Yevamot 135

Kapitel 135

א דהא קניה בהויה ואי בת ישראל לכהן היא לא מאכיל לה משום דעולא:
1 denn er hat sie sich durch die Verlobung angeeignet; ist sie die mit einem Priester [verlobte] Tochter eines Jisraéliten, berechtigt er sie nicht zu essen, wegen der Lehre U͑las.
ב והחרש: אי בת כהן לישראל היא פסיל לה דהא קניה בתקנתא דרבנן ואי בת ישראל לכהן היא לא מאכיל קנין כספו אמר רחמנא והאי לאו בר קנין הוא:
2 D<small>ER</small> T<small>AUBE</small>. Ist sie die mit einem Priester [verheiratete] Tochter eines Jisraéliten, macht er sie untauglich, denn er hat sie sich durch die rabbanitische Bestimmung angeeignet; ist sie die mit einem Jisraéliten [verheiratete] Tochter eines Priesters, berechtigt er sie nicht zu essen, denn der Allbarmherzige sagt: <i>für sein Geld gekauft</i>, während dieser nicht kauffähig ist.
ג ובן תשע שנים וכו': קס"ד בשומרת יבם לבן תשע ויום אחד למאי אי למיפסל קטן נמי מיפסל פסיל אי לאכולי גדול נמי לא מאכיל
3 D<small>ER NEUN</small> J<small>AHRE</small> &amp;<small>C</small>. Er glaubte, wenn, der an ihr die Schwagerehe zu vollziehen hat, neun Jahre und einen Tag alt ist. In welcher Hinsicht: wenn hinsichtlich der Untauglichmachung, so macht ja auch ein Minderjähriger untauglich, und wenn hinsichtlich der Berechtigung zu essen, so berechtigt ja auch ein Großjähriger nicht dazu!?
ד אמר אביי הכא ביבם בן תשע שנים ויום אחד הבא על יבמתו עסקינן דמדאורייתא קניא ליה סד"א הואיל ומדאורייתא קניא ליה וביאתו ביאה אימא לוכיל קמ"ל עשו ביאת בן ט' שנים ויום אחד כמאמר בגדול
4 Abajje erwiderte: Dies gilt von einem neun Jahre und einen Tag alten Schwager, der seiner Schwägerin beigewohnt und sie sich somit nach der Tora angeeignet hat. Man könnte glauben, er berechtige sie zu essen, da sie ihm nach der Tora angeeignet und seine Beiwohnung gültig ist, so lehrt er uns, daß sie die Beiwohnung eines neun Jahre und einen Tag alten der Eheformel eines Erwachsenen gleichgestellt haben.
ה א"ל רבא אי הכי סיפא דקתני ספק בן ט' שנים ויום אחד ספק שאינו השתא ודאי בן ט' לא מאכיל ספק מיבעיא
5 Raba sprach zu ihm: Wieso lehrt er demnach im Schlußsatze: auch wenn es zweifelhaft ist, ob er neun Jahre und einen Tag alt ist oder nicht, wenn ein entschieden Neunjähriger nicht zu essen berechtigt, um wieviel weniger ein zweifelhafter!?
ו אלא אמר רבא בבן תשע שנים ויום אחד דהנך פסולים קתני דפסלי בביאתן וכדתניא בן תשע שנים ויום אחד גר עמוני ומואבי מצרי ואדומי כותי נתין חלל וממזר שבאו על כהנת לויה וישראלית פסלוה
6 Vielmehr, erklärte Raba, spricht er von Bemakelten im Alter von neun Jahren und einem Tage, die [eine Priesterstochter] durch ihre Beiwohnung ungeeignet machen. Wie gelehrt wird: Wenn ein Proselyt, ein A͑mmoniter, ein Moabiter, ein Miçri, ein Edomiter, ein Samaritaner, ein Nathin, ein Entweihter oder ein Hurenkind im Alter von neun Jahren und einem Tage, einer Priesterstochter, einer Levitin oder einer Jisraélitin beigewohnt hat, so hat er sie untauglich gemacht. –
ז והא מדקתני סיפא אם אינן ראוין לבא בישראל הרי אלו פוסלים מכלל דרישא לאו בפסולים עסקינן רישא פסולי קהל סיפא פסולי כהונה:
7 Wenn er aber im Schlußsatze lehrt, daß [Personen], die in die [Gemeinde] Jisraél nicht kommen dürfen, untauglich machen, so spricht ja der Anfangsatz nicht von bemakelten!? – Der Anfangsatz spricht von für die Gemeinde bemakelten und der Schlußsatz spricht von für die Priesterschaft bemakelten.
ח גופא בן ט' שנים ויום א' גר עמוני ומואבי מצרי ואדומי כותי נתין חלל וממזר שבאו על כהנת לויה וישראלית פסלן
8 Der Text. Wenn ein Proselyt, ein A͑mmoniter, ein Moabiter, ein Miçri, ein Edomiter, ein Samaritaner, ein Nathin, ein Entweihter oder ein Hurenkind von neun Jahren und einem Tage, einer Priesterstochter, einer Levitin oder einer Jisraélitin beigewohnt hat, so hat er sie untauglich gemacht.
ט רבי יוסי אומר כל שזרעו פסול פוסל כל שאין זרעו פסול אינו פוסל רשב"ג אומר כל שאתה נושא בתו אתה נושא אלמנתו וכל שאין אתה נושא בתו אי אתה נושא אלמנתו:
9 R. Jose sagt, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, mache untauglich, und dessen Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, mache nicht untauglich. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, dessen Tochter du heiraten darfst, dessen Witwe darfst du heiraten, und dessen Tochter du nicht heiraten darfst, dessen Witwe darfst du nicht heiraten.
י מנא הני מילי אמר רב יהודה אמר רב אמר קרא (ויקרא כב, יב) ובת כהן כי תהיה לאיש זר כיון שנבעלה לפסול לה פסלה
10 Woher dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt: <i>und eine Priesterstochter, die mit einem Gemeinen verheiratet ist</i>, sobald sie von einem für sie untauglichen beschlafen worden ist, ist sie untauglich. –
יא האי מיבעי ליה דקאמר רחמנא בת כהן דמינסבא לזר לא תיכול
11 Dies ist ja an sich nötig, denn der Allbarmherzige sagt, eine mit einem Gemeinen verheiratete Tochter eines Priesters dürfe keine [Hebe] essen!? –
יב ההיא (ויקרא כב, יג) מושבה אל בית אביה כנעוריה מלחם אביה תאכל נפקא מדקאמר רחמנא ושבה אל בית אביה תאכל מכלל דמעיקרא לא אכלה
12 Dies geht hervor aus: <i>und in das Haus ihres Vaters zurückkehrt, wie in ihrer Jugend, sie darf vom Brote ihres Vaters essen</i>; wenn der Allbarmherzige sagt, sie dürfe essen, sobald sie in das Haus ihres Vaters zurückgekehrt ist, so durfte sie vorher nicht essen. –
יג אי מההיא הוה אמינא לאו הבא מכלל עשה עשה כתב רחמנא האי ללאו [לאו] (ויקרא כב, י) מוכל זר לא יאכל קדש נפקא
13 Hieraus könnte man entnehmen, es sei ein aus einem Gebote kommendes Verbot und gelte als Gebot, so schrieb der Allbarmherzige jenes als Verbot!? – Das Verbot geht hervor aus: <i>kein Gemeiner</i> <i>darf Geheiligtes essen</i>. –