Shabbat 59

Kapitel 59

א <big><strong>גמ׳</strong></big> מדקתני סיפא חייב ש"מ ר' יהודה היא רישא במאי עסיקנא אי בחולה שיש בו סכנה מותר מיבעי ליה ואי בחולה שאין בו סכנה חייב חטאת מיבעי ליה
1 GEMARA. Wenn er im Schlußsatze lehrt, er sei schuldig, so ist ja zu schließen, daß hier die Ansicht R. Jehudas vertreten ist; von welchem Falle handelt nun der Anfangssatz: wenn von einem ungefährlich Kranken, so sollte er lehren: er sei ein Sündopfer schuldig, und wenn von einem gefährlich Kranken, so sollte er lehren, es sei erlaubt!? –
ב לעולם בחולה שיש בו סכנה ובדין הוא דליתני מותר ואיידי דבעי למתני סיפא חייב תנא נמי רישא פטור והדתני רבי אושעיא אם בשביל החולה שיישן לא יכבה ואם כבה פטור אבל אסור ההיא בחולה שאין בו סכנה ורבי שמעון היא:
2 Tatsächlich von einem gefährlich Kranken, und er sollte auch lehren, es sei erlaubt, da er aber im Schlußsatze lehren will, er sei schuldig, lehrt er im Anfangssatze, er sei frei. Was aber R. Oša͑ja gelehrt hat, man dürfe nicht auslöschen, damit ein Kranker einschlafe, hat man ausgelöscht, sei man frei, von vornherein aber sei es verboten, bezieht sich auf einen ungefährlich Kranken, und zwar nach R. Šimo͑n.
ג שאול שאילה זו לעילא מר' תנחום דמן נוי מהו לכבות בוצינא דנורא מקמי באישא בשבתא פתח ואמר אנת שלמה אן חכמתך אן סוכלתנותך לא דייך שדבריך סותרין דברי דוד אביך אלא שדבריך סותרין זה את זה דוד אביך אמר (תהלים קטו, יז) לא המתים יהללו יה ואת אמרת (קהלת ד, ב) ושבח אני את המתים שכבר מתו וחזרת ואמרת (קהלת ט, ד) כי לכלב חי הוא טוב מן האריה המת
3 Folgende Frage wurde vor R. Tanḥum aus Nave gestellt: Darf man am Šabbath wegen eines Kranken das Licht auslöschen? Da begann er und sprach: Wo ist, o Šelomo, deine Weisheit, wo ist deine Einsicht!? Nicht genug, daß deine Worte den Worten deines Vaters David widersprechen, sie widersprechen sogar sich selber. Dein Vater David sagte: <i>nicht die Toten rühmen den Herrn</i>, und du sagtest: <i>da pries ich die Toten, die längst gestorben sind</i>. Und später sagtest du: <i>denn besser ein lebendiger Hund als ein toter Löwe</i>.
ד לא קשיא הא דקאמר דוד לא המתים יהללו יה הכי קאמר לעולם יעסוק אדם בתורה ובמצות קודם שימות שכיון שמת בטל מן התורה ומן המצות ואין להקב"ה שבח בו והיינו דאמר ר' יוחנן מאי דכתיב (תהלים פח, ו) במתים חפשי כיון שמת אדם נעשה חפשי מן התורה ומן המצות
4 Das ist aber kein Widerspruch; David, der gesagt hat: <i>nicht die Toten rühmen den Herrn</i>, meint es wie folgt: stets befasse sich der Mensch mit der Tora und den Geboten, bevor er stirbt, denn sobald er gestorben ist, hat für ihn die Tora aufgehört, haben für ihn die Gebote aufgehört, und der Heilige, gepriesen sei er, wird durch ihn nicht mehr gelobt. Das ist es, was R. Joḥanan gesagt hat: Es heißt: <i>mit den Toten frei</i>; sobald der Mensch gestorben ist, ist er von der Tora und von den Geboten frei.
ה ודקאמר שלמה ושבח אני את המתים שכבר מתו שכשחטאו ישראל במדבר עמד משה לפני הקב"ה ואמר כמה תפלות ותחנונים לפניו ולא נענה וכשאמר (שמות לב, יג) זכור לאברהם ליצחק ולישראל עבדיך מיד נענה ולא יפה אמר שלמה ושבח אני את המתים שכבר מתו דבר אחר מנהגו של עולם שר ב"ו גוזר גזרה ספק מקיימין אותה ספק אין מקיימין אותה ואם תמצי לומר מקיימין אותה בחייו מקיימין אותה במותו אין מקיימין אותה ואילו משה רבינו גזר כמה גזירות ותיקן כמה תקנות וקיימות הם לעולם ולעולמי עולמים ולא יפה אמר שלמה ושבח אני את המתים וגו'
5 Und Šelomo, der gesagt hat: <i>da pries ich die Toten, die längst gestorben sind</i>, meint folgendes: Als Jisraél in der Wüste sündigte, trat Moše vor den Heiligen, gepriesen sei er, mit vielem Gebete und Flehen, er wurde aber nicht erhört; als er aber sprach: <i>gedenke deiner Knechte Abraham, Jiçḥaq und Jisraél</i>, wurde er sofort erhört. Hat Šelomo nicht recht, wenn er sagt: <i>da pries ich die Toten, die längst gestorben sind</i>? Eine andere Erklärung: In der Welt ist es gewöhnlich so, daß, wenn ein König aus Fleisch und Blut eine Verordnung trifft, es zweifelhaft ist, ob man sie befolgt oder nicht, und wenn man auch sagt, man befolge sie, so befolgt man sie zwar bei seinen Lebzeiten, nicht aber nach seinem Tode. Unser Meister Moše dagegen hat viele Verordnungen und viele Satzungen getroffen, und sie bestehen für immer und ewig. Hat Šelomo nicht recht, wenn er sagt: <i>da pries ich die Toten &amp;c</i>.?
ו ד"א ושבח אני וגו' כדרב יהודה אמר רב דאמר רב יהודה אמר רב מאי דכתיב (תהלים פו, יז) עשה עמי אות לטובה ויראו שונאי ויבושו אמר דוד לפני הקב"ה רבונו של עולם מחול לי על אותו עון אמר לו מחול לך אמר לו עשה עמי אות בחיי אמר לו בחייך איני מודיע בחיי שלמה בנך אני מודיע
6 Eine andere Erklärung: <i>Da pries ich &amp;c</i>., nach R. Jehuda im Namen Rabhs. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Es heißt: <i>erweise mir ein Zeichen zum Guten, daß meine Feinde sehen und beschämt werden</i>. David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, vergib mir jene Sünde! Da antwortete er ihm: Sie sei dir vergeben. Darauf sprach er: So erweise mir doch ein Zeichen zu meinen Lebzeiten. Er erwiderte: Zu deinen Lebzeiten will ich dies nicht kund tun, wohl aber will ich dies zu Lebzeiten deines Sohnes Šelomo kund tun.
ז כשבנה שלמה את בית המקדש ביקש להכניס ארון לבית קדשי הקדשים דבקו שערים זה בזה אמר שלמה עשרים וארבעה רננות ולא נענה פתח ואמר (תהלים כד, ז) שאו שערים ראשיכם והנשאו פתחי עולם ויבא מלך הכבוד רהטו בתריה למיבלעיה אמרו מי הוא זה מלך הכבוד אמר להו ה' עזוז וגבור חזר ואמר (תהלים כד, ט) שאו שערים ראשיכם ושאו פתחי עולם ויבא מלך הכבוד מי הוא זה מלך הכבוד ה' צבאות הוא מלך הכבוד סלה ולא נענה כיון שאמר (דברי הימים ב ו, מב) ה' אלהים אל תשב פני משיחך זכרה לחסדי דוד עבדך מיד נענה באותה שעה נהפכו פני כל שונאי דוד כשולי קדירה וידעו כל העם וכל ישראל שמחל לו הקב"ה על אותו עון ולא יפה אמר שלמה ושבח אני את המתים שכבר מתו
7 Als darauf Šelomo das Heiligtum erbaut hatte und die Lade in das Allerheiligste bringen wollte, schlossen sich die Tore. Da sprach Šelomo vierundzwanzig Lobgesänge, und wurde nicht erhört. Hierauf begann er und sprach: <i>Erhebet, ihr Tore, euere Häupter, erhebet euch, ihr ewigen Pforten, daß der König der Herrlichkeit einziehe</i>. Da liefen sie auf ihn zu und wollten ihn verschlingen. Sie sprachen: <i>Wer ist denn der König der Herrlichkeit?</i> Er erwiderte ihnen: <i>Der Herr, gewaltig und ein Held</i>. Er wiederholte dann und sprach: <i>Erhebet, ihr Tore, euere Häupter, erhebet euch, ihr ewigen Pforten, daß der König der Herrlichkeit einziehe</i>. <i>Wer ist denn der König der Herrlichkeit? Der Herr der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit. Sela</i>. Er wurde noch immer nicht erhört. Als er aber sprach: <i>Herr, Gott, weise deinen Gesalbten nicht ab, gedenke doch der Gnade, gegenüber deinem Knechte David</i>, wurde er sogleich erhört. In jener Stunde wurden die Gesichter aller Feinde Davids wie die Topfränder, und das ganze Volk und ganz Jisraél erkannten, daß ihm der Heilige, gepriesen sei er, jene Sünde vergeben hat. Hat Šelomo nicht recht, wenn er sagt: <i>da pries ich die Toten, die längst gestorben sind</i>?
ח והיינו דכתי' (מלכים א ח, סו) ביום השמיני שלח את העם ויברכו את המלך וילכו לאהליהם שמחים וטובי לב על כל הטובה אשר עשה ה' לדוד עבדו ולישראל עמו וילכו לאהליהם שמצאו נשותיהן בטהרה שמחים שנהנו מזיו השכינה וטובי לב שנתעברו נשותיהן של כל אחד ואחד וילדה זכר על כל הטובה אשר עשה ה' לדוד עבדו (ולישראל עמו. לדוד עבדו) שמחל לו על אותו עון ולישראל עמו דאחיל להו עון דיום הכפורים
8 Daher heißt es: <i>am achten Tage, da entließ er das Volk, und sie segneten den König und gingen fröhlich und guten Mutes nach ihren Zelten. Fröhlich</i>, sie fanden ihre Frauen in Reinheit. Eine andere Erklärung: <i>Fröhlich</i>, sie hatten vom Glanze der Göttlichkeit genossen. <i>Und guten Mutes</i>, die Frau eines jeden wurde schwanger und gebar einen Knaben. <i>Über all das Gute, das der Herr seinem Knechte David und seinem Volke Jisraél erwiesen hat. Seinem Knechte David</i>, daß er ihm jene Sünde vergeben hat; <i>und seinem Volke Jisraél</i>, daß er ihnen die Sünde des Versöhnungstages vergeben hat.
ט ודקאמר שלמה כי לכלב חי הוא טוב מן האריה המת כדרב יהודה אמר רב דאמר רב יהודה אמר רב מאי דכתיב (תהלים לט, ה) הודיעני ה' קצי ומדת ימי מה היא אדעה מה חדל אני אמר דוד לפני הקדוש ברוך הוא רבונו של עולם הודיעני ה' קצי אמר לו גזרה היא מלפני שאין מודיעין קצו של בשר ודם ומדת ימי מה היא גזרה היא מלפני שאין מודיעין מדת ימיו של אדם ואדעה מה חדל אני אמר לו בשבת תמות אמות באחד בשבת אמר לו כבר הגיע מלכות שלמה בנך ואין מלכות נוגעת בחברתה אפי' כמלא נימא אמות בערב שבת אמר לו (תהלים פד, יא) כי טוב יום בחצריך מאלף טוב לי יום אחד שאתה יושב ועוסק בתורה מאלף עולות שעתיד שלמה בנך להקריב לפני על גבי המזבח
9 Das, was Šelomo gesagt hat, <i>denn besser ist ein lebendiger Hund, als ein toter Löwe</i>, ist nach R. Jehuda im Namen Rabhs zu erklären. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Es heißt: <i>tue mir kund, o Herr, mein Ende, und welches das Maß meiner Tage ist, daß ich weiß, wann es aus ist mit mir</i>. David sprach nämlich vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, tue mir mein Ende kund, Herr! Er erwiderte ihm: Es ist ein Beschluß von mir, das Ende des [Menschen aus] Fleisch und Blut nicht kund zu tun. – Welches ist das Maß meiner Tage? – Es ist ein Beschluß vor mir, das Maß der Tage des Menschen nicht kund zu tun. – Daß ich weiß, wann es aus ist mit mir! Hierauf erwiderte er ihm: Du wirst am Šabbath sterben. – Ich möchte am Sonntag sterben! Er erwiderte: Die Regierungszeit deines Sohnes Šelomo ist bereits herangereicht, und eine Regierung verdrängt die andere nicht um ein Haar. – So möchte ich doch am Vorabend des Šabbaths sterben? Er erwiderte: <i>Denn ein Tag in deinen Höfen ist besser, als tausend</i>; lieber ist mir ein Tag, da du sitzest und dich mit der Tora befassest, als tausend Brandopfer, die dereinst dein Sohn Šelomo mir auf dem Altar darbringen wird.