Taanit 45

Kapitel 45

א בעתם בלילי רביעיות ובלילי שבתות
1 <i>Zur geeigneten Zeit</i>, in den Nächten des Mittwochs und des Šabbaths.
ב שכן מצינו בימי שמעון בן שטח שירדו להם גשמים בלילי רביעיות ובלילי שבתות עד שנעשו חטים ככליות ושעורים כגרעיני זיתים ועדשים כדינרי זהב וצררו מהם דוגמא לדורות להודיע כמה החטא גורם שנאמר (ירמיהו ה, כה) עונותיכם הטו אלה וחטאתיכם מנעו הטוב מכם
2 So geschah es nämlich zur Zeit des Šimo͑n b.Šaṭaḥ; damals regnete es nur in den Nächten des Mittwochs und des Šabbaths, dennoch wurden die Weizenkörner wie die Nieren, die Gerstenkörner wie die Olivensteine und die Linsen wie die Golddenare. Man verwahrte davon eine Probe für die Zukunft, um zu zeigen, was alles die Sünde verursachen kann, wie es heißt: <i>eure Missetaten haben dies verhindert, eure Sünden haben euch das Gute entzogen</i>.
ג וכן מצינו בימי הורדוס שהיו עוסקין בבנין בהמ"ק והיו יורדין גשמים בלילה למחר נשבה הרוח ונתפזרו העבים וזרחה החמה ויצאו העם למלאכתן וידעו שמלאכת שמים בידיהם:
3 Ebenso geschah es auch zur Zeit des Herodes, solange sie sich mit dem Bau des Tempels befaßten. Es regnete nur nachts, morgens aber kam ein Wind und zerstreute die Wolken; die Sonne trat hervor, und das Volk ging zur Arbeit. Sie wußten dann, daß eine göttliche Arbeit in ihren Händen sei.
ד מעשה ששלחו לחוני המעגל וכו': ת"ר פעם אחת יצא רוב אדר ולא ירדו גשמים שלחו לחוני המעגל התפלל וירדו גשמים התפלל ולא ירדו גשמים עג עוגה ועמד בתוכה כדרך שעשה חבקוק הנביא שנאמר (חבקוק ב, א) על משמרתי אעמדה ואתיצבה על מצור וגו'
4 E<small>INST SPRACH MAN ZU</small> Ḥ<small>ONI DEM</small> K<small>REISZEICHNER</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Einst verstrich die größere Hälfte des Adar ohne Regen. Da sprachen sie zu Ḥoni dem Kreiszeichner: Bete, daß Regen niederfalle. Er betete, jedoch fiel kein Regen. Da zeichnete er einen Kreis und stellte sich hinein, wie es einst der Prophet Ḥabaquq tat, wie es heißt: <i>ich will mich auf meine Warte stellen und auf den Wall treten &amp;c.</i>,
ה אמר לפניו רבונו של עולם בניך שמו פניהם עלי שאני כבן בית לפניך נשבע אני בשמך הגדול שאיני זז מכאן עד שתרחם על בניך התחילו גשמים מנטפין אמרו לו תלמידיו רבי ראינוך ולא נמות כמדומין אנו שאין גשמים יורדין אלא להתיר שבועתך
5 und sprach vor ihnen: Herr der Welt, deine Kinder wandten sich an mich, weil ich wie ein Häusling bei dir bin; ich schwöre bei deinem großen Namen, daß ich mich von hier nicht rühre, als bis du dich deiner Kinder erbarmt hast. Da begann der Regen zu tröpfeln. Da sprachen seine Schüler: Meister, wir sehen dir zu und möchten nicht sterben; uns dünkt, daß der Regen nur deshalb niederfällt, um dich von deinem Schwure zu entbinden.
ו אמר לא כך שאלתי אלא גשמי בורות שיחין ומערות ירדו בזעף עד שכל טפה וטפה כמלא פי חבית ושיערו חכמים שאין טפה פחותה מלוג אמרו לו תלמידיו רבי ראינוך ולא נמות כמדומין אנו שאין גשמים יורדין אלא לאבד העולם
6 Hierauf sprach er: Nicht um so etwas bat ich, sondern um Regen für Brunnen, Gruben und Höhlen. Da schlug er stürmisch nieder, jeder Tropfen so groß wie die Mundung eines Fasses. Die Weisen schätzten, daß jeder Tropfen mindestens ein Log hatte. Da sprachen seine Schüler zu ihm: Meister, wir sehen dir zu und möchten nicht sterben; uns dünkt, daß dieser Regen nur deshalb niederfällt, um die Welt zu zerstören.
ז אמר לפניו לא כך שאלתי אלא גשמי רצון ברכה ונדבה ירדו כתיקנן עד שעלו כל העם להר הבית מפני הגשמים אמרו לו רבי כשם שהתפללת שירדו כך התפלל וילכו להם אמר להם כך מקובלני שאין מתפללין על רוב הטובה
7 Hierauf sprach er: Nicht um so etwas bat ich, sondern um einen Regen der Willfährigkeit, segensreich und wohltuend. Nun fiel er wie gehörig, bis das ganze Volk sich vor dem Regen auf den Tempelberg flüchten mußte. Sodann sprachen sie zu ihm: Meister, wie du gebetet hast, daß er niederfalle, so bete auch, daß er aufhöre. Er erwiderte ihnen: Es ist mir überliefert, daß man wegen der übermäßigen Güte nicht flehe;
ח אעפ"כ הביאו לי פר הודאה הביאו לו פר הודאה סמך שתי ידיו עליו ואמר לפניו רבש"ע עמך ישראל שהוצאת ממצרים אינן יכולין לא ברוב טובה ולא ברוב פורענות כעסת עליהם אינן יכולין לעמוד השפעת עליהם טובה אינן יכולין לעמוד יהי רצון מלפניך שיפסקו הגשמים ויהא ריוח בעולם מיד נשבה הרוח ונתפזרו העבים וזרחה החמה ויצאו העם לשדה והביאו להם כמהין ופטריות
8 bringt mir jedoch einen Farren zum Dankopfer. Da brachten sie ihm einen Farren zum Dankopfer, und er stützte auf ihn beide Hände, indem er sprach: Herr der Welt, dein Volk Jisraél, das du aus Miçrajim geführt hast, kann weder die übermäßige Güte, noch die übermäßige Strafe ertragen; du zürntest ihnen, und sie konnten es nicht ertragen, du spendest ihnen übermäßige Güte, und sie können es nicht ertragen. Möge es doch dein Wille sein, daß der Regen aufhöre und die Welt sich erhole! Sofort erhob sich ein Wind und zerstreute die Wolken, und die Sonne trat hervor. Das Volk aber ging ins Feld hinaus und holte sich Schwämme und Morcheln.
ט שלח לו שמעון בן שטח אלמלא חוני אתה גוזרני עליך נידוי שאילו שנים כשני אליהו שמפתחות גשמים בידו של אליהו לא נמצא שם שמים מתחלל על ידך
9 Hierauf ließ ihm Šimo͑n b. Šaṭaḥ sagen: Wärest du nicht Ḥoni, so würde ich über dich den Bann verhängt haben. Könnte doch der Name Gottes entweiht werden, und selbst wenn es Jahre gleich den [Hungers]jahren Elijahus wären, wo der Schlüssel des Regens in der Hand Elijahus war.
י אבל מה אעשה לך שאתה מתחטא לפני המקום ועושה לך רצונך כבן שמתחטא על אביו ועושה לו רצונו ואומר לו אבא הוליכני לרחצני בחמין שטפני בצונן תן לי אגוזים שקדים אפרסקים ורמונים ונותן לו ועליך הכתוב אומר (משלי כג, כה) ישמח אביך ואמך ותגל יולדתך
10 Was aber kann ich gegen dich machen, wo du gegen Gott ungezogen bist und er dir dennoch deinen Willen tut, wie ein Kind gegen seinen Vater ungezogen ist, und er ihm dennoch seinen Willen tut. Es spricht zu ihm: ‘Vater, führe mich warm baden’, ‘Gib mir Nüsse, Mandeln, Pfirsiche und Granatäpfel’, und er gewährt ihm alles. Über dich spricht die Schrift: <i>freuen mögen sich dein Vater und deine Mutter, frohlocken, die dich gebar</i>.
יא תנו רבנן מה שלחו בני לשכת הגזית לחוני המעגל (איוב כב, כח) ותגזר אומר ויקם לך ועל דרכיך נגה אור
11 Die Rabbanan lehrten: Was ließen die Männer der QaderhàlleḤoni dem Kreiszeichner sagen? <i>Du befiehlst und es kommt zu stände, und über deinen Wegen strahlt Licht. Du befiehlst</i>,
יב ותגזר אומר אתה גזרת מלמטה והקדוש ברוך הוא מקיים מאמרך מלמעלה ועל דרכיך נגה אור דור שהיה אפל הארת בתפלתך
12 du befiehlst hienieden, und der Heilige, gepriesen sei er, bestätigt deinen Spruch droben. <i>Über deinen Wegen strahlt Licht</i>, du hast das verfinsterte Zeitalter durch dein Gebet aufleuchten lassen.
יג כי השפילו ותאמר גוה דור שהיה שפל הגבהתו בתפלתך ושח עינים יושיע דור ששח בעונו הושעתו בתפלתך ימלט אי נקי דור שלא היה נקי מלטתו בתפלתך ונמלט בבור כפיך מלטתו במעשה ידיך הברורין
13 <i>Wenn sie abwärts führen, so rufst du</i>: <i>Empor!</i> Du hast das gesunkene Zeitalter durch dein Gebet aufgerichtet. <i>Dem Demütigen hilft er</i>, du hast dem durch seine Sünde gedemütigten Zeitalter durch dein Gebet geholfen. <i>Er errettet den Nicht-Schuldlosen</i>, du hast das nicht schuldlose Zeitalter durch dein Gebet errettet. <i>Errettet ist es durch die Reinheit deiner Hände</i>, du hast es errettet durch deine reinen Taten.
יד אמר ר' יוחנן כל ימיו של אותו צדיק היה מצטער על מקרא זה (תהלים קכו, א) שיר המעלות בשוב ה' את שיבת ציון היינו כחולמים אמר מי איכא דניים שבעין שנין בחלמא
14 R. Joḥanan sagte: All seine Tage grämte sich dieser Gerechte über folgenden Schriftvers: <i>Stufenlied. Als der Herr die Gefangenschaft Çijons zurückführte, waren wir wie Träumende</i>. Er sprach nämlich: Gibt es denn jemand, der siebzig Jahre lang träumend schläft!?
טו יומא חד הוה אזל באורחא חזייה לההוא גברא דהוה נטע חרובא אמר ליה האי עד כמה שנין טעין אמר ליה עד שבעין שנין אמר ליה פשיטא לך דחיית שבעין שנין אמר ליה האי [גברא] עלמא בחרובא אשכחתיה כי היכי דשתלי לי אבהתי שתלי נמי לבראי
15 Eines Tages befand er sich auf dem Wege und sah einen Mann einen Johannisbrotbaum pflanzen. Da fragte er ihn: Nach wieviel Jahren trägt er? Jener erwiderte: Nach siebzig Jahren. Dieser fragte weiter: Bist du überzeugt, daß du noch siebzig Jahre leben wirst? Jener erwiderte: Ich habe Johannisbrotbäume auf der Welt vorgefunden; wie meine Vorfahren für mich pflanzten, ebenso will ich für meine Nachkommen pflanzen.
טז יתיב קא כריך ריפתא אתא ליה שינתא נים אהדרא ליה משוניתא איכסי מעינא ונים שבעין שנין כי קם חזייה לההוא גברא דהוה קא מלקט מינייהו אמר ליה את הוא דשתלתיה א"ל בר בריה אנא אמר ליה שמע מינה דניימי שבעין שנין חזא לחמריה דאתיילידא ליה רמכי רמכי
16 Hierauf setzte er sich und aß sein Brot, worauf ihn ein Schlaf befiel. Sodann umgab ihn ein Felsen, und vor jedem Auge verborgen schlief er siebzig Jahre. Als er erwachte und einen Mann von [den Früchten] sammeln sah, fragte er ihn: Bist du es, der [den Baum] gepflanzt hat? Dieser erwiderte: Ich bin seines Sohnes Sohn. Da sprach er: Ich schlief also siebzig Jahre! Alsdann sah er, daß seine Eselin mittlerweile ganze Herden geworfen hatte.
יז אזל לביתיה אמר להו בריה דחוני המעגל מי קיים אמרו ליה בריה ליתא בר בריה איתא אמר להו אנא חוני המעגל לא הימנוהו אזל לבית המדרש שמעינהו לרבנן דקאמרי נהירן שמעתתין כבשני חוני המעגל דכי הוי עייל לבית מדרשא כל קושיא דהוו להו לרבנן הוה מפרק להו אמר להו אנא ניהו לא הימנוהו ולא עבדי ליה יקרא כדמבעי ליה חלש דעתיה בעי רחמי ומית אמר רבא היינו דאמרי אינשי או חברותא או מיתותא
17 Als er hierauf nach Hause ging und nach dem Sohne Ḥoni des Kreiszeichners fragte, erwiderte man ihm: Dessen Sohn lebt nicht mehr, aber dessen Sohnes Sohn lebt noch. Da sprach er: Ich bin Ḥoni der Kreiszeichner. Man glaubte ihm aber nicht. Hierauf ging er ins Lehrhaus, und da hörte er, wie die Jünger sagten: Diese Lehre ist uns so klar, wie zur Zeit Ḥoni des Kreiszeichners. Dieser pflegte nämlich bei seinem Eintritte ins Lehrhaus alle Fragen zu beantworten, die die Jünger hatten. Da sprach er: Ich bin es. Sie glaubten ihm aber nicht und erwiesen ihm nicht die ihm gebührende Ehrung. Darob grämte er sich sehr, und nachdem er darum bat, starb er. Raba sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Entweder Gesellschaft oder den Tod.
יח אבא חלקיה בר בריה דחוני המעגל הוה וכי מצטריך עלמא למיטרא הוו משדרי רבנן לגביה ובעי רחמי ואתי מיטרא זימנא חדא איצטריך עלמא למיטרא שדור רבנן זוגא דרבנן לגביה למבעי רחמי דניתי מיטרא אזול לביתיה ולא אשכחוהו אזול בדברא ואשכחוהו דהוה קא רפיק יהבו ליה שלמא
18 Abba Ḥilqija war ein Sohnessohn Ḥoni des Kreiszeichners, und wenn die Welt des Regens benötigte, schickten die Rabbanan zu ihm, und wenn er flehte, fiel Regen nieder. Einst benötigte die Welt des Regens, und die Rabbanan sandten zu ihm ein Paar Jünger, daß er um Regen flehe. Diese gingen zu ihm nach Hause, trafen ihn aber nicht; hierauf gingen sie aufs Feld und trafen ihn beim Graben. Sie grüßten ihn,