Shabbat 311

Kapitel 311

א רבי יוסי בר' יהודה היא והנ"מ הוא דמשני היכי משני א"ר חסדא על יד על יד
1 Es ist R. Jose b. Jehuda. – Dies jedoch nur auf ungewöhnliche Weise. – Wie mache man dies? R. Ḥisda erwiderte: Haufen nach Haufen.
ב ושוין שבוחשין את השתית בשבת ושותים זיתום המצרי והאמרת אין גובלין ל"ק הא בעבה הא ברכה והני מילי הוא דמשני
2 Sie stimmen jedoch überein, daß man am Šabbath Šetita umrühren und ägyptisches Bier trinken darf. – Du sagst ja aber, man dürfe nicht umrühren!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn es dick ist, das andere, wenn es dünn ist. – Dies jedoch nur auf ungewöhnliche Weise. –
ג היכי משני אמר רב יוסף בחול נותן את החומץ ואח"כ נותן את השתית בשבת נותן את השתית ואח"כ נותן את החומץ לוי בריה דרב הונא בר חייא אשכחיה לגבלא דבי נשיה דקא גביל וספי ליה לתוריה בטש ביה אתא אבוה אשכחיה א"ל הכי אמר אבוה דאמך משמיה דרב ומנו רבי ירמיה בר אבא גובלין ולא מספין ודלא לקיט בלישניה מהלקיטין ליה וה"מ הוא דמשני
3 Wie mache man dies? R. Joseph erwiderte: Am Wochentage tut man zuerst Essig und nachher Šetita hinein, am Šabbath tue man zuerst Šetita und nachher Essig hinein. Levi, der Sohn des R. Hona b. Ḥija, traf den Futterkneter seiner Schwiegereltern, wie er [das Futter] durchrührte und den Ochsen stopfte; da versetzte er ihm einen Fußtritt. Als darauf sein Vater kam und dies bemerkte, sprach er: So sagte der Vater deiner Mutter, das ist R. Jirmeja b. Abba, im Namen Rabhs: man darf durchrühren, aber nicht stopfen; ein [junges Tier] aber, das noch nicht mit der Zunge auflesen kann, darf man füttern, jedoch nur auf ungewöhnliche Weise. –
ד היכי משני אמר רב יימר בר שלמיא משמיה דאביי שתי וערב והא לא מערב שפיר אמר רב יהודה מנערו לכלי
4 Wie mache man dies? R. Jemar b. Šelemja erwiderte im Namen Abajjes: [Man mische] kreuz und quer. – Es wird ja aber nicht gut durchgerührt!? R. Jehuda erwiderte: Man schüttle das Gefäß.
ה כתיב אפינקסיה דזעירי אמרית קדם רבי ומנו רבי חייא מהו לגבל אמר אסור מהו לפרק אמר מותר אמר רב [מנשיא] חד קמי חד תרי קמי תרי שפיר דמי תלתא קמי תרי אסור רב יוסף אמר קב ואפילו קביים עולא אמר כור ואפילו כוריים
5 Im Notizbuche Zee͑ris stand geschrieben: Ich sprach vor meinem Lehrer, das ist R. Ḥija: Darf man [das Futter] durchrühren? Er erwiderte: Es ist verboten. Darf man es umschütteln? Er erwiderte: Es ist erlaubt. R. Menas͑i sagte: Eine [Portion] vor ein [Tier] oder zwei vor zwei Tiere zu setzen, ist erlaubt; drei vor zwei ist verboten. R. Joseph sagte: Auch ein Kab, und sogar zwei Kab. U͑la sagte: Auch ein Kor, und sogar zwei Kor.
ו כתיב אפינקסיה דלוי אמרית קדם רבי ומנו רבינו הקדוש על דהוו גבלין שתיתא בבבל והוה צוח רבי ומנו רבינו הקדוש על דהוו גבלין שתיתא ולית דשמיע ליה ולית חילא בידיה למיסר מדרבי יוסי בר' יהודה
6 Im Notizbuche Levis stand geschrieben: Ich sprach vor meinem Lehrer, das ist unser heiliger Meister, über diejenigen, die in Babylonien Šetita umrühren; da schalt der Lehrer, das ist unser heiliger Meister, über diejenigen, die Šetita umrühren. Niemand hört auf ihn, er aber kann dies nicht verbieten, wegen der Ansicht des R. Jose b. Jehuda.
ז כתיב אפינקסיה דרבי יהושע בן לוי האי מאן דבחד בשבא יהי גבר ולא חדא ביה
7 Im Notizbuche des R. Jehošua͑ b. Levi stand geschrieben: Wer am Sonntag [geboren wurde], wird ein Mann sein, an dem nichts ist. –
ח מאי [ולא חדא ביה] אילימא ולא חד לטיבו והאמר רב אשי אנא בחד בשבא הואי אלא לאו חדא לבישו והאמר רב אשי אנא ודימי בר קקוזתא הוויין בחד בשבא אנא מלך והוא הוה ריש גנבי אלא אי כולי לטיבו אי כולי לבישו (מאי טעמא דאיברו ביה אור וחושך)
8 Was heißt dies? Wollte man sagen, nichts Gutes, so sagte ja R. Aši, er sei am Sonntag [geboren] worden!? Wollte man sagen, nichts Schlechtes, so sagte ja R. Aši: Ich und Dimi b. Kakositos sind am Sonntag [geboren]; ich bin Schuloberhaupt, und er ist Häuptling der Diebe. – Vielmehr, entweder vollständig gut oder vollständig schlecht. – Aus welchem Grunde? – Weil an diesem Tage Licht und Finsternis erschaffen wurden.
ט האי מאן דבתרי בשבא יהי גבר רגזן מ"ט משום דאיפליגו ביה מיא האי מאן דבתלתא בשבא יהי גבר עתיר וזנאי יהא מ"ט משום דאיברו ביה עשבים האי מאן דבארבעה בשבא יהי גבר חכים) ונהיר מ"ט משום דאיתלו ביה מאורות
9 Wer am Montag, wird jähzornig sein.– Aus welchem Grunde? – Weil an diesem Tage das Wasser geteilt wurde. Wer am Dienstag, wird reich und buhlerisch sein. – Aus welchem Grunde? – Weil an diesem Tage die Gräser erschaffen wurden. Wer am Mittwoch, wird weise und erleuchtet sein. – Aus welchem Grunde? – Weil an diesem Tage die Lichter angehängt wurden.
י האי מאן דבחמשה בשבא יהי גבר גומל חסדים מ"ט משום דאיברו ביה דגים ועופות האי מאן דבמעלי שבתא יהי גבר חזרן אמר ר"נ בר יצחק חזרן במצות האי מאן דבשבתא יהי בשבתא ימות על דאחילו עלוהי יומא רבא דשבתא אמר רבא בר רב שילא וקדישא רבא יתקרי
10 Wer am Donnerstag, wird wohltätig sein. – Aus welchem Grunde? – Weil an diesem Tage Fische und Geflügel erschaffen wurden. Wer am Freitag, wird ein strebsamer Mann sein. R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Strebsam bei [der Ausübung der] Gebote. Wer am Šabbath, wird am Šabbath sterben, weil seinethalben der große Tag, der Šabbath, entweiht wurde. Raba b. R. Šila sagte: Er wird auch ein grosser Heiliger genannt werden.
יא אמר להו רבי חנינא פוקו אמרו ליה לבר ליואי לא מזל יום גורם אלא מזל שעה גורם האי מאן דבחמה יהי גבר זיותן יהי אכיל מדיליה ושתי מדיליה ורזוהי גליין אם גניב לא מצלח האי מאן דבכוכב נוגה יהי גבר עתיר וזנאי יהי מ"ט משום דאיתיליד ביה נורא האי מאן דבכוכב יהי גבר נהיר וחכים משום דספרא דחמה הוא האי מאן דבלבנה יהי גבר סביל מרעין בנאי וסתיר סתיר ובנאי אכיל דלא דיליה ושתי דלא דיליה ורזוהי כסיין אם גנב מצלח האי מאן דבשבתאי יהי גבר מחשבתיה בטלין ואית דאמרי כל דמחשבין עליה בטלין האי מאן דבצדק יהי גבר צדקן אמר ר"נ בר יצחק וצדקן במצות האי מאן דבמאדים יהי גבר אשיד דמא א"ר אשי אי אומנא אי גנבא אי טבחא אי מוהלא אמר רבה אנא במאדים הואי אמר אביי מר נמי עניש וקטיל
11 Da sprach Rabbi zu ihnen: Gehet, saget dem Sohne Levajs, daß nicht der Glücksstern des Tages einwirke, sondern der Glücksstern der Stunde. Wer unter der Herrschaft der Sonne geboren wurde, wird ein glanzvoller Mann sein; er wird sein Eigenes essen und sein Eigenes trinken, seine Geheimnisse werden bekannt werden, und beim Stehlen wird er kein Glück haben. Wer unter der Herrschaft der Venus geboren wurde, wird reich und buhlerisch sein. – Aus welchem Grunde? – Weil unter ihr das Feuer entstand. Wer unter der Herrschaft des Merkur geboren wurde, wird erleuchtet und weise sein, weil dieser der Schreiber der Sonne ist. Wer unter der Herrschaft des Mondes geboren wurde, wird Leiden ausgesetzt sein; er wird bauen und niederreißen, niederreißen und bauen, Fremdes essen und Fremdes trinken, seine Geheimnisse werden verborgen bleiben, und beim Stehlen wird er Glück haben. Wer unter der Herrschaft des Saturn geboren wurde, wird ein Mann sein, dessen Pläne vereitelt werden. Manche sagen: Alles, was gegen ihn geplant wird, wird vereitelt werden. Wer unter der Herrschaft des Jupiter geboren wurde, wird ein tugendhafter Mann sein. R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Tugendhaft in [der Ausübung der] Gebote. Wer unter der Herrschaft des Mars geboren wurde, wird ein blutvergießender Mensch sein. R. Aši sagte: Ein Bader oder ein Räuber oder ein Schlächter oder ein Beschneidender. Rabba sagte: Ich bin unter der Herrschaft des Mars geboren, [und doch weder Dieb noch Bader noch Schlächter noch Beschneidender geworden]. Abajje sprach zu ihm: Der Meister läßt ja ebenfalls strafen und töten.
יב איתמר רבי חנינא אומר מזל מחכים מזל מעשיר ויש מזל לישראל רבי יוחנן אמר אין מזל לישראל ואזדא רבי יוחנן לטעמיה דא"ר יוחנן מניין שאין מזל לישראל שנאמר (ירמיהו י, ב) כה אמר ה' אל דרך הגוים אל תלמדו ומאותות השמים אל תחתו כי יחתו הגוים מהמה הם יחתו ולא ישראל
12 Es wurde gelehrt: R. Ḥanina sagte: Der Glücksstern macht weise, der Glücksstern macht reich, und [auch] Jisraél unterliegt dem Glücksstern. R. Joḥanan aber sagte, Jisraél unterliege dem Glücksstern nicht. R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Joḥanan sagte: Woher, daß Jisraél dem Glücksstern nicht unterliege? Es heißt: <i>So spricht der Herr: An die Handlungsweise der Völker gewöhnt euch nicht, noch zittert vor den Zeichen des Himmels, mögen die Völker vor ihnen zittern</i>. Jene mögen zittern, Jisraél aber nicht.
יג ואף רב סבר אין מזל לישראל דאמר רב יהודה אמר רב מניין שאין מזל לישראל שנאמר (בראשית טו, ה) ויוצא אותו החוצה אמר אברהם לפני הקב"ה רבש"ע (בראשית טו, ג) בן ביתי יורש אותי אמר לו לאו (בראשית טו, ד) כי אם אשר יצא ממעיך
13 Auch Rabh ist der Ansicht, Jisraél unterliege dem Glücksstern nicht, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Woher, daß Jisraél dem Glücksstern nicht unterliege? Es heißt: <i>Und er führte ihn hinaus ins Freie</i>. Abraham sprach nämlich vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, <i>ein Leibeigener meines Hauses wird mich beerben!</i> Da sprach er zu ihm: <i>Nein, sondern einer, der von deinem Leibe kommen wird</i>.
יד אמר לפניו רבש"ע נסתכלתי באיצטגנינות שלי ואיני ראוי להוליד בן אמר ליה צא מאיצטגנינות שלך שאין מזל לישראל מאי דעתיך
14 Darauf sprach jener: Herr der Welt, ich habe durch meine Astrologie geschaut, daß ich einen Sohn zu zeugen nicht geeignet bin. Alsdann sprach er: Hinaus aus deiner Astrologie, Jisraél unterliegt nicht dem Glücksstern. Du meinst wohl deshalb,