Yevamot 163

Kapitel 163

א רבי יהודה לטעמיה דאמר מין במינו לא בטיל
1 R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, eine Art gehe in derselben Art nicht auf. –
ב אבל לא נימוח מאי לא תעלה אדתני אבל חתיכה של חטאת טהורה שנתערבה במאה חתיכות של חולין טהורות לא תעלה ניפלוג וניתני בדידה בד"א בשנימוחה אבל לא נימוחה לא תעלה
2 Weshalb lehrt er demnach, wenn es unzerdrückt nicht aufgeht, daß, wenn ein reines Stück von einem Sündopfer mit hundert reinen Stücken von Profanem vermischt worden ist, es nicht aufgehe, sollte er doch den Unterschied bei diesen selbst lehren: dies gilt nur dann, wenn es zerdrückt ist, unzerdrückt aber geht es nicht auf!? –
ג טהורות בטהורות עדיף ליה
3 Der Fall von einem reinen mit reinen erscheint ihm bedeutender. –
ד ולר"ל מאי שנא רישא ומ"ש סיפא א"ר שישא בריה דרב אידי רישא בטומאת משקין דרבנן סיפא דאורייתא
4 Welchen Unterschied gibt es nach Reš Laqiš zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze? R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Der Anfangsatz spricht von der Unreinheit durch Flüssigkeiten, die rabbanitisch ist, im Schlußsatze aber ist es [ein Verbot] der Tora. –
ה אבל טומאת שרץ מאי לא תעלה
5 Weshalb lehrt er demnach, wenn es bei Unreinheit durch ein Kriechtier nicht aufgeht,
ו אדתני סיפא אבל חתיכה של חטאת טהורה שנתערבה במאה חתיכות של חולין טהורות לא תעלה ניפלוג וליתני בדידה במה דברים אמורים בטומאת משקין אבל בטומאת שרץ לא טהורה בטהורות עדיף ליה
6 im Schlußsatze, daß, wenn ein reines Stück von einem Sündopfer mit hundert reinen Stücken von Profanem vermischt worden ist, es nicht aufgehe, sollte er doch den Unterschied hei diesem selbst lehren: dies gilt nur von der Unreinheit durch Flüssigkeiten, nicht aber von der Unreinheit durch ein Kriechtier!? – Der Fall von einem reinen mit reinen erscheint ihm bedeutender.
ז רבה אמר רישא איסור לאו סיפא איסור כרת
7 Rabba erwiderte: Im Anfangsatze ist es ein mit einem Verbote belegtes Vergehen, im Schlußsatze dagegen ein mit der Ausrottung belegtes. –
ח והא רבה הוא דאמר כל בדאורייתא לא שנא איסור לאו ולא שנא איסור כרת קשיא
8 Aber Rabba ist es ja, welcher sagt, bei einem Vergehen der Tora sei es einerlei, ob es mit einem Verbote oder mit der Ausrottung belegt ist!? – Ein Einwand.
ט רב אשי אמר סיפא משום דהוי ליה דבר שיש לו מתירין וכל דבר שיש לו מתירין אפילו באלף לא בטיל
9 R. Aši erwiderte: Im Schlußsatze erfolgt dies aus dem Grunde, weil es eine Sache ist, wofür es ein Erlaubtwerden gibt, und wofür es ein Erlaubtwerden gibt, verliert sich auch im Tausendfachen nicht.
י והא דרב אשי בדותא היא למאן אי לכהן מישרא שרי אי לישראל לעולם אסור אלא הא דרב אשי בדותא היא
10 Aber das, was R. Aši gesagt hat, ist sinnlos; für wen: für Priester ist es überhaupt erlaubt und für Jisraéliten bleibt es immer verboten. Das, was R. Aši gesagt hat, ist somit sinnlos. –
יא וסבר ר' יוחנן תרומה בזמן הזה דאורייתא והתניא שתי קופות אחת של חולין ואחת של תרומה ולפניהם שתי סאין אחת של חולין ואחת של תרומה ונפלו אלו בתוך אלו הרי אלו מותרים שאני אומר תרומה לתוך תרומה נפלה וחולין בתוך חולין נפלו
11 Ist R. Joḥanan denn der Ansicht, die Hebe sei in der Jetztzeit nach der Tora [zu entrichten], es wird ja gelehrt: Wenn vor zwei Körben, einer Profanes und einer Hebe enthaltend, zwei Sea [Früchte] sich befunden haben, eine Profanes und eine Hebe enthaltend, und jene in diese gekommen sind, so sind sie erlaubt, denn man nehme an, die Hebe sei in die Hebe und das Profane in das Profane gekommen.
יב ואמר ריש לקיש והוא שרבו חולין על התרומה ור' יוחנן אמר אע"פ שלא רבו חולין על התרומה
12 Hierzu sagte Reš Laqiš, nur wenn das Profane mehr istals die Hebe, und R. Joḥanan sagte, auch wenn das Profane nicht mehr ist als die Hebe.
יג בשלמא לריש לקיש קסבר בדרבנן נמי רבויא הוא דבעינן אלא לרבי יוחנן קשיא
13 Allerdings ist Reš Laqiš der Ansicht, auch bei rabbanitisch [Verbotenem] sei eine Mehrheit erforderlich, gegen R. Joḥanan aber ist ja ein Einwand zu erheben!? –
יד הא מני רבנן היא
14 Hier ist die Ansicht der Rabbanan vertreten,