Taanit 43

Kapitel 43

א לצפרא כרכינהו ושקלינהו וקמו ונפקו להו לשוקא ואשכחינהו א"ל לשיימיה מר היכי שוו א"ל הכי והכי א"ל ודלמא שוו טפי א"ל בהכי שקלינהו אמרו ליה דידך ניהו ושקלינהו מינך
1 Am folgenden Morgen schlugen sie die Polster zusammen, nahmen sie mit und brachten sie auf den Markt [zum Verkaufe]. Als sie ihm begegneten, sprachen sie zu ihm: Möge der Meister schätzen, was sie wert sind. Dieser erwiderte: So und so viel. Jene sprachen: Vielleicht sind sie mehr wert? Dieser erwiderte: Um diesen Preis habe ich sie gekauft. Darauf sprachen sie: Es sind deine, wir haben sie dir entwendet;
ב אמרו ליה במטותא מינך במאי חשדתינן א"ל אמינא פדיון שבויים איקלע להו לרבנן ואכסיפו למימר לי אמרו ליה השתא נשקלינהו מר אמר להו מההוא שעתא אסחתינהו מדעתאי לצדקה
2 sage uns doch, bitte, wessen du uns verdächtigt hast? [Dieser erwiderte:] Ich dachte, die Rabbanan brauchten Lösegeld für Gefangene und getrauten sich nicht, es von mir zu verlangen. Jene erwiderten: So nehme sie nun der Meister zurück. Dieser entgegnete: Von jener Stunde an gab ich sie für wohltätige Zwecke preis.
ג הוה קא חלשא דעתיה דרבא משום דאביי אמרו ליה מסתייך דקא מגנית אכולה כרכא
3 Auch Raba grämte sich wegen [der häufigeren Grüße] Abajjes; da kündete man ihm: Es sei dir zur Genugtuung, daß du [durch deine Verdienste] die ganze Stadt beschützest.
ד ר' ברוקא חוזאה הוה שכיח בשוקא דבי לפט הוה שכיח אליהו גביה א"ל איכא בהאי שוקא בר עלמא דאתי א"ל לא אדהכי והכי חזא לההוא גברא דהוה סיים מסאני אוכמי ולא רמי חוטא דתכלתא בגלימיה א"ל האי בר עלמא דאתי הוא
4 R. Beroqa der Ḥozäer war oft auf dem Marktplatze von Be Lapef, und Elijahu pflegte ihn zu besuchen. Einmal fragte er ihn: Gibt es auf diesem Marktplatze ein Kind der zukünftigen Welt? Dieser erwiderte: Nein. Währenddessen bemerkte er einen Mann, der schwarze Schuhe trug und keine Çiçith an seinem Gewande hatte. Da sprach er: Dieser Mann ist ein Kind der zukünftigen Welt.
ה רהט בתריה א"ל מאי עובדך א"ל זיל האידנא ותא למחר למחר א"ל מאי עובדך א"ל זנדוקנא אנא ואסרנא גברי לחוד ונשי לחוד ורמינא פורייאי בין הני להני כי היכי דלא ליתו לידי איסורא כי חזינא בת ישראל דיהבי נכרים עלה עינייהו מסרנא נפשאי ומצילנא לה יומא חד הוות נערה מאורסה גבן דיהבו בה נכרים עינייהו שקלי דורדייא דחמרא ושדאי לה בשיפולה ואמרי דיסתנא היא
5 Da lief er ihm nach und fragte ihn: Was ist deine Beschäftigung? Jener erwiderte: Geh jetzt und komm morgen. Am folgenden Tage fragte er ihn: Was ist deine Beschäftigung? Jener erwiderte: Ich bin Kerkermeister und sperre Männer besonders und Frauen besonders ein, auch schlage ich mein Lager zwischen diesen und jenen auf, damit sie nicht zu einer Sünde kommen. Wenn ich sehe, daß Nichtjuden ihre Augen auf eine Jisraélitin werfen, setze ich mein Leben ein, und rette sie. Eines Tages hatten wir bei uns ein verlobtes Mädchen, und Nichtjuden richteten ihre Augen auf sie; da begoß ich ihr Kleid mit Weinhefe und sagte zu ihnen, sie sei Menstruierende.
ו א"ל מאי טעמא לית לך חוטי ורמית מסאני אוכמי א"ל עיילנא ונפיקנא ביני נכרים כי היכי דלא לידעו דיהודאה אנא כי הוו גזרי גזירתא מודענא להו לרבנן ובעו רחמי ומבטלי לגזירתייהו ומאי טעמא כי אמינא לך אנא מאי עובדך ואמרת לי זיל האידנא ותא למחר א"ל בההיא שעתא גזרי גזירתא ואמינא ברישא איזיל ואשמע להו לרבנן דלבעי רחמי עלה דמילתא
6 Hierauf fragte er ihn: Weshalb hast du keine Çiçith und warum trägst du schwarze Schuhe? Jener erwiderte: Ich gehe ein und aus bei Nichtjuden, und diese dürfen nicht merken, daß ich Jude bin; wenn sie [über die Juden] ein Verhängnis beschließen, sage ich es den Rabbanan, damit sie um Erbarmen flehen und das Verhängnis abwenden. – Weshalb sagtest du zu mir, als ich dich nach deiner Beschäftigung fragte: geh jetzt und komm morgen? Jener erwiderte: In dieser Stunde hatten sie ein Verhängnis beschlossen, und ich wollte zuerst gehen und dies den Rabbanan mitteilen, damit sie dieserhalb um Erbarmen flehen.
ז אדהכי והכי אתו הנך תרי אתי א"ל הנך נמי בני עלמא דאתי נינהו אזל לגבייהו אמר להו מאי עובדייכו אמרו ליה אינשי בדוחי אנן מבדחינן עציבי אי נמי כי חזינן בי תרי דאית להו תיגרא בהדייהו טרחינן ועבדינן להו שלמא:
7 Mittlerweile gingen zwei Brüder vorüber. Da sprach er: Auch diese sind Kinder der zukünftigen Welt. Da ging er auf sie zu und fragte sie: Was ist eure Beschäftigung? Diese erwiderten: Wir sind Possenreißer und erheitern die Betrübten, und wenn wir Streitende sehen, bemühen wir uns und stiften Frieden.
ח על אלו מתריעין בכל מקום כו' ת"ר על אלו מתריעין בכל מקום על השדפון ועל הירקון ועל ארבה וחסיל ועל חיה רעה ר' עקיבא אומר על השדפון ועל הירקון בכל שהוא ארבה וחסיל אפילו לא נראה בא"י אלא כנף אחד מתריעין עליהן:
8 W<small>EGEN FOLGENDER</small> [P<small>LAGEN</small>] <small>LÄRME MAN ALLERORTEN</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Wegen folgender [Plagen] lärme man allerorten: wegen des Kornbrandes, wegen des Rostes, wegen der Heuschrecken, wegen der Nager und wegen der wilden Tiere. R. A͑qiba sagt, man lärme wegen des Kornbrandes und wegen des Rostes, wenn nur etwas zu merken ist, wegen der Heuschrecken und wegen der Nager, auch wenn nur ein einziges Tierchen im ganzen Jisraéllande gesehen wird.
ט ועל חיה וכו' ת"ר חיה רעה שאמרו בזמן שהיא משולחת מתריעין עליה אינה משולחת אין מתריעין עליה אי זו היא משולחת ואי זו היא שאינה משולחת נראית בעיר משולחת בשדה אינה משולחת ביום משולחת בלילה אינה משולחת
9 W<small>EGEN DER WILDEN</small> T<small>IERE</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Wegen der wilden Tiere, von denen sie sprechen, lärme man nur dann, wenn sie aufgereizt sind, nicht aber, wenn sie nicht aufgereizt sind. – Was heißt aufgereizt und was heißt nicht aufgereizt? – Sieht man es in der Stadt, so ist es aufgereizt, wenn auf dem Felde, so ist es nicht aufgereizt; sieht man es am Tage, so ist es aufgereizt, wenn nachts, so ist es nicht aufgereizt;
י ראתה שני בני אדם ורצתה אחריהן משולחת נחבאת מפניהן אינה משולחת טרפה שני בני אדם ואכלה אחד מהן משולחת אכלה שניהן אינה משולחת עלתה לגג ונטלה תינוק מעריסה משולחת
10 sieht es zwei Menschen und verfolgt sie, so ist es aufgereizt, versteckt es sich, so ist es nicht aufgereizt; tötet es zwei Menschen und frißt einen von ihnen, so ist es aufgereizt, frißt es beide, so ist es nicht aufgereizt; steigt es auf das Dach und raubt ein Kind aus der Wiege, so ist es aufgereizt. –
יא הא גופה קשיא אמרת נראתה בעיר משולחת לא שנא ביום ולא שנא בלילה והדר אמרת ביום משולחת בלילה אינה משולחת
11 Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, wenn es in der Stadt gesehen wird, sei es aufgereizt, einerlei, ob am Tage oder nachts, und darauf heißt es, wenn am Tage, sei es aufgereizt, wenn nachts, sei es nicht aufgereizt!? –
יב לא קשיא הכי קאמר נראתה בעיר ביום משולחת בעיר בלילה אינה משולחת אי נמי בשדה [אפילו] ביום [אינה] משולחת (בשדה בלילה אינה משולחת)
12 Das ist kein Widerspruch; er meint es wie folgt: sieht man es am Tage in der Stadt, so ist es aufgereizt, wenn nachts in der Stadt, so ist es nicht aufgereizt; (oder: am Tage auf dem Felde, so ist es aufgereizt; nachts auf dem Felde, so ist es nicht aufgereizt.) –
יג ראתה שני בני אדם ורצתה אחריהן משולחת הא עומדת אינה משולחת והדר אמרת נחבאת מפניהן אינה משולחת הא עומדת משולחת
13 [Zuerst heißt es,] wenn es zwei Menschen sieht und sie verfolgt, sei es aufgereizt, demnach ist es, wenn es aber stehen bleibt, nicht aufgereizt, und darauf heißt es, wenn es sich versteckt, sei es nicht aufgereizt, wonach es, wenn es stehen bleibt, aufgereizt sei!? –
יד לא קשיא כאן בשדה הסמוכה לאגם כאן בשדה שאינה סמוכה לאגם
14 Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von einem Felde nahe dem Gebüsche, und das andere gilt von einem Felde fern vom Gebüsche. –
טו טרפה שני בני אדם כאחד ואכלה אחד מהן משולחת שניהם אינה משולחת והא אמרת אפילו רצתה אמר רב פפא כי תני ההיא באגמא:
15 «Tötet es zwei Menschen und frißt einen von ihnen, so ist es aufgereizt, frißt es beide, so ist es nicht aufgereizt.» Du sagtest ja, es sei aufgereizt, auch wenn es nur verfolgt!? R.Papa erwiderte: Im Gebüsche selbst. –
טז גופא עלתה לגג ונטלה תינוק מעריסה משולחת פשיטא אמר רב פפא ככוכי דציידי:
16 Steigt es auf das Dach und raubt ein Kind aus der Wiege, so ist es aufgereizt. Selbstverständlich!? R.Papa erwiderte: Selbst (wie) aus einer Jägerhütte.
יז על החרב וכו' ת"ר חרב שאמרו אינו צריך לומר חרב שאינו של שלום אלא אפילו חרב של שלום שאין לך חרב של שלום יותר מפרעה נכה ואעפ"כ נכשל בה המלך יאשיהו שנאמר
17 W<small>EGEN DES</small> S<small>CHWERTES</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Unter ‘Schwert’ sind nicht nur feindliche [Kriegszüge] zu verstehen, sondern auch friedliche, denn du hast ja keinen friedlicheren Kriegszug als den des Pare͑o Nekho, dennoch wurde er dem Könige Jošijahu zum Verhängnis, denn es heißt: