Shabbat 306

Kapitel 306

א לא תצא לחולין מפני שהוא ספק
1 sei nicht profan, weil darüber ein Zweifel obwaltet;
ב כי תיבעי לך אליבא דרבנן דתנן חמשה לא יתרומו ואם תרמו אין תרומתן תרומה אלו הן חרש שוטה וקטן והתורם את שאינו שלו ונכרי שתרם את של ישראל אפילו ברשותו אין תרומתו תרומה
2 fraglich ist es nur nach den Rabbanan. Wir haben nämlich gelernt: Fünf dürfen die Hebe nicht abheben, und haben sie bereits abgehoben, so ist ihre Hebe ungültig; und zwar: der Taube, der Blöde, der Minderjährige, wer Fremdes abhebt, und wenn ein Nichtjude die Hebe [vom Getreide] eines Jisraéliten abhebt, selbst mit seiner Bevollmächtigung, so ist seine Abhebung ungültig.
ג מאי לחרש יהיב ליה דקטן אתי לכלל דעת או דילמא לקטן יהיב ליה דחרש אתי לאחלופי בגדול פיקח איכא דאמרי לחרש יהיב ליה איכא דאמרי לקטן יהיב ליה
3 Wie ist es nun: gebe er ihn dem Tauben, da der Minderjährige einst zu Verstand heranwächst, oder gebe er ihn dem Minderjährigen, weil man den Tauben mit einem normalen Erwachsenen verwechseln könnte? – Manche sagen, er gebe ihn dem Tauben, und manche sagen, er gebe ihn dem Minderjährigen. –
ד אין שם לא נכרי ולא חמור ולא חרש ולא שוטה ולא קטן מאי אמר רבי יצחק עוד אחרת היתה ולא רצו חכמים לגלותה מאי עוד אחרת היתה מוליכו פחות פחות מד' אמות אמאי לא רצו חכמים לגלותה משום (משלי כה, ב) כבוד אלהים הסתר דבר וכבוד מלכים חקור דבר והכא מאי כבוד אלהים איכא דילמא אתי לאתויי ד' אמות ברה"ר
4 Wie ist es, wenn da kein Nichtjude, kein Esel, kein Tauber, kein Blöder und kein Minderjähriger anwesend ist? R. Jiçḥaq erwiderte: Es gibt noch ein anderes [Mittel], das aber die Weisen nicht verraten wollten. – Was ist dies für ein anderes [Mittel]? – Man trage ihn in Abständen von weniger als vier Ellen. – Weshalb wollten es die Weisen nicht verraten? – Weil [es heißt:] <i>es ist Gottes Ruhm, eine Sache zu verbergen, der Könige Ruhm, eine Sache zu erforschen</i>. – Wieso ist hierbei der Ruhm Gottes zu berücksichtigen? – Man könnte veranlaßt werden, vier Ellen auf öffentlichem Gebiete zu tragen.
ה תניא ר"א אומר בו ביום גדשו סאה ר' יהושע אומר בו ביום מחקו סאה
5 Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, an diesem Tage haben sie das Maß zu stark gehäuft; R. Jehošua͑ sagt, an diesem Tage haben sie das Maß zu stark gestrichen.
ו תניא משל דר"א למה הדבר דומה לקופה מלאה קישואין ודילועין אדם נותן לתוכה חרדל והיא מחזקת משל דר' יהושע למה הדבר דומה לעריבה מלאה דבש נותן לתוכה רימונים ואגוזים והיא מקיאה
6 Es wird gelehrt: Nach R. Elie͑zer ist es mit dem Falle zu vergleichen, als wenn man in einen Korb voll Gurken und Kürbisse Senfkörner tut, wodurch sie noch fester zusammenhalten. Nach R. Jehošua͑ ist es mit dem Falle zu vergleichen, als wenn man in einen Trog voll Honig Granatäpfel und Nüsse tut, wodurch er überläuft.
ז אמר מר אין עמו נכרי מניחו על החמור והלא מחמר ורחמנא אמר (שמות כ, ט) לא תעשה כל מלאכה
7 Der Meister sagte: Ist kein Nichtjude mit ihm, so lege er ihn auf den Esel. Man treibt ja den Esel an, und der Allbarmherzige sagt ja: <i>Du sollst keinerlei Arbeit verrichten</i>!?
ח א"ר אדא בר אהבה מניחו עליה כשהיא מהלכת והא אי אפשר דלא קיימא להשתין מים ולהטיל גללים ואיכא עקירה והנחה כשהיא מהלכת מניחו עליה כשהיא עומדת נוטלו הימנה אי הכי אפילו חברו נמי
8 R. Ada b. Ahaba erwiderte: Man lege ihn auf [den Esel], während er im Gehen ist. – Da es aber nicht möglich ist, daß [der Esel] nicht zum Wasserlassen und zum Misten stehen bleibt, so erfolgt ja eine Fortnahme und ein Niederlegen!? – Es wird gelehrt, man lege ihn im Gehen auf, und wenn er stehen bleibt, nehme man ihn ab. – Auf diese Weise ist es ja auch auf seinen Nächsten zu legen erlaubt!?
ט אמר רב פפא כל שבגופו חייב חטאת בחברו פטור אבל אסור כל שחברו פטור אבל אסור בחמורו מותר לכתחלה
9 R. Papa erwiderte: [Die Arbeit,] wegen der man, wenn man sie selbst verrichtet, ein Sündopfer schuldig ist, ist, wenn mittelst eines anderen, straffrei und verboten, und die Arbeit, die, wenn mittelst eines anderen straffrei und verboten ist, ist mittelst seines Esels von vornherein erlaubt.
י א"ר אדא בר אהבה היתה חבילתו מונחת לו על כתיפו רץ תחתיה עד שמגיע לביתו דוקא רץ אבל קלי קלי לא
10 R. Ada b. Ahaba sagte: Hat jemand sein Bündel auf der Schulter liegen, so darf er damit laufen, bis er nach Hause kommt. – Nur laufen, aber nicht gemächlich gehen; weshalb nicht gemächlich gehen? –
יא מאי טעמא כיון דלית ליה היכירא אתי למיעבד עקירה והנחה סוף סוף כי מטא לביתיה אי אפשר דלא קאי פורתא וקמעייל מרשות הרבים לרה"י דזריק ליה כלאחר יד
11 [Wenn der Gang] sich nicht unterscheidet, könnte er veranlaßt werden, eine Fortnahme und ein Niederlegen zu machen. – Aber schließlich ist es ja, wenn er nach Hause kommt, nicht anders möglich, als ein wenig stehen zu bleiben, somit bringt er es ja aus öffentlichem in Privatgebiet!? – Er werfe es wie unbeabsichtigt hinein.
יב אמר רמי בר חמא המחמר אחר בהמתו בשבת בשוגג חייב חטאת במזיד חייב סקילה מאי טעמא אמר רבא דאמר קרא לא תעשה כל מלאכה אתה ובהמתך בהמתו דומיא דידיה מה הוא בשוגג חייב חטאת במזיד חייב סקילה אף בהמתו נמי בשוגג חייב חטאת במזיד חייב סקילה
12 Rami b. Ḥama sagte: Wer am Šabbath seinen [beladenen] Esel antreibt, macht sich, wenn versehentlich, eines Sündopfers, und wenn vorsätzlich, der Steinigung schuldig. – Aus welchem Grunde? Raba erwiderte: Die Schrift sagt: <i>Du sollst keinerlei Arbeit verrichten, weder du noch dein Vieh</i>; das Vieh gleiche ihm selbst; wie man sich, wenn man sie selbst verrichtet, wenn versehentlich eines Sündopfers, und wenn vorsätzlich der Steinigung schuldig macht, ebenso macht man sich, wenn durch sein Vieh, wenn versehentlich, eines Sündopfers, und wenn vorsätzlich, der Steinigung schuldig.
יג אמר רבא שתי תשובות בדבר חדא דכתיב (במדבר טו, כט) תורה אחת יהיה לכם לעושה בשגגה והנפש אשר תעשה ביד רמה הוקשה כל התורה כולה לע"ז מה ע"ז דעביד מעשה בגופיה ה"נ עד דעביד מעשה בגופיה
13 Raba sprach: Dagegen ist zweierlei einzuwenden. Erstens heißt es: <i>ein und dieselbe Bestimmung gelte euch, für den, der versehentlich handelt; wer aber vorsätzlich handelt</i>; die [Vergehen der] ganzen Tora werden mit dem Götzendienste verglichen; wie beim Götzendienste, wenn man die Handlung selber begangen hat, ebenso auch hierbei, wenn man die Handlung selber begangen hat.
יד ועוד תנן המחלל את השבת בדבר שחייבין על שגגתו חטאת ועל זדונו סקילה מכלל דאיכא מידי דאין חייבין על שגגתו חטאת ולא על זדונו סקילה
14 Ferner haben wir gelernt: Wer den Šabbath durch eine Arbeit entweiht, wegen der man sich bei Versehen eines Sündopfers und bei Vorsatz der Steinigung schuldig macht. Demnach gibt es solche, wegen welcher man sich bei Versehen nicht eines Sündopfers und bei Vorsatz nicht der Steinigung schuldig macht.
טו ומאי ניהו לאו דמחמר לא תחומין ואליבא דר"ע והבערה אליבא דר' יוסי
15 Das ist wahrscheinlich das Antreiben eines Esels!? – Nein, das ist [die Übertretung] der Gebietsgesetze nach R. A͑qiba, und das Feueranzünden nach R. Jose.