Yevamot 171

Kapitel 171

א תרומה לכהן ומעשר ראשון ללוי דברי רבי מאיר רבי אלעזר בן עזריה מתירו לכהן מתירו מכלל דאיכא מאן דאסר אלא אימא נותנו אף לכהן
1 Es wird nämlich gelehrt: Die Hebe dem Priester, der erste Zehnt dem Leviten– so R. Meír. R. Elea͑zar b. A͑zarja erlaubt ihn dem Priester. – ‘Erlaubt ihn dem Priester’, demnach gibt es jemand, der ihn diesem verbietet!? – Lies vielmehr: man entrichte ihn [auch] an den Priester.
ב מ"ט דר' מאיר אמר רב אחא בריה דרבה משמיה דגמרא (במדבר יח, כד) כי את מעשר בני ישראל אשר ירימו לה' תרומה מה תרומה אסורה לזרים אף מעשר ראשון אסור לזרים אי מה תרומה חייבין עליו מיתה וחומש אף מעשר חייבין עליו מיתה וחומש
2 Was ist der Grund R. Meírs? R. Aḥa, der Sohn Rabbas, erwiderte im Namen einer Überlieferung: <i>Denn den Zehnten der Kinder Jisraél, den sie dein Herrn abheben als Hebe</i>; wie die Hebe Gemeinen verboten ist, ebenso ist der erste Zehnt Gemeinen verboten. – Demnach sollte man, wie man sich wegen der Hebe der Todesstrafe und des Fünftels schuldig macht, sich auch wegen des Zehnten der Todesstrafe und des Fünftels schuldig machen!? –
ג אמר קרא (ויקרא כב, ט) ומתו בו כי יחללוהו ויסף חמישיתו עליו בו ולא במעשר עליו ולא על מעשר ורבנן מה תרומה טובלת אף מעשר ראשון נמי טובל
3 Die Schrift sagt: <i>und deshalb sterben, wenn sie es entweihen</i>, <i>so soll er dazu das Fünftel hinzufügen</i>; deshalb, nicht aber wegen des Zehnten, dazu, nicht aber zum Zehnten. – Und die Rabbanan!? – Wie die Hebe vermischt macht, ebenso macht der Zehnt vermischt.
ד וכדתניא רבי יוסי אומר יכול לא יהא חייב אלא על טבל שלא הורם ממנו כל עיקר הורם ממנו תרומה גדולה ולא הורם ממנו מעשר ראשון מעשר ראשון ולא מעשר שני ואפי' מעשר עני מנין
4 Es wird nämlich gelehrt: R. Jose sagte: Man könnte glauben, man sei wegen des Vermischten nur dann strafbar, wenn überhaupt nichts entrichtet worden ist, woher dies von dem Falle, wenn die große Hebe entrichtet worden ist, aber nicht der erste Zehnt, oder auch dieser und nicht der zweite Zehnt, oder gar der Armenzehnt?
ה ת"ל (דברים יב, יז) לא תוכל לאכול בשעריך ולהלן הוא אומר (דברים כו, יב) ואכלו בשעריך ושבעו מה שעריך האמור להלן מעשר עני אף שעריך האמור כאן מעשר עני ואמר רחמנא לא תוכל
5 Hierbei heißt es: <i>du darfst es in deinen Orfschaften nicht essen</i>, und dort heißt es: <i>sie sollen es in deinen Ortschaften essen und satt sein</i>, wie dort, wo es <i>Ortschaften</i> heißt, vom Armenzehnten gesprochen wird, ebenso hier, wo es <i>Ortschaften</i> heißt, vom Armenzehnten, und der Allbarmherzige sagt: <i>du darfst &amp;c. nicht</i>.
ו ואי מהתם הוה אמינא ללאו אבל מיתה לא קמ"ל
6 Hieraus könnte man nur das Verbot entnehmen, nicht aber die Todesstrafe, so lehrt er uns.
ז לישנא אחרינא מעשר ראשון דטביל מדרבי יוסי נפקא אי מההיא ה"א ללאו אבל מיתה לא קמ"ל
7 Eine andere Lesart. Daß der erste Zehnt eine Vermischung erwirkt, geht ja aus der Lehre R. Joses hervor!? – Hieraus könnte man nur das Verbot entnehmen, nicht aber die Todesstrafe, so lehrt er uns. –
ח במאי אוקימתא כר' מאיר אימא סיפא בת לוי מאורסת לכהן ובת כהן ללוי לא תאכל לא בתרומה ולא במעשר הכא מאי זרות איכא אמר רב ששת מאי אינה אוכלת דקתני אינה נותנת רשות לתרום
8 Wie ist, wo du es R. Meír addiziert hast, der Schlußsatz zu erklären: wenn die Tochter eines Leviten mit einem Priester oder die Tochter eines Priesters mit einem Leviten verlobt ist, so darf sie weder Hebe noch den Zehnten essen; welche Gemeinhaftigkeit gibt es hierbei!? R. Šešeth erwiderte: Unter nicht essen, von dem er spricht, ist zu verstehen, sie könne nicht den Auftrag zur Abhebung erteilen. –
ט מכלל דנשואה נותנת רשות אין והתניא (במדבר יח, לא) ואכלתם אותו בכל מקום אתם וביתכם לימד על נשואה בת ישראל שנותנת רשות לתרום
9 Demnach kann die Verheiratete wohl den Auftrag erteilen? – Allerdings, denn es wird gelehrt: <i>Und ihr dürft es an jedem Orte essen, ihr und euer Haus</i>; dies lehrt, daß die verheiratete Tochter eines Jisraéliten Auftrag zur Abhebung erteilen kann.
י אתה אומר רשות לתרום או אינו אלא לאכול אמרת תרומה חמורה אוכלת מעשר הקל לא כל שכן אלא לימד על נשואה בת ישראל שנותנת רשות לתרום
10 Du sagst, Auftrag zur Abhebung erteilen, vielleicht ist dem nicht so, sondern zu essen berechtigt!? Ich will dir sagen: wenn sie die streng [heilige] Hebe essen darf, um wieviel mehr den leichteren Zehnten; vielmehr lehrt dies, daß die verheiratete Tochter eines Jisraéliten Auftrag zur Abhebung erteilen kann.
יא מר בריה דרבנא אמר לומר שאין חולקין לה מעשר בבית הגרנות הניחא למאן דאמר משום ייחוד אלא למאן דאמר משום גרושה גרושה בת לוי מי לא אכלה במעשר
11 Mar, der Sohn Rabanas, erklärte: Dies besagt, daß man ihr nicht den Zehnten in der Tenne verabreiche. – Allerdings nach demjenigen, welcher erklärt, wegen des Alleinseins, nach demjenigen aber, welcher erklärt, wegen der Geschiedenen, [ist ja zu erwidern:] darf denn die geschiedene Tochter eines Leviten den Zehnten nicht essen!? –
יב וליטעמיך גרושה בת כהן מי לא אכלה בתרומה אלא גזירה משום גרושה בת ישראל
12 Darf denn, auch nach deiner Auffassung, die geschiedene Tochter eines Priesters keine Hebe essen!? Dies erfolgt vielmehr mit Rücksicht auf die geschiedene Tochter eines Jisraéliten. –
יג אי הכי מאי איריא מאורסת אפי' נשואה נמי איידי דתנא רישא מאורסת תנא נמי סיפא מאורסת
13 Wieso demnach nur eine Verlobte, dies sollte doch auch von einer Verheirateten gelten!? – Da er im Anfangsatzevon einer Verlobten lehrt, lehrt er auch im Schlußsatze von einer Verlobten.
יד תנו רבנן תרומה לכהן ומעשר ראשון ללוי דברי רבי עקיבא רבי אלעזר בן עזריה אומר
14 Die Rabbanan lehrten: Die Hebe dem Priester und der erste Zehnt dem Leviten – so R. A͑qiba. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, dem Priester. –