Yevamot 132

Kapitel 132

א הדין עמה ור' אמי אמר הדין עמו
1 sie habe Recht, R. Ami sagt, er habe Recht.
ב רב יהודה אמר הדין עמה משום שבח בית אביה דידה הוי ר' אמי אמר הדין עמו כיון דאמר מר אם מתו מתו לו ואם הותירו הותירו לו הואיל וחייב באחריותן יאכלו אמר רב ספרא מי קתני והן שלו הואיל וחייב באחריותן קתני ולעולם לאו דידיה נינהו
2 R. Jehuda sagt, sie habe Recht, denn sie gehören zum Ansehen ihres väterlichen Hauses und gehören ihr. R. Ami sagt, er habe Recht, denn da der Meister sagte, daß, wenn sie sterben, sie ihm sterben, und wenn sie [an Wert] zunehmen, sie für ihn zunehmen, so befinden sie sich in seinem Besitze und gelten als sein Eigentum. Wir haben nämlich gelernt: Zum eisernen Bestande gehören Sklaven, die, wenn sie sterben, ihm sterben, und wenn sie [an Wert] zunehmen, für ihn zunehmen; da er für sie haftbar ist, so dürfen sie [Hebe] essen. R. Saphra wandte ein: Heißt es denn: da sie ihm gehören, es heißt ja: da er für sie haftbar ist; in Wirklichkeit aber gehören sie ihm nicht!? –
ג וכל היכא דחייב באחריותן אכלי בתרומה והתנן ישראל ששכר פרה מכהן הרי זה יאכילנה כרשיני תרומה כהן ששכר פרה מישראל אע"פ שמזונותיה עליו לא יאכילנה כרשיני תרומה
3 Berechtigt er denn immer, wo er haftbar ist, Hebe zu essen, wir haben ja gelernt, daß, wenn ein Jisraélit eine Kuh von einem Priester gemietet hat, er sie mit Wicken von Hebe füttern dürfe, und wenn ein Priester eine Kuh von einem Jisraéliten gemietet hat, er, obgleich ihm die Fütterung obliegt, sie nicht mit Wicken von Hebe füttern dürfe!? –
ד ותסברא נהי נמי דמחייב בגנבה ואבדה באונסיה בכחשה ובנפחת דמיה מי מיחייב הא לא דמיא אלא לסיפא ישראל ששם פרה מכהן לא יאכילנה כרשיני תרומה אבל כהן ששם פרה מישראל יאכילנה כרשיני תרומה
4 Wieso denn, allerdings ist er für Diebstahl und Verlust haftbar, aber ist er etwa für Unglücksfälle, Abmagerung und Wertverminderung haftbar!? Dies ist vielmehr mit dem Falle des Schlußsatzes zu vergleichen: Wenn ein Jisraélit von einem Priester eine Kuh zu ihrem Schätzungswerte übernimmt, so darf er sie nicht mit Wicken von Hebe füttern; wenn aber ein Priester von einem Jisraéliten eine Kuh zu ihrem Schätzungswerte übernimmt, so darf er sie mit Wicken von Hebe füttern.
ה יתיב רבה ורב יוסף בשילהי פרקיה דרב נחמן ויתבי וקאמרי תניא כותיה דרב יהודה ותניא כותיה דרבי אמי תניא כותיה דר' אמי עבדי צאן ברזל יוצאין בשן ועין לאיש אבל לא לאשה
5 Rabba und R. Joseph saßen bei Beendigung des Vortrages R. Naḥmans und trugen vor: Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Jehuda und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ami. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ami: Zum eisernen Bestande gehörende Sklaven gehen wegen Zahn und Auge seitens des Ehemannes frei aus, nicht aber seitens der Frau.
ו תניא כותיה דרב יהודה המכנסת שום לבעלה אם רצה הבעל למכור לא ימכור ולא עוד אלא אפילו הכניס לה שום משלו אם רצה הבעל למכור לא ימכור מכרו שניהם לפרנסה זה היה מעשה לפני רשב"ג ואמר הבעל מוציא מיד הלקוחות
6 Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Jehuda: Wenn sie ihrem Ehemanne eingeschätzte Güter in die Ehe gebracht hat, so darf er, wenn er sie verkaufen will, nicht verkaufen. Noch mehr, selbst wenn der Ehemann ihr eingeschätzte Güter eingebracht hat, darf er, wenn er sie verkaufen will, nicht verkaufen. Haben beide solche für den Unterhalt verkauft, – ein solcher Fall kam einst vor R. Šimo͑n b. Gamliél, und er entschied, der Ehemann könne sie den Käufern abnehmen.
ז אמר רבא אמר רב נחמן הלכה כרב יהודה א"ל רבא לרב נחמן והתניא כותיה דר' אמי אע"ג דתניא כותיה דר' אמי מסתברא טעמא דרב יהודה משום שבח בית אביה
7 R. Naḥman sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda. Raba sprach zu R. Naḥman: Es gibt ja eine Lehre übereinstimmend mit R.Ami!? – Obgleich eine Lehre mit R. Ami übereinstimmt, ist die Begründung R. Jehudas einleuchtender: weil sie zum Ansehen ihres väterlichen Hauses gehören.
ח ההיא איתתא דעיילה ליה לגברא איצטלא דמילתא בכתובתה שכיב שקלוה יתמי ופרסוה אמיתנא
8 Einst brachte eine Frau ihrem Manne ein milesisches Gewand in die Ehe, und als er starb, breiteten die Waisen es über den Toten.
ט אמר רבא קנייה מיתנא אמר ליה נאנאי בריה דרב יוסף בריה דרבא לרב כהנא והאמר רבא אמר רב נחמן הלכה כרב יהודה אמר ליה מי לא מודה רב יהודה דמחוסר גוביינא וכיון דמחוסר גוביינא ברשותיה קאי
9 Da entschied Raba, der Tote habe es erworben. Nanaj, der Sohn des R. Joseph, des Sohnes Rabas, sprach zu R. Kahana: Raba sagte ja im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei wie R. Jehuda!? Dieser erwiderte: Auch R. Jehuda pflichtet bei, falls die Einforderung noch fehlt, denn solange die Einforderung noch fehlt, befindet [die Sache] sich in seinem Besitze.
י רבא לטעמיה דאמר רבא הקדש חמץ
10 Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte, Heiligung, Säuerung