Yevamot 143

Kapitel 143

א ואיבעית אימא משום דלא נשיב להו רוח צפונית דתניא כל אותן ארבעים שנה שהיו ישראל במדבר לא נשבה להם רוח צפונית
1 und wenn du willst, sage ich: weil ihnen der Nordwind nicht wehte. Es wird nämlich gelehrt: Die ganzen vierzig Jahre, während welcher die Jisraéliten in der Wüste weilten, wehte ihnen der Nordwind nicht. –
ב מאי טעמא איבעית אימא משום דנזופים הוו ואי בעית אימא דלא נבדור ענני כבוד
2 Aus welchem Grunde? – Weil sie einen Verweis erhalten hatten. Wenn du aber willst, sage ich: um die Herrlichkeitswolken nicht zu teilen.
ג א"ר פפא הלכך יומא דעיבא ויומא דשותא לא מהלינן ביה ולא מסוכרינן ביה והאידנא דדשו בה רבים (תהלים קטז, ו) שומר פתאים ה':
3 R. Papa sagte: Daher vollziehe man an einem wolkigen Tage und an einem Tage des Südwindes nicht die Beschneidung, auch lasse man sich an einem solchen nicht zur Ader. Jetzt aber, wo die Menge dies nicht beachtet, [sage man:] <i>der Herr behütet die Einfältigen</i>.
ד ת"ר כל אותן ארבעים שנה שהיו ישראל במדבר לא היה יום שלא נשבה בו רוח צפונית בחצי הלילה שנא' (שמות יב, כט) ויהי בחצי הלילה וה' הכה כל בכור וגו' מאי תלמודא הא קמ"ל דעת רצון מילתא היא
4 Die Rabbanan lehrten: In all den vierzig Jahren, während welcher die Jisraéliten in der Wüste waren, gab es keinen Tag, an dem nicht der Nordwind um Mitternacht geweht hätte, wie es heißt: <i>und es geschah in der Mitternacht, da erschlug der Herr alle Erstgeburt &amp;c</i>. – Wieso geht dies hieraus hervor? – Dies besagt, daß die Stunde der Willfährigkeit wesentlich ist.
ה א"ר הונא דבר תורה משוך אוכל בתרומה ומדבריהם גזרו עליו מפני שנראה כערל
5 R. Hona sagte: Nach der Tora darf der Epispast Hebe essen, nur haben sie es ihm verboten, weil er wie ein Unbeschnittener aussieht.
ו מיתיבי משוך צריך שימול מדרבנן ודקארי לה מאי קארי לה הא צריך קתני
6 Man wandte ein: Der Epispast ist zu beschneiden!? – Rabbanitisch. – Was dachte sich der Fragende, es heißt ja: ist zu beschneiden!? –
ז קטעי בסיפא ר' יהודה אומר לא ימול מפני שסכנה היא לו אמרו לו והלא הרבה מלו בימי בן כוזיבא והולידו בנים ובנות שנאמר (בראשית יז, יג) המול ימול אפי' מאה פעמים ואומר (בראשית יז, יד) את בריתי הפר לרבות את המשוך
7 Er wurde irregeführt durch den Schlußsatz: R. Jehuda sagt, er sei nicht zu beschneiden, weil es für ihn gefährlich ist. Man erwiderte ihm: Zur Zeit des Ben Koziba ließen sich viele beschneiden und zeugten Söhne und Töchter. Auch heißt es: <i>beschneiden zu beschneiden</i>, selbst hundertmal. Ferner heißt es: <i>meinen Bund hat er gebrochen</i>, dies schließt den Epispasten ein. –
ח מאי ואומר וכי תימא האי המול ימול לרבות ציצין המעכבים את המילה ת"ש את בריתי הפר לרבות את המשוך
8 Wozu ist das ‘ferner’ nötig? – Man könnte glauben, [die Worte] <i>beschneiden zu beschneiden</i> schließen die die Beschneidung ungültig machenden Hautfasern ein, so heißt es: <i>meinen Bund hat er gebrochen</i>, dies schließt den Epispasten ein.
ט הוא סבר מדקא נסיב לה הש"ס קרא דאורייתא היא ולא היא מדרבנן וקרא אסמכתא בעלמא
9 Er glaubte, dies sei, da der Talmud es mit einem Schriftverse belegt, [eine Pflicht] der Tora, aber dem ist nicht so, es ist rabbanitisch, und der Schriftvers ist nur eine Anlehnung.
י מיתיבי טומטום אין אוכל בתרומה נשיו ועבדיו אוכלין משוך ונולד כשהוא מהול הרי אלו אוכלים אנדרוגינוס אוכל בתרומה ואין אוכל בקדשים טומטום אינו אוכל לא בתרומה ולא בקדשים
10 Man wandte ein: Der Geschlechtslose darf keine Hebe essen, seine Frauen und seine Sklaven dürfen essen. Der Epispast und der beschnitten Geborene dürfen essen. Der Zwitter darf Hebe essen, jedoch kein Heiliges; der Geschlechtslose darf weder Hebe noch Heiliges essen.
יא קתני מיהת משוך ונולד כשהוא מהול הרי אלו אוכלין תיובתא דרב הונא תיובתא
11 Hier lehrt er also, der Epispast und der beschnitten Geborene dürfen essen!? Dies ist eine Widerlegung R. Honas. Eine Widerlegung.
יב אמר מר טומטום אינו אוכל בתרומה נשיו ועבדיו אוכלים נשיו לטומטום מנא ליה אילימא דקדיש דתניא טומטום שקידש קדושיו קדושין נתקדש קדושיו קדושין
12 Der Meister sagte: Der Geschlechtslose darf keine Hebe essen, seine Frauen und seine Sklaven dürfen essen. Wie kommt ein Geschlechtsloser zu Frauen!? Wolltest du erwidern, die er sich angetraut hat, denn es wird gelehrt, daß, wenn ein Geschlechtsloser sich [eine Frau] angetraut hat, die Antrauung gültig, und wenn man ihn angetraut hat, die Antrauung gültig ist,
יג אימר דאמר לחומרא לקולא מי אמרינן ספק אשה הוא ואין אשה מקדשת אשה
13 so gilt dies allerdings erschwerend, gilt dies etwa auch erleichternd!? Er ist ein zweifelhaftes Weib, und ein Weib kann sich keine Frau antrauen.
יד אמר אביי כשביציו ניכרות מבחוץ
14 Abajje erwiderte: Wenn seine Hoden außen zu merken sind.
טו רבא אמר מאי נשיו אמו אמו פשיטא מהו דתימא מוליד מאכיל שאין מוליד אינו מאכיל קמ"ל
15 Raba erwiderte: Unter ‘seine Frauen’ ist seine Mutter zu verstehen. – Von seiner Mutter ist dies ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, der Zeugungsfähige berechtige zu essen und der Zeugungsunfähige berechtige nicht zu essen, so lehrt er uns. –
טז ת"ש טומטום אינו אוכל לא בתרומה ולא בקדשים בשלמא לאביי תנא רישא ערל ודאי וקתני סיפא ספק ערל
16 Komm und höre: Der Geschlechtslose darf weder Hebe noch Heiliges essen. Allerdings lehrt er nach Abajje im Anfangsatze vom entschieden Unbeschnittenen und im Schlußsatze vom zweifelhaft Unbeschnittenen,
יז אלא לרבא טומטום דסיפא ל"ל מאי טומטום ערל
17 wozu aber lehrt er nach Raba im Schlußsatze vom Unbeschnittenen!? – Unter Geschlechtsloser ist der Unbeschnittene zu verstehen. –
יח השתא ספק ערל לא אכיל ודאי ערל אכיל מה טעם קאמר מה טעם טומטום אינו אוכל בתרומה מפני שספק ערל הוא וערל אינו אוכל לא בתרומה ולא בקדשים
18 Wenn der zweifelhaft Unbeschnittene nicht essen darf, wie sollte der entschieden Unbeschnittene essen dürfen!? – Es ist eine Begründung: ein Geschlechtsloser darf keine Hebe essen, weil er ein zweifelhaft Unbeschnittener ist, und der Unbeschnittene weder Hebe noch Heiliges essen darf.
יט לימא כתנאי משוך (ונולד כשהוא מהול) וגר שנתגייר כשהוא מהול וקטן שעבר זמנו ושאר כל הנימולים לאיתויי מי שיש לו שתי ערלות אינן נימולין אלא ביום רבי אלעזר בר שמעון אומר בזמנו
19 Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Der Epispast, der beschnitten Geborene, der beschnittene Proselyt, ein Kind, dessen [Beschneidungs]frist vorüber ist, und alle anderen Beschnittenen, dies schließt den ein, der eine doppelte Vorhaut hat, dürfen nur am Tage beschnitten werden. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, die Beschneidung zur festgesetzten Zeit dürfe