Yevamot 209

Kapitel 209

א רקקה ולא קראה חליצתה כשירה רקקה ולא חלצה ולא קראה חליצתה פסולה קראה ולא רקקה ולא חלצה אין כאן בית מיחוש
1 aber nicht ausgespieen und nicht [die Schriftworte] gesprochen hat, die Ḥaliça gültig sei, wenn ausgespieen, aber nicht den Schuh abgezogen und nicht [die Schriftworte] gesprochen, die Ḥaliça ungültig sei, und wenn [die Schriftworte] gesprochen, aber nicht ausgespieen und nicht den Schuh abgezogen, dies überhaupt nicht zu beachten sei.
ב מני אילימא רבי אליעזר חלצה ולא רקקה ולא קראה חליצתה כשירה והא אמר רבי אליעזר (דברים כה, ט) ככה יעשה דבר שהוא מעשה מעכב אלא פשיטא רבי עקיבא וקתני רקקה ולא חלצה ולא קראה חליצתה פסולה למאן
2 Wer ist der Autor: wenn R. Elie͑zer, wieso ist, wenn sie den Schuh abgezogen, aber nicht ausgespieen und nicht [die Schriftworte] gesprochen hat, die Ḥaliça gültig, R. Elie͑zer sagt ja: <i>so geschehe</i>, jede Handlung die zu geschehen hat, sei unerläßlich; doch wohl R. A͑qiba, und er lehrt, daß, wenn sie ausgespieen, aber nicht den Schuh abgezogen und nicht [die Schriftworte] gesprochen hat, die Ḥaliça ungültig sei.
ג אילימא לעלמא פשיטא מי הויא חליצה דאישתריא לעלמא אלא לאו לאחין שמע מינה
3 Für wen, wenn für Fremde, so ist es ja selbstverständlich, sollte dies etwa als Ḥaliça gelten, um Fremden erlaubt zu sein!? Doch wohl für die Brüder. Schließe hieraus. –
ד ולר"ע מאי שנא רקיקה ומאי שנא קרייה
4 Wodurch unterscheidet sich nach R. A͑qiba das Ausspeien vom Sprechen [der Schriftworte]? –
ה קרייה דאיתא בין בתחלה בין בסוף לא מיחלפא ליה רקיקה דבתחלה ליתא ולבסוף איתא מיחלפא ליה ואתו למישרי חלוצה לאחין
5 Das Sprechen [der Schriftworte] hat am Anfang und am Schlusse zu erfolgen, somit entsteht dadurch keine Verwechselung, das Ausspeien dagegen hat nicht am Anfang, sondern nur am Schlüsse zu erfolgen, somit kann eine Verwechselung entstehen, die dazu führt, eine Ḥaluça den Brüdern zu erlauben.
ו ואיכא דאמרי הכי שלחו ליה יבמה שרקקה תחלוץ ואינה צריכה לרוק פעם אחרת כי ההיא דאתיא לקמיה דרבי אמי הוה יתיב רבי אבא בר ממל קמיה רקקה מקמי דתחלוץ אמר ליה רבי אמי חלוץ לה ושרי לה תיגרא
6 Manche sagen, man sandte an ihn wie folgt: Wenn die Schwägerin ausgespieen hat, so vollziehe sie die Ḥaliça. Sie braucht nicht wiederum auszuspeien. So kam einst eine Frau vor R. Ami, vor dem R. Abba b. Mamal saß, und spie aus vor der Entschuhung. Da sprach R. Ami zu ihm: Laß sie die Entschuhung vollziehen und fertige sie ab.
ז אמר ליה ר' אבא והא בעינן מירק הא רקקה לה ותירוק ומה בכך נפיק מיניה חורבא דאי אמרת תיהדר ותירוק אמרי רקיקה קמייתא לית בה מששא ואתי למישרי חלוצה לאחין
7 R. Abba entgegnete: Sie muß ja ausspeien!? – Sie hat bereits ausgespieen. – Mag sie doch [wiederum] ausspeien, was schadet dies!? – Dadurch kann ein Verstoß entstehen. Wenn man sagt, sie müsse wiederum ausspeien, so könnte man glauben, das vorherige Ausspeien sei wirkungslos, und dies dazu führen, eine Ḥaluça den Brüdern zu erlauben. –
ח והא בעינן כסדרן כסדרן לא מעכבא הוא סבר דחויי קא מדחי ליה נפק דק ואשכח דתניא בין שהקדים חליצה לרקיקה בין שהקדים רקיקה לחליצה מה שעשה עשוי
8 Es muß ja in der Reihenfolge geschehen!? – Die Reihenfolge ist nicht unerläßlich. Dieser glaubte, er wolle ihn nur abweisen, als er aber fortging, dachte er nach und fand folgende Lehre: Einerlei ob die Entschuhung vor dem Ausspeien oder das Ausspeien vor der Entschuhung erfolgt ist, ist die Handlung gültig.
ט לוי נפק לקרייתא בעו מינה גידמת מהו שתחלוץ יבמה שרקקה דם מהו (דניאל י, כא) אבל אגיד לך את הרשום בכתב אמת מכלל דאיכא כתב שאינו אמת
9 Levi zog in die Dörfer aus und man fragte ihn folgendes: Kann eine, der die Hand amputiert ist, die Ḥaliça vollziehen? Wie ist es, wenn die Schwägerin Blut gespieen hat? [Es heißt:] <i>jedoch will ich dir berichten, was geschrieben ist in der Schrift der Wahrheit</i>; gibt es denn eine Schrift, die keine Wahrheit ist?
י לא הוה בידיה אתא שאיל בי מדרשא אמרו ליה מי כתיב וחלצה ביד ומי כתיב וירקה רוק
10 Er wußte es nicht. Als er hierauf ins Lehrhaus kam, erwiderte man ihm: Heißt es etwa: sie soll den Schuh mit der Hand abziehen!? Heißt es etwa: sie soll Speichel speien!?
יא אבל אגיד לך הרשום בכתב אמת וכי יש כתב שאינו אמת
11 <i>Jedoch will ich dir berichten, was in der Schrift der Wahrheit geschrieben ist</i>;
יב לא קשיא כאן בגזר דין שיש עמו שבועה כאן בגזר דין שאין עמו שבועה
12 auch hierbei ist nichts einzuwenden, denn eines gilt von einer beschworenen Urteilsbesiegelung, und eines gilt von einer nicht beschworenen Urteilsbesiegelung.
יג כדרב שמואל בר אמי דאמר רב שמואל בר אמי אמר רבי יונתן מנין לגזר דין שיש עמו שבועה שאינו מתקרע שנא' (שמואל א ג, יד) לכן נשבעתי לבית עלי אם יתכפר עון בית עלי בזבח ובמנחה עד עולם
13 Dies nach R. Šemuél b. Ami, denn R. Šemuél b. Ami sagte im Namen R. Jonathans: Woher, daß eine beschworene Urteilsbesiegelung nicht mehr zerrissen wird? Es heißt: <i>so habe ich denn der Familie E͑li geschworen, ob je gesühnt wird die Schuld der Familie E͑lis durch Schlachtopfer oder durch Speisopfer bis in alle Ewigkeit</i>.
יד אמר רבה בזבח ובמנחה אינו מתכפר אבל מתכפר הוא בדברי תורה אביי אמר בזבח ובמנחה אינו מתכפר אבל מתכפר בגמילות חסדים רבה ואביי מדבית עלי קאתו רבה דעסק בתורה חיה ארבעין שנין אביי דעסק בתורה ובגמילות חסדים חיה שיתין שנין
14 Raba sagte: Durch Schlachtopfer und Speisopfer wird sie allerdings nicht gesühnt, wohl aber wird sie durch die Worte der Tora gesühnt. Abajje sagte: Durch Schlachtopfer und Speisopfer wird sie allerdings nicht gesühnt, wohl aber wird sie durch Liebeswerke gesühnt. Rabba und Abajje stammten aus der Familie E͑lis; Rabba, der sich mit der Tora befaßte, lebte vierzig Jahre, Abajje, der sich mit der Tora und Liebeswerken befaßte, lebte sechzig Jahre.
טו ת"ר משפחה אחת היתה בירושלים שהיו מתים כבן שמנה עשרה שנה באו והודיעו את רבן יוחנן בן זכאי אמר להם שמא ממשפחת עלי אתם שנא' (שמואל א ב, לג) וכל מרבית ביתך ימותו אנשים לכו ועסקו בתורה ותחיו הלכו ועסקו בתורה וחיו והיו קורין אותן משפחת יוחנן על שמו
15 Die Rabbanan lehrten: In Jerušalem war eine Familie, [deren Angehörige] mit ungefähr achtzehn Jahren starben. Sie wandten sich an R. Joḥanan b. Zakkaj, und dieser sprach zu ihnen: Ihr stammt wahrscheinlich aus der Familie E͑lis, von der es heißt: <i>der ganze Zuwachs dieses Hauses soll im Mannesalter sterben</i>; geht und befaßt euch mit der Tora, so werdet ihr leben. Da gingen sie und befaßten sich mit der Tora. Diese nannte man nach ihm ‘Familie des Joḥanan’.
טז אמר רב שמואל בר אוניא אמר רב מנין לגזר דין של צבור שאינו נחתם אינו נחתם והא כתיב (ירמיהו ב, כב) כי אם תכבסי בנתר ותרבי לך בורית נכתם עונך לפני
16 R. Šemuél b. Inja sagte im Namen Rabhs: Woher, daß das Verhängnis über eine Gemeinde nicht besiegelt wird? – Wieso nicht besiegelt, es heißt ja: <i>wolltest du dich auch mit Laugensalz waschen und viel Seife an dich wenden, befleckt</i> <i>bleibt deine Sünde vor mir</i>!? –
יז אלא מנין שאפי' נחתם מתקרע שנאמר (דברים ד, ז) מי כה' אלהינו בכל קראנו אליו והכתיב (ישעיהו נה, ו) דרשו ה' בהמצאו לא קשיא הא ביחיד הא בציבור יחיד
17 Vielmehr, woher, daß es, auch wenn es bereits besiegelt war, zerrissen wird? Es heißt: <i>denn welches &amp;c. wie der Heer, unser Gott, so oft wir zu ihm rufen</i>. – Es heißt ja aber: <i>sucht den Herrn, wenn er zu finden ist</i>!? – Das ist kein Einwand; dies gilt von einem Einzelnen, jenes von einer Gemeinde. – Wann [findet ihn] ein Einzelner?
יח אימת אמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה אלו עשרה ימים שבין ר"ה ליוה"כ
18 R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: In den zehn Tagen vom Neujahrsfeste bis zum Versöhnungstage.
יט שלחו ליה לאבוה דשמואל יבמה שרקקה דם תחלוץ לפי שאי אפשר לדם בלא צחצוח רוק
19 Man sandte an den Vater Šemuéls: Wenn die Schwägerin Blut gespieen hat, so vollziehe sie die Ḥaliça, weil es nicht möglich ist, daß das Blut ohne Zusatz von Speichel ist.
כ מיתיבי יכול יהא דם היוצא מפיו ומפי האמה טמא ת"ל (ויקרא טו, ב) זובו טמא ואין דם היוצא מפיו ומפי האמה טמא אלא טהור
20 Man wandte ein: Man könnte glauben, auch das Blut, das ihm aus dem Munde oder dem Gliede kommt, sei unrein, so heißt es: <i>sein Fluß ist unrein</i>; dieser ist unrein, das ihm aus dem Munde oder dem Gliede kommende Blut aber ist nicht unrein, sondern rein!? –
כא ל"ק כאן במוצצת כאן בשותת:
21 Das ist kein Einwand; das eine, wenn sie saugt, das andere, wenn sie es fließen läßt.
כב חרש שנחלץ וכו':
22 I<small>ST DIE</small> Ḥ<small>ALIÇA AN EINEM</small> T<small>AUBEN &amp;C</small>.