Yevamot 133

Kapitel 133

א ושחרור מפקיעין מידי שעבוד
1 und Freilassung heben das Anrecht auf.
ב א"ר יהודה הכניסה לו שני כלים באלף זוז ושבחו ועמדו על שני אלפים אחד נוטלתו בכתובתה ואחד נותנת דמים ונוטלתו מפני שבח בית אביה
2 R. Jehuda sagte: Wenn sie ihm zwei Geräte im Werte von tausend Zuz in die Ehe gebracht hat und sie auf zweitausend gestiegen sind, so erhält sie eines als ihre Mitgift und für das andere muß sie Ersatz leisten und erhält es, weil es zum Ansehen ihres väterlichen Hauses gehört. –
ג מאי קא משמע לן שבח בית אביה דידה הוי הא אמרה רב יהודה חדא זימנא מהו דתימא ה"מ היכא דמטיא למשקל בכתובתה אבל מיתן דמי ומישקל לא קמ"ל:
3 Er lehrt uns damit, daß, was zum Ansehen ihres väterlichen Hauses gehört, ihres sei, und dies sagte ja R. Jehuda bereits einmal!? – Man könnte glauben, nur wenn sie es als ihre Mitgift beanspruchen kann, nicht aber Geld herauszahlen und es erhalten, so lehrt er uns.
ד <big><strong>מתני׳</strong></big> בת ישראל שניסת לכהן ומת והניחה מעוברת לא יאכלו עבדיה בתרומה מפני חלקו של עובר שהעובר פוסל ואינו מאכיל דברי ר' יוסי
4 <b>W</b><small>ENN DIE</small> T<small>OCHTER EINES</small> J<small>ISRAÉLITEN MIT EINEM</small> P<small>RIESTER VERHEIRATET WAR</small>, <small>UND DIESER GESTORBEN IST UND SIE SCHWANGER ZURÜCKGELASSEN HAT</small>, <small>SO DÜRFEN IHRE</small> S<small>KLAVEN KEINE</small> H<small>EBE ESSEN</small>, <small>WEGEN DES</small> A<small>NTEILS DES</small> F<small>ÖTUS</small>, <small>DENN DER</small> F<small>ÖTUS MACHT</small> [<small>FÜR DIE</small> H<small>EBE</small>] <small>UNTAUGLICH</small>, <small>ABER NICHT ZU ESSEN BERECHTIGT</small> – <small>SO</small> R. J<small>OSE</small>.
ה אמרו לו מאחר שהעדת לנו על בת ישראל לכהן אף בת כהן לכהן ומת והניחה מעוברת לא יאכלו עבדיה בתרומה מפני חלקו של עובר:
5 S<small>IE SPRACHEN ZU IHM</small>: W<small>ENN DU UNS DIES VON EINER VON EINEM</small> P<small>RIESTER</small> [<small>VERWITWETEN</small>] T<small>OCHTER EINES</small> J<small>ISRAÉLITEN BEKUNDEST</small>, <small>SO DÜRFEN AUCH</small>, <small>WENN DIE</small> T<small>OCHTER EINES</small> P<small>RIESTERS MIT EINEM</small> P<small>RIESTER</small> [<small>VERHEIRATET WAR</small>], <small>UND DIESER GESTORBEN IST UND SIE SCHWANGER ZURÜCKGELASSEN HAT</small>, <small>IHRE</small> S<small>KLAVEN KEINE</small> H<small>EBE ESSEN</small>, <small>WEGEN DES</small> A<small>NTEILS DES</small> F<small>ÖTUS</small>!?
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> איבעיא להו טעמא דרבי יוסי משום דקסבר עובר במעי זרה זר הוא או דלמא ילוד מאכיל שאינו ילוד אינו מאכיל
6 GEMARA. Sie fragten: Ist der Grund R. Joses, weil nach seiner Ansicht der Fötus im Leibe einer Gemeinen Gemeiner ist, oder aber, weil der Geborene zu essen berechtigt und der Ungeborene nicht zu essen berechtigt? –
ז למאי נפקא מינה לעובר במעי כהנת מאי אמר רבה היינו טעמא דרבי יוסי דקסבר עובר במעי זרה זר הוא רב יוסף אמר ילוד מאכיל שאין ילוד אינו מאכיל
7 In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Fötus im Leibe einer Priestertochter. – Wie ist es damit? Rabba erwiderte: Der Grund R. Joses ist, weil nach seiner Ansicht der Fötus im Leibe einer Gemeinen Gemeiner ist. R. Joseph erwiderte: Weil der Geborene zu essen berechtigt und der Ungeborene nicht zu essen berechtigt.
ח מיתיבי אמרו לו לר' יוסי מאחר שהעדת לנו על בת ישראל לכהן בת כהן לכהן מהו אמר להם זו שמעתי וזו לא שמעתי
8 Man wandte ein: Sie sprachen zu R. Jose: Wenn du uns dies von einer mit einem Priester verheirateten Tochter eines Jisraéliten bekundest, wie verhält es sich bei einer mit einem Priester verheirateten Tochter eines Priesters? Dieser erwiderte: Von jener hörte ich es, von dieser hörte ich es nicht.
ט אי אמרת בשלמא עובר במעי זרה זר הוא היינו דקא"ל זו שמעתי וזו לא שמעתי אלא אי אמרת ילוד מאכיל שאין ילוד אין מאכיל מאי זו שמעתי וזו לא שמעתי איהי היא קשיא
9 Einleuchtend ist seine Erwiderung, von jener habe er es gehört, von dieser habe er es nicht gehört, wenn du sagst, weil der Fötus im Leibe einer Gemeinen Gemeiner ist, wieso aber erwiderte er, von jener habe er es gehört, von dieser habe er es nicht gehört, wenn du sagst, weil der Geborene zu essen berechtigt und der Ungeborene nicht zu essen berechtigt, es ist ja dasselbe!? – Ein Einwand.
י אמר רב יהודה אמר שמואל זו דברי ר' יוסי אבל חכמים אומרים יש לו בנים אוכלים משום בנים אין לו בנים אוכלים משום אחים אין לו אחים אוכלים משום משפחה כולה
10 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies ist die Ansicht R. Joses, die Weisen aber sagen, hinterließ er Kinder, so essen sie wegen der Kinder, hinterließ er keine Kinder, so essen sie wegen der Brüder, und hinterließ er keine Brüder, so essen sie wegen der ganzen Familie. –
יא זו ולא ס"ל הא א"ל שמואל לרב חנא בגדתאה פוק אייתי לי בי עשרה דאימא לך באנפייהו המזכה לעובר קנה אלא זו וס"ל מאי קמ"ל דפליגי רבנן עליה דרבי יוסי
11 ‘Dies’, demnach ist er nicht dieser Ansicht; aber Šemuél sagte ja zu R. Ḥana aus Bagdad, daß er ihm zehn Leute hole, vor denen er ihm sagen wolle, daß, wenn jemand etwas einem Fötus zueignet, dieser es erwerbe!? – Vielmehr, ‘dies’, und er ist auch dieser Ansicht. –
יב ומי פליגי מתיב רבי זכאי זו עדות העיד ר' יוסי מפי שמעיה ואבטליון והודו לו אמר רב אשי מי קתני וקבלו והודו לו קתני דמסתבר טעמיה
12 Demnach lehrt er uns damit, daß die Rabbanan gegen R. Jose streiten, und dem widersprechend sagte ja R. Zakkaj, R. Jose habe dies im Namen von Šema͑ja und Ptollion bekundet, und sie pflichteten ihm bei!? R. Aši erwiderte: Es heißt ja nicht: sie erkannten es an, sondern: sie pflichteten ihm bei, [dies heißt,] seine Begründung sei anzuerkennen.
יג ת"ר הניח בנים אלו ואלו אוכלים הניחה מעוברת אלו ואלו אין אוכלים הניח בנים והניחה מעוברת עבדי מלוג אוכלים כדרך שהיא אוכלת עבדי צאן ברזל לא יאכלו מפני חלקו של עובר שהעובר פוסל ואינו מאכיל דברי ר' יוסי
13 Die Rabbanan lehrten: Hinterließ er Kinder, so dürfen diese und jene essen; ließ er sie schwanger zurück, so dürfen weder diese noch jene essen. Ließ er Kinder und sie schwanger zurück, so dürfen die zum Nießbrauchgute gehörenden Sklaven essen, wie auch sie essen darf, und die zum eisernen Bestande gehörenden Sklaven nicht essen, wegen des Anteils des Fötus, denn der Fötus macht [für die Hebe] untauglich, aber nicht zu essen berechtigt – so R. Jose.
יד רבי ישמעאל ברבי יוסי אומר משום אביו הבת מאכלת הבן אינו מאכיל ר"ש בן יוחי אומר זכרים יאכלו כולן נקבות לא יאכלו שמא ימצא עובר זכר ואין לבנות במקום הבן כלום
14 R. Jišma͑él b. R. Jose sagte im Namen seines Vaters, eine Tochter berechtige zu essen, ein Sohn berechtige nicht zu essen. R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte, männliche [Kinder] berechtigen alle zu essen, weibliche berechtigen nicht zu essen; der Fötus könnte männlich sein, und wenn ein Sohn vorhanden ist, erhalten die Töchter nichts. –
טו מאי איריא שמא ימצא עובר זכר תיפוק ליה דנקבה נמי פסלה חדא ועוד קאמר חדא דנקבה נמי פסלה ועוד שמא ימצא עובר זכר ואין לבנות במקום הבן כלום
15 Wozu begründet er: der Fötus könnte männlich sein, es genügt ja der Umstand, daß eine Tochter hierfür untauglich macht!? – Er führt außer diesem noch einen Grund an: erstens macht eine Tochter untauglich und zweitens könnte der Fötus männlich sein, und wenn ein Sohn vorhanden ist, erhalten Töchter nichts. –
טז זכרים יאכלו והאיכא עובר קסבר
16 Wieso berechtigen männliche [Kinder] zu essen, der Fötus ist ja vorhanden!? –