Yevamot 142

Kapitel 142

א מעת לעת
1 [Der Aufschub] reicht von Stunde zu Stunde. –
ב והתני לודאה יום הבראתו כיום הולדו מאי לאו מה יום הולדו לא בעינן מעת לעת אף יום הבראתו לא בעינן מעת לעת
2 Luda lehrte ja aber, der Tag der Genesung gleiche dem Tage der Geburt; doch wohl: wie seit der Geburt nicht von Stunde zu Stunde, ebenso seit der Genesung nicht von Stunde zu Stunde!? –
ג לא עדיף יום הבראתו מיום הולדו דאילו יום הולדו לא בעינן מעת לעת ואילו יום הבראתו בעינן מעת לעת
3 Nein, der Tag der Genesung ist mehr als der Tag seiner Geburt; seit dem Tage der Geburt erfolgt es nicht von Stunde zu Stunde, seit dem Tage der Genesung aber erfolgt es von Stunde zu Stunde.
ד רב פפא אמר כגון דכאיב ליה עיניה לינוקא ואיתפח ביני וביני
4 R. Papa erwiderte: Wenn dem Kinde ein Auge schmerzte und es währenddessen genesen ist.
ה רבא אמר כגון שהיו אביו ואמו חבושין בבית האסורין
5 Raba erwiderte: Wenn sein Vater und seine Mutter im Gefängnisse eingesperrt waren.
ו רב כהנא בריה דרב נחמיה אמר כגון טומטום שנקרע ונמצא זכר ביני וביני
6 R. Kahana, Sohn des R. Neḥemja, erwiderte: Wenn [das Kind] geschlechtslos war und währenddessen sich herausgestellt hat, daß es männlich ist.
ז רב שרביא אמר כגון שהוציא ראשו חוץ לפרוזדור
7 R. Šerebja erwiderte: Wenn [das Kind] den Kopf aus dem Eingange hervorgesteckt hatte. –
ח ומי חיי והתניא כיון שיצא לאויר העולם נפתח הסתום ונסתם הפתוח שאלמלא כן אין יכול לחיות אפילו שעה אחת
8 Ist es denn dann lebensfähig, es wird ja gelehrt, daß, sobald [das Kind] in die Welt kommt, das Geschlossene geöffnet und das Offene geschlossen werde, da es sonst nicht eine Stunde leben könnte!? –
ט הכא במאי עסקינן כגון דזנתיה אישתא אישתא דמאן אילימא אישתא דידיה אי הכי כל שבעה בעי אלא דזנתיה אישתא דאימיה ואיבעית אימא ה"מ היכא דלא מעוי אבל היכא דמעוי מחייא חיי
9 In dem Falle, wenn das Fieber es erhalten hat. – Wessen Fieber: wollte man sagen, sein eigenes, so ist ja [ein Aufschub] von sieben Tagen erforderlich!? – Vielmehr, wenn das Fieber der Mutter es erhalten hat. Wenn du aber willst, sage ich: dies nur, wenn es nicht geschrien hat, wenn es aber geschrien hat, lebt es.
י אמר ר' יוחנן משום רבי בנאה ערל מקבל הזאה שכן מצינו באבותינו שקבלו הזאה כשהן ערלים שנאמר (יהושע ד, יט) והעם עלו מן הירדן בעשור לחדש הראשון
10 R. Joḥanan sagte im Namen des R. Banaá: Ein Unbeschnittener kann die Besprengung erhalten, denn wir finden, daß auch unsere Vorfahren unbeschnitten die Besprengung erhalten haben. Es heißt: <i>und das Volk kam am zehnten des ersten Monats aus dem Jarden herauf</i>,
יא בעשרה לא מהילי משום חולשא דאורחא הזאה אימת עביד להו לאו כשהן ערלים
11 und da sie wegen der Reisemüdigkeit am zehnten nicht beschnitten wurden, so erhielten sie die Besprengung wahrscheinlich, als sie noch unbeschnitten waren. –
יב ודלמא לא עבוד פסח כלל לא ס"ד דכתיב (יהושע ה, י) ויעשו את הפסח
12 Vielleicht richteten sie das Pesaḥopfer überhaupt nicht her!? – Dies ist nicht anzunehmen, denn es heißt: <i>sie richteten das Pesaḥopfer her</i>.
יג מתקיף לה מר זוטרא ודלמא פסח הבא בטומאה היה א"ל רב אשי תניא בהדיא מלו וטבלו ועשו פסחיהן בטהרה
13 Mar Zuṭra wandte ein: Vielleicht war es ein in Unreinheit hergerichtetes Pesaḥopfer!? R. Aši erwiderte ihm: Es wird ausdrücklich gelehrt: Sie wurden beschnitten, tauchten unter und richteten das Pesaḥopfer in Reinheit her.
יד אמר רבה בר יצחק אמר רב לא ניתנה פריעת מילה לאברהם אבינו שנאמר (יהושע ה, ב) בעת ההיא אמר ה' אל יהושע עשה לך חרבות צורים וגו'
14 Rahba b. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs: Die Bloßlegung bei der Beschneidung ist unserem Vater Abraham nicht geboten worden, denn es heißt: <i>in jener Zeit sprach der Herr zu Jehošua͑: Mache dir scharfe Messer &amp;c</i>. –
טו ודלמא הנך דלא מהול דכתיב (יהושע ה, ה) כי מולים היו כל העם היוצאים וכל העם הילודים וגו'
15 Vielleicht für solche, die noch nicht beschnitten waren, wie es heißt: <i>denn beschnitten war das ganze Volk, das ausgezogen war, aber das Volk, das geboren wurde &amp;c</i>. –
טז א"כ מאי שוב אלא לאו לפריעה ומאי שנית
16 Wieso hieße es demnach <i>wiederum</i> und <i>nochmals</i>!?
יז לאקושי סוף מילה לתחלת מילה מה תחלת מילה מעכבת אף סוף מילה מעכבין בו דתנן אלו הן ציצין המעכבין את המילה בשר החופה את [רוב] העטרה ואין אוכל בתרומה
17 Dies deutet auf die Bloßlegung, und daß der Abschluß der Beschneidungmit dem Beginne der Beschneidung zu vergleichen ist: wie der Beginn der Beschneidung unerläßlich ist, ebenso ist der Abschluß der Beschneidung unerläßlich. Wir haben nämlich gelernt: Folgende Hautfasern machen die Beschneidung ungültig: das Fleisch, das die Eichel bedeckt; ein solcher darf keine Hebe essen.
יח אמר רבינא ואיתימא רב ירמיה בר אבא אמר רב בשר החופה את רוב גובהה של עטרה
18 Rabina, manche sagen, R. Jirmeja b. Abba, sagte im Namen Rabhs: Das Fleisch, das den größeren Teil der Eichelhöhe bedeckt.
יט ובמדבר מאי טעמא לא מהול איבעית אימא משום חולשא דאורחא
19 Weshalb wurden sie in der Wüste nicht beschnitten? – Wenn du willst, sage ich: wegen der Reisemüdigkeit,