Yevamot 140

Kapitel 140

א אלמא לא קני ליה רביה הכא נמי לא קני ליה רביה אלא לאפנויי
1 somit eignet sich sein Herr ihn auch diesbezüglich nicht an. Es ist also entbehrlich. –
ב ואכתי מופנה מצד אחד הוא ושמעינן ליה לר' אלעזר דאמר מופנה מצד אחד למדין ומשיבין
2 Aber immerhin ist es ja nur an einer Stelle entbehrlich, und wir wissen von R. Elie͑zer, daß er der Ansicht ist, wenn es nur an der einen Stelle entbehrlich ist, sei zwar ein Schluß zu folgern, jedoch auch zu widerlegen!? –
ג כיון דלגופיה לא צריך שדי חד אלמד ושדי חד אמלמד והוה ליה גזירה שוה מופנה משני צדדין
3 Da es an sich überhaupt nicht nötig ist, setze man eines zum Lernenden und eines zum Lehrenden, somit ist es eine Wortanalogie, bei der es an beiden Stellen entbehrlich ist. –
ד אי מה פסח אונן אסור בו אף תרומה אונן אסור בה
4 Demnach sollte doch, wie das Pesaḥopfer einem Leidtragenden verboten ist, auch die Hebe einem Leidtragenden verboten sein!?
ה א"ר יוסי בר חנינא אמר קרא (זר) (ויקרא כב, י) וכל זר זרות אמרתי לך ולא אנינות אימא ולא ערלות הא כתיב (ויקרא כב, י) תושב ושכיר
5 R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Die Schrift sagt: <i>jeder Gemeine</i>, ich habe es dir nur von Gemeinen und nicht von Trauernden gesagt. – Vielleicht: und nicht von Unbeschnittenen!? – Es heißt: <i>Beisaß und Mietling</i>. – Was veranlaßt dich dazu!? –
ו ומה ראית מסתברא ערלות הו"ל לרבויי שכן (מעשי"ם כרותי"ם בדב"ר העב"ד) מחוסר מעשה ומעשה בגופו וענוש כרת וישנו לפני הדבור ומילת זכריו ועבדיו מעכבת
6 Es ist einleuchtend, daß die Unbeschnittenheit einbegriffen ist, denn bei dieser fehlt eine Tätigkeit, erfolgt die Handlung an seinem Körper, ist die Ausrottungsstrafe gesetzt, sie bestand schon vor der Gesetzgebung, und die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven ist unerläßlich. –
ז אדרבה אנינות הוה ליה לרבויי שכן ישנה בכל שעה ונוהגת באנשים ונשים ואין בידו לתקן את עצמו הנך נפישן
7 Im Gegenteil, die Trauer sollte einbegriffen werden, denn sie kann jederzeit erfolgen, hat Geltung bei Männern und Frauen, und es ist nicht in seiner Hand, sich geeignet zu machen!? – Jene sind mehr.
ח רבא אמר בלא הנך נפישן נמי לא מצית אמרת שבקינן ערלות דכתיב בגופיה דפסח וילפינן אנינות מפסח דפסח גופיה ממעשר גמרינן
8 Raba erwiderte: Auch abgesehen davon, daß jene mehr sind, kannst du nicht sagen, daß man die beim Pesaḥopfer genannte Unbeschnittenheit lasse und vom Pesaḥopfer hinsichtlich der Trauer folgere, wo doch diesbezüglich hinsichtlich des Pesaḥopfers selbst vom Zehnten gefolgert wird. –
ט אי מה פסח מילת זכריו ועבדיו מעכבת אף תרומה מילת זכריו ועבדיו מעכבת
9 Sollte doch, wie beim Pesaḥopfer die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven unerläßlich ist, auch bei der Hebe die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven unerläßlich sein!? –
י אמר קרא (שמות יב, מד) ומלתה אותו אז יאכל בו מילת זכריו ועבדיו מעכבת בו מלאכול בפסח ואין מילת זכריו ועבדיו מעכבת בתרומה
10 Die Schrift sagt:<i>du sollst ihn beschneiden, erst dann darf er davon essen</i>, nur beim Essen vom Pesaḥopfer ist die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven unerläßlich, nicht aber ist die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und seiner Sklaven bei der Hebe unerläßlich. –
יא אי הכי אימא (שמות יב, מח) כל ערל לא יאכל בו בו אינו אוכל אבל אוכל הוא בתרומה הא כתיב תושב ושכיר
11 Demnach [folgere man:] <i>kein Unbeschnittener darf davon essen</i>, davon darf er nicht essen, wohl aber darf er Hebe essen!? – Es heißt: <i>Beisaß und Mietling</i>. –
יב ומה ראית מסתברא ערלות דגופיה הוה ליה לרבויי שכן מעשה בגופו וענוש כרת אדרבה מילת זכריו ועבדיו הוה ליה לרבויי שכן ישנה בכל שעה
12 Was veranlaßt dich dazu!? – Es ist einleuchtend, daß seine eigene Unbeschnittenheit einbegriffen ist, denn die Handlung erfolgt an seinem Körper und sie ist mit der Ausrottung belegt. – Im Gegenteil, die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven sollte einbegriffen werden, denn sie kann jederzeit erfolgen!? –
יג הנך נפישן ואב"א בלא [הנך] נפישן נמי לא מצית אמרת מי איכא מידי דערלות דגופיה לא מעכבא ביה ערלות דאחריני מעכבא ביה
13 Jene sind mehr. Wenn du aber willst, sage ich: auch abgesehen davon, daß jene mehr sind, kannst du dies nicht sagen, denn es ist nicht denkbar, daß seine eigene Beschneidung nicht unerläßlich und die anderer unerläßlich sein sollte.
יד השתא דאמרת בו לדרשה הוא דאתא (שמות יב, מג) כל בן נכר לא יאכל בו למה לי בו
14 Worauf deutet, wo du erklärt hast, [das Wort] <i>davon</i> sei zur Deutung nötig, [der Schriftvers:] <i>kein Fremder darf davon essen</i>? –