Taanit 50

Kapitel 50

א אין גזעו מחליף אף צדיק ח"ו אין גזעו מחליף לכך נאמר ארז אילו נאמר ארז ולא נאמר תמר הייתי אומר מה ארז אין עושה פירות אף צדיק ח"ו אין עושה פירות לכך נאמר תמר ונאמר ארז
1 ihren Stamm nicht wechselt, ebenso wechsle – behüte und bewahre – auch der Fromme seinen Stamm nicht; daher heißt es auch Zeder. Und hieße es nur Zeder und nicht Palme, so könnte man sagen, wie die Zeder keine Früchte hervorbringt, ebenso bringe – behüte und bewahre – auch der Fromme keine Früchte hervor; daher heißt es Palme und heißt es Zeder. –
ב וארז גזעו מחליף והתניא הלוקח אילן מחבירו לקוץ מגביהו מן הקרקע טפח וקוצץ בסדן השקמה שני טפחים בבתולת השקמה שלשה טפחים בקנים ובגפנים מן הפקק ולמעלה בדקלים ובארזים חופר למטה ומשריש לפי שאין גזעו מחליף
2 Aber wechselt denn die Zeder ihren Stamm, es wird ja gelehrt: Wenn jemand von seinem Nächsten einen Baum zum Fällen gekauft hat, so lasse er eine Handbreite über dem Erdboden zurück und fälle ihn; von einem Sykomorenstamme lasse man zwei Handbreiten und von einer jungfräulichen Sykomore lasse man drei Handbreiten; Röhricht und Weinstöcke vom Knoten ab; Dattelpalmen und Zedern darf er ausgraben und entwurzeln, weil diese ihren Stamm nicht wechseln!? –
ג הכא במאי עסקינן בשאר מיני ארזים כדרבה בר הונא דאמר רבה בר הונא עשרה מיני ארזים הן שנאמר (ישעיהו מא, יט) אתן במדבר ארז שיטה והדס וגו'
3 Hier handelt es sich um andere Arten von Zedern. Dies nach Rabba b. R. Hona, denn Rabba b.R. Hona sagte: Es gibt zehn Arten von Zedern, denn es heißt: <i>ich will die Wüste besetzen mit Zedern, Akazien, Myrten &amp;c</i>.
ד ת"ר מעשה ברבי אליעזר שגזר שלש עשרה תעניות על הצבור ולא ירדו גשמים באחרונה התחילו הצבור לצאת אמר להם תקנתם קברים לעצמכם געו כל העם בבכיה וירדו גשמים
4 Die Rabbanan lehrten: Einst verfügte R. Elie͑zer dreizehn Gemeindefasten, aber es kam kein Regen. Zuletzt begann die Gemeinde [das Bethaus] zu verlassen, da sprach er: Habt ihr euch schon Gräber besorgt!? Darauf brach die ganze Gemeinde in Weinen aus, und Regen fiel nieder.
ה שוב מעשה בר' אליעזר שירד לפני התיבה ואמר עשרים וארבע ברכות ולא נענה ירד רבי עקיבא אחריו ואמר אבינו מלכנו אין לנו מלך אלא אתה אבינו מלכנו למענך רחם עלינו וירדו גשמים הוו מרנני רבנן יצתה בת קול ואמרה לא מפני שזה גדול מזה אלא שזה מעביר על מדותיו וזה אינו מעביר על מדותיו
5 Ferner ereignete es sich einst, daß R. Elie͑zer vor die Lade trat und die vierundzwanzig Segenssprüche sprach; er wurde aber nicht erhört. Alsdann trat R. A͑qiba vor [die Lade] und sprach: Unser Vater und König, wir haben keinen König außer dir! Unser Vater, unser König, deinetwegen erbarme dich unser! Da fiel Regen nieder. Als die Rabbanan dieserhalb über jenen Nachrede führten, ertönte eine Hallstimme und sprach: Nicht etwa, daß dieser bedeutender wäre als jener, sondern, weil dieser nachsichtig ist, jener aber nicht.
ו ת"ר עד מתי יהו הגשמים יורדין והצבור פוסקין מתעניתם כמלא ברך המחרישה דברי רבי מאיר וחכמים אומרים בחרבה טפח בבינונית טפחיים בעבודה שלשה טפחים
6 Die Rabbanan lehrten: Wie viel muß es geregnet haben, daß die Gemeinde das Fasten einstelle? Soweit die Pflugschar eindringt – so R. Meír. Die Weisen sagen, eine Handbreite in einen trockenen [Boden], zwei in einen gewöhnlichen, drei in einen bearbeiteten.
ז תניא רבי שמעון בן אלעזר אומר אין לך טפח מלמעלה שאין תהום יוצא לקראתו שלשה טפחים והא תניא טפחיים לא קשיא כאן בעבודה כאן בשאינה עבודה
7 Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Du hast keine von oben aus [befeuchtete] Handbreite, der nicht drei vom Untergrunde aus [befeuchtete] Handbreiten entgegenkämen. – Es wird ja aber gelehrt: zwei Handbreiten!? – Das ist kein Widerspruch; eines gilt von einem bearbeiteten [Boden] und eines von einem nicht bearbeiteten.
ח א"ר אלעזר כשמנסכין את המים בחג תהום אומר לחבירו אבע מימיך קול שני ריעים אני שומע שנאמר (תהלים מב, ח) תהום אל תהום קורא לקול צנוריך וגו'
8 R. Elea͑zar sagte: Wenn man am Hüttenfeste das Wasser gießt, ruft eine Flut der anderen zu: Laß dein Wasser sprudeln, ich höre das Geräusch zweier Freunde. So heißt es: <i>eine Flut ruft der anderen beim Rauschen deiner Wasserfälle zu &amp;c</i>.
ט אמר רבה לדידי חזי לי האי רידיא דמי לעיגלא (תלתא) ופירסא שפוותיה וקיימא בין תהומא תתאה לתהומא עילאה לתהומא עילאה א"ל חשור מימיך לתהומא תתאה א"ל אבע מימיך שנא' (שיר השירים ב, יב) הנצנים נראו בארץ וגו':
9 Rabba erzählte: Ich sah den Ridja, der einem Drittlingskalbe gleicht, und dessen Lippen stehen vorn auseinander ab. Er steht zwischen den unteren und dem oberen Gewässer; zum oberen Gewässer spricht er: ergieße dein Wasser, und zum unteren Wasser spricht er: laß dein Wasser hervorquellen. So heißt es:<i>die Blumen zeigten sich im Lande &amp;c.</i>.
י היו מתענין וירדו גשמים קודם הנץ החמה כו': ת"ר היו מתענין וירדו להם גשמים קודם הנץ החמה לא ישלימו לאחר הנץ החמה ישלימו דברי ר' מאיר ר' יהודה אומר קודם חצות לא ישלימו לאחר חצות ישלימו
10 W<small>ENN WÄHREND DES</small> F<small>ASTENS VOR</small> S<small>ONNENAUFGANG</small> R<small>EGEN FÄLLT</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Wenn während des Fastens vor Sonnenaufgang Regen fällt, so beende man [das Fasten] nicht, wenn nach Sonnenaufgang, so beende man es – so R. Meír. R. Jehuda sagt, wenn vor Mittag, so beende man es nicht, wenn nach Mittag, so beende man es.
יא רבי יוסי אומר קודם ט' שעות לא ישלימו לאחר ט' שעות ישלימו שכן מצינו באחאב מלך ישראל שהתענה מתשע שעות ולמעלה שנאמר (מלכים א כא, כט) הראית כי נכנע אחאב וגו'
11 R. Jose sagt, wenn vor der neunten Stunde, so beende man es nicht, wenn nach der neunten Stunde, so beende man es. So finden wir es auch bei Aḥab, dem Könige von Jisraél, daß er erst von der neunten Stunde ab fastete, denn es heißt: <i>hast du gemerkt, daß sich Aḥáb gedemütigt hat</i><i>&amp;c</i>.
יב ר' יהודה נשיאה גזר תעניתא וירדו להם גשמים לאחר הנץ החמה סבר לאשלומינהו א"ל רבי אמי קודם חצות ואחר חצות שנינו שמואל הקטן גזר תעניתא וירדו להם גשמים קודם הנץ החמה כסבורין העם לומר שבחו של צבור הוא
12 Einst verfügte R. Jehuda der Fürst ein Fasten, und nach Sonnenaufgang kam Regen. Er glaubte, [das Fasten] beenden zu lassen, da sprach R. Ami zu ihm: Wir haben gelernt [zu unterscheiden], ob vor Mittag oder nach Mittag. Einst verfügte Šemuél der Kleine ein Fasten, und vor Sonnenaufgang kam Regen. Als nun das Volk dies zum Lobe der Gemeinde deuten wollte,
יג אמר להם אמשול לכם [משל] למה הדבר דומה לעבד שמבקש פרס מרבו אמר להם תנו לו ואל אשמע קולו
13 sprach er: Ich will euch ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist: als wenn ein Diener seinen Herrn um seinen Lohn bittet, und dieser zu ihnen spricht: Gebt ihm, nur daß ich seine Stimme nicht höre.
יד שוב שמואל הקטן גזר תעניתא וירדו להם גשמים לאחר שקיעת החמה כסבורים העם לומר שבחו של צבור הוא אמר להם שמואל לא שבח של צבור הוא אלא אמשול לכם משל למה הדבר דומה לעבד שמבקש פרס מרבו ואמר להם המתינו לו עד שיתמקמק ויצטער ואחר כך תנו לו
14 Ein anderes Mal verfügte Šemuél der Kleine ein Fasten, und erst nach Sonnenuntergang kam Regen. Als nun das Volk dies zum Lobe der Gemeinde deuten wollte, sprach Šemuél zu ihnen: Dies gereicht nicht zum Lobe der Gemeinde; ich will euch ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist: als wenn ein Diener seinen Herrn um Lohn bittet, und dieser zu ihnen spricht: Wartet damit, bis er sich abhärmt und grämt, dann erst gebt ihm. –
טו ולשמואל הקטן שבחו של צבור היכי דמי אמר משיב הרוח ונשב זיקא אמר מוריד הגשם ואתא מיטרא:
15 In welchem Falle kann es nach Šemuél dem Kleinen zum Lobe der Gemeinde gedeutet werden? – Wenn er sagt: ‘Er läßt den Wind wehen’, und ein Wind sich erhebt, und wenn er sagt: ‘Er läßt den Regen fallen’, und Regen kommt.
טז מעשה וגזרו תענית בלוד כו': ונימא הלל מעיקרא אביי ורבא דאמרי תרווייהו לפי שאין אומרים הלל
16 E<small>INST VERFÜGTEN SIE IN</small> L<small>UD EIN</small> F<small>ASTEN</small> &amp;<small>C</small>. Sollten sie doch das Loblied vorher gelesen haben!? Abajje und Raba erklärten beide: Weil man das Loblied