Shevuot 46

Kapitel 46

א ודלמא ע"י תערובת
1 Vielleicht nur das Gemischte!? –
ב אימא וכן של שעורים וכן של כוסמין פת פת למה לי שמע מיניה לחלק:
2 So sollte er sagen: ebenso aus Gerste und ebenso aus Dinkel, da er aber ‘Brot’ wiederholt hat, so wollte er sie von einander teilen.
ג שבועה שלא אשתה ושתה משקין הרבה אינו חייב אלא אחת כו': בשלמא התם דאמרת מייתרא ליה פת פת לחיובא אלא הכא מאי הוה למימר דלמא למיפטר נפשיה ממשקין אחריני קאתי
3 E<small>IN</small> S<small>CHWUR, DASS ICH NICHT TRINKEN WERDE, UND VERSCHIEDENE</small> G<small>ETRÄNKE GETRUNKEN HAT, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG &amp;C</small>. Einleuchtend ist diesin jenem Falle, wie du erklärt hast, er sei besonders schuldig, wegen der Wiederholung [des Wortes] ‘Brot’, wie aber sollte er sich denn in diesem Falleanders ausdrücken, vielleicht wollte er sich dadurchnur andere Getränke Vorbehalten!?
ד אמר רב פפא הכא במונחין לפניו עסקינן שהיה לו לומר שבועה שלא אשתה אלו ודלמא אלו הוא דלא שתינא אחריני שתינא
4 R. Papa erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie sich vor ihm befinden; er sollte sagen: ein Schwur, daß ich diese nicht trinken werde. – Vielleicht, [weil man verstehen könnte:] nur diese werde ich nicht trinken, wohl aber werde ich anderetrinken!? –
ה אלא דאמר שבועה דלא שתינא כגון אלו דלמא כגון אלו דלא שתינא בציר מהכי וטפי מהכי שתינא
5 Vielmehr, er sollte sagen: ein Schwur, daß ich solches nicht trinken werde. –
ו אלא כגון דאמר שבועה שלא אשתה ממין אלו ודלמא מין אלו הוא דלא שתינא הא אינהו גופייהו שתינא
6 Vielleicht, [weil man verstehen könnte:] solches [Quantum] werde ich nicht trinken, wohl aber werde ich weniger oder mehr trinken!? – Vielmehr, er sollte sagen: ein Schwur, daß ich von dieser Art nicht trinken werde. – Vielleicht, [weil man verstehen könnte:] ich werde von dieser Art nicht trinken, wohl aber werde ich diese selbst trinken!? –
ז אימא שלא אשתה אלו ומינייהו
7 Er sollte sagen: ich werde diese und von dieser Art nicht trinken.
ח רב אחא בריה דרב איקא אמר במסרהב בו חבירו עסקינן דאמר לו בוא ושתה עמי יין ושמן ודבש דהיה לו לומר שבועה שלא אשתה עמך יין ושמן ודבש למה לי לחייב על כל אחת ואחת
8 R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erklärte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn sein Nächster ihn nötigte, wenn er zu ihm sagte: komm, trinke mit mir Wein, Öl und Honig; er sollte ihm erwidert haben: ein Schwur, daß ich mit dir nicht trinken werde, wenn er aber besonders hervorgehoben hat: Wein, Öl und Honig, so ist er wegen jedes besonders schuldig.
ט תנן התם תן לי חטין ושעורין וכוסמין שיש לי בידך שבועה שאין לך בידי כלום אינו חייב אלא אחת שבועה שאין לך בידי חטין ושעורין וכוסמין חייב על כל אחת ואחת
9 Dort haben wir gelernt: [Wenn jemand zu seinem Nächsten sagt:] gib mir den Weizen, die Gerste und den Dinkel, die ich bei dir habe, [und dieser ihm erwidert:] ein Schwur, daß du bei mir nichts hast, so ist er nur einmal schuldig, wenn aber: ein Schwur, daß du bei mir keinen Weizen, keine Gerste und keinen Dinkel hast, so ist er wegen eines jeden besonders schuldig.
י וא"ר יוחנן אפי' פרוטה מכולם מצטרפת
10 Hierzu sagte R. Joḥanan, selbst wenn sie alle zusammen nur eine Peruṭa wert sind, werden sievereinigt.
יא פליגי בה רב אחא ורבינא חד אמר אפרטי מיחייב אכללי לא מיחייב וחד אמר אכללי נמי מיחייב
11 Hierüber streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, er sei nur schuldig wegen des Speziellen, nicht aber wegen des Generellen, und einer, er sei auch wegen des Generellen schuldig.
יב הכא מאי
12 Wie ist es nun hierbei?
יג אמר רבא הכי השתא התם מיחייב אכללא ומיחייב אפרטא דהא אי משתבע והדר משתבע מיחייב תרתי הכא אי סלקא דעתך איתא בכללא אפרטי אמאי מיחייב מושבע ועומד הוא:
13 Raba erwiderte: Ist es denn gleich: dort kann er wegen des Generellen und wegen des Speziellen besonders schuldig sein, denn wenn er einmal schwört und wiederum schwört, so ist er zweimalschuldig; wieso aber könnte er hierbei, wenn man sagen wollte, der Schwur erstrecke sich auf das Generelle, wegen des Speziellen schuldig sein, er ist ja bereits durch den Schwur gebunden.
יד שבועה שלא אוכל וכו': הא גופא קשיא אמרת שבועה שלא אוכל ואכל אוכלין שאין ראוין לאכילה ושתה משקין שאין ראוין לשתיה פטור והדר תני שבועה שלא אוכל ואכל נבילות וטריפות שקצים ורמשים חייב מאי שנא רישא דפטור ומאי שנא סיפא דחייב
14 E<small>IN</small> S<small>CHWUR, DASS ICH NICHT ESSEN WERDE &amp;C.</small> Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, wenn er geschworen hat, nicht zu essen, und zum Essen ungeeignete Speisen gegessen und zum Trinken ungeeignete Getränke getrunken hat, sei er frei, und darauf lehrt er, wenn er geschworen hat, nicht zu essen, und Aas, Totverletztes, Ekel- und Kriechtiere gegessen hat, sei er schuldig; weshalb ist er nun im Anfangsatze frei und im Schlußsatz schuldig!? –
טו הא לא קשיא רישא בסתם וסיפא במפרש
15 Das ist kein Widerspruch; der Anfangsatz spricht von dem Falle, wenn er es nicht präzisiert, und der Schlußsatz von dem F alle, wenn er es präzisiert. –
טז מפרש נמי גופיה תיקשי אמאי מושבע מהר סיני הוא
16 Aber hinsichtlich der Präzisierung selbst ist ja einzuwenden: der Schwur besteht ja bereits seit [der Gesetzgebung am] Berge Sinaj!?
יז רב ושמואל ורבי יוחנן דאמרי בכולל דברים המותרין עם דברים האסורין
17 Rabh, Šemuél und R. Joḥanan erklärten: Wenn er mit verbotenen auch erlaubte Dinge einbegriffen hat.
יח וריש לקיש אמר אי אתה מוצא אלא אי במפרש חצי שיעור ואליבא דרבנן אי בסתם אליבא דרבי עקיבא דאמר אדם אוסר עצמו בכל שהוא
18 Reš Laqiš erklärte: Es kann sich nur um den Fall handeln, wenn er ‘ein halbes Quantum’präzisiert hat, und zwar nach den Rabbanan, oder auch ohne Präzisierung, jedoch nach R. A͑qiba, welcher sagt, das sich auferlegte Verbot erstrecke sich auch auf ein Minimum. –
יט בשלמא רבי יוחנן לא אמר כריש לקיש דמוקים לה למתניתין כדברי הכל אלא ר"ל מאי טעמא לא אמר כר' יוחנן
19 Einleuchtend ist es, daß R. Joḥanan nicht wie Reš Laqiš erklärt, denn er erklärt die Mišna nach aller Ansicht, weshalb aber erklärt Reš Laqiš nicht wie R. Joḥanan? –
כ אמר לך כי אמרינן איסור כולל
20 Er kann dir erwidern: die Einbegreifung gilt nur bei einem Verbote, das von selbst kommt,