Shevuot 18

Kapitel 18

א הא גמרינן ר"ח מדיוה"כ ולא פרכינן התם כפרה מיכתב כתיבא גלויי מילתא בעלמא הוא אבל הכא איכא למימר כולה מילתא לא גמרינן
1 wir verglichen ja den des Neumonds mit dem des Versöhnungstages, ohne daß etwas dagegen eingewandt worden ist, [so ist zu entgegnen:] bei jenem befindet sich ja die [Art der] Sühneausdrücklich in der Schrift, und nur die nähere Erklärung wird gefolgert, während man hierbei erwidern kann: das Ganze sei nicht aus einer Folgerung zu entnehmen!? –
ב אלא כדא"ר חמא בר' חנינא שעיר ושעיר ה"נ שעיר ושעיר ואיתקוש שעירי רגלים לשעירי ראשי חדשים מה שעירי ראשי חדשים אינן מכפרין אלא על שאין בה ידיעה לא בתחלה ולא בסוף אף שעירי הרגלים אינן מכפרין אלא על שאין בה ידיעה לא בתחלה ולא בסוף:
2 Vielmehr, wie R. Ḥama b. Ḥanina erklärt hat, [man folgere aus] <i>und</i><i>ein Bock</i>, ebenso [folgere man auch hierbei aus] <i>und ein Bock</i>, und man vergleiche die Böcke der Feste mit den Böcken des Neumonds; wie die Böcke des Neumonds nur Fälle sühnen, wenn weder vorher noch nachher Bewußtsein vorhanden war, ebenso sühnen auch die Böcke der Feste nur Fälle, wenn weder vorher noch nachher Bewußtsein vorhanden war.
ג איבעיא להו כי אמר ר' יהודה על שאין בה ידיעה לא בתחלה ולא בסוף הני מילי בחטא שאין סופו ליודע אבל חטא שסופו ליודע כמי שיש ידיעה בסוף דמי ושעיר הנעשה בחוץ ויוה"כ מכפר או דלמא אפילו חטא שסופו ליודע השתא מיהא חטא שאין מכיר בו אלא ה' קרינא ביה
3 Sie fragten: Beziehen sich die Worte R. Jehudas, ‘war Bewußtsein weder vorher noch nachher vorhanden’, nur auf eine Sünde, von der man später kein Bewußtsein erhalten kann, eine Sünde aber, von der man später Bewußtsein erhaltenkann, gilt als Fall, wo nachher Bewußtsein vorhanden ist, und wird somit durch den außerhalb hergerichteten Bock und den Versöhnungstag gesühnt, oder gilt dies auch von einer Sünde, von der man später Bewußtsein erhalten kann, denn gegenwärtig ist sie ja eine Sünde, die nur ‘der Herr allein kennt’? –
ד ת"ש דתניא על שאין בה ידיעה לא בתחלה ולא בסוף וחטא שסופו ליודע שעירי הרגלים ושעירי ר"ח מכפרים דברי ר"י:
4 Komm und höre, es wird gelehrt: Fälle, wobei weder vorher noch nachher Bewußtsein vorhanden war, und Sünden, von denen man später Bewußtsein erhalten kann, sühnen die Böcke der Feste und die der Neumonde – so R. Jehuda.
ה ר"ש אומר שעירי הרגלים מכפרין אבל לא שעירי ר"ח וכו':
5 R. Š<small>IMO͑N SAGTE, DIE</small> B<small>ÖCKE DER</small> F<small>ESTTAGE SCHAFFEN IHM</small> S<small>ÜHNE, NICHT ABER DIE DER</small> N<small>EUMONDE &amp;C</small>.
ו א"ר אלעזר א"ר אושעיא מאי טעמיה דר"ש אמר קרא (ויקרא י, יז) ואותה נתן לכם לשאת את עון העדה והאי קרא בשעיר דר"ח כתיב ויליף עון עון מציץ נאמר כאן עון ונאמר להלן (שמות כח, מג) עון מה להלן טומאת בשר אף כאן טומאת בשר
6 R. Elea͑zar sagte im Namen R. Oša͑jas: Was ist der Grund R. Šimo͑ns? Die Schrift sagt:<i>dieses hat er euch verliehen, um die Verfehlung der Gemeinde hinwegzuschaffen;</i> dieser Schriftvers spricht vom Bocke des Neumonds, und er folgert durch [das Wort] <i>Verfehlung,</i> das auch beim Stirnblatt gebraucht wird; hier heißt es <i>Fehlung</i> und bei diesem heißt es ebenfalls <i>Verfehlung</i>, wie es sich nun bei diesem um die Unreinheit des Opferfleischeshandelt, ebenso handelt es sich auch hier um die Unreinheit des Opferfleisches. –
ז אי מה להלן עולין אף כאן עולין עון העדה כתיב
7 Demnach: wie dieser nur für das dargebrachte Opfer von Wirkung ist, ebenso auch hierbei, nur für das dargebrachteOpfer!? – Es heißt: <i>Verfehlung der Gemeinde</i>. –
ח מכדי מיגמר גמרי מהדדי נכפר דר"ח אדידיה ואדציץ נפקא מינה להיכא דנשבר הציץ אמר קרא עון עון אחד הוא נושא ואין נושא ב' עונות
8 Merke, sie werden ja mit einander verglichen, sollte nun der des Neumonds für sich selbst und für das Stirnblatt Sühne schaffen; dies ist von Bedeutung in dem Falle, wenn das Stirnblatt zerbrochen ist!? – Die Schrift sagt: <i>die Verfehlung</i>, er sühnt nur eine Verfehlung, nicht aber zwei Verfehlungen. –
ט ונכפר ציץ אדידיה ואדר"ח נפקא מינה לטומאה דאירעה בין זה לזה אמר קרא אותה אותה נושא עון ואין אחרת נושא עון
9 Sollte aber das Stirnblatt für sich selbst und für [den Bock] des Neumonds Sühne schaffen; dies ist von Bedeutung in dem Falle, wenn eine Verunreinigung zwischen dem einen und dem anderen eingetreten ist!? – Die Schrift sagt: <i>dieses</i>, dieses schafft die Verfehlung fort, nicht aber etwas anderes.
י רב אשי אמר כתיב הכא עון העדה עדה ולא קדשים והתם כתיב עון הקדשים קדשים ולא עדה
10 R. Aši erklärte: Hier heißt es: <i>die Verfehlung der Gemeinde</i>, der Gemeinde und nicht der heiligen Opfer, und dort heißt es es:<i>die Verfehlungen inbetreff der heiligen Opfer</i>, der heiligen Opfer und nicht der Gemeinde. –
יא אשכחן שעירי ראשי חדשים דמכפרי על טהור שאכל את הטמא שעירי רגלים דמכפרי על שאין בה ידיעה לא בתחלה ולא בסוף מנלן
11 Wir wissen also, daß die Böcke des Neumonds den Fall sühnen, wenn ein Reiner Unreines gegessen hat, woher aber, daß die Böcke der Feste den Fall sühnen, wenn weder vorher noch nachher Bewußtsein vorhanden war? –
יב כדאמר ר' חמא ברבי חנינא שעיר ושעיר ה"נ שעיר ושעיר
12 Wie R. Ḥama b. Ḥanina erklärt hat, es sei aus <i>und</i><i>ein Bock</i> zu folgern, ebenso folgere man auch dies aus <i>und ein Bock,</i>