Yevamot 192

Kapitel 192

א <big><strong>מתני׳</strong></big> בן ט' שנים ויום אחד שבא על יבמתו ואח"כ בא עליה אחיו שהוא בן ט' שנים ויום אחד פוסל על ידו ר"ש אומר לא פוסל בן ט' שנים ויום אחד שבא על יבמתו ואח"כ בא על צרתה פוסל על ידי עצמו רבי שמעון אומר לא פוסל:
1 <b>W</b><small>ENN EIN NEUN</small> J<small>AHRE UND EINEN</small> T<small>AG ALTER SEINER</small> S<small>CHWÄGERIN BEIGEWOHNT</small> <small>HAT, UND DARAUF SEIN NEUN</small> J<small>AHRE UND EINEN</small> T<small>AG ALTER</small> B<small>RUDER IHR BEIWOHNT, SO MACHT ER SIE FÜR JENEN UNTAUGLICH</small>; R. Š<small>IMO͑N SAGT, ER MACHE SIE NICHT UNTAUGLICH</small>. W<small>ENN EIN NEUN</small> J<small>AHRE UND EINEN</small> T<small>AG ALTER SEINER</small> S<small>CHWÄGERIN BEIGEWOHNT HAT, UND DARAUF IHRER</small> N<small>EBENBUHLERIN BEIWOHNT, SO MACHT ER</small> [<small>AUCH JENE</small>] <small>FÜR SICH UNTAUGLICH</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT, ER MACHE SIE NICHT UNTAUGLICH</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> תניא אמר להם רבי שמעון לחכמים אם ביאה ראשונה ביאה ביאה שנייה אינה ביאה ואם ביאה ראשונה אינה ביאה ביאה שנייה נמי אינה ביאה
2 GEMARA. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sprach zu den Weisen: Ist die Beiwohnung des ersten wirksam, so ist die Beiwohnung des anderen nicht wirksam, und ist die Beiwohnung des ersten nicht wirksam, so ist auch die Beiwohnung des anderen nicht wirksam.
ג מתניתין דלא כבן עזאי דתניא בן עזאי אומר יש מאמר אחר מאמר בשני יבמין ויבמה אחת
3 Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Ben A͑zaj, denn es wird gelehrt: Ben A͑zaj sagt, es gebe eine Eheformel nach einer Eheformel bei zwei Schwägern und einer Schwägerin,
ד ואין מאמר אחר מאמר בשתי יבמות ויבם אחד:
4 nicht aber gebe es eine Eheformel nach einer Eheformel bei zwei Schwägerinnen und einem Schwager.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> בן תשע שנים ויום אחד שבא על יבמתו ומת חולצת ולא מתייבמת נשא אשה ומת הרי זו פטורה בן תשע שנים ויום אחד שבא על יבמתו ומשהגדיל נשא אשה אחרת ומת אם לא ידע את הראשונה משהגדיל הראשונה חולצת ולא מתייבמת והשנייה או חולצת או מתייבמת
5 <b>W</b><small>ENN EIN NEUN</small> J<small>AHRE UND EINEN</small> T<small>AG ALTER SEINER</small> S<small>CHWÄGERIN BEIGEWOHNT HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DIESER DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA UND NICHT DIE</small> S<small>CHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN</small>. W<small>ENN ER EINE</small> F<small>RAU GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST SIE</small> <small>ENTBUNDEN</small>. W<small>ENN EIN NEUN</small> J<small>AHRE UND EINEN</small> T<small>AG ALTER SEINER</small> S<small>CHWÄGERIN BEIGEWOHNT UND GROSSJÄHRIG EINE ANDERE</small> F<small>RAU GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST, WENN ER GROSSJÄHRIG DER ERSTEN NICHT BEIGEWOHNT HAT, AN DER ERSTEN</small> <small>DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA UND NICHT DIE</small> S<small>CHAWAGEREHE, UND AN DER ANDEREN DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA ODER DIE</small> S<small>CHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN</small>.
ו רבי שמעון אומר מייבם לאי זו שירצה וחולץ לשנייה אחד שהוא בן ט' שנים ויום אחד ואחד שהוא בן עשרים שלא הביא שתי שערות:
6 R. Š<small>IMO͑N SAGT, MAN KÖNNE BELIEBIG AN EINER VON IHNEN DIE</small> S<small>CHWAGEREHE UND AN DER ANDEREN DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA VOLLZIEHEN</small>. E<small>INERLEI, OB ER NEUN</small> J<small>AHRE UND EINEN</small> T<small>AG ALT IST, ODER ER ZWANZIG</small> J<small>AHRE ALT IST, JEDOCH KEINE ZWEI</small> H<small>AARE BEKOMMEN HAT</small>.
ז <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רבא הא דאמור רבנן זיקת שני יבמין מיחלץ חלצה יבומי לא מיבמה לא תימא היכא דאיכא צרה דאיכא למגזר משום צרה
7 GEMARA. Raba sagte: Die Bestimmung der Rabbanan, bei der Gebundenheit von zwei Schwägern sei die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen, gilt nicht nur von dem Falle, wenn eine Nebenbuhlerin vorhandenist, wobei die Nebenbuhlerin zu berücksichtigen ist;
ח דהא הכא ליכא צרה מיחלץ חלצה יבומי לא מיבמה:
8 hierbei ist keine Nebenbuhlerin vorhanden, dennoch ist die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.
ט נשא אשה ומת כו': תנינא להא דתנו רבנן שוטה וקטן שנשאו ומתו נשותיהן פטורות מן החליצה ומן הייבום:
9 W<small>ENN ER EINE</small> F<small>RAU GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST &amp;C</small>. Wir lernen hier das, was die Rabbanan gelehrt haben: Wenn ein Blöder und ein Minderjähriger geheiratet haben und gestorben sind, so sind ihre Frauen von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbunden.
י בן תשע וכו' משהגדיל וכו': ויעשו ביאת בן ט' כמאמר בגדול ותדחה צרה מיבום אמר רב לא עשו ביאת בן ט' כמאמר בגדול ושמואל אמר עשו ועשו וכן א"ר יוחנן עשו ועשו
10 W<small>ENN EIN NEUN</small> J<small>AHRE &amp;C. GROSSJÄHRIG &amp;C</small>. Sollte doch die Beiwohnung des Neunjährigen der Eheformel eines Erwachsenen gleichgestellt, und die Nebenbuhlerin von der Schwagerehe verdrängt werden!? – Rabh sagte, sie haben die Beiwohnung eines Neunjährigen der Eheformel eines Erwachsenen nicht gleichgestellt. Šemuél aber sagte, sie haben wohl gleichgestellt. Ebenso sagte R. Joḥanan, sie haben wohl gleichgestellt. –
יא ויעשו תנאי היא הך תנא דארבעה אחין גזר משום צרה
11 So sollten sie sie [auch hierbei] gleichstellen!? – Hierüber streiten Tannaím. Jener Autor [der Lehre] von den vier Brüdern berücksichtigt hierbei die Nebenbuhlerin;
יב ואשמעינן בגדול וה"ה בקטן והאי דאמר גדול משום דבגדול קאי
12 er lehrt es von einem Erwachsenen, und dasselbe gilt auch von einem Minderjährigen, und nur weil er von einem Erwachsenen handelt, spricht er von einem Erwachsenen.
יג והאי תנא דהכא סבירא ליה עשו ולא גזר משום צרה ואשמעינן בקטן והוא הדין בגדול והאי דקאמר בקטן דבקטן קאי
13 Unser Autor aber ist zwar der Ansicht, sie haben gleichgestellt, jedoch berücksichtigt er die Nebenbuhlerin nicht; er lehrt es von einem Minderjährigen, und dasselbe gilt auch von einem Erwachsenen, und nur weil er von einem Minderjährigen handelt, spricht er von einem Minderjährigen.
יד אזל ר' אלעזר אמר לשמעתא בי מדרשא ולא אמרה משמיה דר' יוחנן שמע רבי יוחנן איקפד עול לגביה רבי אמי ור' אסי אמרו ליה לא כך היה המעשה בבית הכנסת של טבריא בנגר שיש בראשו גלוסטרא
14 R. Elea͑zar trug diese Lehre im Lehrhause vor, ohne zu sagen, daß sie von R. Joḥanan ist, und als R. Joḥanan es erfuhr, war er böse. Hierauf besuchten ihn R. Ami und R. Asi, und diese sprachen zu ihm: Ereignete es sich doch im Lehrhause zu Tiberjas,
טו שנחלקו בו רבי אלעזר ורבי יוסי עד שקרעו ספר תורה בחמתן קרעו ס"ד אלא אימא שנקרע ס"ת בחמתן והיה שם רבי יוסי בן קיסמא אמר תמיה אני אם לא יהיה בית הכנסת זו עבודת כוכבים וכן הוה
15 daß R. Elea͑zar und R. Jose über einen Schieberiegel mit einem Knaufe an einem Ende stritten, bis sie in ihrer Erregung eine Torarolle zerrissen. – ‘Zerrissen’, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, bis in ihrer Erregung eine Torarolle durchgerissen wurde. R. Jose b. Qisma, der dabei war, sprach: Es würde mich wundern, wenn dieses Lehrhaus nicht ein Götzenhaus werden sollte. Und so geschah es auch.
טז הדר איקפד טפי אמר חברותא נמי
16 Da wurde er noch böser und sprach: Nun noch die Kollegialität!
יז עול לגביה ר' יעקב בר אידי א"ל (יהושע יא, טו) כאשר צוה ה' את משה עבדו כן צוה משה את יהושע וכן עשה יהושע לא הסיר דבר מכל אשר צוה ה' את משה וכי על כל דבר שאמר יהושע היה אומר להם כך אמר לי משה אלא יהושע יושב ודורש סתם והכל יודעין שתורתו של משה היא אף ר' אלעזר תלמידך יושב ודורש סתם והכל יודעין כי שלך היא
17 Hierauf besuchte ihn R. Ja͑qob b. Idi und dieser sprach zu ihm: [Es heißt:] <i>wie der Herr seinem Knechte Moše geboten, so gebot Moše Jehošua͑ und so tat Jehošua͑; er unterließ nichts von allem, was der Herr Moše geboten hat</i>. Sprach etwa Jehošua͑ bei allem, was er sagte: so sagte mir Moše? Vielmehr saß Jehošua͑ und trug ohne Namensnennung vor, und alle wußten, daß es die Lehre Mošes ist. Ebenso trug es dein Schüler R. Elea͑zar ohne Namensnennung vor, und alle wissen, daß es von dir herrührt.
יח אמר להם מפני מה אי אתם יודעין לפייס כבן אידי חברינו ורבי יוחנן מ"ט קפיד כולי האי דאמר רב יהודה אמר רב מאי דכתיב (תהלים סא, ה) אגורה באהלך עולמים וכי אפשר לו לאדם לגור בשני עולמים אלא אמר דוד לפני הקדוש ברוך הוא רבונו של עולם יהי רצון
18 Hierauf sprach er zu jenen: Weshalb versteht ihr nicht Abbitte zu leisten, wie unser Kollege Ben Idi? – Weshalb war R. Joḥanan darüber so sehr böse? – R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Es heißt: <i>ich will in deinem Zelte weltenlang wohnen</i>; kann ein Mensch denn in beiden Welten wohnen? Vielmehr sprach David vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, möge es dein Wille sein,