Taanit 7

Kapitel 7

א עורפילא אפילו לפרצידא דתותי קלא מהניא ליה מאי עורפילא עורו פילי ואמר רבא האי צורבא מרבנן דמי לפרצידא דתותי קלא דכיון דנבט נבט
1 und der feine Regen [U͑rpila] ist sogar dem Saatkorn unter der Scholle nützlich. Was heißt U͑rpila? U͑ru pila [der die Spalten regt]. Ferner sagte Raba: Ein Gelehrtenjünger gleicht dem Saatkorn unter Scholle; wenn er nur zu wachsen beginnt, schießt er hervor.
ב ואמר רבא האי צורבא מרבנן דרתח אורייתא הוא דקא מרתחא ליה שנאמר (ירמיהו כג, כט) הלא כה דברי כאש נאם ה' ואמר רב אשי כל ת"ח שאינו קשה כברזל אינו ת"ח שנא' (ירמיהו כג, כט) וכפטיש יפוצץ סלע
2 Ferner sagte Raba: Wenn ein Gelehrtenjünger in Zorn gerät, so ist es die Tora, die in ihm lodert, denn es heißt: <i>ist denn nicht mein Wort wie Feuer? Spruch des Herrn.</i> Desgleichen sagte R. Aši: Ein Schriftgelehrter, der nicht hart wie Eisen ist, ist kein Schriftgelehrter, denn es heißt: <i>wie ein Hammer, der Felsen zertrümmert.</i>
ג א"ל רבי אבא לרב אשי אתון מהתם מתניתו לה אנן מהכא מתנינן לה דכתיב (דברים ח, ט) ארץ אשר אבניה ברזל אל תקרי אבניה אלא בוניה אמר רבינא אפ"ה מיבעי ליה לאיניש למילף נפשיה בניחותא שנאמר (קהלת יא, י) והסר כעס מלבך וגו'
3 R. Abba sprach zu R. Aši: Ihr entnehmt dies hieraus, wir aber entnehmen dies aus folgendem Schriftverse: <i>ein Land, dessen Steine Eisen sind</i>, lies nicht <i>abaneha</i> [Steine], sondern <i>honeha</i> [ihre Erbauer]. Rabina sprach: Dennoch gewöhne sich der Mensch, sanft zu sein, denn es heißt: <i>und entferne Unmut von deinem Herzen &amp;c.</i>
ד א"ר שמואל בר נחמני אמר רבי יונתן שלשה שאלו שלא כהוגן לשנים השיבוהו כהוגן לאחד השיבוהו שלא כהוגן ואלו הן אליעזר עבד אברהם ושאול בן קיש ויפתח הגלעדי
4 R. Šemuél b.Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Drei äußerten ihren Wunsch ungehörig; zweien ließ man es gelingen, einem aber ließ man es mißlingen. Folgende sind es: Elie͑zer, der Diener Abrahams, Šaúl, der Sohn des Qiš, und Jiphtaḥ, der Gilea͑dite.
ה אליעזר עבד אברהם דכתיב (בראשית כד, יד) והיה הנערה אשר אומר אליה הטי נא כדך וגו' יכול אפי' חיגרת אפי' סומא השיבו כהוגן ונזדמנה לו רבקה
5 Elie͑zer, der Diener Abrahams, denn es heißt: <i>so sei das Mädchen, zu dem ich sagen werde: neige doch deinen Krug &amp;c</i>. Es könnte doch ein lahmes oder ein blindes sein! Man ließ es ihm aber gelingen, denn er stieß auf Ribqa.
ו שאול בן קיש דכתיב (שמואל א יז, כה) והיה האיש אשר יכנו יעשרנו המלך עושר גדול ואת בתו יתן לו יכול אפי' עבד אפילו ממזר השיבו כהוגן ונזדמן לו דוד
6 Šaúl, der Sohn des Qiš, denn es heißt: <i>und wer ihn erschlägt, den will der König sehr reich beschenken, und will ihm seine Tochter zur Frau geben.</i> Es könnte doch eine Sklave oder ein Bastard sein! Man ließ es ihm aber gelingen, denn er stieß auf David.
ז יפתח הגלעדי דכתיב (שופטים יא, לא) והיה היוצא אשר יצא מדלתי ביתי וגו' יכול אפילו דבר טמא השיבו שלא כהוגן נזדמנה לו בתו
7 Jiphtaḥ der Gilea͑dite, denn es heißt: <i>so soll, wer aus der Tür meines Hauses mir entgegen geht &amp;c</i>. Es könnte doch etwas Unreines sein. Und man ließ es ihm nicht gelingen, denn er stieß auf seine Tochter.
ח והיינו דקאמר להו נביא לישראל (ירמיהו ח, כב) הצרי אין בגלעד אם רופא אין שם
8 Das ist es, was der Prophet zu Jisraél gesprochen hat: <i>gibt es denn keinen Balsam mehr in Gilea͑d oder ist kein Arzt</i> <i>mehr da</i>?
ט וכתיב (ירמיהו יט, ה) אשר לא צויתי ולא דברתי ולא עלתה על לבי
9 Ferner heißt es: <i>was ich weder geboten noch angeordnet habe, und was mir nie in den Sinn gekommen ist. </i>
י אשר לא צויתי זה בנו של מישע מלך מואב שנאמר (מלכים ב ג, כז) ויקח את בנו הבכור אשר ימלך תחתיו ויעלהו עולה ולא דברתי זה יפתח ולא עלתה על לבי זה יצחק בן אברהם
10 Was ich weder geboten, das ist [die Opferung] des Sohnes des Miša͑, Königs von Moab, wie es heißt: <i>da nahm er seinen erstgeborenen Sohn, der nach ihm herrschen sollte, und opferte ihn als Brandopfer. Noch angeordnet habe</i>, das ist [die Opferung der Tochter des] Jiphtaḥ. <i>Was mir nie in den Sinn gekommen ist</i>, das ist [die Opferung] Jiçḥaqs, des Sohnes Abrahams.
יא אמר רבי ברכיה אף כנסת ישראל שאלה שלא כהוגן והקב"ה השיבה כהוגן שנא' (הושע ו, ג) ונדעה נרדפה לדעת את ה' כשחר נכון מוצאו ויבוא כגשם לנו
11 R. Berekhja sagte: Auch die Gemeinde Jisraél äußerte ihren Wunsch ungehörig, jedoch der Heilige, gepriesen sei er, antwortete ihr füglich. Es heißt: <i>laßt uns trachten und verfolgen, den Herrn zu erkennen; er wird so sicher kommen wie die Morgenröte; damit er über uns komme wie ein Regenguß.</i>
יב אמר לה הקב"ה בתי את שואלת דבר שפעמים מתבקש ופעמים אינו מתבקש אבל אני אהיה לך דבר המתבקש לעולם שנאמר (הושע יד, ו) אהיה כטל לישראל
12 Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihr: Meine Tochter, du bittest um [Regen], der zuweilen erwünscht und zuweilen unerwünscht ist, ich aber will dir wie etwas sein, das immer erwünscht ist. Denn es heißt: <i>ich werde Jisraél wie der Tau sein</i>.
יג ועוד שאלה שלא כהוגן אמרה לפניו רבש"ע (שיר השירים ח, ו) שימני כחותם על לבך כחותם על זרועך א"ל הקב"ה בתי את שואלת דבר שפעמים נראה ופעמים אינו נראה אבל אני אעשה לך דבר שנראה לעולם שנאמר (ישעיהו מט, טז) הן על כפים חקותיך:
13 Ferner äußerte sie ihren Wunsch ungehörig und sprach vor ihm: Herr der Welt, <i>lege mich wie einen Siegelring an dein Herz, wie einen Siegelring an deinen Arm</i>. Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihr: Meine Tochter, du bittest um etwas, das zuweilen zu sehen ist und zuweilen nicht zu sehen ist, ich aber will dich wie etwas behandeln, das immer zu sehen ist. Denn es heißt: <i>siehe, auf die Hände habe ich dich gezeichnet</i>.
יד אין שואלין את הגשמים כו': סברוה שאלה והזכרה חדא מילתא היא מאן תנא אמר רבא ר' יהושע היא דאמר משעת הנחתו
14 M<small>AN BITTE UM</small> R<small>EGEN ERST</small> &amp;<small>C</small>. Sie waren der Meinung, ‘Bitte’ und ‘Erwähnung’ sei dasselbe; wer lehrt dies? Raba erwiderte: Es ist R. Jehošua͑, welcher sagt, von der Stunde an, wo man ihn fortlegt.
טו א"ל אביי אפילו תימא רבי אליעזר שאלה לחוד והזכרה לחוד
15 Abajje sprach zu ihm: Du kannst auch sagen, daß es R. Elie͑zer ist, denn ‘Bitte’ und ‘Erwähnung’ sind voneinander verschieden.
טז ואיכא דאמרי לימא
16 Manche lesen: Es wäre anzunehmen, daß es