Sotah 39

Kapitel 39

א קשיא דר' עקיבא אדרבי עקיבא התם אמר מחיקה מעכבא והכא אמר קומץ מעכב
1 R. A͑qiba befindet sich ja aber mit sich selbst in einem Widerspruche: dort sagt er, daß esvom Verwischen abhängig sei, und hier sagt er, daß es von [der Darbringung] der Handvoll abhängig sei!? –
ב תרי תנאי ואליבא דר"ע
2 Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. A͑qibas.
ג איבעיא להו אמרה איני שותה מחמת בריותא וחזרה ואמרה שותה אני מהו כיון דאמרה איני שותה טמאה אני קאמרה וכיון דאחזיק נפשה בטומאה לא מציא הדרה בה או דילמא כיון דאמרה שותה אני גליא דעתה דמחמת ביעתותא הוא דאמרה תיקו
3 Sie fragten: Wie ist es, wenn sie zuerst aus Mutwillen gesagt hat, sie wolle nicht trinken, und später zurücktritt und sagt, sie wolle trinken? Ist es, wenn sie gesagt hat, sie wolle nicht trinken, ebenso als würde sie gesagt haben, sie habe sich verunreinigt, und da sie sich als unrein bekannt hat, kann sie nicht mehr zurücktreten, oder aber bekundet sie durch den Willen zu trinken, daß sie es vorher nur aus Angst gesagt hatte? – Dies bleibt unentschieden.
ד אמר אבוה דשמואל צריך שיתן מר לתוך המים מ"ט דאמר קרא מי המרים שמרים כבר
4 Der Vater Šemuéls sagte: Man muß etwas Bitteres in das Wasser tun, denn die Schrift sagt:<i>das bittere Wasser</i>, das bereits vorher bitter war.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> עד שלא נמחקה המגילה אמרה איני שותה מגילתה נגנזת ומנחתה מתפזרת על הדשן ואין מגילתה כשרה להשקות בה סוטה אחרת נמחקה המגילה ואמרה טמאה אני המים נשפכין ומנחתה מתפזרת על בית הדשן נמחקה המגילה ואמרה איני שותה מערערין אותה ומשקין אותה בעל כרחה
5 <b>W</b><small>ENN SIE BEVOR DIE</small> R<small>OLLE VERWISCHT WORDEN IST SAGT</small>, <small>SIE WOLLE NICHT TRINKEN</small>, <small>SO WIRD DIE</small> R<small>OLLE VERSTECKT UND IHR</small> S<small>PEISOPFER AUF DIE</small> A<small>SCHE GESTREUT</small>. I<small>HRE</small> R<small>OLLE IST NICHT MEHR BRAUCHBAR</small>, <small>DAMIT EINE ANDERE</small> E<small>HEBRUCHSVERDÄCHTIGTE TRINKEN ZU LASSEN</small>. W<small>ENN DIE</small> R<small>OLLE BEREITS VERWISCHT WORDEN IST UND SIE SAGT</small>, <small>SIE HABE SICH VERUNREINIGT</small>, <small>SO WIRD DAS</small> W<small>ASSER AUSGESCHÜTTET UND IHR</small> S<small>PEISOPFER AUF DIE</small> A<small>SCHE GESTREUT</small>. W<small>ENN DIE</small> R<small>OLLE BEREITS VERWISCHT WORDEN IST UND SIE SAGT</small>, <small>SIE WOLLE NICHT TRINKEN</small>, <small>SO WENDE MAN</small> G<small>EWALT AN UND ZWINGE SIE ZU TRINKEN</small>.
ו אינה מספקת לשתות עד שפניה מוריקות ועיניה בולטות והיא מתמלאת גידין והם אומרים הוציאוה שלא תטמא העזרה
6 K<small>AUM IST SIE MIT DEM</small> T<small>RINKEN FERTIG</small>, <small>SO WIRD IHR</small> G<small>ESICHT GELB</small>, <small>DIE</small> A<small>UGEN TRETEN HERVOR UND DIE</small> A<small>DERN SCHWELLEN IHR AN</small>. M<small>AN LÄSST SIE HINAUSBRINGEN</small>, <small>DAMIT SIE DEN</small> T<small>EMPELHOF NICHT VERUNREINIGE</small>.
ז אם יש לה זכות היתה תולה לה יש זכות תולה שנה אחת יש זכות תולה ב' שנים יש זכות תולה ג' שנים מכאן אומר בן עזאי חייב אדם ללמד את בתו תורה שאם תשתה תדע שהזכות תולה לה ר"א אומר כל המלמד בתו תורה (כאילו) לומדה תפלות
7 H<small>AT SIE EIN</small> V<small>ERDIENST</small>, <small>SO HÄLT ES</small> [<small>DIE</small> W<small>IRKUNG</small>] <small>ZURÜCK</small>; <small>MANCHES</small> V<small>ERDIENST HÄLT SIE EIN</small> J<small>AHR ZURÜCK</small>, <small>MANCHES ZWEI</small> J<small>AHRE UND MANCHES DREI</small> J<small>AHRE</small>. H<small>IERAUS FOLGERTE</small> B<small>EN</small> A͑<small>ZAJ</small>, <small>DASS MAN VERPFLICHTET SEI</small>, <small>SEINE</small> T<small>OCHTER DIE</small> T<small>ORA ZU LEHREN</small>, <small>DAMIT SIE</small>, <small>WENN SIE TRINKEN MUSS</small>, <small>WISSE</small>, <small>DASS DAS</small> V<small>ERDIENST IHR BEISTEHE</small>. R. E<small>LIE͑ZER SAGTE</small>: W<small>ER SEINE</small> T<small>OCHTER DIE</small> T<small>ORA LEHRT</small>, <small>LEHRT SIE</small> A<small>USSCHWEIFUNG</small>.
ח ר' יהושע אומר רוצה אשה בקב ותפלות מט' קבין ופרישות הוא היה אומר חסיד שוטה ורשע ערום ואשה פרושה ומכות פרושין הרי אלו מבלי עולם
8 R. J<small>EHOŠUA͑ SAGTE</small>: E<small>INER</small> F<small>RAU IST EIN</small> K<small>AB</small><small>UND</small> A<small>USSCHWEIFUNG LIEBER ALS NEUN</small> K<small>AB UND</small> E<small>NTHALTSAMKEIT</small>. E<small>R PFLEGTE ZU SAGEN</small>: E<small>IN DUMMER</small> F<small>RÖMMLING</small>, <small>EIN LISTIGER</small> B<small>ÖSEWICHT</small>, <small>EINE PHARISÄISCHE</small>F<small>RAU UND DIE</small> S<small>CHLÄGE</small><small>DER</small> P<small>HARISÄER</small>, <small>DAS SIND DIEJENIGEN</small>, <small>DIE DIE</small> W<small>ELT ZUGRUNDE RICHTEN</small>.
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> א"ר יהודה אמר שמואל משום ר"מ כשהייתי למד תורה אצל ר"ע הייתי מטיל קנקנתום לתוך הדיו ולא אמר לי דבר כשבאתי אצל ר' ישמעאל א"ל בני מה מלאכתך אמרתי לו לבלר אני אמר לי בני הוי זהיר שמלאכתך מלאכת שמים היא שמא תחסיר אות אחת או תתיר אות אחת נמצאת אתה מחריב את כל העולם כלו
9 GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls im Namen R. Meírs: Als ich die Tora bei R. A͑qiba lernte, pflegte ich Vitriol in die Tinte zu tun, und er sagte mir nichts. Als ich aber [später] zu R. Jišma͑él kam, fragte er mich: Mein Sohn, was ist deine Beschäftigung? Ich erwiderte ihm: Ich bin [Tora]schreiber. Da sprach er zu mir: Mein Sohn, sei vorsichtig bei deiner Arbeit, denn sie ist eine Gottesarbeit; wenn du einen Buchstaben ausläßt oder einen Buchstaben zuviel [schreibst], zerstörst du die ganze Welt.
י אמרתי לו דבר אחד יש לי שאני מטיל לתוך הדיו וקנקנתום שמו אמר לי וכי מטילין קנקנתום לתוך הדיו התורה אמרה ומחה כתב שיוכל למחות
10 Ich erwiderte ihm: Ich habe etwas, das ich in die Tinte tue, es ist Vitriol. Hierauf sprach er zu mir: Darf man denn Vitriol in die Tinte tun, die Tora sagt ja: <i>er verwische</i>, eine Schrift, die sich verwischenläßt!? –
יא מאי קא"ל ומאי קא מהדר ליה
11 Was sagte ihm jener und was erwiderte ihm dieser? –
יב הכי קא"ל לא מבעיא בחסירות ויתירות דבקי אנא אלא אפילו למיחש לזבוב דדילמא אתי ויתיב אתגיה דדלי"ת ומחיק ליה ומשוי ליה רי"ש דבר אחד יש לי שאני מטיל לתוך הדיו וקנקנתום שמו
12 Er sprach zu ihm wie folgt: selbstverständlich bin ich kundig im Schreiben der defekten und vollenWorte, aber ich brauche auch nicht zu befürchten, eine Fliege könnte sich auf das Häkchen des Daleth setzen, es verwischen und daraus ein Rešmachen, denn ich habe etwas, das ich in die Tinte tue, nämlich Vitriol. –
יג איני והא תניא אמר רבי מאיר כשהייתי למד תורה אצל ר' ישמעאל הייתי מטיל קנקנתום לתוך הדיו ולא אמר לי דבר כשבאתי אצל ר"ע אסרה עלי
13 Dem widersprechend wird ja aber gelehrt: R. Meír sagte: Als ich die Tora bei R. Jišma͑él lernte, pflegte ich Vitriol in die Tinte zu tun, und er sagte mir nichts. Als ich aber [später] zu R. A͑qiba kam, verbot er es mir.
יד קשיא שמוש אשמוש קשיא אסרה אאסרה
14 Hier besteht also ein Widerspruch sowohl hinsichtlich des Lernensals auch hinsichtlich des Verbotes!?
טו בשלמא שמוש אשמוש לא קשיא מעיקרא אתא לקמיה דר' עקיבא כיון דלא מצי קם אליביה אתא לקמיה דר"י וגמר גמרא הדר אתא לקמיה דר"ע סבר סברא
15 Allerdings ist der Widerspruch hinsichtlich des Lernens zu erklären: er kam zuerst zu R. A͑qiba, und da er ihn nichtverstand, ging er zu R. Jišma͑él, bei dem er die Tora lernte, und er kehrte dann zu R. A͑qiba zurück, dessen Erläuterungen er dann verstand;
טז אלא אסרה אאסרה קשיא קשיא
16 aber hinsichtlich des Verbotes besteht ja ein Widerspruch!? – Dem ist auch so.
יז תניא רבי יהודה אומר אומר היה ר"מ לכל מטילין קנקנתום לתוך הדיו
17 Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: R. Meír sagt, man dürfe zu jedem Behufe Vitriol in die Tinte tun,