Sukkah 85

Kapitel 85

א ויעבירנו ארבע אמות ברשות הרבים והיינו טעמא דשופר והיינו טעמא דמגילה
1 und so vier Ellen auf öffentlichem Gebiete tragen. Dies ist auch der Grund bei der Posaune und bei der Esterrolle. –
ב אי הכי יום ראשון נמי ראשון הא תקינו ליה רבנן בביתו התינח אחר תקנה קודם תקנה מאי איכא למימר
2 Demnach sollte dies auch vom ersten Festtage gelten!? – Die Rabbanan haben ja angeordnet, ihn am ersten nach Hause zu nehmen. – Allerdings nach der Anordnung, wie ist es aber [hinsichtlich der Zeit] vor der Anordnung zu erklären!? –
ג אלא ראשון דאיתיה מן התורה בגבולין לא גזרו בהו רבנן הנך דליתנהו מן התורה בגבולין גזרו בהו רבנן
3 Vielmehr, beim ersten, an dem es nach der Tora auch in der Provinz zu erfolgen hat, haben die Rabbanan nichts berücksichtigt, bei den übrigen, an denen es nach der Tora in der Provinz nicht zu erfolgen hat, haben die Rabbanan nichts berücksichtigt. –
ד אי הכי האידנא נמי אנן לא ידעינן בקיבועא דירחא אינהו דידעי בקיבועא דירחא לידחו
4 Demnach auch jetzt!? – Wir sind in der Festsetzung des Neumondes nicht kundig. – Bei ihnen aber, die in der Festsetzung des Neumondes kundig sind, sollte er ihn doch verdrängen!? –
ה אין הכי נמי (דתני) חדא ביום טוב הראשון של חג שחל להיות בשבת כל העם מוליכין את לולביהן להר הבית (ותניא) אידך לבית הכנסת שמע מינה כאן בזמן שבית המקדש קיים כאן בזמן שאין בית המקדש קיים שמע מינה
5 Dem ist auch so. Eines lehrt nämlich, daß man, wenn der erste Festtag auf einen Šabbath fällt, den Feststrauß [am Vorabend] nach dem Tempelberge bringe, und ein Anderes lehrt, nach dem Bethause. Wahrscheinlich das Eine in der Zeit, als der Tempel noch bestanden hat, und das Andere in der Zeit, als der Tempel nicht mehr bestanden hat. Schließe hieraus. –
ו דאיתיה מן התורה בגבולין מנא לן דתניא (ויקרא כג, מ) ולקחתם שתהא לקיחה ביד כל אחד ואחד
6 Woher, daß es nach der Tora [am ersten] auch in der Provinz zu erfolgen hat? – Es wird nämlich gelehrt: <i>ihr sollt nehmen</i>, das Nehmen hat durch jeden besonders zu erfolgen;
ז לכם משלכם להוציא את השאול ואת הגזול ביום ואפילו בשבת ראשון אפי' בגבולין הראשון מלמד שאינו דוחה אלא יום טוב הראשון בלבד
7 <i>euch</i>; von eurem, ausgenommen das Geborgte und das Geraubte; <i>am Tage</i>, auch am Šabbath; <i>ersten</i>, auch in der Provinz, <i>an dem ersten</i>, dies lehrt, daß ihn nur der erste Festtag verdränge.
ח אמר מר ביום ואפילו בשבת מכדי טלטול בעלמא הוא איצטריך קרא למישרי טלטול אמר רבא לא נצרכא אלא למכשירי לולב ואליבא דהאי תנא דתניא לולב וכל מכשיריו דוחין את השבת דברי ר' אליעזר
8 Der Meister sagte: <i>Am Tage</i>, auch am Šabbath. Merke, dies ist ja überhaupt nichts weiter als ein Umtragen, ist dann ein Schriftvers nötig, das Umtragen zu erlauben!? Raba erwiderte: Dieser ist wegen der Erfordernisse zum Feststrauße nötig, nach dem Autor der folgenden Lehre: Der Feststrauß und all seine Erfordernisse verdrängen den Šabbath – so R. Elie͑zer. –
ט מ"ט דר' אליעזר אמר קרא ביום ואפי' בשבת ורבנן האי ביום מאי עבדי ליה מיבעי ליה ביום ולא בלילה ור' אליעזר ביום ולא בלילה מנא ליה נפקא ליה מסיפא דקרא (ויקרא כג, מ) ושמחתם לפני ה' אלהיכם שבעת ימים ימים ולא לילות ורבנן אי מהתם הוה אמינא לילף ימים ימים מסוכה מה להלן ימים ואפי' לילות אף כאן נמי ימים ואפי' לילות
9 Was ist der Grund R. Elie͑zers? – Die Schrift sagt: <i>am Tage</i>, auch am Šabbath. – Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] <i>am Tage</i>? – Hieraus folgern sie: nur am Tage und nicht nachts. – Woher entnimmt R. Elie͑zer, daß es nur am Tage und nicht nachts erfolge? – Er entnimmt dies aus dem Schlüsse des Verses: <i>ihr sollt sieben Tage lang vor dem Herrn, eurem Gott, fröhlich sein</i>. Tage und nicht Nächte. – Und die Rabbanan!? – Wenn nur hieraus, so könnte man glauben, man folgere durch [das Wort] <i>Tage</i> von der Festhütte, wie diese Tage und auch Nächte, ebenso jener Tage und auch Nächte. –
י וסוכה גופה מנלן דת"ר (ויקרא כג, מב) בסוכות תשבו שבעת ימים ימים ואפי' לילות אתה אומר ימים ואפי' לילות או אינו אלא ימים ולא לילות ודין הוא נאמר כאן ימים ונאמר בלולב ימים מה להלן ימים ולא לילות אף כאן ימים ולא לילות
10 Woher dies von der Festhütte selbst? – Die Rabbanan lehrten: <i>In Hütten sollt ihr sieben Tage wohnen</i>, Tage und auch Nächte. Du sagst, Tage und auch Nächte, vielleicht ist dem nicht so, sondern Tage und nicht Nächte!? Dies ist auch durch einen Schluß zu folgern: hier heißt es <i>Tage</i> und beim Feststrauße heißt es <i>Tage</i>, wie da Tage und nicht Nächte, ebenso hierbei Tage und nicht Nächte.
יא או כלך לדרך זו נאמר כאן ימים ונאמר במלואים ימים מה להלן ימים ואפילו לילות אף כאן ימים ואפי' לילות
11 Oder aber wie folgt: hier heißt es <i>Tage</i> und bei der Einsetzungheißt es <i>Tage</i>, wie da Tage und auch Nächte, ebenso hier Tage und auch Nächte.
יב נראה למי דומה דנין דבר שמצותו כל היום מדבר שמצותו כל היום ואל יוכיח דבר שמצותו שעה אחת או כלך לדרך זו דנין דבר שמצותו לדורות מדבר שמצותו לדורות ואל יוכיחו מלואים שאין נוהגין לדורות
12 Man beachte daher, mit wem es zu vergleichen ist: man folgere hinsichtlich eines Gebotes, das den ganzen Tag gilt, von einem Gebote, das ebenfalls den ganzen Tag gilt, nicht aber vom [Feststrauße], der nur für eine Stunde gilt. Oder aber wie folgt: man folgere hinsichtlich eines Gebotes, das für die Dauer bestimmt ist, von einem Gebote, das ebenfalls für die Dauer bestimmt ist, nicht aber von der Einsetzung, die nicht für die Dauer bestimmt war.
יג ת"ל
13 Daher heißt es