Yevamot 180

Kapitel 180

א אמר ליה בעאי לאותובך ערל הזאה
1 Hierauf sprach jener: Ich dachte gegen dich Einwendungen zu erheben [aus den Lehren] von dem Unbeschnittenen, der Besprengung,
ב ואזמל סדין בציצית
2 dem Beschneidemesser, den Çiçith an einem Laken,
ג וכבשי עצרת ושופר
3 den Lämmern des Wochenfestes, der Posaune
ד ולולב השתא דשנית לן שב ואל תעשה לא מיעקר הוא כולהו נמי שב ואל תעשה נינהו
4 und dem Feststrauße, aber du erwidertest, die Unterlassung sei keine Aufhebung, und auch bei diesen allen ist es nur eine Unterlassung.
ה ת"ש (דברים יח, טו) אליו תשמעון אפילו אומר לך עבור על אחת מכל מצות שבתורה כגון אליהו בהר הכרמל הכל לפי שעה שמע לו
5 Komm und höre: <i>Ihm sollt ihr gehorchen</i>, selbst wenn er dich ein Gebot der Tora übertreten heißt, wie Elijahu am Karmelberge; alles nach den Umständen gehorche ihm!? –
ו שאני התם דכתיב אליו תשמעון וליגמר מיניה מיגדר מילתא שאני:
6 Anders ist es da, wo es heißt: <i>ihm sollt ihr gehorchen</i>. – Sollte man hiervon folgern!? – Anders ist es bei einer Vorbeugung. –
ז ת"ש בטלו מבוטל דברי רבי רבן שמעון בן גמליאל אומר אינו יכול לא לבטלו ולא להוסיף על תנאו א"כ מה כח ב"ד יפה
7 Komm und höre: Hat er ihn als nichtig erklärt, so ist er nichtig – so Rabbi. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, weder könne er ihn als nichtig erklären noch irgend eine Klausel hinzufügen, denn worin bestände sonst die Macht des Gerichtes?
ח והא הכא דמדאורייתא בטל גט ומשום מה כח בית דין קא שרינן אשת איש לעלמא מאן דמקדש אדעתא דרבנן מקדש ואפקעינהו רבנן לקידושין
8 Hierbei ist ja der Scheidebrief nach der Tora ungültig, und wegen der Macht des Gerichtes erlauben wir eine Ehefrau Fremden!? – Wer sich [eine Frau] antraut, tut dies gestützt auf die Bestimmung der Rabbanan, und die Rabbanan haben seine Antrauung annulliert.
ט א"ל רבינא לרב אשי התינח דקדיש בכספא קדיש בביאה מאי איכא למימר שויוה רבנן לבעילתו בעילת זנות
9 Rabina sprach zu R. Aši: Allerdings wenn die Antrauung durch Geld erfolgt ist, wie ist es aber, wenn sie durch Beiwohnung erfolgt ist!? – Die Rabbanan haben seine Beiwohnung zu einer außerehelichen gemacht. –
י ת"ש א"ר אלעזר בן יעקב שמעתי שב"ד מכין ועונשין שלא מן התורה ולא לעבור על דברי תורה אלא לעשות סייג לתורה ומעשה באדם אחד שרכב על סוס בשבת בימי יונים והביאוהו לב"ד וסקלוהו לא מפני שראוי לכך אלא שהשעה צריכה לכך
10 Komm und höre: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Ich hörte, daß das Gericht auch ohne Vorschrift der Tora befugt sei, Geißelung und [Todes]strafe zu verhängen, nicht etwa als Überschreitung der Worte der Tora, sondern als Umzäunung für die Tora. So ritt einst jemand zur Zeit der Griechen[herrschaft] am Šabbath auf einem Pferde, und man führte ihn vor das Gericht und steinigte ihn. Nicht etwa, weil er es verdient hatte, sondern weil die Umstände es erheischten.
יא ושוב מעשה באדם אחד שהטיח באשתו תחת התאנה והביאוהו לבית דין והלקוהו לא מפני שראוי לכך אלא שהשעה צריכה לכך מיגדר מילתא שאני:
11 Ferner ereignete es sich einst, daß jemand seiner Frau unter einem Feigenbaume beigewohnt hatte, und man führte ihn vor das Gericht und geißelte ihn. Nicht etwa, weil er es verdient hatte, sondern weil die Umstände es erheischten. – Anders verhält es sich bei einer Vorbeugung.
יב ולא זה וזה מטמאין לה: מנלן דכתיב (ויקרא כא, ב) כי אם לשארו הקרוב אליו ואמר מר שארו זו אשתו
12 W<small>EDER DIESER NOCH JENER VERUNREINIGE SICH AN IHR</small>. Woher dies? Es heißt: <i>sondern nur an seinen nahen Verwandten</i>, und der Meister sagte, unter ‘Verwandten’ sei seine Frau zu verstehen,
יג וכתיב (ויקרא כא, ד) לא יטמא בעל בעמיו להחלו יש בעל שמיטמא ויש בעל שאין מיטמא הא כיצד מיטמא הוא לאשתו כשרה ואינו מיטמא לאשתו פסולה:
13 dagegen heißt es: <i>nicht soll der Ehemann unter seinem Volke sich verunreinigen, sich zu entweihen</i>; mancher Ehemann verunreinige sich, und mancher Ehemann verunreinige sich nicht, und zwar: er verunreinige sich an seiner unbemakelten Frau, nicht aber verunreinige er sich an seiner bemakelten Frau.
יד ולא זה וזה זכאין במציאתה וכו': טעמא מאי אמור רבנן מציאת אשה לבעלה כי היכי דלא תיהוי ליה איבה הכא תיהוי ליה איבה ואיבה:
14 W<small>EDER DIESER NOCH JENER HAT</small> A<small>NRECHT AUF IHREN</small> F<small>UND</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan sagten deshalb, daß der Fund der Frau ihrem Manne gehöre, damit er gegen sie keine Feindschaft hege, in diesem Falle aber mag er gegen sie Feindschaft über Feindschaft hegen.
טו ובמעשה ידיה: טעמא מאי אמרי רבנן מעשה ידיה לבעלה משום דקאכלה מזוני הכא כיון דמזוני לית לה מעשה ידיה לאו דידיה:
15 I<small>HRE</small> H<small>ÄNDEARBEIT</small>. Die Rabbanan sagten deshalb, daß ihre Händearbeit ihrem Manne gehöre, weil sie von ihm Unterhalt erhält, in diesem Falle aber, wo sie keinen Unterhalt erhält, gehört ihre Händearbeit nicht ihm.
טז ולא מיפר נדריה: טעמא מאי אמר רחמנא בעל מיפר כדי שלא תתגנה הכא תתגנה ותתגנה:
16 D<small>IE</small> A<small>UFHEBUNG IHRER</small> G<small>ELÜBDE</small>. Der Allbarmherzige sagte deshalb, daß er sie ihr aufhebe, damit sie ihm nicht widerwärtig werde, in diesem Falle aber mag sie ihm widerwärtig und widerwärtig werden.
יז היתה בת ישראל נפסלה מן הכהונה וכו':
17 S<small>IE WIRD UNTAUGLICH</small>, <small>FALLS SIE DIE</small> T<small>OCHTER EINES</small> J<small>ISRAÉLITEN IST</small> &amp;<small>C</small>.