Yevamot 208

Kapitel 208

א אמר ליה רבי אלעזר (דברים כה, ט) ככה יעשה כל דבר שהוא מעשה מעכב א"ל רבי עקיבא משם ראיה ככה יעשה לאיש כל דבר שהוא מעשה באיש
1 R. E<small>LIE͑ZER SPRACH</small>: [E<small>S HEISST</small>:] <i>so geschehe</i>, <small>JEDE</small> H<small>ANDLUNG, DIE</small> <small>ZU GESCHEHEN</small> <small>HAT, IST UNERLÄSSLICH</small>. R. A͑<small>QIBA ERWIDERTE IHM</small>: S<small>OLL DIES EIN</small> B<small>EWEIS SEIN</small>? <i>So geschehe dem Manne</i>, <small>ALLES, WAS MIT DEM</small> M<small>ANNE ZU GESCHEHEN</small> <small>HAT</small>.
ב החרש שנחלץ והחרשת שחלצה וחולצת לקטן חליצתה פסולה קטנה שחלצה תחלוץ משתגדיל ואם לא חלצה חליצתה פסולה חלצה בשנים או בשלשה ונמצא אחד מהן קרוב או פסול חליצתה פסולה רבי שמעון ורבי יוחנן הסנדלר מכשירין ומעשה באחד שחלץ בינו לבינה בבית האסורים ובא מעשה לפני רבי עקיבא והכשיר:
2 I<small>ST DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA</small> <small>AN EINEM</small> T<small>AUBEN, VON EINER</small> T<small>AUBEN ODER AN EINEM</small> M<small>INDERJÄHRIGEN VOLLZOGEN WORDEN, SO IST SIE UNGÜLTIG; WENN VON EINER</small> M<small>INDERJÄHRIGEN, SO WIEDERHOLE SIE DIES, SOBALD SIE GROSSJÄHRIG IST; TUT SIE DIES NICHT, SO IST IHRE</small> Ḥ<small>ALIÇA UNGÜLTIG</small>. V<small>OLLZOG SIE DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA VOR ZWEIEN ODER DREIEN, UND EINER VON IHNEN SICH ALS VERWANDT ODER SONST UNZULÄSSIG ERWEIST, SO IST DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA UNGÜLTIG; NACH</small> R. Š<small>IMO͑N UND</small> R. J<small>OḤANAN DEM</small> S<small>CHUSTER ABER GÜLTIG</small>. E<small>INST VOLLZOG JEMAND DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA IM</small> G<small>EFÄNGNISSE ZWISCHEN IHM UND IHR, UND ALS DIE</small> S<small>ACHE VOR</small> R. A͑<small>QIBA KAM, ERKLÄRTE ER SIE FÜR GÜLTIG</small>.
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רבא השתא דאמרת קריאה לא מיעכבא לפיכך אלם ואלמת שחלצו חליצתן כשירה
3 GEMARA. Raba sagte: Da du nun sagst, das Sprechen [der Schriftworte] sei nicht unerläßlich, so ist, wenn ein Stummer und eine Stumme die Ḥaliça vollzogen haben, diese gültig. –
ד תנן חרש שנחלץ והחרשת שחלצה והחולצת מן הקטן חליצתה פסולה מ"ט לאו משום דלא בני קרייה נינהו לא משום דלאו בני דעה נינהו
4 Es wird gelehrt: Ist die Ḥaliça an einem Tauben, von einer Tauben oder an einem Minderjährigen vollzogen worden, so ist sie ungültig. Doch wohl, weil sie [die Schriftworte] nicht sprechen können!? – Nein, weil sie nicht verständig sind. –
ה אי הכי אלם ואלמת נמי אמר רבא אלם ואלמת בני דעה נינהו ופומייהו הוא דכאיב להו
5 Demnach sollte dies auch von einem Stummen und einer Stummen gelten!? Raba erwiderte: Ein Stummer und eine Stumme sind verständig, nur schmerzt ihnen der Mund. –
ו והא אמרי דבי רבי ינאי לפי שאינו באמר ואמרה אלא כי אתמר דרבא אסיפא אתמר חרש שנחלץ והחרשת שחלצה והחולצת מן הקטן חליצתה פסולה
6 In der Schule R. Jannajs erklärten sie ja aber, weil es von diesen nicht heißt: <i>so spreche er, so spreche sie</i>!? – Vielmehr, die Lehre Rabas bezieht sich auf den Schlußsatz: ist die Ḥaliça an einem Tauben, von einer Tauben oder an einem Minderjährigen vollzogen worden, so ist sie ungültig.
ז אמר רבא השתא דאמרת קרייה מעכבא לפיכך אלם ואלמת שחלצו חליצתן פסולה ומתניתין כר' זירא
7 Hierzu sagte Raba: Da du nun sagst, das Sprechen [der Schriftworte] sei unerläßlich, so ist, wenn ein Stummer und eine Stumme die Ḥaliça vollzogen haben, diese ungültig. – Unsere Mišna aber ist nach R. Zera zu erklären,
ח דאמר ר' זירא כל הראוי לבילה אין בילה מעכבת בו וכל שאין ראוי לבילה בילה מעכבת
8 denn R. Zera sagte: Wenn es zum Einrühren geeignet ist, so ist das Einrühren nicht unerläßlich, und wenn es zum Einrühren nicht geeignet ist, so ist das Einrühren unerläßlich.
ט שלחו ליה לאבוה דשמואל יבמה שרקקה תחלוץ מכלל דאיפסלא לה מאחין
9 Man sandte an den Vater Šemuéls: Wenn die Schwägerin ausgespieen hat, so vollziehe sie die Ḥaliça. Demnach wird sie für die Brüder untauglich.
י מני אילימא ר' עקיבא השתא ומה במקום מצוה דאיכא למימר מידי דהוה אאימורים דכי ליתנהו לא מעכבי
10 Nach wessen Ansicht; wenn nach R. A͑qiba, so ist ja [das Ausspeien] nach ihm nicht unerläßlich sogar da, wo dies Vorschrift ist, wo man sagen kann, hierbei verhalte es sich wie bei den Opferteilen, [deren Darbringung], wenn sie nicht vorhanden sind, nicht unerläßlich ist,
יא וכי איתנהו מעכבי
11 und wenn sie vorhanden sind, unerläßlich ist,
יב אמר ר"ע לא מעכבא מאחין איפסלא
12 wieso sollte sie dadurch für die Brüder ungeeignet werden!?
יג ואלא לר' אלעזר
13 Wenn aber nach R. Elie͑zer,
יד והא שני דברים המתירין נינהו ושני דברים המתירין אין מעלין זה בלא זה
14 so sind es ja zwei Handlungen, die zusammen die Erlaubnis erwirken, und von zwei Handlungen, die zusammen die Erlaubnis erwirken, ist das eine ohne die andere unwirksam. –
טו אלא כרבי דתניא כבשי עצרת אין מקדשין הלחם אלא בשחיטה
15 Nach Rabbi. Es wird nämlich gelehrt: Die Lämmer des Wochenfestes eiligen das Brot nur durch das Schlachten.
טז כיצד שחטן לשמן וזרק דמן לשמן קדש הלחם שחט שלא לשמן וזרק לשמן לא קדש הלחם שחטן לשמן וזרק דמן שלא לשמן קדוש ואינו קדוש דברי רבי
16 Zum Beispiel: hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf ihren Namen gesprengt, so ist das Brot heilig; hat man sie auf einen anderen Namen geschlachtet und das Blut auf ihren Namen gesprengt, so ist das Blut nicht heilig; hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf einen anderen Namen gesprengt, so ist das Brot heilig und nicht heilig–
יז ר' אלעזר בר"ש אומר לעולם אינו קדוש עד שישחוט לשמן ויזרוק דמן לשמן
17 so Rabbi. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, es sei nur dann heilig, wenn man sie auf ihren Namen geschlachtet und auf ihren Namen das Blut gesprengt hat. –
יח ומי אמר ר' עקיבא רקיקה לא פסלה והתניא חלצה ולא
18 Ist denn R. A͑qiba der Ansicht, das Ausspeien mache sie nicht untauglich, es wird ja gelehrt, daß, wenn sie den Schuh abgezogen,