Taanit 44

Kapitel 44

א (דברי הימים ב לה, כא) וישלח אליו מלאכים לאמר מה לי ולך מלך יהודה לא עליך אתה היום כי אל בית מלחמתי ואלהים אמר לבהלני חדל לך מאלהים אשר עמי ואל ישחיתך
1 <i>er aber sandte Boten zu ihm und ließ ihm sagen</i>: <i>Was</i> <i>habe ich mit dir zu schaffen, König von Jehuda? Nicht gegen dich komme ich, sondern gegen das Haus meines Kampfes, und Gott befahl mir zu eilen. Vergreife dich nicht an Gott, der mit mir ist, damit er dich nicht verderbe</i>. –
ב מאי אלהים אשר עמי אמר רב יהודה אמר רב זו ע"ז אמר הואיל וקא בטח בע"ז יכילנא ליה
2 Welcher Gott war es, der mit ihm war? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es war sein Götze. Darauf sprach jener: Da er auf einen Götzen vertraut, werde ich ihn <i>besiegen</i>.
ג (דברי הימים ב לה, כג) ויורו היורים למלך יאשיהו ויאמר המלך לעבדיו העבירוני כי החליתי מאד מאי כי החליתי מאד אמר רב יהודה אמר רב מלמד שעשו כל גופו ככברה
3 <i>Und die Schützen schossen auf den König Jošijahu. Da sprach [der König] zu seinen Dienern</i>: <i>Bringet mich weg, denn ich bin schwer verwundet</i>. – Was bedeuten [die Worte] <i>denn ich bin verwundet</i>? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Sie durchlöchertenseinen Körper wie ein Sieb.
ד אמר ר' שמואל בר נחמני אמר רבי (יוחנן) מפני מה נענש יאשיהו מפני שהיה לו לימלך בירמיהו ולא נמלך מאי דרש (ויקרא כו, ו) וחרב לא תעבור בארצכם
4 R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Jošijahu wurde deshalb bestraft, weil er sich mit Jirmejahu beraten sollte, sich aber [mit ihm] nicht beriet. – Worauf stützte er sich? – [Es heißt:] <i>und kein Schwert soll durch euer Land ziehen</i>.
ה מאי חרב אילימא חרב שאינה של שלום והכתיב ונתתי שלום בארץ אלא אפילו של שלום והוא אינו יודע שאין דורו דומה יפה
5 Welches Schwert: wollte man sagen, ein feindliches, so heißt es ja bereits: <i>ich will Frieden im Lande geben</i>; wahrscheinlich doch auch ein friedliches. Er wußte aber nicht, daß sein Zeitalter nicht gut [angeschrieben] war.
ו כי הוה ניחא נפשיה חזא ירמיהו שפוותיה דקא מרחשן אמר שמא ח"ו מילתא דלא מהגנא אמר אגב צעריה גחין ושמעיה דקא מצדיק עליה דינא אנפשיה אמר (איכה א, יח) צדיק הוא ה' כי פיהו מריתי פתח עליה ההיא שעתא (איכה ד, כ) רוח אפינו משיח ה':
6 Als seine Seele zur Ruhe einkehrte, bemerkte Jirmejahu, wie seine Lippen sich bewegten, und dachte, er spreche in seinem Schmerze vielleicht – behüte und bewahre – etwas Ungehöriges; da bückte er sich zu ihm und hörte, wie er die Strafe als gerecht anerkannte, indem er sprach: <i>Der Herr ist gerecht, denn seinem Worte trotzte ich</i>. Hierauf sprach er über ihn: <i>Unser Lebensodem, der Gesalbte des Herrn</i>.
ז מעשה וירדו זקנים מירושלים לעריהם כו' איבעיא להו כמלא תנור תבואה או דלמא כמלא תנור פת
7 E<small>INST VERFÜGTEN DIE</small> Ä<small>LTESTEN</small> &amp;<small>C</small>., <small>WEIL SIE BEI IHRER</small> H<small>EIMKEHR ALS</small> J<small>ERUŠALEM</small> &amp;<small>C</small>. Sie fragten: Ein Ofen voll Getreide oder ein Ofen voll Brot? –
ח תא שמע כמלא פי תנור ועדיין תיבעי להו ככיסויא דתנורא או דלמא כי דרא דריפתא דהדר ליה לפומא דתנורא תיקו:
8 Komm und höre: Im Umfang eines Ofenloches. Aber immerhin ist es ja noch fraglich, ob im Umfang eines Deckels zum Ofen, oder wie eine Reihe von Broten um das Ofenloch? – Dies bleibt unentschieden.
ט ועוד גזרו תענית על שאכלו זאבים כו' אמר עולא משום ר' שמעון בן יהוצדק מעשה ובלעו זאבים שני תינוקות והקיאום דרך בית הרעי ובא מעשה לפני חכמים וטיהרו את הבשר וטמאו את העצמות:
9 F<small>ERNER VERFÜGTEN SIE EIN</small> F<small>ASTEN, WEIL DIE</small> W<small>ÖLFE</small> &amp;<small>C. ZWEI</small> K<small>INDER FRASSEN</small>. U͑la erzählte im Namen des R.Šimo͑n b.Jehoçadaq: Einst verschlangen Wölfe zwei Kinder und beförderten sie wieder durch den Mastdarm, und als dies den Weisen vorgetragen wurde, erklärten sie das Fleisch als rein und die Knochen als verunreinigend.
י על אלו מתריעין בשבת כו': תנו רבנן עיר שהקיפוה נכרים או נהר ואחד ספינה המיטרפת בים ואחד יחיד שנרדף מפני נכרים או מפני לסטין ומפני רוח רעה על כולן יחיד רשאי לסגף את עצמו בתענית
10 W<small>EGEN FOLGENDER</small> U<small>NGLÜCKSFÄLLE LÄRME MAN AM</small> Š<small>ABBATH</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Wenn eine Stadt von Nichtjuden umzingelt oder von einem Flusse [bedroht] wird, oder wenn ein Schiff auf dem Meere umhergetrieben wird, oder wenn jemand von Nichtjuden, von Räubern oder einem bösen Geiste verfolgt wird, so darf wegen all dieser Fälle ein Einzelner sich durch Fasten kasteien.
יא רבי יוסי אומר אין היחיד רשאי לסגף את עצמו בתענית שמא יצטרך לבריות ואין הבריות מרחמות עליו אמר רב יהודה אמר רב מ"ט דרבי יוסי דכתיב (בראשית ב, ז) ויהי האדם לנפש חיה נשמה שנתתי בך החייה:
11 R. Jose sagt, ein Einzelner dürfe sich durch Fasten nicht kasteien, weil er dadurch dazu kommen könnte, daß er der Mitmenschen bedürftig wird und sie sich seiner nicht erbarmen. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Was ist der Grund R.Joses? Es heißt: <i>und der Mensch ward zu einer lebenden Seele: laß die Seele leben, die ich dir gegeben habe</i>.
יב שמעון התימני אומר אף על הדבר כו': איבעיא להו לא הודו לו חכמים בשבת אבל בחול הודו לו או דלמא לא הודו לו כלל
12 Š<small>IMO͑N DER</small> T<small>EMANITE SAGT, AUCH WEGEN DER</small> P<small>EST</small>. Sie fragten: Haben die Weisen ihm nur hinsichtlich des Šabbaths nicht beigepflichtet, wohl aber hinsichtlich des Wochentages, oder haben sie ihm überhaupt nicht beigepflichtet? –
יג ת"ש דתניא מתריעין על הדבר בשבת ואצ"ל בחול ר' חנן בן פיטום תלמידו של ר' עקיבא משום רבי עקיבא אומר אין מתריעין על הדבר כל עיקר:
13 Komm und höre: Es wird gelehrt: Man lärme am Šabbath wegen der Pest, und selbstverständlich am Wochentage. R. Ḥanan b. Piṭom, ein Schüler R. A͑qibas, sagte im Namen R. A͑qibas, man lärme wegen der Pest überhaupt nicht.
יד על כל צרה שלא תבא על הצבור כו': ת"ר על כל צרה שלא תבא על הצבור מתריעין עליה חוץ מרוב גשמים מ"ט אמר ר' יוחנן לפי שאין מתפללין על רוב הטובה
14 W<small>EGEN JEDER</small> P<small>LAGE – VON DER DIE</small> G<small>EMEINDE VERSCHONT BLEIBEN MÖGE</small> – &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Wegen jeder Plage – von der die Gemeinde verschont bleiben möge – lärme man, ausgenommen der übermäßige Regen. – Aus welchem Grunde? R. Joḥanan erwiderte: Weil man nicht wegen der übermäßigen Güte betet.
טו ואמר רבי יוחנן מניין שאין מתפללין על רוב הטובה שנאמר (מלאכי ג, י) הביאו את כל המעשר אל בית האוצר וגו' מאי עד בלי די אמר רמי בר רב (יוד) עד שיבלו שפתותיכם מלומר די
15 Ferner sagte R. Joḥanan: Woher, daß man nicht wegen der übermäßigen Güte betet? Es heißt: <i>bringet den Zehnten ganz in das Schatzhaus &amp;c.</i> – Was heißt <i>bis zum Übermaße</i>? Rami b.R. Juda erwiderte: Bis eure Lippen müde werden, ‘genug!’ zu sagen.
טז אמר רמי בר רב יוד ובגולה מתריעין עליה תניא נמי הכי שנה שגשמיה מרובין אנשי משמר שולחין לאנשי מעמד תנו עיניכם באחיכם שבגולה שלא יהא בתיהם קבריהם
16 Rami b.R. Juda sagte: In der Diaspora lärme man dieserhalb wohl. Ebenso wird gelehrt: In einem Jahre, in dem es zu stark regnet, läßt die Priesterwache den Männern des Beistandes sagen: Richtet euer Augenmerk auf eure Brüder in der Diaspora, daß nicht ihre Häuser zu ihren Gräbern werden.
יז שאלו את ר' אליעזר עד היכן גשמים יורדין ויתפללו שלא ירדו אמר להם כדי שיעמוד אדם בקרן אפל וישכשך רגליו במים והתניא ידיו רגליו כידיו קאמינא
17 Man fragte R. Elie͑zer: Wie stark muß es geregnet haben, um für das Aufhören zu beten? Dieser erwiderte: Wenn man auf Qeren Ophel stehend die Hände im Wasser schwenken kann. – Es wird ja gelehrt: die Füße!? – Zu verstehen ist, die Hände wie die Füße.
יח אמר רבה בר בר חנה לדידי חזיא לי קרן אפל דקם ההוא טייעא כי רכיב גמלא ונקיט רומחא בידיה מתחזי איניבא
18 Raba b.Bar Ḥana erzählte: Ich stand einst auf Qeren Ophel, und als ich von da aus einen Araber sah, der auf einem Esel ritt und einen Speer in der Hand hielt, erschien er mir wie eine Nisse.
יט ת"ר (ויקרא כו, ד) ונתתי גשמיכם בעתם לא שכורה ולא צמאה אלא בינונית שכל זמן שהגשמים מרובין מטשטשין את הארץ ואינה מוציאה פירות דבר אחר
19 Die Rabbanan lehrten: <i>Ich will euch Regen zur geeigneten Zeit senden</i>; [die Erde] soll weder zu feucht noch zu trocken sein, sondern die Mitte haltend. Wenn der Regen nämlich zu stark ist, so verschlammt er den Boden, und er bringt keine Früchte hervor. Eine andere Erklärung: