Yevamot 120

Kapitel 120

א והא אמר רבי שמעון ראויה לכהן גדול מטמא לה שאין ראויה לכהן גדול אין מטמא לה שאני התם דרבי רחמנא קרובה
1 R. Šimo͑n sagt ja aber, an der für einen Hochpriester tauglichen verunreinige er sich und an der für einen Hochpriester untauglichen verunreinige er sich nicht!? – Anders ist es hierbei, da der Allbarmherzige sie durch [die Worte] <i>nahe steht</i> einbegriffen hat. –
ב א"ה מוכת עץ נמי [רבי] קרובה אחת ולא שתים ומה ראית הא אתעביד בה מעשה הא לא אתעביד בה מעשה
2 Demnach sollte dies auch von der Verletzten gelten!? – <i>Nahe steht,</i> eine und nicht zwei. – Was veranlaßt dich dazu!? – An dieser ist eine Handlung begangen worden, an jener ist keine Handlung begangen worden. –
ג ורבי יוסי מדשבקיה לבר זוגיה מכלל דבמוכת עץ כרבי מאיר סבירא ליה מנא ליה מלא היתה לאיש
3 R. Jose, der hinsichtlich der Verletzten seinen Gefährten verlassen hat, ist wohl hinsichtlich dieser der Ansicht R. Meírs; woher entnimmt er dies? – Aus: <i>die nicht angehört hat einem Manne.</i> –
ד והא אפיקתיה חד מלא היתה וחד מלאיש
4 Dies hat er ja bereitsgedeutet!? – Eines [geht hervor] aus <i>nicht angehört hat,</i> und eines aus <i>einem Manne.</i> –
ה אליו לרבות הבוגרת והא אמר ר' שמעון בתולה בתולה שלימה משמע טעמא דידיה נמי התם מהכא דדריש הכי מדאליו לרבות הבוגרת מכלל דבתולה בתולה שלימה משמע
5 «<i>Ihm,</i> dies schließt die Mannbare ein.» R. Šimo͑n sagt ja aber, unter <i>Jungfrau</i> sei eine vollständige Jungfrau zu verstehen!? – Seine Ansicht dort entnimmt er eben hieraus, wie folgt: wenn zur Einschließung der Mannbaren [das Wort] <i>ihm</i> nötig ist, so ist unter <i>Jungfrau</i> eine vollständige Jungfrau zu verstehen.
ו תניא ר' שמעון בן יוחי אומר גיורת פחותה מבת שלש שנים ויום אחד כשירה לכהונה שנאמר (במדבר לא, יח) וכל הטף בנשים אשר לא ידעו משכב זכר החיו לכם והרי פנחס עמהם
6 Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Eine Proselytin unter drei Jahren und einem Tage ist für Priester tauglich, denn es heißt: <i>und alle Kinder unter den Weibern, die die Beiwohnung eines Mannes nicht erkannt haben, laßt für euch leben,</i> und unter ihnen war auch Pinḥas. –
ז ורבנן לעבדים ולשפחות אי הכי בת שלש שנים ויום אחד נמי
7 Und die Rabbanan!? – Als Sklaven und Mägde. – Demnach sollte dies auch von einer drei Jahre und einen Tage alten gelten!? –
ח כדרב הונא דרב הונא רמי כתיב (במדבר לא, יז) כל אשה יודעת איש למשכב זכר הרוגו הא אינה יודעת קיימו מכלל דהטף בין ידעו בין לא ידעו קיימו וכתיב (במדבר לא, יח) וכל הטף בנשים אשר לא ידעו משכב זכר החיו לכם הא ידעי הרוגו
8 Dies nach R. Hona, denn R. Hona wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: <i>und jedes Weib, das einen Mann durch männliche Beiwohnung erkannt hat, tötet,</i> die aber nicht erkannt hat, laßt leben; demnach wären Kinder leben zu lassen, einerlei ob sie erkannt haben oder nicht erkannt haben, und dem widersprechend heißt es: <i>und alle Kinder unter den Weibern, die die Beiwohnung eines Mannes nicht erkannt haben, laßt für euch leben,</i> die aber erkannt haben, tötet!?
ט הוי אומר בראויה ליבעל הכתוב מדבר
9 Man erkläre daher, die Schrift spreche von der Eignung zur Beiwohnung.
י תניא נמי הכי וכל אשה יודעת איש בראויה ליבעל הכתוב מדבר אתה אומר בראויה ליבעל או אינו אלא נבעלה ממש כשהוא אומר וכל הטף בנשים אשר לא ידעו משכב זכר הוי אומר בראויה ליבעל הכתוב מדבר
10 Desgleichen wird gelehrt: <i>Und jedes Weib, das einen Mann erkannt hat,</i> die Schrift spricht von der Eignung zur Beiwohnung. Du sagst, von der Eignung zur Beiwohnung, vielleicht ist dem nicht so, sondern von der tatsächlichen Beiwohnung? Wenn es heißt: <i>und alle Kinder unter den Weibern, die die Beiwohnung eines Mannes nicht erkannt haben,</i> so spricht die Schrift von der Eignung zur Beiwohnung.
יא מנא ידעי אמר רב הונא בר ביזנא אמר ר' שמעון חסידא העבירום לפני הציץ כל שפניה מוריקות בידוע שהיא ראויה ליבעל כל שאין פניה מוריקות בידוע שאינה ראויה ליבעל אמר רב נחמן סימן לעבירה הדרוקן
11 Woher wußten sie dies? R. Hana b. Bizna erwiderte im Namen R. Šimo͑ns des Frommen: Man führte sie vor das Stirnblatt; ward ihr Gesicht fahl, so wußte man, daß sie für die Beiwohnung geeignet war, und ward ihr Gesicht nicht fahl, so wußte man, daß sie für die Beiwohnung nicht geeignet war. R. Naḥman sagte: Gelbsucht ist ein Zeichen der Sünde.
יב כיוצא בדבר אתה אומר (שופטים כא, יב) וימצאו מיושבי יבש גלעד ארבע מאות נערה בתולה אשר לא ידעו איש למשכב זכר מנא ידעי אמר רב כהנא הושיבום על פי חבית של יין בעולה ריחה נודף בתולה אין ריחה נודף
12 Desgleichen heißt es: <i>und sie fanden unter den Bewohnern von Jabeš Gilea͑d vierhundert jungfräuliche Mädchen, die einen Mann durch männliche Beiwohnung noch nicht erkannt hatten.</i> Woher wußten sie dies? R. Kahana erwiderte: Man setzte sie auf die Mündung eines Weinfasses; bei den Deflorierten drang der Duft durch, bei den Jungfrauen drang der Duft nicht durch. –
יג ונעברינהו לפני הציץ אמר רב כהנא בריה דרב נתן (שמות כח, לח) לרצון להם כתיב לרצון ולא לפורענות אי הכי במדין נמי אמר רב אשי להם כתיב להם לרצון ולא לפורענות ולעובדי כוכבים אפילו לפורענות
13 Sollte man sie doch vor das Stirnblatt geführt haben!? R. Kahana, Sohn des R. Nathan, erwiderte: Es heißt: <i>zum Wohlgefallen für sie,</i> nicht aber zur Strafe. – Demnach sollte dies auch in Midjan gegolten haben!? R. Aši erwiderte: Es heißt: <i>für sie;</i> für sie zum Wohlgefallen und nicht zur Strafe, für die weltlichen Völker auch zur Strafe.
יד אמר רבי יעקב בר אידי אמר רבי יהושע בן לוי הלכה כרבי שמעון בן יוחאי אמר ליה רבי זירא לרבי יעקב בר אידי בפירוש שמיע לך או מכללא שמיע לך
14 R. Ja͑qob b. Idi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Joḥaj. R. Zera sprach zu R. Ja͑qob b. Idi: Hast du dies ausdrücklich gehört oder aus einem Schlusse gefolgert? –
טו מאי כללא דאמר ר' יהושע בן לוי עיר אחת היתה בארץ ישראל שקרא עליה ערער ושגר רבי את רבי רומנוס ובדקה ומצא בה בת גיורת פחותה מבת שלש שנים ויום אחד והכשירה רבי לכהונה אמר ליה בפירוש שמיע לי
15 Was ist dies für ein Schluß? R. Jehošua͑ b. Levi erzählte: Im Jisraéllande war eine Stadt, bezüglich welcher Einspruch erhoben worden war; da sandte Rabbi den R. Romanos, der eine Untersuchung anstellte und da eine Proselytin unter drei Jahren und einem Tage fand, und Rabbi erklärte sie dann als für einen Priester tauglich. Dieser erwiderte: Ich hörte es ausdrücklich. –
טז ואי מכללא מאי דלמא שאני התם הואיל ואנסיב אנסיב דהא רב ורבי יוחנן דאמרי תרוייהו בוגרת ומוכת עץ לא ישא ואם נשא נשוי
16 Was wäre denn dabei, wenn aus einem Schlusse? – Vielleicht war es da anders; die Heirat war bereits erfolgt, und er ließ es dabei bewenden. Rabh und R. Joḥanan sagen auch beide, daß er eine Mannbare oder eine Verletzte nicht heiraten dürfe, und wenn er geheiratet hat, es dabei bleibe. –
יז הכי השתא בשלמא התם סופה להיות בוגרת תחתיו סופה להיות בעולה תחתיו הכא סופה להיות זונה תחתיו
17 Es ist ja nicht gleich; wohl gilt dies von diesen, da sie mannbar oder defloriert wird auch unter ihm, aber wird sie etwa Hure auch unter ihm!?
יח רב ספרא מתני לה מכללא וקשיא ליה ומשני ליה הכי
18 R. Saphra lehrte, er habe es aus einem Schlusse gefolgert. Er richtete jenen Einwand und erwiderte dies.
יט ההוא כהנא דאנסיב גיורת פחותה מבת שלש שנים ויום אחד אמר ליה ר"נ בר יצחק מאי האי אמר ליה דאמר רבי יעקב בר אידי אמר ר' יהושע בן לוי הלכה כר"ש בן יוחאי אמר ליה זיל אפיק ואי לא מפיקנא לך ר' יעקב בר אידי מאונך
19 Einst heiratete ein Priester eine Proselytin unter drei Jahren und einem Tage. Da sprach R. Naḥman b. Jiçḥaq zu ihm: Was soll dies!? Dieser erwiderte: R. Ja͑qob b. Idi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Joḥaj. Da sprach jener: Geh und entferne sie, sonst treibe ich dir R. Ja͑qob b. Idi aus den Ohren.
כ תניא וכן היה ר"ש בן יוחאי אומר
20 [Es wird gelehrt:] Ebenso lehrte R. Šimo͑n b. Johaj: