Yevamot 134

Kapitel 134

א אין חוששין למיעוטא ואיבעית אימא לעולם קסבר חוששין למיעוטא דעבדינן ליה תקנתא כרב נחמן אמר שמואל
1 Er ist der Ansicht, man berücksichtige die Minderheit nicht. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich ist er der Ansicht, man berücksichtige die Minderheit, nur wende man ein Mittel an. Dies nach R. Naḥman im Namen Šemuéls,
ב דאמר רב נחמן אמר שמואל יתומים שבאו לחלוק בנכסי אביהם ב"ד מעמידין להם אפוטרופוס ובורר להם חלק יפה הגדילו יכולין למחות ורב נחמן דידיה אומר הגדילו אין יכולין למחות דא"כ מה כח ב"ד יפה
2 denn R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wenn die Waisen die Güter ihres Vaters teilen, so stellt ihnen das Gericht Vormünder, die ihnen einen guten Teil heraussuchen, und sobald sie großjährig sind, können sie Einspruch erheben. In seinem eigenen Namen sagte R. Naḥman, sie können, wenn sie großjährig sind, keinen Einspruch mehr erheben, denn worin bestände sonst die Macht des Gerichtes. –
ג לימא דרב נחמן תנאי היא לא דכ"ע אית להו דרב נחמן והכא בחוששין למיעוטא קמיפלגי
3 Demnach streiten Tannaím über die Ansicht R. Naḥmans? – Nein, alle sind sie der Ansicht R. Naḥmans, und hierbei streiten sie, ob die Minderheit zu berücksichtigen ist.
ד ר' ישמעאל בר' יוסי אומר משום אביו הבת מאכיל הבן אינו מאכיל מ"ש בן דלא מאכיל משום חלקו של עובר בת נמי לא תאכיל מפני חלקו של עובר
4 «R. Jišma͑él b. R. Jose sagte im Namen seines Vaters, eine Tochter berechtige zu essen, ein Sohn berechtige nicht zu essen.» Ein Sohn berechtigt wohl deshalb nicht zu essen, wegen des Anteils des Fötus, somit sollte wegen des Anteils des Fötus auch eine Tochter nicht zu essen berechtigen!?
ה אמר אביי הכא בנכסים מועטים עסקינן וכגון דאיכא בן בהדי בת
5 Abajje erwiderte: In dem Falle, wenn nur wenig Güter vorhanden sind, und zwar, wenn außer der Tochter auch ein Sohn vorhanden ist.
ו מה נפשך אי האי דמעברא בן הוא לא עדיף מהאי דקאי אי בת היא אמאי אכלה בתקנתא דרבנן כמה דלא נפק לאויר העולם לא תקינו רבנן
6 Wie du es nimmst: ist der Fötus ein Sohn, so ist er nicht mehr als der vorhandene, und ist er eine Tochter, so berechtigt sie zu essen nur durch die rabbanitische Bestimmung, und solange sie in den Weltenraum nicht gekommen ist, gilt die rabbanitische Bestimmung nicht. –
ז במאי אוקימתא בנכסים מועטים אימא סיפא שמא ימצא העובר זכר ואין לבנות במקום בן כלום אדרבה נכסים מועטים דבנות נינהו סיפא אתאן לנכסים מרובין
7 Wie ist, wenn du es auf den Fall beziehst, wenn nur wenig Güter vorhanden sind, der Schlußsatz zu erklären: der Fötus könnte männlich sein, und wenn ein Sohn vorhanden ist, erhalten die Töchter nichts. Im Gegenteil, wenig Güter gehören ja nur den Töchtern!? – Der Schlußsatz gilt von dem Falle, wenn viele Güter vorhanden sind. –
ח ונכסים מועטים דבנות נינהו והאמר רבי אסי א"ר יוחנן יתומין שקדמו ומכרו בנכסים מועטים מה שמכרו מכרו
8 Gehören denn wenig Güter den Töchtern, R. Asi sagte ja im Namen R. Joḥanans, daß, wenn wenig Güter vorhanden sind und die Waisen zuvorgekommen und sie verkauft haben, der Verkauf gültig sei!? –
ט ואלא מאי בת דקתני אם א"ה היינו ר' יוסי כולה ר' ישמעאל בר' יוסי קתני לה:
9 Vielmehr, unter Tochter, von der er spricht, ist die Mutter zu verstehen. – Demnach ist es ja dasselbe, was R. Jose lehrt!? – Das ganze lehrte R. Jišma͑él b. R. Jose.
י <big><strong>מתני׳</strong></big> העובר והיבם והאירוסין והחרש ובן תשע שנים ויום אחד פוסלין ולא מאכילין
10 <b>D</b><small>ER</small> F<small>ÖTUS</small>, <small>DER</small> S<small>CHWAGER</small>, <small>DIE</small> V<small>ERLOBUNG</small>, <small>DER</small> T<small>AUBE UND DER NEUN</small> J<small>AHRE UND EINEN</small> T<small>AG ALTE</small> <small>MACHEN</small> [<small>FÜR DIE</small> H<small>EBE</small>] <small>UNTAUGLICH</small>, <small>BERECHTIGEN ABER NICHT ZU ESSEN</small>.
יא ספק שהוא בן ט' שנים ויום אחד ספק שאינו ספק הביא ב' שערות וספק שלא הביא
11 A<small>UCH WENN ES ZWEIFELHAFT IST</small>, <small>OB ER NEUN</small> J<small>AHRE UND EINEN</small> T<small>AG ALT IST ODER NICHT</small>, <small>OB ER ZWEI</small> H<small>AARE</small> <small>BEKOMMEN HAT ODER NICHT</small>.
יב נפל הבית עליו ועל בת אחיו ואין ידוע אי זה מת ראשון צרתה חולצת ולא מתייבמת:
12 W<small>ENN DAS</small> H<small>AUS ÜBER IHM UND DER</small> T<small>OCHTER SEINES</small> B<small>RUDERS</small> <small>EINGESTÜRZT IST</small>, <small>UND MAN NICHT WEISS</small>, <small>WER ZUERST GESTORBEN</small> <small>IST</small>, <small>SO IST AN DER</small> N<small>EBENBUHLERIN DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA UND NICHT DIE</small> S<small>CHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN</small>.
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> העובר: אי בת כהן לישראל היא פסיל לה (ויקרא כב, יג) כנעוריה פרט למעוברת אי בת ישראל לכהן היא לא מאכיל לה ילוד מאכיל שאינו ילוד אינו מאכיל:
13 GEMARA. D<small>ER</small> F<small>ÖTUS</small>. Ist sie die von einem Jisraéliten [verwitwete] Tochter eines Priesters, macht er sie untauglich, [denn es heißt:] <i>wie in ihrer Jugend</i>, ausgenommen die Schwangere; ist sie die von einem Priester [verwitwete] Tochter eines Jisraéliten, berechtigt er sie nicht zu essen, denn nur der Geborene berechtigt zu essen, nicht aber der Ungeborene.
יד היבם: אי בת כהן לישראל היא פסיל לה (ויקרא כב, יג) ושבה אל בית אביה פרט לשומרת יבם אי בת ישראל לכהן היא לא מאכיל לה (ויקרא כב, יא) קנין כספו אמר רחמנא והא קנין דאחיו הוא:
14 D<small>ER</small> S<small>CHWAGER</small>. Ist sie die von einem Jisraéliten [verwitwete] Tochter eines Priesters, macht er sie untauglich, [denn es heißt:] <i>und ins Haus ihres Vaters zurückkehrt</i>, ausgenommen die Anwärterin der Schwagerehe; ist sie die von einem Priester [verwitwete] Tochter eines Jisraéliten, berechtigt er sie nicht zu essen, denn der Allbarmherzige sagt: <i>für sein Geld gekauft</i>, während diese die Angeeignete seines Bruders ist.
טו והאירוסין: אי בת כהן לישראל היא פסיל לה
15 D<small>IE</small> V<small>ERLOBUNG</small>. Ist sie die mit einem Jisraéliten [verlobte] Tochter eines Priesters, macht er sie untauglich,