Sukkah 59

Kapitel 59

א משום דהוה ליה מצוה הבאה בעבירה שנאמר (מלאכי א, יג) והבאתם גזול ואת הפסח ואת החולה גזול דומיא דפסח מה פסח לית ליה תקנתא אף גזול לית ליה תקנתא לא שנא לפני יאוש ולא שנא לאחר יאוש
1 Weil dies ein mit einer Übertretung verbundenes Gebot sein würde. Es heißt: <i>ihr bringt Geraubtes, Lahmes und Krankes herbei;</i> das Geraubte gleicht dem Lahmen; wie es für das Lahme kein Mittel mehr gibt, ebenso gibt es für das Geraubte kein Mittel mehr, einerlei ob vor der Desperation oder nach der Desperation.
ב בשלמא לפני יאוש (ויקרא א, ב) אדם כי יקריב מכם אמר רחמנא ולאו דידיה הוא אלא לאחר יאוש הא קנייה ביאוש אלא לאו משום דהוה ליה מצוה הבאה בעבירה
2 Allerdings vor der Desperation, denn der Allbarmherzige sagt: <i>wenn jemand von euch</i> <i> darbringt,</i> und dies ist nicht seines, wieso aber nach der Desperation, er hat es ja durch die Desperation erworben!? Doch wohl deshalb, weil es ein mit einer Übertretung verbundenes Gebot ist.
ג וא"ר יוחנן משום ר' שמעון בן יוחי מאי דכתיב (ישעיהו סא, ח) כי אני ה' אוהב משפט שונא גזל בעולה משל למלך בשר ודם שהיה עובר על בית המכס אמר לעבדיו תנו מכס למוכסים אמרו לו והלא כל המכס כולו שלך הוא אמר להם ממני ילמדו כל עוברי דרכים ולא יבריחו עצמן מן המכס אף הקב"ה אמר אני ה' שונא גזל בעולה ממני ילמדו בני ויבריחו עצמן מן הגזל
3 Ferner sagt R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es heißt: <i>Ich, der Herr, bin ein Freund des Rechtes, hasse Raub beim Brandopfer</i>. Ein Gleichnis. Als einst ein König aus Fleisch und Blut an einem Zollamte vorüberging, sprach er zu seinen Dienern: Entrichtet den Zoll an die Zollbeamten. Da sprachen sie zu ihm: Der Zoll ist ja vollständig dein!? Darauf erwiderte er ihnen: Von mir sollen alle anderen Reisenden lernen, den Zoll nicht zu hinterziehen. Ebenso spricht der Heilige, gepriesen sei er: Ich, der Herr, hasse Raub beim Brandopfer, von mir sollen meine Kinder lernen, sich vom Geraubten fernzuhalten.
ד אתמר נמי אמר רבי אמי יבש פסול מפני שאין הדר גזול פסול משום דהוה ליה מצוה הבאה בעבירה
4 Es wird auch gelehrt: R. Ami sagte: Der verdorrte ist untauglich, weil er nicht ‘prächtig’ ist, der geraubte ist untauglich, weil dies ein mit einer Übertretung verbundenes Gebot wäre.
ה ופליגא דר' יצחק דא"ר יצחק בר נחמני אמר שמואל לא שנו אלא ביום טוב ראשון אבל ביום טוב שני מתוך שיוצא בשאול יוצא נמי בגזול
5 Er streitet somit gegen R. Jiçḥaq, denn R. Jiçḥaq b. Naḥmani sagte im Namen Šemuéls: Dies lehrten sie nur vom ersten Festtage, am zweiten aber genügt man seiner Pflicht mit einem geraubten, wie man seiner Pflicht auch mit einem geborgten genügt.
ו מתיב רב נחמן בר יצחק לולב הגזול והיבש פסול הא שאול כשר אימת אילימא בי"ט ראשון הא כתיב לכם משלכם והאי לאו דידיה הוא אלא לאו ביום טוב שני וקתני גזול פסול
6 R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Der geraubte oder verdorrte Palmenzweig ist untauglich. Der geborgte aber ist demnach tauglich. Wann: wollte man sagen, am ersten Festtage, so heißt es ja <i>euch,</i> nur von eurem, während dieser nicht seiner ist, doch wohl am zweiten Festtage, und er lehrt, der geraubte sei untauglich!?
ז (רבא אמר) לעולם ביום טוב ראשון ולא מיבעיא קאמר לא מיבעיא שאול דלאו דידיה הוא אבל גזול אימא סתם גזילה יאוש בעלים הוא וכדידיה דמי קא משמע לן
7 Raba erwiderte: Tatsächlich am ersten Festtage, und [von jenem] ist es selbstverständlich; selbstverständlich ist der geborgte untauglich, da er nicht ihm gehört, man könnte aber glauben, der geraubte sei tauglich, weil beim Geraubten gewöhnlich eine Desperation des Eigentümers erfolgt und er als seiner anzusehen sei so lehrt er uns.
ח אמר להו רב הונא להנהו אוונכרי כי זבניתו אסא מעכו"ם לא תגזזו אתון אלא לגזזוה אינהו ויהבו לכו מאי טעמא סתם עובדי כוכבים גזלני ארעתא נינהו
8 R. Hona sprach zu den Händlern: Wenn ihr Myrten von Nichtjuden kauft, so schneidet sie nicht selber ab, sondern lasset sie von jenen abschneiden und euch geben. Dies aus dem Grunde, weil Nichtjuden die Grundstücke gewöhnlich rauben