Shevuot 90

Kapitel 90

א אי הכי אפילו קצץ נמי אלמה תניא אומן אומר שתים קצצת לי והלה אומר לא קצצתי לך אלא אחת המוציא מחבירו עליו הראיה קציצה ודאי מידכר דכיר ליה
1 Demnach sollte diesauch von der Preisvereinbarung gelten, während gelehrt wird, daß, wenn der Handwerker sagt: ich habe mit dir nur einen vereinbart, derjenige, der vom anderen fordert,, den Beweis zu erbringen habe!? – Die Preisvereinbarung behält man entschieden. –
ב אי הכי אפי' עבר זמנו נמי אלמה תניא עבר זמנו ולא נתן לו הרי זה אינו נשבע ונוטל
2 Demnach sollte dies auch von dem Falle gelten, wenn die Zahlungsfristverstrichen ist, während gelehrt wird, daß, wenn die Zahlungsfrist verstrichen ist, und er ihm nicht gezahlt hat, ernicht mehr schwören und [seinen Lohn] erhalten könne!? –
ג חזקה אין בעל הבית עובר בבל תלין והאמרת בעל הבית טרוד בפועליו הוא הני מילי מקמי דלימטי זמן חיובא הוא כי מטי זמן חיובא רמי אנפשיה ומידכר
3 Es ist feststehend, daß der Hausherr nicht das Verbot des Übernachtenlassensübertrete. – Du sagtest ja aber, der Hausherr sei mit seinen Arbeitern beschäftigt!? – Dies nur bevor die Zeit seiner Verpflichtung heranreicht, sobald aber die Zeit seiner Verpflichtung heranreicht, obliegt es ihm und er denkt daran. –
ד וכי שכיר עובר משום (ויקרא יט, יג) בל תגזול גבי בעל הבית איכא תרי חזקי חדא דאין בעל הבית עובר (ויקרא יט, יג) בבל תלין וחדא דאין שכיר משהא שכרו
4 Sollte denn der Löhner das Verbot des Raubens übertreten!? Für den Hausherrn gibt es zwei Präsumtionen, erstens begeht der Hausherr nicht das Verbot des Übernachtenlassens und zweitens läßt der Löhner seinen Lohn nicht zurück.
ה אמר רב נחמן אמר שמואל לא שנו אלא ששכרו בעדים אבל שכרו שלא בעדים מתוך שיכול לומר לו לא שכרתיך מעולם יכול לומר לו שכרתיך ונתתי לך שכרך א"ל רבי יצחק יישר וכן אמר רבי יוחנן
5 R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn er ihn vor Zeugen gemietet hat, wenn er ihn aber ohne Zeugen gemietet hat, so ist er, da er sagen könnte: ich habe dich überhaupt nicht gemietet, auch glaubhaft; wenn er sagt, ich habe dich gemietet und dir deinen Lohn bezahlt. R. Jiçḥaq sprach zu ihm: Recht so, so sagte auch R. Joḥanan. –
ו מכלל דפליג עליה ר"ל איכא דאמרי מישתא הוה שתי ליה ושתיק ליה ואיכא דאמרי מישהא הוה שהי ליה ושתיק ליה
6 Demnach streitet Reš Laqiš gegen ihn? – Manche sagen, er trankgerade und schwieg daher und manche sagen, er warteteab und schwieg.
ז איתמר נמי אמר רב מנשיא בר זביד אמר רב לא שנו אלא ששכרו בעדים אבל שכרו שלא בעדים מתוך שיכול לומר לו לא שכרתיך מעולם יכול לומר לו שכרתיך ונתתי לך שכרך
7 Es wurde auch gelehrt: R. Menasja b. Zebid sagte im Namen Rabhs: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn er ihn vor Zeugen gemietet hat, wenn er ihn aber ohne Zeugen gemietet hat, so ist er, da er sagen könnte: ich habe dich überhaupt nicht gemietet, auch glaubhaft, wenn er sagt: ich habe dich gemietet und dir deinen Lohn bezahlt.
ח אמר רמי בר חמא כמה מעליא הא שמעתא אמר ליה רבא מאי מעליותא א"כ שבועת שומרין דחייב רחמנא היכי משכחת לה מתוך שיכול לומר לו לא היו דברים מעולם יכול לומר לו נאנסו
8 Rami b. Ḥama sagte: Wie vortrefflich ist diese Lehre! Raba sprach zu ihm: Worin besteht die Vortrefflichkeit; wieso könnte demnach der Hüter-Eidvorkommen, zu dem der Allbarmherzige verpflichtet hat, [man sollte doch sagen:] da er sagen könnte, er wisse von nichts, sei er auch glaubhaft, wenn er sagt, es habe sich ein Unfall ereignet!? –
ט דאפקיד ליה בעדים מתוך שיכול לומר לו החזרתיו לך יכול לומר לו נאנסו
9 Wenn er es ihm vor Zeugen übergeben hat. – Da er sagen könnte, er habe es ihm zurückgegeben, sollte er auch glaubhaft sein, wenn er sagt, es habe sich ein Unfall ereignet!? –
י דאפקיד ליה בשטרא
10 Wenn er es ihm gegen einen Schein übergebenhat. –
יא מכלל דתרוייהו סבירא להו המפקיד אצל חבירו בעדים אין צריך להחזיר לו בעדים בשטר צריך להחזיר לו בעדים
11 Demnach wären beide der Ansicht, wenn jemand seinem Nächsten etwas vor Zeugen zur Verwahrung gibt, brauche dieser es ihm nicht vor Zeugen zurückzugeben, wenn aber gegen einen Schein, müsse er es ihm vor Zeugen zurückgeben.
יב קרי רמי בר חמא עליה דרב ששת (שמואל א כא, יג) וישם דוד את הדברים האלה בלבו דאשכחיה רב ששת לרבה בר שמואל אמר ליה תני מר מידי בשכיר אמר ליה אין תנינא שכיר בזמנו נשבע ונוטל כיצד בזמן שאמר לו שכרתני ולא נתת לי שכרי והלה אומר שכרתיך ונתתי לך שכרך אבל אמר לו שתים קצצת לי והלה אומר לא קצצתי לך אלא אחת המוציא מחבירו עליו הראיה
12 Rami b. Ḥama sprach über R. Šešeth folgenden Schriftvers:<i>da nahm sich David diese Worte zu Herzen</i>. R. Šešeth traf nämlich einst Rabba b. Šemuél und fragte ihn: Hat der Meister etwas über [das Gesetz vom] Löhner gelernt!? – Dieser erwiderte: Jawohl, ich habe folgendes gelernt: Zur Frist schwört der Löhner und erhält [seinen Lohn]; und zwar, wenn er zu ihm sagt: du hast mich gemietet und mir meinen Lohn nicht gezahlt, und jener sagt: ich habe dich gemietet und dir deinen Lohn gezahlt; wenn er aber zu ihm sagt: du hast mit mir zwei vereinbart und jener sagt: ich habe mit dir nur einen vereinbart, so hat, wer von seinem Nächsten fordert, den Beweis zu erbringen.
יג הא מדסיפא בראיה הוי רישא בלא ראיה
13 Wenn es nun im Schlußsatze heißt, daß er den Beweis erbringen müsse, so erhält er ja im Anfangsatze auch ohne Beweis.
יד אמר רב נחמן בר יצחק
14 R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: