Sotah 64

Kapitel 64

א ולנו במקומן
1 UND ÜBERNACHTETEN AUF IHREM P<small>LATZE</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> פרשת סוטה מנלן דכתיב (במדבר ה, כא) ואמר הכהן לאשה בכל לשון שהוא אומר
2 GEMARA. Woher dies vom Abschnitte der Ehebruchsverdächtigten? – Es heißt:<i>der Priester spreche zum Weibe</i>, in jeder Sprache, die er spricht.
ג תנו רבנן משמיעין אותה בכל לשון שהיא שומעת על מה היא שותה ובמה היא שותה על מה נטמאת ובמה היא נטמאת
3 Die Rabbanan lehrten: Man erkläre ihr in irgend einer Sprache, die sie versteht, weshalb sie trinken muß, woraus sie trinken muß, wodurch sie sich verunreinigt hat und wieso sie sich verunreinigt hat.
ד על מה היא שותה על עסקי קינוי וסתירה ובמה היא שותה במקידה של חרש
4 Weshalb sie trinken muß: wegen der Verwarnung und des Sichverbergens; woraus sie trinken muß: aus einem irdenen Becher;
ה על מה נטמאת על עסקי שחוק וילדות ובמה היא נטמאת בשוגג או במזיד באונס [או] ברצון וכל כך למה שלא להוציא לעז על מים המרים
5 wodurch sie sich verunreinigt hat: durch Scherz und Kinderei; wieso sie sich verunreinigt hat: ob fahrlässig oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig. – Weshalb dies alles? – Um nicht das Fluchwasser in Verdacht zu bringen.
ו וידוי מעשר מנלן דכתיב (דברים כו, יג) ואמרת לפני ה' אלהיך בערתי הקודש מן הבית ויליף אמירה מסוטה בכל לשון שהוא אומר
6 D<small>AS</small> B<small>EKENNTNIS DES</small> Z<small>EHNTEN</small>. Woher dies? – Es heißt:<i>du sollst vor dem Herrn, deinem Gott, sprechen: ich habe das Geheiligte aus dem Hause geräumt</i>, und [durch das Wort] <i>sprechen</i>ist von der Ehebruchsverdächtigten zu folgern, daß es ebenfalls in jeder beliebigen Sprache erfolgen dürfe.
ז א"ל רב זביד לאביי ולילף אמירה מלוים מה להלן בלשון הקודש אף כאן בלשון הקודש
7 R. Zebid sprach zu Abajje: Soll doch [durch das Wort] <i>sprechen</i>, das bei den Levitengebraucht wird, gefolgert werden: wie bei diesen in der Heiligensprache, ebenso auch hierbei in der Heiligensprache!? –
ח דנין אמירה גרידתא מאמירה גרידתא ואין דנין אמירה גרידתא מענייה ואמירה
8 Man folgere von [den Worten] <i>anheben</i> und <i>sprechen</i>hinsichtlich [der Worte] <i>anheben</i> und <i>sprechen</i>, nicht aber folgere man von [den Worten] <i>anheben</i> und <i>sprechen</i> hinsichtlich [des Wortes] <i>sprechen</i> allein.
ט תניא רשב"י אומר אדם אומר שבחו בקול נמוך וגנותו בקול רם
9 Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Ein Mensch spreche sein Lob mit leiser Stimme und seinen Tadel mit lauter Stimme.
י שבחו בקול נמוך מן וידוי המעשר גנותו בקול רם ממקרא ביכורים
10 Sein Lob mit leiser Stimme, wie dies beim Bekenntnisse des Zehnten der Fallist; seinen Tadel mit lauter Stimme, wie dies beim Lesen des Erstlingsabschnittes der Fallist. –
יא וגנותו בקול רם והאמר רבי יוחנן משום רבי שמעון בן יוחי מפני מה תקנו תפלה בלחש כדי שלא לבייש את עוברי עבירה שהרי לא חלק הכתוב מקום בין חטאת לעולה
11 Wieso seinen Tadel mit lauter Stimme, R. Joḥanan sagte ja im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj, daß sie deshalb angeordnet haben, das Gebet leise zu sprechen, um die Sündernicht zu beschämen, denn die Schrift hat auch zwischen einem Sündopfer und einem Brandopfer nicht unterschieden!? –
יב לא תימא גנותו אלא אימא צערו כדתניא (ויקרא יג, מה) וטמא טמא יקרא צריך להודיע צערו לרבים ורבים מבקשים עליו רחמים וכל מי שאירע בו דבר צריך להודיע לרבים ורבים מבקשים עליו רחמים
12 Lies nicht: seinen Tadel, sondern: sein Leid. So wird auch gelehrt:<i>Unrein! unrein! rufe er</i>, [der Aussätzige] muß sein Leid dem Publikum kund tun, damit das Publikum für ihn um Erbarmen flehe. Ebenso soll jeder, dem etwas passiert ist, sein Leid dem Publikum kund tun, damit das Publikum für ihn um Erbarmen flehe.
יג גופא א"ר יוחנן משום רבי שמעון בן יוחי מפני מה תיקנו תפלה בלחש שלא לבייש את עוברי עבירה שהרי לא חלק הכתוב מקום בין חטאת לעולה
13 Der Text. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Man ordnete deshalb an, das Gebet leise zu sprechen, um die Sünder nicht zu beschämen, denn die Schrift hat auch zwischen einem Sündopfer und einem Brandopfer nicht unterschieden.
יד ולא והא איכא דמים דם חטאת למעלה ודם עולה למטה התם כהן הוא דידע
14 Etwa nicht, [ein Unterschied] erfolgt ja beim Blut[sprengen]: das Blut des Sündopfers wird obenund das Blut des Brandopfers wird unten[gesprengt]!? – Da weiß es nur der Priester. –
טו והאיכא חטאת נקבה עולה זכר התם מיכסיא באליה
15 Es gibt ja noch folgenden: als Sündopfer wird ein Weibchen und als Brandopfer wird ein Männchen dargebracht!? – Siewerden mit dem Fettschwanz bedeckt. –
טז תינח כבשה שעירה מאי איכא למימר התם איהו דקא מיכסיף נפשיה דאיבעי ליה לאיתויי כבשה וקא מייתי שעירה
16 Allerdings bei einem Lamme, wieso aber bei einer Ziege!? – Er selber ist es, der sich beschämt; er könnte ein Lamm darbringen, und bringt eine Ziege dar. –
יז חטאת דעבודת כוכבים דלא סגי דלאו שעירה מאי איכא למימר התם ניכסיף וניזיל כי היכי דנכפר ליה
17 Wie ist es aber hinsichtlich des Sündopfers wegen Götzendienstes zu erklären, als welches er nichts anderes als eine Ziege darbringen kann!? – In diesem Falle soll er auch beschämt werden, damit ihm vergeben werde.
יח קרית שמע מנלן דכתיב (דברים ו, ד) שמע ישראל בכל לשון שאתה שומע
18 D<small>AS</small> Š<small>EMA͑</small>. Woher dies? – Es heißt:<i>höre Jisraél</i>, in jeder Sprache, die du verstehst.
יט תנו רבנן קרית שמע ככתבה דברי רבי וחכמים אומרים בכל לשון
19 Die Rabbanan lehrten: Das Šema͑lesen hat in der Urschrift[zu erfolgen] – so Rabbi; die Weisen sagen, in jeder Sprache.
כ מאי טעמא דרבי אמר קרא (דברים ו, ו) והיו בהווייתן יהו
20 Was ist der Grund Rabbis? – Die Schrift sagt:<i>sie sollen sein</i>, sie müssen bei ihrem Sein verbleiben. –
כא ורבנן אמר קרא שמע בכל לשון שאתה שומע
21 Und der der Rabbanan? – Die Schrift sagt: <i>höre</i>, in jeder Sprache, die du verstehst. –
כב ורבנן נמי הא כתיב והיו ההוא שלא יקראנה למפרע
22 Und die Rabbanan, es heißt ja auch: <i>sie sollen sein</i>!? – Dies besagt, daß man es nicht rückwärts lese. –
כג ורבי שלא יקראנה למפרע מנליה נפקא ליה מדברים הדברים ורבנן דברים הדברים לא משמע להו
23 Woher entnimmt Rabbi, daß man es nicht rückwärts lese? – Er folgert es aus <i>diese Worte</i>. – Und die Rabbanan!? – Sie folgern nichts aus <i>diese Worte</i>. –
כד ורבי נמי הכתיב שמע ההוא מיבעי ליה להשמיע לאזניך מה שאתה מוציא מפיך ורבנן סברי לה כמאן דאמר הקורא את שמע ולא השמיע לאזנו יצא
24 Und Rabbi, es heißt ja auch <i>höre</i>!? – Dies besagt, daß man seine Ohren hören lasse, was der Mund spricht. – Und die Rabbanan!? – Sie sind der Ansicht desjenigen, welcher sagt, daß, wenn man das Šema gelesen und es seine Ohren nicht hat hören lassen, man seiner Pflicht genügt habe. –
כה לימא קסבר רבי
25 Es wäre anzunehmen, daß Rabbi der Ansicht ist,