Shabbat 310

Kapitel 310

א את הדלועין לפני הבהמה ואת הנבלה לפני הכלבים מאי לאו דלועין דומיא דנבלה מה נבלה דרכיכא אף דלועין דרכיכי אלמא טרחינן באוכלא ותיובתא דרב יהודה אמר לך רב יהודה לא נבלה דומיא דדלועין מה דלועין דאשוני אף נבלה דאשונא והיכי משכחת לה בבשר פילי א"נ בגורייאתא זוטרי
1 Kürbisse für das Vieh zerschneiden und ein Aas für die Hunde. Doch wohl Kürbisse gleich dem Aase: wie das Aas weich ist, ebenso Kürbisse, wenn sie weich sind. Demnach darf man sich mit dem Futter befassen, und dies ist eine Widerlegung R. Jehudas!? – R. Jehuda kann dir erwidern: Nein, das Aas gleich den Kürbissen: wie Kürbisse zäh sind, ebenso ein Aas, wenn es zäh ist. – Wie kommt dies vor? – Bei einem Elefantenkadaver, oder wenn man es für junge Tiere braucht. –
ב תא שמע דתני רב חנן מנהרדעא מפרכינן תבן ואספסתא ומערבין אלמא טרחינן באוכלא תבן בתיבנא סריא אספסתא בעילי זוטרי:
2 Komm und höre: R. Ḥanan aus Nehardea͑ lehrte, man dürfe Stroh und Futtergras zerreiben und mischen. Demnach darf man sich mit dem Futter befassen!? – Stroh, wenn es muffig ist, Futtergras, wenn man es für junge Füllen braucht.
ג <big><strong>מתני׳</strong></big> אין אובסין את הגמל ולא דורסין אבל מלעיטין ואין מאמירין את העגלים אבל מלעיטין ומהלקטין לתרנגולין ונותנין מים למורסן אבל לא גובלין ואין נותנין מים לפני דבורים ולפני יונים שבשובך אבל נותנין לפני אווזין ותרנגולין ולפני יוני הרדיסיות:
3 <b>M</b><small>AN DARF EINEM</small> K<small>AMEL NICHT</small> [<small>DAS</small> F<small>UTTER INS</small> M<small>AUL</small>] <small>STOPFEN ODER PRESSEN, WOHL ARER DARF MAN ES FÜTTERN</small>; K<small>ÄLBER DARF MAN NICHT MÄSTEN, WOHL ABER FRETZEN</small>; H<small>ÜHNER DARF MAN ÄTZEN</small>. M<small>AN DARF</small> W<small>ASSER IN DIE</small> K<small>LEIE TUN, JEDOCH NICHT DURCHKNETEN</small>. M<small>AN DARF</small> B<small>IENEN ODER</small> T<small>AUBEN IM</small> S<small>CHLAGE KEIN</small> W<small>ASSER VORSETZEN, WOHL ABER</small> G<small>ÄNSEN</small>, H<small>ÜHNERN UND</small> H<small>AUSTAUBEN</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי אין אובסין אמר רב יהודה אין עושין לה אבוס בתוך מעיה מי איכא כי האי גוונא אין וכדאמר רב ירמיה מדיפתי לדידי חזי לי ההוא טייעא דאכלא כורא ואטעינא כורא:
4 GEMARA. Was heißt: nicht stopfen? R. Jehuda erwiderte: Man darf ihnen im Leibe keine Krippe machen. – Gibt es denn so etwas? – Gewiß, R. Jirmeja aus Diphte erzählte, er habe einen Araber gesehen, der [seinem Tiere] ein Kor zu fressen gab und eines auflud.
ה אין מאמירין: איזו היא המראה ואיזו היא הלעטה אמר רב יהודה המראה למקום שאינה יכולה להחזיר הלעטה למקום שיכולה להחזיר רב חסדא אמר אידי ואידי למקום שאינה יכולה להחזיר והמראה בכלי הלעטה ביד
5 D<small>ARF MAN NICHT MÄSTEN</small>. Was heißt ‘mästen’ und was heißt ‘fretzen’? R. Jehuda erwiderte: Mästen heißt es, wenn es [das Futter] nicht mehr hervorbringen kann, fretzen heißt es, wenn es dieses noch hervorbringen kann. R. Ḥisda erklärte: Beides soweit, daß es [das Futter] nicht mehr hervorbringen kann, nur geschieht das Mästen mit einem Gefäße und das Fretzen mit der Hand.
ו מתיב רב יוסף מהלקטין לתרנגולין ואין צריך לומר שמלקיטין ואין מלקיטין ליוני שובך וליוני עלייה ואין צריך לומר שאין מהלקטין מאי מהלקטין ומאי מלקיטין אילימא מהלקטין דספי ליה בידים מלקיטין דשדי ליה קמייהו מכלל דיוני שובך ויוני עלייה מישדא קמייהו נמי לא
6 R. Joseph wandte ein: Man darf Hühner ätzen und um so mehr füttern; Tauben im Schlage oder auf dem Boden darf man nicht füttern und um so weniger ätzen. Was heißt nun ‘ätzen’ und was heißt ‘füttern’: wollte man sagen ‘ätzen’ heiße, mit der Hand einführen, und ‘füttern’ heiße, [das Futter] vorwerfen, so darf man demnach den Tauben im Schlage oder auf dem Boden kein Futter vorwerfen!?
ז אלא לאו מהלקטין למקום שאינה יכולה להחזיר מלקיטין למקום שיכולה להחזיר מכלל דהמראה בכלי ותיובתא דרב יהודה
7 Vielmehr heißt ‘ätzen’, wenn es das Futter nicht mehr hervorbringen kann, und ‘füttern’, wenn es dieses noch hervorbringen kann. Demnach heißt ‘mästen’, wenn mit einem Gefäße, somit ist dies ein Einwand gegen R. Jehuda!? –
ח אמר לך רב יהודה לעולם מהלקטין דספי ליה בידים מלקיטין דשדי ליה קמייהו ודקא קשיא לך יוני שובך ויוני עלייה למישדא קמייהו נמי לא הני מזונותן עליך והני אין מזונותן עליך כדתניא נותנין מזונות לפני כלב ואין נותנין מזונות לפני חזיר ומה הפרש בין זה לזה זה מזונותיו עליך וזה אין מזונותיו עליך
8 R. Jehuda kann dir erwidern: Tatsächlich heißt ‘ätzen’, mit der Hand einführen, und ‘füttern’, [das Futter] vorwerfen, wenn du aber einwendest, demnach darf man Tauben im Schlage oder auf dem Boden kein Futter vorwerfen, [so ist zu erwidern:] die Ernährung jener liegt dir ob, die Ernährung dieser liegt dir nicht ob. Es wird nämlich gelehrt: Man darf einem Hunde Futter geben, nicht aber einem Schweine. Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? Die Ernährung des einen liegt dir ob, die Ernährung des anderen liegt dir nicht ob.
ט אמר רב אשי מתניתין נמי דיקא אין נותנין מים לפני דבורים ולפני יונים שבשובך אבל נותנין לפני אווזין ולפני תרנגולין ולפני יוני הרדיסיות מ"ט לאו משום דהני מזונותן עליך והני אין מזונותן עליך
9 R. Aši sprach: Dies geht auch aus unserer Mišna hervor: Man darf Bienen oder Tauben im Schlage kein Wasser vorsetzen, wohl aber Gänsen, Hühnern und Haustauben. Doch wohl aus dem Grunde, weil die Ernährung dieser dir obliegt, und die Ernährung jener dir nicht obliegt. –
י וליטעמיך מאי איריא מיא אפילו חיטי ושערי נמי לא אלא שאני מיא דשכיחי באגמא
10 Weshalb, nach deiner Erklärung, nur Wasser, dies sollte doch auch von Weizen und Gerste gelten!? – Anders ist das Wasser, da es sich auch auf der Wiese findet.
יא דרש רבי יונה אפיתחא דבי נשיאה מאי דכתיב (משלי כט, ז) (יודע) צדיק דין דלים יודע הקב"ה בכלב שמזונותיו מועטין לפיכך שוהה אכילתו במעיו ג' ימים כדתנן כמה תשהה אכילתו במעיו ויהא טמא בכלב ג' ימים מעת לעת ובעופות ובדגים כדי שתפול לאור ותשרף
11 R. Jona trug an der Pforte des Exilarchen vor: Es heißt: <i>der Gerechte kennt den Rechtshandel der Armen</i>. Der Heilige, gepriesen sei er, weiß, daß die Nahrung des Hundes nur dürftig ist, deshalb bleibt die Nahrung drei Tage in seinen Därmen erhalten. Demgemäß haben wir gelernt: Wie lange erhält sich seine Nahrung in den Därmen, um verunreinigend zu sein? Bei einem Hunde drei Tage von Stunde zu Stunde; bei Fischen und Vögeln, solange die Verbrennung, wenn sie ins Feuer fällt, dauert.
יב אמר רב המנונא שמע מינה אורח ארעא למשדא אומצא לכלבא וכמה אמר רב מרי משח אודניה וחוטרא אבתריה הני מילי בדברא אבל במתא לא דאתא למסרך אמר רב פפא לית דעניא מכלבא ולית דעתיר מחזירא
12 R. Hamnuna sagte: Hieraus eine Lebensregel, daß man einem Hunde ein Stückchen Fleisch zuwerfe. – Wie groß? R. Mari erwiderte: In der Größe seines Ohres. Und den Stock hinterher. Dies jedoch nur auf dem Felde, in der Stadt aber nicht, weil er angelockt wird. R. Papa sagte: Es gibt niemand, der ärmer ist als ein Hund, und niemand, der reicher ist als ein Schwein.
יג תניא כוותיה דרב יהודה איזו היא המראה ואיזו היא הלעטה המראה מרביצה ופוקס את פיה ומאכילה כרשינין ומים בבת אחת הלעטה מאכילה מעומד ומשקה מעומד ונותנין כרשינין בפני עצמן ומים בפני עצמן:
13 Übereinstimmend mit R. Jehuda wird auch gelehrt: Was heißt ‘mästen’ und was heißt ‘fretzen’? – Beim Mästen legt man das Tier hin, sperrt ihm das Maul auf und füttert es mit Wicken und Wasser zusammen; beim Fretzen wird es stehend gefüttert, stehend getränkt, und man gibt ihm Wicken besonders und Wasser besonders.
יד מהלקטין לתרנגולין כו': אמר אביי אמריתה קמיה דמר מתניתין מני ואמר לי ר' יוסי בר יהודה היא דתניא אחד נותן את הקמח ואחד נותן לתוכו מים האחרון חייב דברי רבי ר' יוסי בר יהודה אומר אינו חייב עד שיגבל
14 H<small>ÜHNER DARF MAN ÄTZEN</small> &amp;<small>C</small>. Abajje sagte: Ich fragte den Meister, wer der Autor unserer Mišna ist, und er erwiderte mir, es sei R. Jose b. Jehuda, denn es wird gelehrt: Wenn einer das Mehl und ein anderer das Wasser hineintut, so ist der andere schuldig – so Rabbi; R. Jose b. Jehuda sagt, man ist nicht eher schuldig, als bis man geknetet hat. –
טו דילמא עד כאן לא קאמר רבי יוסי בר יהודה התם אלא קמח דבר גיבול הוא אבל מורסן דלאו בר גיבול הוא אפילו רבי יוסי בר יהודה מודה לא סלקא דעתך דתניא בהדיא אין נותנין מים למורסן דברי רבי ר' יוסי בר יהודה אומר נותנין מים למורסן
15 Vielleicht sagt R. Jose b. Jehuda dies nur vom Mehl, das ja geknetet wird, bezüglich der Kleie aber, die nicht geknetet wird, pflichtet er bei? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird ja ausdrücklich gelehrt: Man darf kein Wasser in die Kleie tun – so Rabbi; R. Jose b. Jehuda sagt, man dürfe Wasser in Kleie tun.
טז ת"ר אין גובלין את הקלי וי"א גובלין מאן י"א א"ר חסדא
16 Die Rabbanan lehrten: Man darf kein [Mehl aus] gerösteten Ähren kneten; manche sagen, man dürfe es wohl kneten. – Wer sind die manchen? R. Ḥisda erwiderte: