Sukkah 65

Kapitel 65

א באסא מצראה דקיימי שבעה שבעה בחד קינא דכי נתרי ארבעה פשו להו תלתא אמר אביי ש"מ האי אסא מצראה כשר להושענא
1 der ägyptischen Myrte der Fall sein, die ja sieben [Blätter] an einem Quirl hat, sodaß, wenn vier abfallen, drei noch zurückbleiben. Abajje sprach: Hieraus zu entnehmen, daß die ägyptische Myrte als Hoša͑na tauglich ist. –
ב פשיטא מהו דתימא הואיל ואית ליה שם לווי לא מתכשר קא משמע לן ואימא הכי נמי עץ עבות אמר רחמנא מכל מקום
2 Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, sie sei untauglich, weil sie einen Beinamen hat, so lehrt er uns. – Vielleicht ist dem auch so!? – Der Allbarmherzige sagt: <i>vom dichtbelaubten Baume</i>, ohne Unterschied.
ג ת"ר יבשו רוב עליו ונשארו בו שלשה בדי עלין לחין כשר ואמר רב חסדא ובראש כל אחד ואחד:
3 Die Rabbanan lehrten: Wenn die meisten Blätter verdorrt und nur drei Zweiglein mit drei feuchten Blättern zurückgeblieben sind, so ist sie tauglich. R. Ḥisda sagte: Und zwar an der Spitze eines jeden.
ד נקטם ראשו: תני עולא בר חיננא נקטם ראשו ועלתה בו תמרה כשר
4 D<small>EREN</small> S<small>PITZE ABGEBROCHEN IST</small>. U͑la b. Ḥenana lehrte: Wenn die Spitze abgebrochen und an dieser Stelle eine Knospe aufgeblüht ist, so ist sie tauglich.
ה בעי רבי ירמיה נקטם ראשו מערב יום טוב ועלתה בו תמרה ביו"ט מהו יש דחוי אצל מצות או לא
5 R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn die Spitze am Vorabend des Festes abgebrochen wurde und die Knospe erst am Feste aufblüht: gibt es bei Geboten eine Verdrängung oder nicht? –
ו ותפשוט ליה מהא דתנן כסהו ונתגלה פטור מלכסות כסהו הרוח חייב לכסות ואמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן לא שנו אלא שחזר ונתגלה אבל לא חזר ונתגלה פטור מלכסות
6 Dies ist ja zu entscheiden aus dem, was wir gelernt haben: Wenn man es bedeckt hat und es aufgedeckt worden ist, so braucht man es nicht mehr zu bedecken; hatte der Wind es bedeckt, so muß man es bedecken. Hierzu sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn es wieder aufgedeckt worden ist, wenn es aber nicht wieder aufgedeckt worden ist, so braucht man es nicht zu bedecken.
ז והוינן בה כי חזר ונתגלה אמאי חייב לכסות הואיל ואידחי אידחי
7 Dagegen wandten wir ein: Wieso braucht man, wenn es wieder aufgedeckt worden ist, es zu bedecken, [das Gebot] ist ja verdrängt worden!?
ח ואמר רב פפא זאת אומרת אין דחוי אצל מצות
8 Und R. Papa erwiderte, bei Geboten gebe es keine Verdrängung!? –
ט דרב פפא גופא מיבעיא ליה מיפשיט פשיט ליה דאין דחוי אצל מצות לא שנא לקולא ולא שנא לחומרא או דלמא ספוקי מספקא ליה לחומרא אמרינן לקולא לא אמרינן תיקו
9 Hinsichtlich der Lehre R. Papas selbst ist es ihm fraglich: war es ihm entschieden, daß es bei Geboten keine Verdrängung gebe, ob erleichternd oder erschwerend, oder war es ihm fraglich. somit gilt dies nur erschwerend und nicht erleichternd. – Dies bleibt unentschieden.
י לימא כתנאי עבר ולקטן פסול דברי רבי אלעזר (בן) צדוק וחכמים מכשירין סברוה דכ"ע לולב אין צריך אגד ואת"ל צריך אגד לא ילפינן לולב מסוכה דכתיב בה תעשה ולא מן העשוי
10 Es ist anzunehmen, daß sie [denselben Streit führen,] wie die folgenden Tannaím: Hat man übertreten und sie abgepflückt, ist sie untauglich – so R. Elea͑zar b. Çadoq; nach den Weisen ist sie tauglich. Sie glaubten, daß nach aller Ansicht der Feststrauß des Zusammenbindens nicht benötige, und wenn man auch sagt, er benötige des Zusammenbindens, so folgern wir nicht hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte, denn von dieser heißt es: <i>du sollst machen</i>, nicht aber bereits Gemachtes;
יא מאי לאו בהא קמיפלגי דמאן דפסיל סבר אמרינן יש דחוי אצל מצות ומאן דמכשיר סבר לא אמרינן יש דחוי אצל מצות
11 somit besteht ihr Streit in folgendem: nach dem sie untauglich ist, ist der Ansicht, bei Geboten gebe es eine Verdrängung, und nach dem sie tauglich ist, ist der Ansicht, bei Geboten gebe es keine Verdrängung. –
יב לא דכ"ע לא אמרינן יש דחוי אצל מצות והכא במילף לולב מסוכה קא מיפלגי מר סבר ילפינן לולב מסוכה ומר סבר לא ילפינן לולב מסוכה
12 Nein, alle sind der Ansicht, bei Geboten gebe es keine Verdrängung, hier aber streiten sie, ob man hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte folgerte: einer ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte, und einer ist der Ansicht, man folgere nicht hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte.
יג ואיבעית אימא אי סבירא לן לולב צריך אגד דכ"ע ילפינן לולב מסוכה והכא בלולב צריך אגד קא מיפלגי ובפלוגתא דהני תנאי דתניא לולב בין אגוד בין שאינו אגוד כשר ר' יהודה אומר אגוד כשר שאינו אגוד פסול
13 Wenn du aber willst, sage ich: sind wir der Ansicht, der Feststrauß benötige des Zusammenbindens, so stimmen alle überein, daß man hinsichtlich des Feststraußes von der Festhütte folgert, hier aber streiten sie, ob der Feststrauß des Zusammenbindens benötige, und sie führen denselben Streit wie die Tannaím der folgenden Lehre: Der Feststrauß ist zusammengebunden oder nicht zusammengebunden tauglich; R. Jehuda sagt, zusammengebunden sei er tauglich, nicht zusammengebunden sei er untauglich. –
יד מאי טעמא דר' יהודה יליף לקיחה לקיחה מאגודת אזוב כתיב הכא (ויקרא כג, מ) ולקחתם לכם ביום הראשון וכתיב התם (שמות יב, כב) ולקחתם אגודת אזוב מה להלן אגודה אף כאן אגודה ורבנן לית להו לקיחה לקיחה
14 Was ist der Grund R. Jehudas? Er folgert dies durch [das Wort] <i>nehmen</i> von Ysopbündel; hier heißt es: <i>ihr sollt euch am ersten Tage nehmen</i>, und dort heißt es: <i>ihr sollt euch ein Bündel Ysop nehmen</i>; wie dort zusammengebunden, ebenso auch hier zusammengebunden. – Und die Rabbanan!? – Aus [dem Worte] <i>nehmen</i> ist nichts zu deduzieren. –
טו מאן תנא להא דת"ר לולב מצוה לאוגדו ואם לא אגדו כשר מני אי רבי יהודה כי לא אגדו אמאי כשר אי רבנן מאי מצוה קא עביד לעולם רבנן ומצוה משום (שמות טו, ב) זה אלי ואנוהו:
15 Wer lehrte das, was die Rabbanan gelehrt haben, es sei Gebot, den Feststrauß zusammenzubinden, und wenn man ihn nicht zusammengefunden hat, er ebenfalls tauglich sei; wenn R. Jehuda, wieso ist er tauglich, wenn man ihn nicht zusammengebunden hat, und wenn die Rabbanan, wieso ist dies ein Gebot!? – Tatsächlich die Rabbanan, und nur deshalb, weil es heißt: <i>er ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen</i>.
טז או שהיו ענביו מרובין: אמר רב חסדא דבר זה רבינו הגדול אמרו והמקום יהיה בעזרו לא שנו אלא במקום אחד אבל בשנים או שלשה מקומות כשר
16 O<small>DER DEREN</small> B<small>EEREN MEHR SIND</small>. R. Ḥisda sagte: Folgendes sagte unser großer Meister, Gott stehe ihm bei: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn sie sich an einer Stelle befinden, wenn aber an zwei oder drei Stellen zerstreut, so ist sie tauglich.
יז א"ל רבא
17 Raba sprach zu ihm: