Yevamot 118

Kapitel 118

א הא מני ר' מאיר היא ורב דאמר כר' אלעזר
1 Hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, während Rabh der Ansicht R. Elea͑zars ist. –
ב אי כרבי אלעזר מאי איריא משום בעולה תיפוק ליה דהויא לה זונה דהא א"ר אלעזר פנוי הבא על הפנויה שלא לשם אישות עשאה זונה
2 Nach R. Elea͑zar braucht ja die Defloration nicht hervorgehoben zu werden, es genügt ja der Umstand, daß sie eine Hure ist, denn R. Elea͑zar sagte, wenn ein Lediger einer Ledigen ohne Absicht der Ehelichung beigewohnt hat, habe er sie zur Hure gemacht!?
ג אמר רב יוסף כגון שנבעלה לבהמה דהתם משום בעולה איכא משום זונה ליכא
3 R. Joseph erwiderte: Wenn sie von einem Vieh beschlafen worden ist, so daß sie nur Deflorierte und nicht Hure ist.
ד אמר ליה אביי ממה נפשך אי בעולה הויא זונה נמי הויא ואי זונה לא הויא בעולה נמי לא הויא וכי תימא מידי דהויא אמוכת עץ שלא כדרכה אם כן אין לך אשה שכשרה לכהונה שלא נעשית מוכת עץ על ידי צרור
4 Abajje sprach zu ihm: Wie du es nimmst: ist sie Deflorierte, so ist sie auch Hure, und ist sie keine Hure, so ist sie auch keine Deflorierte. Wolltest du erwidern: wie bei der Verletzten, so gäbe es ja, wenn es von der widernatürlichen Art gelten sollte, keine für Priester geeignete Frau, da es keine gibt, die sich nicht durch Spänchen verletzt hätte!?
ה אלא אמר רבי זירא בממאנת
5 Vielmehr, erklärte R. Zera, bei der Weigerungserklärenden.
ו אמר רב שימי בר חייא נבעלה לבהמה כשרה לכהונה תניא נמי הכי נבעלה למי שאינו איש אע"פ שבסקילה כשרה לכהונה
6 R. Šimi b. Ḥija sagte: Ist sie von einem Vieh beschlafen worden, so ist sie für Priester tauglich. Ebenso wird gelehrt: Ist sie von [einem Wesen], das kein Mann ist, beschlafen worden, so ist sie, obgleich dies mit der Steinigung belegt ist, für Priester tauglich.
ז כי אתא רב דימי אמר מעשה בריבה אחת בהיתלו שהיתה מכבדת את הבית ורבעה כלב כופרי מאחריה והכשירה רבי לכהונה אמר שמואל ולכהן גדול בימי רבי כהן גדול מי הוה אלא ראויה לכהן גדול
7 Als R. Dimi kam, erzählte er: Einst ereignete es sich in Hitlo, daß ein Dorfhund ein Mädchen, als sie das Zimmer fegte, von hinten beschlief, und Rabbi erlaubte sie für Priester. Šemuél sagte: Für einen Hochpriester. – Gab es denn zur Zeit Rabbis einen Hochpriester!? – Vielmehr, für einen Hochpriester tauglich.
ח א"ל רבא מפרקין לרב אשי מנא הא מילתא דאמור רבנן אין זנות לבהמה דכתיב (דברים כג, יט) לא תביא אתנן זונה ומחיר כלב
8 Raba aus Parziqa sprach zu R. Aši: Woher das, was die Rabbanan gesagt haben, bei einem Vieh gehe es keine Hurerei? Es heißt: <i>du sollst keinen Hurenlohn und kein Hundegeld bringen.</i>
ט ותנן אתנן כלב ומחיר זונה מותרין (משום) שנאמר (דברים כג, יט) גם שניהם שנים ולא ארבעה
9 Hierzu wird gelehrt: Hundelohn und Hurengeld sind erlaubt, denn es heißt: sie <i>beide,</i> zwei und nicht vier.
י ת"ר אנוסת עצמו ומפותת עצמו לא ישא ואם נשא נשוי אנוסת חבירו ומפותת חבירו לא ישא ואם נשא ר' אליעזר בן יעקב אומר הולד חלל וחכמים אומרים הולד כשר:
10 Die Rabbanan lehrten: Die von ihm selber Genotzüchtigte oder Verführte darf er nicht heiraten; hat er sie geheiratet, so ist die Heirat gültig. Die von einem anderen Genotzüchtigte oder Verführte darf er nicht heiraten; hat er sie geheiratet, so ist das Kind, wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, entweiht, und wie die Weisen sagen, unbemakelt.
יא אם נשא נשוי: אמר רב הונא אמר רב ומוציא בגט ואלא הא דקתני אם נשא נשוי אמר רב אחא בר יעקב לומר
11 «Hat er sie geheiratet, so ist die Heirat gültig.» R. Hona sagte im Namen Rabhs: Er entferne sie durch einen Scheidebrief. – Er lehrt ja aber, wenn er sie geheiratet hat, sei die Heirat gültig!? R. Aḥab. Ja͑qob erwiderte: