Taanit 8

Kapitel 8

א רבי יהושע היא דאמר משעת הנחתו אמר רבא אפילו תימא רבי אליעזר שאלה לחוד והזכרה לחוד:
1 R. Jehošua͑ ist, welcher sagt, von der Stunde an, wo man ihn fortlegt. Da sprach Raba: Du kannst auch sagen, daß es R. Elie͑zer ist, denn ‘Bitte’ und ‘Erwähnung’ sind von einander verschieden.
ב רבי יהודה אומר העובר לפני התיבה כו':
2 R. J<small>EHUDA SAGT, WER VOR DAS</small> B<small>ETPULT TRITT</small> &amp;<small>C</small>.
ג ורמינהו עד מתי שואלין את הגשמים ר' יהודה אומר עד שיעבור הפסח ר' מאיר אומר עד שיעבור ניסן
3 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Bis wann bitte man um Regen? R. Jehuda sagt, bis das Pesaḥfest vorüber ist, R. Jose sagt, bis der Nisan vorüber ist!?
ד אמר רב חסדא לא קשיא כאן לשאול כאן להזכיר מישאל שאיל ואזיל להזכיר ביו"ט הראשון פסיק
4 R. Ḥisda erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von der Bitte und das andere von der Erwähnung. Bitten kann man länger, zu erwähnen hört man jedoch am ersten Tage [des Pesaḥfestes] auf.
ה אמר עולא הא דרב חסדא קשיא (משלי י, כו) כחומץ לשינים וכעשן לעינים ומה במקום שאינו שואל מזכיר במקום ששואל אינו דין שיהא מזכיר
5 U͑la sprach: Von dem, was R. Ḥisda sagt, [heißt es]: wie <i>Essig für die Zähne und Rauch für die Augen.</i> Wenn man dann, wenn man um Regen nicht bittet, seiner erwähnt, um wieviel mehr muß man seiner erwähnen, wenn man darum bittet!?
ו אלא אמר עולא תרי תנאי אליבא דר' יהודה
6 Vielmehr, erklärte U͑la, streiten zwei Tannaím über die Ansicht R. Jehudas.
ז רב יוסף אמר מאי עד שיעבור הפסח עד שיעבור שליח צבור ראשון היורד ביו"ט ראשון של פסח
7 R. Joseph erklärte: unter ‘bis das Pesaḥfest vorüber ist’ ist zu verstehen: bis der erste Gemeindevertreter am ersten Tage des Pesaḥfestes vorüber ist.
ח א"ל אביי שאלה ביו"ט מי איכא
8 Abajje sprach zu ihm: Wird denn am Festtage die Bitte [gesprochen]!?
ט א"ל אין שואל מתורגמן וכי מתורגמן שואל דבר שאינו צריך לצבור אלא מחוורתא כדעולא
9 Dieser erwiderte: Freilich, der Vortragende spricht die Bitte. – Bittet denn der Vortragende um etwas, dessen die Gemeinde nicht benötigt!? – Vielmehr, am richtigsten ist es, wie U͑a erklärt hat.
י רבה אמר מאי עד שיעבור הפסח עד שיעבור זמן שחיטת הפסח וכתחילתו כן סופו מה תחילתו מזכיר אע"פ שאינו שואל אף סופו מזכיר אע"פ שאינו שואל
10 Raba erklärte: Unter ‘bis das Pesaḥfest vorüber ist’ ist zu verstehen: bis die Zeit des Schlachtens des Pesaḥopfers vorüber ist. Wie beim Beginnen, so auch beim Aufhören: wie man beim Beginnen [des Regens] erwähnt, obgleich man darum noch nicht bittet, ebenso erwähnt man dessen beim Aufhören, obgleich man darum nicht bittet.
יא א"ל אביי בשלמא תחילתו מזכיר הזכרה נמי ריצוי שאלה היא אלא סופו מאי ריצוי שאלה איכא אלא מחוורתא כדעולא
11 Abajje sprach zu ihm: Allerdings ist die Erwähnung beim Beginnen eine Einleitung der Bitte, was soll aber die Einleitung der Bitte beim Aufhören!? – Vielmehr, am richtigsten ist es, wie U͑la erklärt hat.
יב א"ר אסי א"ר יוחנן הלכה כר' יהודה א"ל ר' זירא לר' אסי ומי אמר רבי יוחנן הכי והתנן בשלשה במרחשוון שואלין את הגשמים רבן גמליאל אומר בשבעה בו וא"ר אלעזר הלכה כרבן גמליאל
12 R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Jehuda. R. Zera sprach zu R. Asi: Kann R.Joḥanan dieses denn gesagt haben, wir haben ja gelernt: Am dritten Marḥešvan [beginne man] um Regen zu bitten; R. Gamliél sagt, am siebenten desselben. Und hierzu sagte R. Elea͑zar, die Halakha sei wie R. Gamliél!?
יג א"ל גברא אגברא קא רמית איבעית אימא לא קשיא כאן לשאול כאן להזכיר
13 Dieser erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch zwischen zwei verschiedenen Personen hin!? Wenn du aber willst, sage ich: dies ist überhaupt kein Widerspruch, denn das eine gilt vom Bitten und das andere von der Erwähnung. –
יד והאמר ר' יוחנן במקום ששואל מזכיר ההוא להפסקה איתמר והאמר ר' יוחנן התחיל להזכיר מתחיל לשאול פסק מלשאול פוסק מלהזכיר
14 R. Joḥanan sagte ja aber, man erwähne [des Regens] da, wo man um ihn bittet!? – Dies wurde vom Aufhören gelehrt. – R. Joḥanan sagte ja aber, wenn man dessen zu erwähnen beginnt, beginne man auch, darum zu bitten, und wenn man darum zu bitten aufhört, höre man auch dessen zu erwähnen auf!? –
טו אלא לא קשיא הא לן הא להו מאי שנא לדידן דאית לן פירי בדברא לדידהו נמי אית להו עולי רגלים
15 Vielmehr, das ist kein Widerspruch; das eine für uns, und das andere für sie. – Für uns wohl deshalb, weil wir noch Früchte auf dem Felde haben, ebenso sollten ja bei ihnen die Wallfahrer berücksichtigt werden!? –
טז כי קא"ר יוחנן בזמן שאין בית המקדש קיים השתא דאתית להכי הא והא לדידהו ולא קשיא כאן בזמן שבית המקדש קיים כאן בזמן שאין בית המקדש קיים
16 R. Joḥanan spricht von der Zeit, wo der Tempel nicht besteht. Jetzt nun aber, wo du darauf gekommen bist, können auch beide Lehren von ihnen handeln, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn die eine handelt von der Zeit, wo der Tempel besteht, und die andere handelt von der Zeit, wenn der Tempel nicht besteht. –
יז ואנן דאית לן תרי יומי היכי עבדינן אמר רב מתחיל במוספין ופוסק במנחה ערבית ושחרית וחוזר במוספין
17 Wie machen wir es, die wir zwei Festtage haben? Rabh erwiderte: Man beginne [die Erwähnung] im Zusatzgebete, lasse sie im Vespergebete, im Abendgebete und Morgengebete ausfallen, und im folgenden Zusatzgebete setze man sie fort.
יח אמר להו שמואל פוקו ואמרו ליה לאבא אחר שעשיתו קודש תעשהו חול אלא אמר שמואל מתחיל במוספין ובמנחה ופוסק ערבית ושחרית וחוזר ומתחיל במוספין
18 Šemuél sprach zu [den Jüngern]: Geht und sagt zu Abba: nachdem du ihn als heilig anerkannt hast, willst du ihn als profan erklären!? Vielmehr, sagte Šemuél, man beginne sie im Zusatzgebete und im Vespergebete, lasse sie im Abendgebete und Morgengebete ausfallen und setze sie im folgenden Zusatzgebete fort.