Yevamot 178

Kapitel 178

א מאי שנא מהא דתנן מן הנקוב על שאין נקוב תרומתו תרומה ולא תאכל עד שיוציא עליה תרומה ומעשר ממקום אחר
1 hierbei anders als bei der Lehre, daß, wenn jemand die Hebe [von Früchten] aus einem durchlochten [Pflanzentopfe] für solche aus einem undurchlochten abgesondert hat, sie gültig sei, aber nicht eher gegessen werden dürfe, als bis für diese die Hebe und der Zehnt von anderem entrichtet worden ist!? –
ב שאני הכא דמדאורייתא תרומה מעלייתא היא כדרבי אלעאי דא"ר אלעאי מנין לתורם מן הרעה על היפה שתרומתו תרומה דכתיב (במדבר יח, לב) ולא תשאו עליו חטא בהרימכם את חלבו ממנו
2 Anders ist es hierbei, wo nach der Tora die Hebe gültig ist. Dies nach R. Elea͑j, denn R. Elea͑j sagte: Woher, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist? Es heißt: <i>ihr sollt seinethalben auf euch keine Sünde laden, wenn ihr das Beste davon abhebt</i>,
ג ואם אין קדוש נשיאות חטא למה מיכן לתורם מן הרעה על היפה שתרומתו תרומה
3 und wenn es nicht heilig wäre, könnte keine Sünde aufgeladen werden; hieraus, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist.
ד א"ל רבה לרב חסדא לדידך דאמרת לא עשה ולא כלום כל עיקר דאפי' ההוא גריוא הדר לטיבליה מ"ט גזירה דלמא פשע ולא מפריש מי איכא מידי דמדאורייתא הוי תרומה ומשום דלמא פשע אפקוה רבנן לחולין וכי ב"ד מתנין לעקור דבר מן התורה
4 Rabba sprach zu R. Ḥisda: Du erklärst: überhaupt nichts getan, sogar dieses Quantum wird wieder Vermischtes, aus dem Grunde, weil er aus Fahrlässigkeit [die Hebe wiederum] nicht absondern könnte. Aber ist es denn denkbar, daß die Hebe nach der Tora gültig ist, und die Rabbanan sie wegen etwaiger Fahrlässigkeit als profan erklärt haben; kann denn das Gericht etwas aus der Tora aufheben!?
ה א"ל ואת לא תסברא והתנן הולד ממזר מזה ומזה בשלמא משני ממזר אלא מראשון אמאי אשתו היא וישראל מעליא הוא וקא שרינן ליה בממזרת
5 Dieser erwiderte: Bist du nicht dieser Ansicht? Wir haben gelernt, das Kind von diesem und von jenem sei Hurenkind; allerdings vom zweiten, wieso aber vom ersten, diese ist ja seine Frau und [das Kind] Jisraélit, und wir erlauben ihm ein Hurenkind!?
ו א"ל הכי אמר שמואל אסור בממזרת וכן כי אתא רבין א"ר יוחנן אסור בממזרת ואמאי קרי ליה ממזר לאוסרו בבת ישראל
6 Dieser erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: ein Hurenkind ist ihm verboten. Ebenso sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans, ein Hurenkind sei ihm verboten. – Inwiefern ist er Hurenkind? – Indem ihm eine Jisraélitin verboten ist.
ז שלח ליה רב חסדא לרבה ביד רב אחא בר רב הונא ואין ב"ד מתנין לעקור דבר מן התורה והתניא מאימתי אדם יורש את אשתו קטנה ב"ש אומרים משתעמוד בקומתה וב"ה אומרים משתכנס לחופה רבי אליעזר אומר משתבעל ויורשה ומיטמא לה ואוכלת בגינו תרומה
7 R. Ḥisda sandte an Rabba durch R. Aḥa b. R. Hona: Kann denn das Gericht nicht beschließen, etwas aus der Tora aufzuheben, es wird ja gelehrt: Von wann ab beerbt man seine minderjährige Frau? Die Schule Šammajs sagt, sobald sie ihre Entwickelung erlangt hat; die Schule Hillels sagt, sobald sie unter den Baldachin gekommen ist; R. Elie͑zer sagt, sobald sie beschlafen worden ist. Er beerbt sie dann, er verunreinige sich an ihr, und sie darf durch ihn Hebe essen.
ח ב"ש אומרים משתעמוד בקומתה אע"ג דלא נכנסה לחופה אימא משתעמוד בקומתה ותכנס לחופה והכי קאמרו ליה ב"ש לב"ה דקאמריתו משתכנס לחופה אי עמדה בקומתה מהניא לה חופה ואי לא לא מהניא לה חופה
8 «Die Schule Šammajs sagt, sobald sie ihre Entwickelung erlangt hat.» Obgleich sie unter den Baldachin nicht gekommen ist!? – Sage: sobald sie ihre Entwickelung erlangt hat, nachdem sie unter den Baldachin gekommen ist. Die Schule Šammajs sprach zur Schule Hillels wie folgt: Ihr sagt, sobald sie unter den Baldachin gekommen ist; aber der Baldachin ist nur dann wirksam, wenn sie ihre Entwickelung erlangt hat, wenn aber nicht, ist er unwirksam. –
ט ר' אליעזר אומר משתבעל והאמר ר' אליעזר אין מעשה קטנה כלום אימא משתגדיל ותבעל
9 «R. Elie͑zer sagt, sobald sie beschlafen worden ist.» R. Elie͑zer sagt ja aber, die Handlung einer Minderjährigen sei wirkungslos!? – Sage: wenn sie erwachsen und beschlafen worden ist. –
י קתני מיהת יורשה והא הכא דמדאורייתא אבוה ירית לה ומדרבנן ירית לה בעל הפקר ב"ד היה הפקר
10 Hier lehrt er, daß er sie beerbe. Nach der Tora hat der Vater sie zu beerben, rabbanitisch aber beerbt sie der Ehemann!? – Die Freigebung des Gerichtes ist gültig.
יא דאמר ר' יצחק מנין שהפקר ב"ד היה הפקר שנא' (עזרא י, ח) כל אשר לא יבא לשלשת הימים בעצת השרים והזקנים יחרם כל רכושו והוא יבדל מקהל הגולה
11 R. Jiçḥaq sagte nämlich: Woher, daß die Preisgebung des Gerichtes gültig ist? Es heißt: <i>und wer nicht binnen drei Tagen kommt, nach Beschluß der Oberen und der Ältesten, dessen ganze Habe soll dem Banne verfallen, und er selbst aus der Gemeinde der Weggeführten ausgestoßen werden</i>.
יב ר' אלעזר אמר מהכא (יהושע יט, נא) אלה הנחלות אשר נחלו אלעזר הכהן ויהושע בן נון וראשי האבות למטות בני ישראל וכי מה ענין ראשים אצל אבות אלא לומר לך מה אבות מנחילין בניהם כל מה שירצו אף ראשים מנחילין את העם כל מה שירצו
12 R. Elea͑zar entnimmt dies hieraus: <i>Das sind die Erbteile, die Elea͑zar der Priester und Jehošua͑, der Sohn Nuns, und die Häupter der Stammesväter der Kinder Jisraél verteilten</i>. In welchem Zusammenhange stehen die Häupter mit den Vätern? Dies besagt, wie Väter ihre Kinder beliebig erben lassen können, ebenso können die Häupter das Volk beliebig erben lassen. –
יג ומיטמא לה והא הכא דמדאורייתא אביה מיטמא לה ומדרבנן מיטמא לה בעל משום דהויא לה מת מצוה
13 «Er verunreinige sich an ihr.» Hierbei hat nach der Tora der Vater sich an ihr zu verunreinigen, rabbanitisch aber verunreinige sich der Ehemann an ihr!? – Weil sie Pflichttote ist. –
יד ומי הוי מת מצוה והתניא אי זהו מת מצוה כל שאין לו קוברין קורא ואחרים עונין אותו אין זה מת מצוה הכא נמי כיון דלא ירתי לה קריא ולא ענו לה
14 Ist sie denn Pflichttote, es wird ja gelehrt, Pflichttoter sei derjenige, der niemand hat, der ihn bestattet; wenn er aber ruft und man ihm antwortet, sei er kein Pflichttoter!? – Da jene sie nicht beerben, so ist es ebenso, als würde sie rufen und jene es nicht hören. –