Yevamot 141

Kapitel 141

א המרת דת פוסלת ואין המרת דת פוסלת במעשר
1 Davon, nur dafür macht die Abtrünnigkeit untauglich, nicht aber macht die Abtrünnigkeit untauglich für den Zehnten. –
ב כל ערל לא יאכל בו למה לי בו אינו אוכל אבל אוכל הוא במצה ומרור
2 Worauf deutet [der Schriftvers:] <i>kein Unbeschnittener darf davon essen</i>? – Davon darf er nicht essen, wohl aber darf er Ungesäuertes und Bitterkraut essen.
ג ואיצטריך למכתב ערל ואיצטריך למכתב כל בן נכר דאי כתב רחמנא ערל משום דמאיס אבל בן נכר דלא מאיס אימא לא ואי כתב רחמנא כל בן נכר משום דאין לבו לשמים אבל ערל דלבו לשמים אימא לא צריכא
3 Und sowohl [der Schriftvers vom] Unbeschnittenen als auch der vom Fremden ist nötig. Würde es der Allbarmherzige nur vom Unbeschnittenen geschrieben haben, so könnte man glauben, weil er widerlich ist, nicht aber der Fremde, der nicht widerlich ist. Und würde es der Allbarmherzige nur vom Fremden geschrieben haben, so könnte man glauben, weil sein Herz nicht dem Himmel zugewandt ist, nicht aber der Unbeschnittene, dessen Herz dem Himmel zugewandt ist. Daher ist beides nötig. –
ד (שמות יב, ט) ממנו ממנו למה לי לכדרבה א"ר יצחק
4 Wozu heißt es wiederholt <i>von ihm</i>? – Wegen der Lehre Rabas im Namen R. Jiçḥaqs.
ה אמר מר ר"ע אומר אינו צריך הרי הוא אומר (ויקרא כב, ד) איש איש לרבות את הערל ואימא לרבות את האונן א"ר יוסי בר' חנינא אמר קרא (ויקרא כב, י) וכל זר זרות אמרתי לך ולא אנינות
5 Der Meister sagte: R. A͑qiba sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: <i>jeder Mann</i>, und dies schließt den Unbeschnittenen ein. Vielleicht schließt dies den Trauernden ein!? R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Die Schrift sagt: <i>kein Gemeiner</i>, ich habe es dir nur von der Gemeinhaftigkeit und nicht von der Trauer gesagt. –
ו אימא ולא ערלות הא כתיב איש איש
6 Vielleicht: und nicht von der Unbeschnittenheit!? – Es heißt: <i>jeder Mann</i>. –
ז ומה ראית מסתברא ערלות הוה ליה לרבויי שכן מעשי"ם כרותי"ם בדב"ר העב"ד מחוסר מעשה ומעשה בגופו וענוש כרת וישנו לפני הדבור ומילת זכריו ועבדיו מעכבת
7 Was veranlaßt dich dazu? – Es ist einleuchtend, daß die Unbeschnittenheit einbegriffen ist, denn bei dieser fehlt eine Tätigkeit, erfolgt die Handlung an seinem Körper, ist die Ausrottungsstrafe gesetzt, sie bestand schon vor der Gesetzgebung, und die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven ist unerläßlich. –
ח אדרבה אנינות הוה ליה לרבויי שכן ישנה בכל שעה ונוהגת באנשים ונשים ואין בידו לתקן עצמו
8 Im Gegenteil, die Trauer sollte einbegriffen werden, denn sie kann jederzeit erfolgen, hat Geltung bei Männern und Frauen, und es ist nicht in seiner Hand, sich geeignet zu machen!? –
ט הנך נפישן רבא אמר בלא הנך נפישן נמי לא מצית אמרת אמר קרא איש איש איזהו דבר שישנו באיש ואינו באשה הוי אומר זה ערלות
9 Jene sind mehr. Raba erwiderte: Auch abgesehen davon, daß jene mehr sind, kannst du dies nicht sagen; die Schrift sagt: <i>jeder Mann</i>, und die Unbeschnittenheit ist es, die nur beim Manne und nicht bei der Frau vorkommen kann.
י ורבי עקיבא האי תושב ושכיר מאי עביד ליה אמר רב שמעיא לאתויי ערבי מהול וגבעוני מהול
10 Wofür verwendet R. A͑qiba [die Worte] <i>Beisaß und Mietling</i>? R. Šema͑ja erwiderte: Dies schließt den beschnittenen Araber und den beschnittenen Gabnuni ein. –
יא והני מולין נינהו והא תנן קונם שאני נהנה לערלים מותר בערלי ישראל ואסור במולי עובדי כוכבים קונם שאני נהנה למולין מותר במולי עובדי כוכבים ואסור בערלי ישראל
11 Gelten diese denn als beschnitten, wir haben ja gelernt: [Sagte jemand:] Qonam sei mir der Genuß von Unbeschnittenen, so ist es ihm von unbeschnittenen Jisraéliten erlaubt und von Beschnittenen der weltlichen Völker verboten. [Sagte er:] Qonam sei mir der Genuß von Beschnittenen, so ist es ihm von Beschnittenen der weltlichen Völker erlaubt und von unbeschnittenen Jisraéliten verboten. –
יב אלא לאתויי גר שמל ולא טבל וקטן שנולד כשהוא מהול וקסבר צריך להטיף ממנו דם ברית
12 Vielmehr, dies schließt einen Proselyten, der beschnitten worden und nicht untergetaucht ist, und ein beschnitten geborenes Kind ein. Er ist der Ansicht, von einem solchen müsse man etwas Bündnisblut triefen lassen,
יג ור' אליעזר לטעמיה דאמר גר שמל ולא טבל גר מעליא הוא וקסבר קטן כשנולד מהול אין צריך להטיף ממנו דם ברית
13 während R. Elie͑zer hiebei seine Ansicht vertritt, ein Proselyt, der beschnitten worden und nicht untergetaucht ist, sei ein richtiger Proselyt, und der Ansicht ist, von einem beschnitten geborenen Kinde brauche man kein Bündnisblut triefen zu lassen. –
יד ור' אליעזר האי איש איש מאי עביד ליה דברה תורה כלשון בני אדם
14 Wofür verwendet R. Elie͑zer [die Worte] <i>jeder Mann</i>? – Die Tora gebraucht die landläufige Redewendung.
טו בעי רב חמא בר עוקבא קטן ערל מהו לסוכו בשמן של תרומה ערלות שלא בזמנה מעכבא או לא מעכבא
15 R. Ḥama b. U͑qaba fragte: Darf man ein unbeschnittenes Kind mit Öl von Hebe salben: ist die vorzeitige Unbeschnittenheit hindernd oder nicht?
טז א"ר זירא ת"ש אין לי אלא מילת זכריו בשעת עשיה ועבדיו בשעת אכילה מנין ליתן את האמור של זה בזה ואת האמור של זה בזה ת"ל (שמות יב, מח) אז אז לגזירה שוה
16 R. Zera erwiderte: Komm und höre: Ich weiß dies nur von der Beschneidung seiner männlichen [Kinder] für die Herrichtung und seiner Sklaven für das Essen, woher, daß das von diesen gesagte auch für jene, und das von jenen gesagte auch für diese gilt? Es heißt bei beiden. <i>dann</i>, als Wortanalogie.
יז בשלמא עבדיו משכחת לה דאיתנהו בשעת אכילה וליתנהו בשעת עשיה כגון דזבנינהו ביני ביני
17 Allerdings kann es bei Sklaven vorkommen, daß sie beim Essen und nicht bei der Herrichtung vorhanden sind, wenn er sie beispielsweise inzwischen gekauft hat,
יח אלא זכריו דאיתנהו בשעת אכילה וליתנהו בשעת עשיה היכי משכחת לה לאו דאתילוד בין עשיה לאכילה ש"מ ערלות שלא בזמנה הויא ערלות
18 wieso aber bei seinen männlichen [Kindern]? Doch wohl, wenn sie zwischen der Herrichtung und dem Essen geboren sind. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die vorzeitige Unbeschnittenheit als Unbeschnittenheit gilt.
יט אמר רבא ותסברא (שמות יב, מח) המול לו כל זכר אמר רחמנא ואז יקרב לעשותו והאי לאו בר מהילא הוא אלא הכא במאי עסקינן כגון שחלצתו חמה
19 Raba erwiderte: Glaubst du: der Allbarmherzige sagt: <i>alles Männliche soll beschnitten werden, und erst dann darf er herantreten, es herzurichten</i>, während dieses nicht beschneidungsfähig ist. Dies gilt vielmehr von einem [Kinde], das vom Fieber geheilt ist. –
כ וניתוב ליה כל שבעה (דאמר שמואל חלצתו חמה נותנין לו כל שבעה) דיהבינן ליה כל שבעה ונימהליה מצפרא בעינן
20 Sollte man ihm doch [einen Aufschub] von sieben Tagen geben, denn Šemuél sagte, daß, wenn [das Kind] vom Fieber geheilt ist, man ihm [einen Aufschub] von sieben Tagen gebe!? – Dem man einen solchen gegeben hat. – Man kann es ja morgens beschneiden!? –