Yevamot 146

Kapitel 146

א ואוכלן בטומאת עצמן לוקה מה שאין כן בתרומה לא קתני אלמא תני ושייר:
1 und wer sie in ihrer Unreinheit ißt, erhält Geißelhiebe, was aber bei der Hebe nicht der Fall ist. Demnach lehrt er manches und läßt manches fort.
ב ואסורין לאונן ור"ש מתיר מנא להו דכתיב (דברים יב, יז) לא תוכל לאכול בשעריך מעשר דגנך ותירושך ויצהרך וגו' ותרומת ידך ואמר מר תרומת ידך אלו בכורים ואיתקש בכורים למעשר מה מעשר אסור לאונן אף בכורים אסור לאונן
2 «Sind einem Trauernden verboten, nach R. Šimo͑n aber erlaubt.» Woher dies? – Es heißt: <i>du darfst in deinen Ortschaften nicht essen den Zehnten deines Getreides und deines Mostes und deines Öls &amp;c. und deine dargebrachte Hebe</i>. Unter <i>dargebrachte Hebe</i> sind, wie der Meister sagte, die Erstlinge zu verstehen, und man vergleiche die Erstlinge mit dem Zehnten: wie der Zehnt einem Trauernden verboten ist, ebenso sind die Erstlinge einem Trauernden verboten. –
ג ור"ש תרומה קרינהו רחמנא מה תרומה מותרת לאונן אף בכורים מותר לאונן
3 Und R. Šimo͑n!? – Der Allbarmherzige nennt sie Hebe: wie die Hebe einem Trauernden erlaubt ist, ebenso sind die Erstlinge einem Trauernden erlaubt.
ד וחייבין בביעור ור"ש פוטר מר מקיש ומר לא מקיש
4 «Sind zur Fortschaffung pflichtig, nach R. Šimo͑n aber frei.» Einer vergleicht sie mit einander und einer vergleicht sie nicht.
ה ואסור לבער מהן בטומאה ואוכלן בטומאת עצמן לוקה מנלן דתניא ר' שמעון אומר (דברים כו, יד) לא בערתי ממנו בטמא בין שאני טמא והוא טהור בין שאני טהור והוא טמא
5 «Man darf sie nicht unrein brennen, und wer sie in ihrer Unreinheit ißt, erhält Geißelhiebe.» Woher dies? – Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: <i>Ich habe nichts davon in Unreinheit, verbrannt</i>, einerlei ob ich unrein und dieses rein oder ich rein und dieses unrein war.
ו והיכא מוזהר על אכילתו איני יודע טומאת הגוף בהדיא כתיב ביה (ויקרא כב, ו) נפש אשר תגע בו וטמאה עד הערב ולא יאכל מן הקדשים כי אם רחץ בשרו במים
6 Wo das Essen verboten wird, weiß ich nicht. – Von der Unreinheit der Person heißt es ja ausdrücklich: <i>die Person, die es berührt, sei unrein bis zum Abend und darf nichts Heiliges essen, sie hätte denn den Leib im Wasser gebadet</i>!? –
ז הכי קמיבעיא ליה טומאת עצמו מנין ת"ל לא תוכל לאכול בשעריך מעשר דגנך ולהלן הוא אומר (דברים טו, כב) בשעריך תאכלנו הטמא והטהור יחדו כצבי וכאיל ותנא דבי רבי ישמעאל אפי' טמא וטהור אוכלין על שולחן אחד בקערה אחת ואינן חוששין וקאמר רחמנא ההוא דאמרי לך התם בשעריך תאכלנו הכא לא תיכול:
7 Woher dies von der Unreinheit der Sache? – Hierbei heißt es: <i>du darfst in deinen Ortschaften nicht essen den Zehnten deines Getreides</i>, dort aber heißt es: <i>in deinen Ortschaften magst du es essen, unrein und rein zusammen, wie Hirsch und Reh</i>, und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, ein Reiner und ein Unreiner dürfen davon unbeanstandet sogar an einem Tische und aus einer Schüssel essen. Der Allbarmherzige sagt damit: nur dies habe ich dir in deinen Ortschaften so zu essen erlaubt, jenes aber darfst du nicht so essen.
ח משא"כ בתרומה מנא לן אמר ר' אבהו א"ר יוחנן דאמר קרא לא בערתי ממנו בטמא ממנו אי אתה מבעיר אבל אתה מבעיר שמן של תרומה שנטמא
8 «Was aber bei der Hebe nicht der Fall ist.» Woher dies? R. Abahu erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt: <i>ich habe nichts davon in Unreinheit verbrannt</i>, davon darfst du nicht brennen, wohl aber darfst du unrein gewordenes Öl und Hebe brennen. –
ט ואימא ממנו אי אתה מבעיר אבל אתה מבעיר שמן של קדש שנטמא לאו קל וחומר הוא ומה מעשר הקל אמרה תורה לא בערתי ממנו בטמא קדש חמור לא כ"ש
9 Vielleicht aber: davon darfst du nicht brennen, wohl aber darfst du unrein gewordenes Öl von Heiligem brennen!? – Diesbezüglich ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Tora vom minder[heiligen] Zehnten sagt, man dürfe davon nicht in Unreinheit brennen, um wieviel weniger vom strengeren Heiligen. –
י אי הכי תרומה נמי ק"ו הוא הא כתיב ממנו
10 Demnach sollte [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere auch von der Hebe gelten!? – Es heißt <i>von ihm</i>. –
יא ומה ראית מסתברא קדש לא ממעיטנא שכן פנקעכ"ס
11 Was veranlaßt dich dazu? – Es ist einleuchtend, daß das Heilige nicht auszuschließen ist,
יב פגול נותר קרבן מעילה כרת ואסור לאונן
12 denn bei diesem gibt es Verwerfliches, Zurückbleibendes, Opferung und Veruntreuung, es ist mit der Ausrottung belegt, und es ist einem Trauernden verboten. –
יג אדרבה תרומה לא ממעיטנא שכן מחפ"ז מיתה וחומש ואין לה פדיון ואסורה לזרים
13 Im Gegenteil, die Hebe sollte nicht ausgeschlossen werden, denn sie ist mit der Todesstrafe und dem Fünftel belegt, kann nicht ausgelöst werden und ist Gemeinen verboten!? –
יד הנך נפישן ואיבעית אימא כרת עדיפא:
14 Jene sind mehr. Wenn du aber willst, sage ich: die Ausrottungsstrafe ist schwerwiegender.
טו ואוכלן בטומאת עצמן לוקה מה שאין כן בתרומה מילקא הוא דלא לקי הא איסורא איכא מנלן אמר קרא בשעריך תאכלנו לזה ולא לאחר ולאו הבא מכלל עשה עשה
15 «Wer sie in ihrer Unreinheit ißt, erhält Geißelhiebe, was aber bei der Hebe nicht der Fall ist.» Nur Geißelhiebe erhält er nicht, verboten aber ist es; woher dies? – Die Schrift sagt: <i>in deinen Ortschaften magst du es essen</i>, dies und nichts anderes, und das aus einem Gebote kommende Verbot gilt als Gebot.
טז אמר רב אשי מרישא נמי שמעת מינה דתנא ושייר מדלא קתני
16 R. Aši sagte: Auch aus dem Anfangsatze geht hervor, daß er manches lehrt und manches fortläßt, denn er lehrt nicht: