ו איני והאמר רב גידל אמר רב כל תלמיד חכם שיושב לפני רבו ואין שפתותיו נוטפות מר תכוינה שנאמר (שיר השירים ה, יג) שפתותיו שושנים נוטפות מור עובר אל תקרי מור עובר אלא מר עובר אל תקרי שושנים אלא ששונים לא קשיא הא ברבה והא בתלמיד ואיבעית אימא הא והא ברבה ולא קשיא הא מקמי דלפתח הא לבתר דפתח כי הא דרבה מקמי דפתח להו לרבנן אמר מילתא דבדיחותא ובדחי רבנן לסוף יתיב באימתא ופתח בשמעתא
6 Dem ist ja aber nicht so, R. Gidel sagte ja im Namen Rabhs, daß, wenn ein Schüler vor seinem Lehrer sitzt und seine Lippen nicht [vor Ehrfurcht] Bitternis triefen, sie verbrüht werden mögen!? Es heißt: <i>seine Lippen, wie die Lilien, fließende Myrrhe träufelnd</i>, und man lese nicht <i>mor o͑ber</i> [fließende Myrrhe], sondern <i>mar o͑ber</i> [fließende Bitternis], auch lese man nicht <i>šošanim</i> [Lilien], sondern <i>šešonim</i> [die studieren]. – Das ist kein Widerspruch; das eine für den Lehrer, das andere für den Schüler. Wenn du aber willst, sage ich: das eine wie das andere für den Lehrer, dennoch ist hier kein Widerspruch; das eine, bevor er begonnen hat, das andere, nachdem er begonnen hat. So pflegte auch Raba, bevor er vor den Schülern [den Vortrag] begann, etwas Scherzhaftes zu sagen, und die Schüler wurden heiter, dann saß er ehrfürchtig und begann mit der Lehre.