Sukkah 47

Kapitel 47

א רבי יהודה ורבי יוסי ור' שמעון אוסרין
1 R. Jehuda, R. Jose und R. Šimo͑n verbieten dies. –
ב איפוך ר"מ חייש למיתה ור' יהודה לא חייש למיתה דתניא עשאה לבהמה דופן לסוכה ר"מ פוסל ורבי יהודה מכשיר
2 Wende es um: R. Meír berücksichtigt das Sterben, und R. Jehuda berücksichtigt das Sterben nicht. Es wird nämlich gelehrt: Hat man ein Tier als Wand für eine Festhütte verwendet, so ist sie nach R. Meír unbrauchbar und nach R. Jehuda brauchbar. –
ג קשיא דרבי מאיר אדרבי מאיר אמר לך ר' מאיר מיתה שכיחא בקיעת הנוד לא שכיחא אפשר דמסר ליה לשומר
3 R. Meír befindet sich ja mit sich selbst in einem Widerspruche!? – R. Meír kann dir erwidern: das Sterben ist häufig, das Platzen des Schlauches ist selten, da man ihn einem Wächter übergeben kann. –
ד קשיא דרבי יהודה אדרבי יהודה
4 R. Jehuda befindet sich ja aber mit sich selbst in einem Widerspruche!? –
ה טעמא דר' יהודה לאו משום דחייש לבקיעת נוד אלא משום דלית ליה ברירה
5 Der Grund R. Jehudas ist nicht, weil er das Platzen des Schlauches befürchtet, sondern weil er von der fiktiven Feststellung nichts hält. –
ו ולא חייש ר' יהודה לבקיעת נוד והא מדקתני סיפא אמרו לו לר' מאיר אי אתה מודה שמא יבקע הנוד ונמצא זה שותה טבלים למפרע ואמר להו לכשיבקע מכלל דחייש רבי יהודה לבקיעת הנוד
6 Befürchtet denn R. Jehuda nicht das Platzen des Schlauches, im Schlußsatze wird ja gelehrt: Sie sprachen zu R. Meír: Pflichtest du etwa nicht bei, daß, wenn der Schlauch platzt, er rückwirkend Unverzehntetes getrunken haben wird!? Er erwiderte ihnen: Wenn er platzt. Demnach befürchtet R. Jehuda das Platzen des Schlauches!? –
ז התם ר' יהודה הוא דקאמר לרבי מאיר לדידי לית לי ברירה אלא לדידך דיש ברירה אי אתה מודה דשמא יבקע הנוד אמר ליה לכשיבקע
7 Da sagte R. Jehuda zu R. Meír: Ich halte nichts von der fiktiven Feststellung, du aber, der du von der fiktiven Feststellung hältst, solltest doch zugeben, daß der Schlauch platzen könnte!? Darauf erwiderte dieser: Wenn er platzt. –
ח ולא חייש רבי יהודה למיתה והא תנן ר' יהודה אומר אף אשה אחרת מתקינין לו שמא תמות אשתו הא איתמר עלה אמר רב הונא בריה דרב יהושע מעלה עשו בכפרה
8 Berücksichtigt denn R. Jehuda nicht das Sterben, wir haben ja gelernt: R. Jehuda sagt, man halte für ihn auch eine andere Frau in Bereitschaft, weil seine Frau sterben könnte!? – Hierzu wurde ja bereits gelehrt: R. Hona b. R. Jehošua͑ erklärte: Bei der Sühne haben sie eine besondere Vorsichtsmaßregel getroffen. –
ט בין למאן דאמר שמא תמות בין למאן דאמר שמא תברח מדאורייתא מחיצה מעליא היא ורבנן הוא דגזרו בה אלא מעתה לרבי מאיר תטמא משום גולל אלמה תנן רבי יהודה מטמא משום גולל ורבי מאיר מטהר
9 Sowohl nach demjenigen, welcher erklärt, es könnte verenden, als auch nach demjenigen, welcher erklärt, es könnte fortlaufen, ist es ja nach der Tora eine brauchbare Wand, und nur die Rabbanan haben dies berücksichtigt, somit sollte es ja nach R. Meír als Rollstein verunreinigungsfähig sein, während wir doch gelernt haben, nach R. Jehuda sei es als Rollstein verunreinigungsfähig und nach R. Meír rein!?
י אלא אמר רב אחא בר יעקב קסבר ר"מ כל מחיצה שעומדת ברוח אינה מחיצה איכא דאמרי אמר רב אחא בר יעקב קסבר רבי מאיר כל מחיצה שאינה עשויה בידי אדם אינה מחיצה
10 Vielmehr erklärte R. Aḥa b. Ja͑qob: R. Meír ist der Ansicht, eine Wand, die durch einen Geist steht, sei keine Wand. Manche lesen: R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: R. Meír ist der Ansicht, eine Wand, die nicht durch Menschenhände gemacht ist, sei keine Wand. –
יא מאי בינייהו איכא בינייהו דאוקמה בנוד תפוח למ"ד מחיצה עומדת ברוח אינה מחיצה הרי עומדת ברוח למ"ד אינה עשויה בידי אדם
11 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn man sie auf einen aufgeblasenen Schlauch stützt; nach demjenigen, welcher erklärt, eine durch einen Geist stehende Wand sei keine Wand, diese steht ja ebenfalls durch einen Geist, und nach demjenigen, welcher erklärt, eine nicht durch Menschenhände gemachte Wand sei keine Wand,