Yevamot 149

Kapitel 149

א והכתיב (ויקרא יב, ד) בכל קדש לא תגע לרבות התרומה אלא קרא מילי מילי קא חשיב
1 es heißt ja: <i>nichts Heiliges darf sie berühren</i>, und dies schließt die Hebe ein. Vielmehr zählt die Schrift diese Dinge nach einander auf. –
ב ותלתא קראי בתרומה למה לי צריכי דאי מעד אשר יטהר לא הוה ידענא במאי כתב רחמנא ובא השמש וטהר
2 Wozu sind drei Schriftverse hinsichtlich der Hebe nötig? – Sie sind nötig. Würde es nur geheißen haben: <i>bis er rein ist</i>, so würde man nicht gewußt haben, wodurch, daher schrieb der Allbarmherzige: <i>wenn die Sonne untergeht, ist er rein</i>.
ג ואי כתב רחמנא ובא השמש ה"מ דלאו בר כפרה אבל דבר כפרה אימא עד דמייתי כפרה כתב רחמנא עד מלאת
3 Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>wenn die Sonne untergeht</i>, so könnte man glauben, nur wer des Sühnopfers nicht benötigt, wer aber des Sühnopfers benötigt, nur wenn er das Sühnopfer dargebracht hat, daher schrieb der Allbarmherzige: <i>bis voll sind</i>.
ד ואי כתב רחמנא עד מלאת הוה אמינא אפילו בלא טבילה כתב רחמנא עד אשר יטהר
4 Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben <i>bis voll sind</i>, so könnte man glauben, auch ohne Untertauchen, daher schrieb der Allbarmherzige: <i>bis er rein ist</i>. –
ה ולהך תנא דפליג עליה דתנא דבי ר' ישמעאל דאמר בזב בעל ג' ראיות ובמצורע מוחלט הכתוב מדבר והאי עד אשר יטהר עד דמייתי כפרה תרי קראי בקדשים ל"ל
5 Wozu sind zwei Schriftverse hinsichtlich des Heiligen nötig nach dem Autor, der gegen den Autor der Schule R. Jišma͑éls streitet und lehrt, die Schrift spreche von einem Flußbehafteten, der dreimal [Fluß] gemerkt hat, und einem entschieden Aussätzigen, und [die Worte] <i>bis er rein ist</i> bedeuten, bis er das Sühnopfer dargebracht hat? –
ו צריכי דאי כתב רחמנא ביולדת משום דמרובה טומאתה אבל בזב אימא לא ואי כתב רחמנא בזב דלא הותר מכללו אבל יולדת אימא לא צריכא
6 Sie sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von der Wöchnerin geschrieben haben, so könnte man glauben, weil ihre Unreinheit größer ist, nicht aber gelte dies vom Flußbehafteten. Und würde der Allbarmherzige es nur vom Flußbehafteten geschrieben haben, so könnte man glauben, weil [seine Unreinheit] unbegrenzt ist, nicht aber gelte dies von der Wöchnerin. Daher ist beides nötig. –
ז (ויקרא יא, לב) במים יובא וטמא עד הערב למה לי א"ר זירא לנגיעה
7 <i>Ins Wasser werde es getan und sei unrein bis zum Abend</i>; wozu dies? R. Zera erwiderte: Inbetreff des Berührens.
ח דתניא וטמא יכול לכל ת"ל וטהר אי וטהר יכול לכל ת"ל וטמא הא כיצד כאן למעשר כאן לתרומה
8 Es wird nämlich gelehrt: <i>Und sei unrein</i>; man könnte glauben, in jeder Hinsicht, so heißt es: <i>dann rein</i>. Aus [dem Worte] <i>rein</i> könnte man entnehmen, in jeder. Hinsicht, so heißt es: <i>und sei unrein</i>. Wie ist dies zu erklären? Letzteres hinsichtlich des Zehnten und ersteres hinsichtlich der Hebe. –
ט ואיפוך אנא מסתברא כי היכי דחמירא אכילה דתרומה מאכילה דמעשר ה"נ חמירא נגיעה דתרומה מנגיעה דמעשר
9 Vielleicht umgekehrt!? – Es ist einleuchtend, daß, wie das Essen der Hebe strenger ist als das Essen des Zehnten, ebenso das Berühren der Hebe strenger ist als das Berühren des Zehnten.
י ואיבעית אימא נגיעה דתרומה מהכא נפקא (ויקרא יב, ד) בכל קדש לא תגע אזהרה לאוכל או אינו אלא לנוגע
10 Wenn du aber willst, sage ich: hinsichtlich des Berührens der Hebe ist es aus folgendem zu entnehmen: <i>Nichts Heiliges darf sie berühren</i>, das Verbot bezieht sich auf das Essen. Du sagst, auf das Essen, vielleicht ist dem nicht so, sondern auf das Berühren?
יא ת"ל בכל קדש לא תגע ואל המקדש לא תבא מקיש קדש למקדש מה מקדש דבר שיש בו נטילת נשמה אף קדש דבר שיש בו נטילת נשמה ובנגיעה נטילת נשמה ליכא
11 Es heißt: <i>nichts Heiliges darf sie berühren und in das Heiligtum soll sie nicht eintreten</i>; er vergleicht das Heilige mit dem Heiligtum, wie beim Heiligtume ein Vergehen, wegen dessen man das Leben verwirkt, ebenso beim Heiligen ein Vergehen, wegen dessen man das Leben verwirkt, und durch das Berühren verwirkt man das Leben nicht.
יב והאי דאפקיה בלשון נגיעה הכי קאמר נגיעה כאכילה:
12 Der Ausdruck ‘berühren’ wird hier deshalb gebraucht, um anzudeuten, daß das Berühren dem Essen gleicht.
יג פצוע דכא וכו': מאן תנא משתמרת לביאה פסולה דאורייתא אכלה א"ר אלעזר במחלוקת שנויה ורבי אלעזר ורבי שמעון היא
13 D<small>ER</small> Q<small>UETSCHVERSTÜMMELTE</small> &amp;<small>C</small>. Wer ist der Autor, welcher sagt, an der eine nach der Tora ungültige Beiwohnung vollzogen werden soll, dürfe essen? R. Elea͑zar erwiderte: Hierüber besteht ein Streit, und hier ist die Ansicht R. Elea͑zars und R. Šimo͑ns vertreten.
יד ר' יוחנן אמר אפי' תימא ר' מאיר שאני הכא שכבר אכלה
14 R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, die des R. Meír, denn hierbei ist es anders, da sie bereits gegessen hat.
טו ור' אלעזר שכבר אכלה לא אמרינן דאי לא תימא הכי בת ישראל שנשאת לכהן ומת בעלה תאכל שכבר אכלה
15 R. Elea͑zar aber sagt, der Umstand, daß sie bereits gegessen hat, sei nichtig, denn demnach dürfte eine Jisraélitin, wenn sie mit einem Priester verheiratet war und er gestorben ist, ebenfalls essen, weil sie bereits gegessen hat. –
טז ורבי יוחנן התם פקע קנייניה הכא לא פקע קנייניה:
16 Und R. Joḥanan!? – Bei dieser ist die Angehörigkeit geschwunden, bei jener ist die Angehörigkeit nicht geschwunden.
יז איזהו פצוע: תנו רבנן איזהו פצוע דכא כל שנפצעו ביצים שלו ואפילו אחת מהן ואפי' ניקבו ואפילו נמוקו ואפילו חסרו אמר רבי ישמעאל בנו של ר' יוחנן בן ברוקה שמעתי מפי חכמים בכרם ביבנה כל שאין לו אלא ביצה אחת אינו אלא סריס חמה וכשר
17 Q<small>UETSCHVERSTÜMMELTER HEISST DERJENIGE</small>. Die Rabbanan lehrten: Quetschverstümmelter heißt derjenige, dessen Hoden zerquetscht sind, selbst eine von ihnen, auch wenn nur durchlöchert, zerrieben oder defekt. R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Ich hörte aus dem Munde der Weisen in der Akademie zu Jabne, wer nur eine Hode hat, sei nichts weiter als Naturkastrat, und er ist tauglich. –
יח סריס חמה ס"ד אלא הרי הוא כסריס חמה וכשר
18 Naturkastrat, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, er gleicht einem Naturkastraten, und er ist tauglich. –
יט וניקב לא מוליד והא ההוא גברא דסליק לדיקלא
19 Ist denn derjenige, dem [die Hoden] durchlöchert sind, nicht zeugungsfähig, einst ereignete es sich ja, daß jemand auf eine Dattelpalme kletterte