Shabbat 5

Kapitel 5

א בבא דרישא פטור ומותר לא קתני אלא בבא דסיפא דפטור אבל אסור קשיא
1 allerdings zählt er die Fälle im Anfangssatze, die straffrei und [von vornherein] erlaubt sind, nicht mit, der Einwand bezieht sich nur auf die straffreien, jedoch verbotenen Fälle im Schlußsatze!? –
ב מי איכ' בכולי שבת פטור ומותר והאמר שמואל כל פטורי דשבת פטור אבל אסור בר מהני תלת דפטור ומותר צידת צבי וצידת נחש ומפיס מורסא
2 Gibt es denn im ganzen Šabbathgesetze etwas, das straffrei und [von vornherein] erlaubt ist, Šemuél sagte ja, alle straffreien [Arbeiten] am Šabbath seien [von vornherein] verboten, ausgenommen folgende drei, die straffrei und erlaubt sind: das Einfangen eines Rehs, das Einfangen einer Schlange und das Aufstechen einer Pustel!? –
ג כי איצטריך ליה לשמואל פטורי דקא עביד מעשה פטורי דלא קא עביד מעשה איכא טובא
3 Die straffreien Fälle, von denen Šemuél spricht, sind solche, bei denen man eine Tätigkeit ausübt, straffreie Fälle aber, wobei man keine Tätigkeit ausübt, sind viele vorhanden. –
ד מ"מ תרתי סרי הויין פטורי דאתי בהו לידי חיוב חטאת קא חשיב דלא אתי בהו לידי חיוב חטאת לא קא חשיב
4 Immerhin sind es ja zwölf!? – Straffreie Fälle, bei denen man zu einem Sündopfer verpflichtet werden kann, zählt er mit, bei denen man zu einem Sündopfer nicht verpflichtet werden kann, zählt er nicht mit. –
ה שניהן פטורין והא אתעבידא מלאכה מבינייהו תניא ר' אומר (ויקרא ד, כז) מעם הארץ בעשותה העושה את כולה ולא העושה את מקצתה יחיד ועשה אותה חייב שנים ועשו אותה פטורין איתמר נמי א"ר חייא בר גמדא נזרקה מפי חבורה ואמרו בעשותה יחיד שעשאה חייב שנים שעשאוה פטורין:
5 Wieso sind beide straffrei, durch sie wird ja eine Arbeit vollbracht!? – Es wird gelehrt: Rabbi sagte: <i>jemand aus dem Volke, wenn er verübt</i>, nur wer das Ganze verübt, nicht aber, wer einen Teil verübt; wenn einer es verübt, ist er schuldig, wenn zwei zusammen es verüben, sind sie frei. Es wurde auch gelehrt: R. Ḥija b. Gamda sagte: Aus dem Munde der Genossenschaft kam es hervor, und sie sagten: <i>wenn er verübt</i>, wenn einer es verübt, ist er schuldig, wenn zwei zusammen es verüben, so sind sie frei.
ו בעי מיניה רב מרבי הטעינו חבירו אוכלין ומשקין והוציאן לחוץ מהו עקירת גופו כעקירת חפץ ממקומו דמי ומיחייב או דילמא לא א"ל חייב ואינו דומה לידו מאי טעמא גופו נייח ידו לא נייח
6 Rabh fragte Rabbi: Wie ist es, wenn einem ein anderer Speisen und Getränke auflädt und er sie so hinausbringt: gleicht die Fortnahme des Körpers der Fortnahme einer Sache, und er ist somit schuldig, oder nicht? Dieser erwiderte: Er ist schuldig. Dies gleicht nicht [dem Ausstrecken] der Hand, denn der Körper ruht, während die Hand nicht ruht.