אשמע עוד בקול שרים ושרות מכאן שאזניהם של זקנים מתכבדות
9 Auch Barzilaj aus Gilea͑d sprach zu David: <i>Achtzig Jahre bin ich jetzt alt; könnte ich da noch Gutes und Schlechtes unterscheiden?</i> Hieraus, daß bei den Greisen die Sinne sich verändern. <i>Oder würde dein Knecht einen Geschmack von dem haben, was ich esse und trinke?</i> Hieraus, daß bei den Greisen die Lippen schlotterig werden. <i>Oder könnte ich noch der Stimme der Sänger und Sängerinnen lauschen</i>? Hieraus, daß bei den Greisen die Ohren abgestumpft werden.
י אמר רב ברזילי הגלעדי שקרא הוה דההיא אמתא דהויא בי רבי בת תשעין ותרתין שנין והות טעמא קידרא רבא אמר ברזילי הגלעדי שטוף בזמה הוה וכל השטוף בזמה זקנה קופצת עליו תניא רבי ישמעאל ברבי יוסי אומר תלמידי חכמים כל זמן שמזקינין חכמה נתוספת בהם שנאמר (איוב יב, יב) בישישים חכמה ואורך ימים תבונה ועמי הארץ כל זמן שמזקינין טפשות נתוספת בהן שנאמר (איוב יב, כ) מסיר שפה לנאמנים וטעם זקנים יקח
10 Rabh sagte: Barzilaj aus Gilea͑d war ein Lügner; im Hause Rabbis war eine zweiundneunzigjährige Magd, die noch den Topf zu kosten pflegte. Raba sagte: Barzilaj aus Gilea͑d frönte der Wollust, und wer der Wollust frönt, den überfällt [frühzeitiges] Alter. Es wird gelehrt: R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Die Schriftgelehrten nehmen, je älter sie werden, an Weisheit zu, wie es heißt: <i>bei Greisen ist Weisheit, langes Leben ist Einsicht</i>; die Leute aus dem gemeinen Volke nehmen, je älter sie werden, an Torheit zu, wie es heißt: <i>entzieht Wohlbewährten die Rede und beraubt Greise des gesunden Verstandes</i>.
יא גם מגבוה ייראו שאפילו גבשושית קטנה דומה עליו כהרי הרים וחתחתים בדרך בשעה שמהלך בדרך נעשו לו תוהים וינאץ השקד זו קליבוסת ויסתבל החגב אלו עגבות ותפר האביונה זו חמדה
11 <i>Auch fürchtet man sich vor Anhöhen</i>, selbst ein kleines Hügelchen erscheint ihm als gewaltiger Berg; <i>und Schrecknisse auf dem Wege</i>, wenn er auf dem Wege geht, ist er voller Beunruhigung; <i>und es blüht der Mandelbaum</i>, das ist das Hüftbein; <i>und es schleppt sich die Heuschrecke</i>, das sind die Hinterbacken; <i>und es versagt der Reiz</i>, das ist die Leidenschaft. R. Kahana las Bibelabschnitte vor Rabh, und als er an diesen Vers herankam, seufzte dieser und stöhnte. Da sprach er: Es scheint, daß bei Rabh die Leidenschaft aufgehört hat.
יב רב כהנא הוה פסיק סידרא קמיה דרב כי מטא להאי קרא נגיד ואתנח אמר ש"מ בטל ליה חמדיה דרב אמר רב כהנא מאי דכתיב (תהלים לג, ט) כי הוא אמר ויהי זו אשה הוא צוה ויעמוד אלו בנים תנא אשה חמת מלא צואה ופיה מלא דם והכל רצין אחריה
12 R. Kahana sagte: Es heißt: <i>denn er gebot, da geschah es</i>, das ist die Frau; <i>er befahl, da stand es da</i>, das sind die Kinder. Es wird gelehrt: Die Frau ist ein Schlauch voll Unrat; ihre Öffnung ist voll Blut, dennoch läuft jeder ihr nach.
יג (קהלת יב, ה) כי הולך האדם אל בית עולמו א"ר יצחק מלמד שכל צדיק וצדיק נותנין לו מדור לפי כבודו משל למלך שנכנס הוא ועבדיו לעיר כשהן נכנסין כולן בשער אחד נכנסין כשהן לנין כל אחד ואחד נותנין לו מדור לפי כבודו
13 <i>Denn der Mensch geht zu seinem ewigen Hause hin</i>. R. Jiçḥaq sagte: Dies lehrt, daß man jedem Gerechten eine seiner Ehre gebührende Wohnung errichtet. Ein Gleichnis. Wenn ein König [aus Fleisch und Blut] mit seiner Dienerschaft in die Stadt kommt, treten sie alle in ein Tor ein, beim Übernachten aber gibt man jedem eine seiner Ehre gebührende Wohnung.
יד ואמר רבי יצחק מאי דכתיב (קהלת יא, י) כי הילדות והשחרות הבל דברים שאדם עושה בילדותו משחירים פניו לעת זקנתו
14 Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es heißt: <i>denn die Jugend und die Schwärze des Haares sind eitel</i>. Die [schlechten] Dinge, die der Mensch in seiner Jugend tut, verschwärzen ihm das Gesicht im Alter.
טו ואמר רבי יצחק קשה רימה למת כמחט בבשר החי שנאמר (איוב יד, כב) אך בשרו עליו יכאב אמר רב חסדא נפשו של אדם מתאבלת עליו כל שבעה שנא' ונפשו עליו תאבל וכתיב (בראשית נ, י) ויעש לאביו אבל שבעת ימים
15 Ferner sagte R. Jiçḥaq: Schmerzhaft ist der Wurm dem Fleische des Toten, wie eine Nadel dem Fleische des Lebenden, denn es heißt: <i>solange sein Fleisch auf ihm, schmerzt ihn</i>. R. Ḥisda sagte: Die Seele des Menschen trauert über ihn sieben Tage, denn es heißt: <i>und seine Seele trauert über ihn</i>, und es heißt: <i>und er veranstaltete für seinen Vater eine siebentägige Trauer</i>.
טז אמר רב יהודה מת שאין לו מנחמין הולכין י' בני אדם ויושבין במקומו ההוא דשכיב בשבבותיה דרב יהודה לא היו לו מנחמין
16 R. Jehuda sagte: Wenn ein Toter keine Leidtragenden hinterläßt, so müssen zehn Leute hingehen und sich auf seinen Platz hinsetzen. Einst starb jemand in der Nachbarschaft R. Jehudas und hinterließ keine Leidtragenden;