Sotah 40

Kapitel 40

א חוץ מפרשת סוטה בלבד רבי יעקב אומר משמו חוץ מפרשת סוטה של מקדש מאי בינייהו א"ר ירמיה למחוק לה מן התורה איכא בינייהו
1 nur nicht zum Abschnitte der Ehebruchsverdächtigten. R. Jáqob sagt in dessen Namen, nur nicht zum Abschnitte der Ehebruchsverdächtigten im Tempel. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? R. Jirmeja erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, ob man ihn aus einer Torarolle verwischendarf.
ב והני תנאי כי הני תנאי דתניא אין מגילתה כשירה להשקות בה סוטה אחרת רבי אחי בר יאשיה אומר מגילתה כשירה להשקות בה סוטה אחרת
2 Diese Tannaím führen denselben Streit wie die Tannaím der folgenden Lehre: Ihre Rolleist zum Trinkenlassen einer anderen Ehebruchsverdächtigten nicht brauchbar. R. Aḥi b. Jošija sagt, ihre Rolle sei zum Trinkenlassen einer anderen Ehebruchsverdächtigten wohl brauchbar.
ג אמר רב פפא דילמא לא היא עד כאן לא קאמר ת"ק התם אלא כיון דאינתיק לשום רחל לא הדרא מינתקא לשום לאה אבל תורה דסתמא כתיבה הכי נמי דמחקינן
3 R. Papa erwiderte: Vielleicht ist dem nicht so; der erste Autorist dieser Ansicht nur in diesem Falle, denn da [die Rolle] für Raḥel [geschrieben] worden ist, ist sie für Lea nicht brauchbar, [der Abschnitt] aus der Tora aber, der ohne Bestimmung geschrieben worden ist, darf wohl verwischtwerden.
ד אמר רב נחמן בר יצחק דילמא לא היא עד כאן לא קאמר רבי אחי בר יאשיה התם אלא במגילה דאיכתוב לשום אלות בעולם אבל תורה דלהתלמד כתיבה הכי נמי דלא מחקינן
4 R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Vielleicht ist dem nicht so; R. Aḥi b. Jošija ist dieser Ansicht nur in diesem Falle, wo die Rolle immerhin zur Verfluchung geschrieben wordenist, der Abschnitt aus der Tora aber, der nur zum Studium geschrieben worden ist, ist zum Verwischen nicht brauchbar. –
ה ורבי אחי בר יאשיה לית ליה כתב לגרש את אשתו ונמלך מצאו בן עירו ואמר לו שמי כשמך ושם אשתי כשם אשתך פסול לגרש בו
5 Hält denn R. Aḥi b. Jošija nichts von folgender Lehre? Wenn jemand einen Scheidebrief für seine Frau geschrieben hat und [von der Scheidung] abgekommen ist, und darauf ein Mitbürger ihn trifft und zu ihm spricht: du heißt wie ich und deine Frau heißt wie meineFrau, so ist der Scheidebrief für diesen unbrauchbar. –
ו אמרי התם (דברים כד, א) וכתב לה אמר רחמנא בעינן כתיבה לשמה הכא נמי (במדבר ה, ל) ועשה לה מאי עשייה מחיקה
6 Ich will dir sagen, da sagt der Allbarmherzige:<i>er schreibe ihr</i>, wonach das Schreiben auf ihren Namen erfolgen muß, hierbei aber heißt es:<i>er tue mit ihr</i>, und unter tun ist das Verwischenzu verstehen.
ז אינה מספקת לשתות עד שפניה [כו'] מני ר"ש היא דאמר מקריב את מנחתה ואח"כ משקה דכמה דלא קרבה מנחתה לא בדקי לה מיא דכתיב (במדבר ה, טו) מנחת זכרון מזכרת עון
7 K<small>AUM IST SIE MIT DEM</small> T<small>RINKEN FERTIG</small>, <small>SO WIRD IHR</small> G<small>ESICHT</small> &amp;<small>C</small>. Der Autor dieser Lehre ist wohl R. Šimo͑n, welcher sagt, zuerst bringe er ihr Speisopfer dar und nachher lasse er sie trinken, da bevor ihr Speisopfer dargebracht worden ist, das Wasser sie nicht prüft, denn es heißt: <i>ein Speisopfer der Erinnerung, eine Erinnerung der Sünde</i>.
ח אימא סיפא יש לה זכות היתה תולה לה אתאן לרבנן דאי ר"ש האמר אין זכות תולה במים המרים
8 Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: hat sie ein Verdienst, so hält es [die Wirkung] zurück; dies vertritt ja die Ansicht der Rabbanan, denn R. Šimo͑n sagt, das Verdienst halte [die Wirkung] des Fluchwassers nicht zurück!?
ט אמר רב חסדא הא מני ר"ע היא דאמר מקריב את מנחתה ואח"כ משקה ובזכות סבר לה כרבנן
9 R. Ḥisda erwiderte: Hier ist die Ansicht R. A͑qibas vertreten, welcher ebenfalls sagt, zuerst bringe er ihr Speisopfer dar und nachher lasse er sie trinken, und hinsichtlich des Verdienstes ist er der Ansicht der Rabbanan.
י והם אומרים הוציאוה וכו' מ"ט דדילמא מתה למימרא דמת אסור במחנה לויה
10 M<small>AN LÄSST SIE HINAUSBRINGEN</small> &amp;<small>C</small>. Wohl aus dem Grunde, weil sie sterben könnte, somit darf demnach eine Leiche nicht in das levitische Lagerkommen,
יא והתניא טמא מת מותר ליכנס למחנה לויה ולא טמא מת בלבד אמרו אלא אפילו מת עצמו שנאמר (שמות יג, יט) ויקח משה את עצמות יוסף עמו עמו במחיצתו
11 und [dem widersprechend] wird gelehrt, daß der an einem Toten Verunreinigte in das levitische Lager kommen dürfe, und daß sie dies nicht nur von einem an einem Toten Verunreinigten gesagt haben, sondern auch vom Toten selbst, denn es heißt:<i>und Moše nahm die Gebeine Josephs mit sich</i>, mit sich in sein Gebiet!?
יב אמר אביי שמא תפרוס נדה למימרא דבעיתותא מרפיא אין דכתיב (אסתר ד, ד) ותתחלחל המלכה מאד ואמר רב שפירסה נדה והא אנן תנן חרדה מסלקת דמים פחדא צמית ביעתותא מרפיא
12 Abajie erwiderte: Sie könnte Menstruation bekommen. – Demnach schwächt der Schreck? – Freilich, denn es heißt:<i>und die Königin wurde von einem heftigen Schreck befallen</i>, und Rabh erklärte, sie bekam Menstruation. – Wir haben ja aber eine Lehre, daß die Angst das Blut zurückhalte!? – Die Angst hält es zurück, der [plötzliche] Schreck schwächt.
יג יש לה זכות היתה וכו' מני מתני' לא אבא יוסי בן חנן ולא ר"א בן יצחק איש כפר דרום ולא רבי ישמעאל
13 H<small>AT SIE EIN</small> V<small>ERDIENST</small>, <small>SO</small> &amp;<small>C</small>. Wessen Ansicht vertritt unsere Mišna, weder die des Abba Jose b. Ḥanan noch die des R. Elea͑zar b. Jiçḥaq aus Kephar Darom noch die des R. Jišma͑él!?
יד דתניא אם יש לה זכות תולה לה שלשה חדשים כדי הכרת העובר דברי אבא יוסי בן חנן ר"א בן יצחק איש כפר דרום אומר ט' חדשים שנאמר (במדבר ה, כח) ונקתה ונזרעה זרע ולהלן הוא אומר (תהלים כב, לא) זרע יעבדנו יסופר זרע הראוי לספר
14 Es wird nämlich gelehrt: Wenn sie ein Verdienst hat, so hält es [die Wirkung] drei Monate zurück, bis die Schwangerschaft zu merken ist – so Abba Jose b. Ḥanan. R. Elea͑zar b. Jiçḥaq aus Kephar Darom sagt, neun Monate, denn es heißt:<i>so wird sie ungestraft bleiben und Samen empfangen</i>, und dort heißt es:<i>Samen wird ihm dienen, erzählt wird &amp;c</i>.; wie es dort ein Samen ist, der zu erzählen geeignet ist, ebenso auch hierbei ein Samen, der zu erzählen geeignet ist.
טו רבי ישמעאל אומר שנים עשר חדש ואע"פ שאין ראיה לדבר זכר לדבר דכתיב (דניאל ד, כד) להן מלכא מלכי ישפר עליך וחטיך בצדקה פרוק ועויתך במיחן ענין
15 R. Jišma͑él sagt, zwölf Monate, und obgleich es keinen Beweis dafür gibt, so gibt es eine Andeutung, denn es heißt:<i>darum, o König, lasse dir meinen Rat gefallen und mache deine Sünden gut durch Frömmigkeit und deine Missetaten durch Barmherzigkeit</i> <i>gegen die Armen; </i>