Sotah 79

Kapitel 79

א בנעילה דיומא דכיפורי מאי אמר אמר מר זוטרא ואמרי לה במתניתא (תהלים קכח, ד) הנה כי כן יברך גבר ירא ה' יברכך ה' מציון וראה בטוב ירושלים כל ימי חייך וראה בנים לבניך שלום על ישראל
1 <i>Was spricht es</i> beim Schlußgebete am Versöhnungstage? Mar Zuṭra erwiderte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt:<i>Siehe, also ist der Mann gesegnet, der den Herrn fürchtet. Es segne dich der Herr von Çijon aus; schaue das Glück Jerušalems all deine Lebenstage, und siehe Kinder von deinen Kindern. Friede über Jisraél</i>. –
ב היכן אומרן רב יוסף אמר בין כל ברכה וברכה ורב ששת אמר בהזכרת השם
2 Wo spricht man diese [Verse]? R. Joseph erwiderte: Zwischen dem einen Segen und dem anderen. R. Šešeth erwiderte: Bei der Nennungdes Gottesnamens.
ג פליגי בה רב מרי ורב זביד חד אמר פסוקא לקבל פסוקא וחד אמר אכל פסוקא אמר להו לכולהו
3 Hierüber streiten R. Mari und R. Zebid; einer sagt, einen Verszu einem Verse, und einer sagt, sie sind alle zu jedem Verse zu sprechen.
ד א"ר חייא בר אבא כל האומרן בגבולין אינו אלא טועה אמר רבי חנינא בר פפא תדע דבמקדש נמי לא מיבעי למימרינהו כלום יש לך עבד שמברכין אותו ואינו מאזין
4 R. Ḥija b. Abba sagte: Wer sie in der Provinz spricht, befindet sich in einem Irrtum. R. Ḥanina b. Papa sagte: Es ist einleuchtend, daß man sie auch im Tempel nicht spreche; gibt es denn einen Diener, den man segnet und er darauf nicht hinhört!?
ה א"ר אחא בר חנינא תדע דבגבולין נמי מיבעי למימרינהו כלום יש עבד שמברכין אותו ואין מסביר פנים א"ר אבהו מריש הוה אמינא להו כיון דחזינא ליה לרבי אבא דמן עכו דלא אמר להו אנא נמי לא אמינא להו
5 R. Aḥa b. Ḥanina sagte: Es ist einleuchtend, daß man sie auch in der Provinz spreche; gibt es denn einen Diener, den man segnet und er dazu kein anerkennendes Gesicht macht!? R. Abahu sagte: Früher sprach ich sie, seitdem ich aber gesehen habe, daß R. Abba aus A͑kko sie nicht spricht, spreche ich sie ebenfalls nicht.
ו ואמר רבי אבהו מריש הוה אמינא עינותנא אנא כיון דחזינא ליה לרבי אבא דמן עכו דאמר איהו חד טעמא ואמר אמוריה חד טעמא ולא קפיד אמינא לאו עינותנא אנא
6 Ferner sagte R. Abahu: Früher glaubte ich, ich sei demütig, als ich aber sah, wie R. Abba aus A͑kko eine Meinung sagte und sein Dolmetsch eine andere Meinung sagte und er es ihm nicht übel nahm, fand ich, daß ich nicht demütig bin. –
ז ומאי עינוותנותיה דרבי אבהו דאמרה לה דביתהו דאמוריה דרבי אבהו לדביתיה דרבי אבהו הא דידן לא צריך ליה לדידך והאי דגחין וזקיף עליה יקרא בעלמא הוא דעביד ליה אזלא דביתהו ואמרה ליה לרבי אבהו אמר לה ומאי נפקא ליך מינה מיני ומיניה יתקלס עילאה
7 Wie weit reichte die Demut R. Abahus? – Einst sagte die Frau des Dolmetschers R. Abahus zur Frau R. Abahus: Meiner braucht deinen nicht, und wenn er sich nach ihm bücktund sich aufrichtet, so will er ihm damit nur Ehrungerweisen. Hierauf ging seine Frau und erzählte es R. Abahu. Da sprach er zu ihr: Was liegt dir daran; durch mich und ihn wird der Allerhöchste verherrlicht.
ח ותו רבי אבהו אימנו רבנן עליה לממנייה ברישא כיון דחזיה לר' אבא דמן עכו דנפישי ליה בעלי חובות אמר להו איכא רבה
8 Einst beschlossen ferner die Rabbanan, R. Abahu als Oberhaupt einzusetzen; als er aber erfuhr, daß R. Abba aus A͑kko von Gläubigern bedrängt werde, sprach er zu ihnen: Es gibt einen Bedeutenderen.
ט ר' אבהו ור' חייא בר אבא איקלעו לההוא אתרא רבי אבהו דרש באגדתא רבי חייא בר אבא דרש בשמעתא שבקוה כולי עלמא לרבי חייא בר אבא ואזול לגביה דר' אבהו חלש דעתיה אמר ליה אמשל לך משל למה הדבר דומה לשני בני אדם אחד מוכר אבנים טובות ואחד מוכר מיני סידקית על מי קופצין לא על זה שמוכר מיני סידקית
9 Einst kamen R. Abahu und R. Ḥija b. Abba in eine Ortschaft, wo R. Abahu Agada und R. Ḥija b. Abba Halakha vortrug, und alle Welt ließ R. Ḥija b. Abba unbeachtet und ging zu R. Abahu, worüber jener sich grämte. Da sprach er zu ihm: Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist; wenn von zwei Menschen einer Edelsteine und einer allerlei Nähgeräte verkauft, so hat doch wohl derjenige mehr Zulauf, der allerlei Nähgeräteverkauft.
י כל יומא הוה מלוה רבי חייא בר אבא לרבי אבהו עד אושפיזיה משום יקרא דבי קיסר ההוא יומא אלויה רבי אבהו לרבי חייא בר אבא עד אושפיזיה ואפילו הכי לא איתותב דעתיה מיניה
10 Jeden Tag pflegte R. Ḥija b. Abba den R. Abahu bis zu seinem Gasthause zu begleiten, wegen seines Ansehens bei der Regierung, an jenem Tage aber begleitete R. Abahu den R. Ḥija b. Abba bis zu seinem Gasthause, dennoch beruhigte ihn dies nicht.
יא בזמן ששליח צבור אומר מודים העם מה הם אומרים אמר רב מודים אנחנו לך ה' אלהינו על שאנו מודים לך ושמואל אמר אלהי כל בשר על שאנו מודים לך רבי סימאי אומר יוצרנו יוצר בראשית על שאנו מודים לך נהרדעי אמרי משמיה דרבי סימאי ברכות והודאות לשמך הגדול על שהחייתנו וקיימתנו על שאנו מודים לך רב אחא בר יעקב מסיים בה הכי כן תחיינו ותחננו ותקבצנו ותאסוף גליותינו לחצרות קדשך לשמור חוקיך ולעשות רצונך בלבב שלם על שאנו מודים לך
11 Was spricht das Publikum, während der Vorbeter [den Segen] ‘Wir danken’ spricht? Rabh sagte: Wir danken dir, o Herr, unser Gott, dafür, daß wir dir danken. Šemuél sagte: Gott allen Fleisches, dafür, daß wir dir danken. R. Simaj sagte: Unser Schöpfer, Schöpfer der Schöpfung, dafür, daß wir dir danken. Die Nehardee͑nser sagten im Namen R. Simajs: Preis und Dank deinem großen Namen, daß du uns hast leben und bestehen lassen, daß wir dir danken können. R. Aḥa b. Ja͑qob beendete noch wie folgt: So erhalte uns am Leben, sei uns gnädig, vereinige uns und sammle unsere Vertriebenen in die Höfe deines Heiligtums, damit wir deine Gesetze beobachten und deinen Willen mit ganzem Herzen ausführen; daß wir dir danken.
יב אמר רב פפא הילכך נימרינהו לכולהו
12 R. Papa sagte: Daher spreche man sie alle.
יג אמר ר' יצחק לעולם תהא אימת צבור עליך שהרי כהנים פניהם כלפי העם ואחוריהם כלפי שכינה
13 R. Jiçḥaq sagte: Stets sei die Ehrfurcht vor der Gemeinde über dir, denn die Priester wenden das Gesicht gegen das Publikum und den Rücken gegen die Göttlichkeit.
יד רב נחמן אמר מהכא (דברי הימים א כח, ב) ויקם המלך דוד על רגליו ויאמר שמעוני אחי ועמי אם אחי למה עמי ואם עמי למה אחי אמר רבי אלעזר אמר להם דוד לישראל אם אתם שומעין לי אחי אתם ואם לאו עמי אתם ואני רודה אתכם במקל
14 R. Naḥman entnimmt dies hieraus:<i>Da erhob sich</i><i>der König David (auf seine Füße) und sprach: Hört mich an, meine Brüder und mein Volk</i>. – Wenn meine ‘Brüder’, wozu ‘mein Volk’, und wenn ‘mein Volk’, wozu ‘meine Brüder’? R. Elea͑zar erwiderte: David sprach zu den Jisraéliten: wenn ihr mich anhört, so seid ihr meine Brüder, wenn aber nicht, so seid ihr mein Volk, und ich lenke euch mit dem Stocke. –
טו רבנן אמרי מהכא דאין הכהנים רשאין לעלות בסנדליהן לדוכן וזהו אחת מתשע תקנות שהתקין רבן יוחנן בן זכאי מאי טעמא לאו משום כבוד צבור אמר רב אשי לא התם שמא נפסקה לו רצועה בסנדלו והדר אזיל למיקטריה ואמרי בן גרושה או בן חלוצה הוא
15 Die Rabbanan entnehmen dies hieraus: Die Priester dürfen die Estrade nicht mit den Sandalen betreten. Dies ist eine von den neun Anordnungen, die R. Joḥanan b. Zakkaj getroffen hat. Doch wohl wegen der Ehrung der Gemeinde. R. Aši erwiderte: Nein, weil einem ein Riemen an der Sandale aufgehen und er umkehren könnte, um ihn zu verknoten; man würde dann sagen, er sei der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça.
טז ובמקדש ברכה אחת כו'
16 I<small>M</small> T<small>EMPEL, ABER IN EINEM</small> V<small>ERSE</small> &amp;<small>C</small>.