Shevuot 91

Kapitel 91

א רישא וסיפא בראיה ראיה דלשלם קתני ראיה דשבועה לא קתני
1 Sowohl im Anfangsatze als auch im Schlußsatze erhält er nur gegen Beweis, er lehrt aber nur vom Beweise inbetreff der Zahlung, nicht aber vom Beweise inbetreff der Eidesleistung.
ב א"ר ירמיה בר אבא שלחו ליה מבי רב לשמואל ילמדנו רבינו אומן אומר שתים קצצת לי והלה אומר לא קצצתי לך אלא אחת מי נשבע אמר להן בזו ישבע בעל הבית ויפסיד אומן קציצה ודאי מידכר דכירי אינשי
2 R. Jirmeja b. Abba sagte: Aus der Schule Rabhs ließen sie Šemuél fragen: Möge uns der Meister lehren, wer schwören muß, wenn der Handwerker sagt: du hast mit mir zwei vereinbart, und jener sagt: ich habe mit dir nur einen vereinbart? Dieser erwiderte ihnen: In diesem Falle schwört der Hausherr und der Handwerker erleidet den Schaden, denn die Vereinbarung des Preises behalten die Leute bestimmt. –
ג איני והא תני רבה בר שמואל קצץ המע"ה ואי לא מייתי ראיה פקע אמאי ישבע בעל הבית ויפסיד אומן אמר רב נחמן לצדדין קתני או מביא ראיה ויטול או ישבע בעל הבית ויפסיד אומן
3 Dem ist ja aber nicht so, Rabba b. Šemuél lehrte ja, daß bei einem [Streite über den] vereinbarten Preis derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis erbringen müsse, und wenn dieser den Beweis nicht erbringt, jener nicht zu zahlen brauche; weshalb nun, sollte doch der Hausherr schwören und der Handwerker den Schaden erleiden!? – R. Naḥman erwiderte: Er lehrt dies je nachdem: entweder er erbringt den Beweis und erhält [das Verlangte], oder der Hausherr schwört und der Handwerker erleidet den Schaden.
ד מיתיבי הנותן טליתו לאומן אומן אומר קצצת לי שתים והלה אומר לא קצצתי לך אלא אחת כל זמן שטלית ביד אומן על בעה"ב להביא ראיה נתנה לו בזמנו נשבע ונוטל עבר זמנו המע"ה
4 Man wandte ein: Wenn jemand sein Gewand einem Handwerker gegeben hat, und dieser sagt, du hast mit mir zwei vereinbart, und jener sagt: ich habe mit dir nur einen vereinbart, so muß, solange das Gewand sich beim Handwerker befindet, der Eigentümer den Beweis erbringen; hat er es ihm bereits abgeliefert, so kann er, wenn er zur Frist fordert, schwören und [die Forderung] erhalten, ist die Frist verstrichen, so hat, wer von seinem Nächsten fordert, den Beweis zu erbringen.
ה בזמנו מיהא נשבע ונוטל אמאי ישבע בעה"ב ויפסיד אומן
5 Zur Frist aber kann er schwören und [die Forderung] erhalten; weshalb nun, sollte doch der Eigentümer schwören und der Handwerker den Schaden erleiden!?
ו אמר רב נחמן בר יצחק הא מני ר' יהודה היא דאמר כל זמן ששבועה נוטה אצל בעה"ב שכיר נשבע ונוטל
6 R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, wenn der Eid sich dem Hausherrn zuneigt, schwöre der Löhner und erhalte [die Forderung], –
ז הי ר' יהודה אילימא ר' יהודה דמתניתין אחמורי קא מחמיר דתנן רבי יהודה אומר עד שתהא שם מקצת הודאה
7 Welche [Lehre] R. Jehudas: wollte man sagen, [die Lehre] R. Jehudas in unserer Mišna, so ist er ja erschwerend, denn wir haben gelernt: R. Jehuda sagt, nur wenn ein Teil eingestanden wird!? –
ח אלא רבי יהודה דברייתא דתניא שכיר כל זמן שלא עבר עליו זמנו הרי זה נשבע ונוטל ואם לאו אינו נשבע ונוטל ואמר ר' יהודה אימתי בזמן שאמר לו תן לי שכרי חמשים דינר שיש לי בידך והוא אומר התקבלת מהן דינר זהב או שאמר לו שתים קצצת והלה אומר לא קצצתי לך אלא אחת
8 Vielmehr, [die Lehre] R. Jehudas in der folgenden Barajtha. Es wird nämlich gelehrt: Der Löhner kann, solange seine Frist nicht verstrichen ist, schwören und [seine Forderung] erhalten, sonstaber kann er nicht schwören und sie erhalten. Hierzu sagte R. Jehuda: Nur dann, wenn er zu ihm sagt: gib mir meinen Lohn, fünfzig Denar, die ich bei dir habe, und jener sagt: du hast davon bereits einen Gold-Denar erhalten, oder wenn er sagt: du hast mit mir zwei vereinbart, und jener sagt: ich habe mit dir nur einen vereinbart;
ט אבל אמר לו לא שכרתיך מעולם או שאמר לו שכרתיך ונתתי לך שכרך המוציא מחבירו עליו הראיה
9 wenn jener aber sagt: ich habe dich überhaupt nicht gemietet, oder: ich habe dich gemietet und dir deinen Lohn gegeben, so muß derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis erbringen.
י מתקיף לה רב שישא בריה דרב אידי אלא קצץ רבי יהודה היא ולא רבנן השתא היכי דמחמיר רבי יהודה מקילי רבנן היכא דמקיל רבי יהודה מחמרי רבנן
10 R. Šiša, Sohn des R. Idi, wandte ein: [Die Lehre von der] Preisvereinbarung vertritt also die Ansicht R. Jehudas und nicht die der Rabbanan; wenn nun, wo R. Jehuda erschwerend ist, die Rabbanan erleichternd sind, wie sollten denn, wo R. Jehuda erleichternd ist, die Rabbanan erschwerend sein!? –
יא ואלא מאי רבנן ואלא הא דתני רבה בר שמואל קצץ המוציא מחבירו עליו הראיה מני לא רבי יהודה ולא רבנן
11 Wenn etwa die der Rabbanan, wessen Ansicht vertritt demnach die Lehre des Rabba b. Šemuél, daß nämlich bei der Preisvereinbarung derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis erbringen müsse, doch weder die Ansicht R. Jehudas noch die der Rabbanan!?
יב אלא אמר רבא בהא קמיפלגי רבי יהודה סבר בדאורייתא עבדו ליה תקנתא לשכיר ובדרבנן הואי תקנתא ותקנתא לתקנתא לא עבדינן
12 Vielmehr, erklärte Raba, besteht ihr Streit in folgendem: R. Jehuda ist der Ansicht, bei einer [Verordnung] der Toratrafen sie eine Vorsorge für den Löhner, während eine rabbanitischean und für sich eine Vorsorge ist, und wir keine Vorsorge für eine Vorsorge treffen,
יג ורבנן סברי בדרבנן נמי עבדינן תקנתא לשכיר וקציצה מידכר דכיר:
13 die Rabbanan aber sind der Ansicht, auch bei einer rabbanitischen trafen sie eine Vorsorge für den Löhner; die Preisvereinbarung aber behält man.
יד נגזל כיצד היו מעידין אותו שנכנס לביתו למשכנו כו': ודלמא לא משכנו מי לא אמר רב נחמן האי מאן דנקיט נרגא בידיה ואמר איזיל ואקטליה לדקלא דפלניא ואשתכח דקטיל ושדי לא אמרינן דהוא קטליה
14 D<small>ER BERAUBTE, ZUM</small> B<small>EISPIEL</small>: W<small>ENN</small> Z<small>EUGEN BEKUNDEN, DASS ER UNBEFUGT IN SEIN</small> H<small>AUS EINGETRETEN IST, UM IHN ZU PFÄNDEN</small> &amp;<small>C</small>. Vielleicht hat er ihn nicht gepfändet, sagte etwa nicht R. Naḥman, daß, wenn jemand eine Axt in die Hand nimmt und sagt, er gehe die Dattelpalme von jenem niederhauen, und man sie später niedergehauen findet, wir nicht sagen, dieser habe sie niedergehauen.
טו אלמא עביד איניש דגזים ולא עביד הכא נמי דגזים ולא עביד אימא ומשכנו וליחזי מאי משכנו אמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן בטוענו כלים הניטלין תחת כנפיו
15 Wir sehen also, ein Mensch drohe ohne es auszuführen, ebenso [sollte man] auch hierbei [sagen], er habe nur gedroht und es nicht ausgeführt!? – Sage: und gepfändet hat. – Sehe man doch, was er gepfändet hat!? Raba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Wenn er von ihm Geräte fordert, die man unter den Schlagfittig nehmen kann.
טז אמר רב יהודה ראוהו שהטמין כלים תחת כנפיו ויצא
16 R. Jehuda sagte: Wenn man einen Geräte unter seinen Schlagfittig nehmen und herausgehen gesehen hat,