Sotah 32

Kapitel 32

א כדלעת מני ר"ע היא דדריש ריבויי ומיעוטי דתניא (ויקרא יד, ט) והיה ביום השביעי יגלח את כל שערו ריבה את ראשו ואת זקנו ואת גבות עיניו מיעט ואת כל שערו יגלח חזר וריבה ריבה ומיעט וריבה ריבה הכל
1 während die Lehre ‘wie ein Kürbis’nach R. A͑qiba ist, der[die Regel von der] Einschließung und Ausschließung anwendet. Es wird nämlich gelehrt: <i>Und am siebenten Tage schere er sein ganzes Haar</i>, einschließend; <i>seinen Kopf, seinen Bart und seine Augenbrauen</i>, ausschließend; <i>sein ganzes Haar soll er scheren</i>, wiederum einschließend; und wenn auf eine Einschließung eine Ausschließung und wiederum eine Einschließung folgt, so ist alles einbegriffen.
ב מאי ריבה ריבה דכוליה גופיה ומאי מיעט מיעט שיער שבתוך החוטם
2 Einbegriffen ist [das Haar] am ganzen Körper und ausgeschlossen ist das Haar in der Nase.
ג מאי הוי עלה ת"ש דאמר רב הונא בר אשי אמר רב אין שם עפר מביא רקבובית ירק ומקדש
3 Wie bleibt es damit? – Komm und höre: R. Hona b. Aši sagte im Namen Rabhs: Ist da keine Erde vorhanden, so hole er Moder von Kräutern und heilige ihn.
ד ולא היא רקבובית ירק הוא דהואי עפר אפר לא הואי עפר
4 Dies ist aber nichts; Moder von Kräutern ist Erde, Asche aber ist keine Erde.
ה כדי שיראה על המים תנו רבנן שלשה צריכין שיראו עפר סוטה ואפר פרה ורוק יבמה משום רבי ישמעאל אמרו אף דם צפור
5 D<small>ASS SIE AUF DEM</small> W<small>ASSER ZU SEHEN IST</small>. Die Rabbanan lehrten: Drei Dinge müssen zu sehen sein: die Erde der Ehebruchsverdächtigten, die Asche von der [roten] Kuhund der Speichel der Eheschwägerin.
ו מאי טעמא דרבי ישמעאל דכתיב (ויקרא יד, נא) וטבל אותם בדם הצפור וגו' ותניא בדם יכול בדם ולא במים ת"ל במים אי מים יכול במים ולא בדם ת"ל בדם הא כיצד מביא מים שדם ציפור ניכר בהן וכמה רביעית
6 Im Namen R. Jišma͑éls sagten sie, auch das Blut des Vogels. Was ist der Grund R. Jišma͑éls? – Es heißt:<i>er tauche sie &amp;c. in das Blut des Vogels &amp;c</i>. Und hierzu wird gelehrt: <i>In das Blut</i>; man könnte glauben, in das Blut, und nicht in das Wasser, so heißt es <i>Wasser</i>; aus [dem Worte] <i>Wasser</i> könnte man entnehmen, in das Wasser und nicht in das Blut, so heißt es <i>in das Blut</i>. Wie ist dies zu erklären? Er hole soviel Wasser, daß das Blut des Vogels darin zu merken sei. – Wieviel ist dies? – Ein Viertel[log]. –
ז ורבנן ההוא לגופיה דהכי קאמר רחמנא אטביל בדם ובמים
7 Und die Rabbanan!? – Dies ist an sich nötig; der Allbarmherzige sagt damit, daß er sie in das Blut und in das Wasser tauche. –
ח ורבי ישמעאל אם כן לכתוב רחמנא וטבל בהם בדם ובמים למה לי לניכר
8 Und R. Jišma͑él!? – Demnach sollte der Allbarmherzige geschrieben haben: er tauche sie in diese, wenn er aber das Blut und das Wasser nennt, [so lehrt dies,] daß es kenntlich sein müsse. –
ט ורבנן אי כתב רחמנא וטבל בהם הוה אמינא האי לחודיה והאי לחודיה כתב רחמנא בדם ובמים לערבן
9 Und die Rabbanan!? – Würde der Allbarmherzige geschrieben haben: er tauche sie in diese, so könnte man glauben, in das eine besonders und in das andere besonders, daher nennt er das Blut und das Wasser, daß man sie mische. –
י ור' ישמעאל לערבן קרא אחרינא כתיב (ויקרא יד, ה) ושחט את הצפור האחת וגו'
10 Und R. Jišma͑él!? – Daß man sie mische, lehrt ein anderer Schriftvers:<i>er schlachte den einen Vogel &amp;c</i>. – Und die Rabbanan!? –
יא ורבנן אי מההוא הוה אמינא לישחטיה סמוך למנא ונינקטינהו לוורידין ולקבליה לדם במנא אחרינא קמ"ל
11 Aus diesem Schriftverse könnte man entnehmen, man schlachte ihn in der Nähe des Gefäßes, halte die Schlagadern fest und nehme das Blut in ein anderes Gefäß auf, so lehrt er uns.
יב בעא מיניה ר' ירמיה מר' זירא גדולה ומדחת את המים קטנה ונדחית מפני המים מהו
12 R. Jirmeja fragte R. Zera: Wie ist es, wenn er groß ist und [sein Blut] das Wasser verdrängt, oder klein ist und es vom Wasser verdrängt wird?
יג א"ל לאו אמינא לך לא תפיק נפשך לבר מהילכתא בצפור דרור שיערו רבנן אין לך גדולה שמדחת את המים ואין לך קטנה שנדחית מפני המים
13 Dieser erwiderte: Sagte ich dir etwa nicht, daß du nicht über die Halakha hinaus grübeln sollst!? Die Rabbanan berechneten dies bei einer Schwalbe, und diese ist weder so groß, das Wasser zu verdrängen, noch so klein, vom Wasser verdrängt zu werden.
יד ת"ר הקדים עפר למים פסול ור' שמעון מכשיר מ"ט דרבי שמעון
14 Die Rabbanan lehrten: Hat er die Erde früher als das Wasser hineingetan, so ist es untauglich, nach R. Šimo͑n aber tauglich. Was ist der Grund R. Šimo͑ns? –
טו דכתיב (במדבר יט, יז) ולקחו לטמא מעפר שריפת החטאת ותניא אמר ר"ש וכי עפר הוא והלא אפר הוא שינה הכתוב במשמעו לדון הימנו גזירה שוה נאמר כאן עפר ונאמר להלן עפר מה להלן עפר על גבי מים אף כאן עפר על גבי מים
15 Es heißt:<i>man nehme für den Unreinen von der Erde des verbrannten Sündopfers</i>, und hierzu wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Ist es denn Erde, es ist ja Asche!? Die Schrift hat deshalb einen unrichtigen Ausdruck gewählt, damit man [einen Schluß durch] Wortanalogie folgere: hierbei heißt es <i>Erde</i> und dortheißt es <i>Erde</i>, wie dort die Erde auf das Wasser, ebenso hierbei die Erde auf das Wasser;
טז ומה כאן הקדים עפר למים כשר אף להלן הקדים עפר למים כשר
16 und wie es ferner hierbei tauglich ist, wenn er die Erde früher als das Wasser [hineingeschüttet hat], ebenso ist es auch dort tauglich, wenn er die Erde früher als das Wasser [hineingeschüttet hat]. –
יז והתם מנלן תרי קראי כתיבי כתיב עליו אלמא אפר ברישא וכתיב מים חיים אל כלי אלמא מים ברישא הא כיצד רצה זה נותן רצה זה נותן
17 Woher dies hierbei? – Es sind da zwei Schriftverse vorhanden; es heißt:<i>darauf</i>, wonach die Asche zuerst hineinkommt, und es heißt:<i>lebendiges Wasser in ein Gefäß</i>, wonachdas Wasser zuerst hineinkommt; wie ist dies nun zu erklären? Er kann nach Belieben das eine oder das andere [zuerst] hineintun. –
יח ורבנן אל כלי דוקא עליו לערבן
18 Und die Rabbanan!? – <i>In ein Gefäß</i>, nurso; <i>darauf</i>, daß man sie mische. –
יט ואימא עליו דוקא אל כלי שתהא חיותן בכלי
19 Vielleicht aber: <i>darauf</i>, nurso; <i>in ein Gefäß</i>, daß es im Gefäße lebendigsein müsse!? –
כ מה מצינו בכל מקום מכשיר למעלה אף כאן מכשיר למעלה
20 Wie wir sonst überall finden, daß das Tauglichmachende sich oben befindet, ebenso auch hierbei das Tauglichmachendeoben.